A Hard Day’s Night: 50 Jahre und kein bisschen leise…

Gewinnspiel_rotbeatles_cover Auf Wunsch ihres Managers machen sich die Beatles von Liverpool auf den Weg nach London, wo sie für eine Fernsehaufzeichnung ein Konzert spielen sollen. Aber schon der Trip in die Metropole geht nicht wie geplant vonstatten. Und als sie auch noch Ringo verlieren, erleben die „Fab Four“ eine wilde Nacht, an deren Ende trotzdem der Auftritt der besten Band der Welt steht. Vor kreischenden Mädchen, versteht sich…
Der vielleicht einflussreichste Musikfilm aller Zeiten ist pünktlich zu seinem 50. Geburtstag erstmals auch auf Blu-ray verfügbar: Erleben Sie die Beatles in ihrem ersten abendfüllenden Spielfilm auf einem irrwitzigen Trip durch das London der Swinging Sixties, mit dem Regisseur Richard Lester laut „Time“-Magazin einen der 100 besten Filme aller Zeiten geschaffen hat.

Film-Blog.tv meint:
Beatles oder Stones? Cola oder Pepsi? Adidas oder Nike? Canon oder Nikon? Es sind eher Fragen des persönlichen Geschmacks als dass man eine belegbare Antwort darauf erwarten kann. Als Beatles-Fan (der auch die Stones mag, das nur nebenbei) bin ich von „A Hard Day’s Night“ begeistert. Der Film, vor allem in der vorliegenden digital restaurierten Fassung, hat mich von der ersten Minute an fasziniert. Grund genug, den bekennenden Stones-Fan Peter zu bitten, die Scheibe auch mal in den Player zu legen. Ob ich ihn bekehren kann?

Den Beitrag verfassten Peter Schrandt und Robert Hill.

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Pro (Robert):
1964. Nicht nur in England war die „Beatlemania“ ausgebrochen. Vorwiegend weibliche Teenager kreischten bis zur Ohnmacht, wenn sie auch nur einen kurzen Blick auf einen der Fab-Four erhaschten. Geschichte wiederholt sich: In den 70igern lösten die „Bay City Rollers“ eine ähnliche Massen-Hysterie aus, in den 90igern waren es „Take That“ und die „Back Street Boys“.

Was liegt da näher, als die Gunst der Stunde zu nutzen, und mit der Popularität der vier Jungs aus Liverpool die Kinokassen zu füllen? Was übrigens auch gelang: Bei der Premiere des Streifens in London musste wegen des Ansturms auf das Kino der Piccadilly Circus vorübergehend gesperrt werden. Als Regisseur wurde der Amerikaner Richard Lester engagiert. Für ihn war es der erste Spielfilm. Vorher hatte er nur TV-Produktionen abgedreht. Doch den Beatles gefiel einer seiner Filme so gut, dass er engagiert wurde. Bei United Artists war man vorher skeptisch. Es wurde nur ein, auch für damalige Zeiten, lächerliches Budget von US-$ 580.000 genehmigt.

Das „Time Magazin“ zählt „A Hard Day’s Night“ zu den 100 besten Filmen. Die Leser des „Rolling Stone“ (Hallo Peter!) wählten ihn auf Platz 6 bei den besten, jemals gedrehten Rock’n Roll-Filmen. Was ist so außergewöhnlich an diesem Steifen? Es ist wohl die Kombination aus einer frechen, fast schon absurden Story mit Slapstick-Elementen. Dazu ein Soundtrack, der auch heute noch so ins Ohr geht, wie vor 50 Jahren. Außerdem leistete Richard Lester echte Pionierarbeit: Seine Regie, die schnellen Schnitte, die originellen Einfälle nahmen die Musikclips voraus, die erst in den 80iger Jahren mit MTV einer breiten Masse populär wurden.

Also, ich muss sagen: Ich habe mich bei „A Hard Days Night“ köstlich amüsiert. Die Story ist hanebüchen, was soll‘s? Der Film strotzt vor Vitalität und Lebensfreude, die Beatles baden in Selbstironie. Das Lebensgefühl der Swinging Sixties wird für eine knappe eineinhalb Stunden Realität.

In wie weit man die mit Rainer Brand, Wolfgang Gruner, Wolfgang Draeger und Horst Gentzen ins Deutsche synchronisierte Fassung dem englischen Original vorzieht, ist sicher Geschmackssache. Gehört haben sollte man m.E. beide. Da sie die Stimmung in England und Deutschland in dieser Zeit recht gut einfangen. Aus heutiger Sicht ziehe ich persönlich jedoch die englische Originalversion vor.

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Contra (Peter):
Was passiert, wenn vier pubertierende Bengel aus einer Industriestadt im Zug andere Reisende belästigen? Häufig werden sie den Zug verlassen müssen. Je nach Toleranzschwelle der Mitreisenden, werden sie sich eine blutige Nase holen. Es sei denn, es handelt sich um die „Fab Four“. Dann warten kreischende Mädchen an der nächsten Station. Regisseur Richard Lester nimmt uns mit auf die Reise des Quartetts aus Liverpool nach London. Anscheinend gibt es eine verlorene Version, die das „Time Magazine“ in die besten 100 Filme aller Zeiten wählte. Denn in der Neuauflage zum fünfzigjährigen Filmjubiläum ist nichts zu sehen, mit dem sich mir diese Adelung erschließt.

