A Long Way Down: Und wenn sie nicht gesprungen sind, dann leben sie noch heute

Gewinnspiel_rotlongwaydown_coverVier Menschen treffen sich in der Silvesternacht zufällig auf dem Dach eines Londoner Hochhauses. Jeder mit dem Vorsatz, seinem Leben ein Ende zu setzen. Nachdem sie sich gegenseitig ihre Leidensgeschichten erzählt haben, schließen sie gemeinsam einen Pakt: Neuer Selbstmord-Termin soll der Valentinstag sein. Es bleiben sechs Wochen, die gemeinsam überlebt werden müssen …

Film-Blog.tv meint:
Martin, J.J., Maureen und Jess. Jeder der Drei hat seine ganz persönlichen Gründe, vom Dach des Topper’s Tower zu springen. Auch der Termin ist dafür „beliebt“. Silvesternacht. Aber so ganz sicher sind sich die vier dann doch nicht. Denn je mehr sie sich mit den Schicksalen ihrer zufälligen Suizidgenossen beschäftigen, um so weniger ausweglos erscheint jedem die eigene Situation. Sicher?
Pascal Chaumeil (Regie) und Jack Thorne (Drehbuch) haben auf der Basis von Nick Hornbys Roman eine sehenswerte Komödie gedreht, die zum Nachdenken anregt und Hoffnung macht.

Springen oder nicht springen, das ist hier die Frage. Vier lebensmüde Menschen treffen in der Silvesternacht auf dem Dach eines Londoner Hochhauses aufeinander – und damit vier Generationen, vier soziale Milieus und vier verschiedene Gründe für den Freitod: Der abgehalfterte Talkmaster und Ex-Womanizer mit Alkoholproblemen Martin Sharp, die Hausfrau Maureen, die durch die jahrelange Pflege ihres schwerbehinderten Sohnes an den Rand ihrer Kräfte gelangt ist, der erfolglose Rockmusiker J.J. und die liebeskranke, aufmüpfige Jess, die Jüngste von allen. Im Lauf der turbulenten Nacht erzählen sie sich ihre Lebens- und Leidensgeschichten und schließen einen Pakt. Vor dem Valentinstag wird keiner Selbstmord begehen. Es bleiben sechs Wochen, die gemeinsam überlebt werden müssen.

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Martin Sharp rasiert sich noch. Wie es sich für einen Gentleman gehört, mit Dachspinsel und Seife. Dann packt er die Klappleiter auf das Dach seines SUV und macht sich auf den Weg. Aus dem Off erzählt er seine Geschichte. Einst vom Erfolg verwöhnter und mit Publikumspreisen überhäufter Talkmaster. Eine Affäre mit einer Minderjährigen (Sie sah aus wie 25, war aber erst 15) bringt den Absturz: Verurteilung, Haftstrafe, Scheidung. Für einen Sonnyboy, der die Aufmerksamkeit des Publikums wie die Luft zum Atmen braucht, Grund genug, sich umzubringen. Und er meint es ernst: „Niemand schleppt eine Klappleiter über das Treppenhaus auf das Dach eines Hochhauses, wenn er nicht runterspringen will“.

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Wozu die Leiter? Das erfahren wir, als Jess auftaucht. Jung und hübsch. Tochter eines Ministers im Unterhaus. Sie wird mit der Trennung von ihrem Freund nicht fertig. Und dem Verlust ihrer älteren Schwester, die seit über einem Jahr spurlos verschollen ist. Tiefe Depression wechselt bei ihr schlagartig in die reine Lebensfreude. Eine Bandbreite an Gefühlen, die Imogen Poots meisterhaft darstellt. Ja, wozu jetzt die Leiter? Um potentielle Selbstmörder vom Sprung abzuhalten, hat das Hochhaus vor der „Absprungkante“ einen tiefen, breiten und mit Stacheldraht geschützten Graben.

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Die unsichere, schüchterne Maureen betritt die skurrile Szene. Wie wir später erfahren, pflegt sie mit äußerster Hingabe und völliger Selbstaufgabe ihren spastisch gelähmten Sohn. Sie ist mit den Nerven völlig runter, total erschöpft.

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Steht da nicht noch ein vierter Selbstmordkandidat? J.J., ein junger Rockmusiker. Er ist orientierungslos. Seine Lederjacke scheint das Einzige zu sein, das ihm noch Halt gibt und von der erbarmungslosen Umwelt beschützt. Ein trauriger Ritter von ernstafter Gestalt mit einer großen Sinnkrise.

Bei der anschließenden Diskussion, wer zuerst und in welcher Reihenfolge denn letztendlich gesprungen wird, verabschiedet sich die Leiter und fliegt vom Dach. Unverrichteter Dinge tritt das Quartett den Rückzug an. Ein paar Meter fahren sie noch mit Martin im Volvo, dann trennen sich die Wege erst Mal. Aber nicht für lange. Jess verschwindet in einer Disco und wird kurz darauf vom verbleibenden Trio gesucht. Und mit einer Überdosis Drogen gefunden. Martin bringt sie ins Krankenhaus, J.J. und Maureen begleiten ihn. Am nächsten Morgen schließen sie einen Pakt: Wir halten durch bis zum nächsten großen Suizidtermin: Valentinstag.

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Der Drogenabsturz von Jess – sie ist ja die Tochter eines Ministers – macht schnell in der Presse die Runde. Auch der Umstand, der dazu führte. Als „Die vier vom Hochhausdach“ werden sie schnell berühmt. Martin genießt die zurückgewonnene Popularität, vor allem die schüchterne Maureen ist schlicht und einfach total überfordert. Um dem PR-Rummel zu entgehen, macht unser Quartett Urlaub auf Teneriffa. Ob sie dort neuen Lebensmut tanken? Aus der Hotelbar hört man „I will survive“…

In seiner Leinwandadaption von Nick Hornbys Beststeller „A Long Way Down“ fängt Regisseur Pascal Chaumeil die Einsamkeit und Verzweiflung seiner Helden durch die unberechenbare Dynamik der Notgemeinschaft auf. Dabei entwickeln sich Tragik und Komik durch die Originalität der Charaktere. Mit ihnen findet man unerwartete Antworten auf die kleinen und großen Fragen des Lebens.

Die Blu-ray ist technisch auf aktuellem Stand. Das Bild, auch bei Großprojektion, scharf und Kontrastreich. Auch am Schwarzwert gibt