“Are you a Mod or a Rocker?”, fragt eine Journalistin Ringo Starr. Seine Antwort „I am a Mocker“ ist mehr als eine Zusammenziehung der beiden Attribute, sie ist schon wahr. „Verspötter“ trifft das Auftreten der pubertierenden Liverpooler recht präzise. Keine Frage, musikalisch sind sie. „Money can’t buy me love“, „She Loves You“ und natürlich das Titelstück sind Klassiker der Musikgeschichte, die auch in „A Hard Day’s Night“ zu hören sind. Ein Film, der den deutschen Zuschauern bei Erscheinen mit dem Titel „Yeah Yeah Yeah“ zugemutet wurde. Vielleicht wollte der Verleih die Erwartung gering halten. Die deutsche Synchronfassung verändert zudem den Sinn verschiedener Dialoge vollkommen. So spricht die Band für das deutsche Publikum über „Die Blechtrommel“ von Günter Grass…

„A Hard Day’s Night“ begleitet die Beatles durch 36 Stunden. Das passiert nicht ohne Selbstironie: Die Hysterie der Fans und der Starkult werden auf die Schippe genommen. So auch, wenn Pauls Opa zu „She loves you“ von unten auf die Bühne gefahren wird. Diese und die gute Filmtechnik mit klar konturierten, schön kontrastierenden Aufnahmen sind auf der Habenseite des Films. Wer der Produktion mehr abgewinnt, ist anscheinend ein flammender Beatles-Fan.

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Zu haben ist die 4k-restaurierte Fassung zum 50. Geburtstag des Films auf Blu-ray und DVD. Die Blu-ray überzeugt mit einer zum Original zusätzlichen 5.1-HD-Master-Audio Tonspur.

Die Bildqualität der Blu-ray ist schon fast als perfekt zu bezeichnen. Schwarz-weiß, klar. War das Original ja auch. Aber der Kontrast und die Schärfe sind auch bei Großprojektion hervorragend. Sämtliche Bildfehler, Kratzer, Staub o.ä. wurden sorgfältig retuschiert, das Filmkorn dankenswerter Weise belassen. So erstrahlt der 50 Jahre alte Film in nie gesehener Qualität im Heimkino, ohne seinen Charme zu verlieren.

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An Extras sind auf DVD und Blu-ray die Trailer in Deutsch und Englisch sowie einer Bildershow enthalten. Wem das zu wenig ist, der muss sich beeilen. In einer limitierten Auflage ist die „Special Edition“ erhältlich. Auf drei zusätzlichen DVDs gibt es da folgende zusätzliche Extras: Booklet mit Erinnerungen von Produzent George Martin und anderen, Dokumentation „You Can’t do“, Making of moderiert von Phil Collins (ca. 60 Minuten), Dokumentation „Things they said today“ mit Interviews der Beteiligten (ca. 38 Minuten), Featurette „In their own voices“ – Die Beatles über „A Hard Day’s Night“ (ca. 18 Minuten), Featurette „The Beatles: The Road to A Hard Day’s Night“ mit Beatles-Biograph Mark Lewisohn (ca. 28 Minuten), Featurette „Anatomy of a Style“ über Regisseur Richard Lester (ca. 17 Minuten), Featurette „Picturewise“ mit Regisseur Richard Lester (ca. 28 Minuten), Kurzfilm „The Running, Jumping & Standing Still“ von Regisseur Richard Lester (ca. 11 Minuten), Diverse Interviews (ca. 150 Minuten)

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Gewinnspiel
So, wir denken, es ist am Besten, Ihr macht Euch selbst ein Bild. Dafür verlosen wir zwei Blu-rays von „A Hard Days Night“ unter allen Teilnehmern dieses Gewinnspiels.

Folgende Frage gilt es zu beantworten: Nennt uns einen weiteren Musikfilm den wir in diesem Blog bisher vorgestellt haben.

Schickt einfach eine Mail mit der, hoffentlich richtigen, Antwort und Eurer Adresse an gewinnspiel@film-blog.tv.

Dazu habt ihr bis zum 15.08.2014 bis 24.00 Uhr Zeit. Gehen mehr als eine richtige Antworten ein, lassen wir das Los entscheiden. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie film-blog.tv dürfen nicht mitmachen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Koch Media GmbH präsentiert „A Hard Days Night“ auf Blu-ray Disc™ und DVD.
Das Rezensions- und die Verlosungsexemplare wurden von Koch Media GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

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Originaltitel: A Hard Day’s Night
Land / Jahr: UK/ 1964
Genre: Musikfilm
Darsteller: John Lennon: John; Paul McCartney: Paul; George Harrison: George; Ringo Starr: Ringo; Wilfrid Brambell: John McCartney, Pauls Großvater; Norman Rossington: Norm; John Junkin: Shake; Victor Spinetti: Fernsehregisseur; Anna Quayle: Millie; Deryck Guyler: Polizeiinspektor; Richard Vernon: Mann im Zug u.a.
Regie: Richard Lester
Drehbuch: Alun Owen
Produktion: Walter Shenson
Kamera: Gilbert Taylor
Schnitt: John Jympson
Musik: The Beatles und George Martin

Blu Ray-Disc ™
Laufzeit: ca. 88 Min. + Bonus
Bildformat: 16:9 – 1.77:1
Tonformat: DTS-HD 2.0, DTS-HD 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Bonus: Trailer in Deutsch und Englisch, Bildershow
FSK: 6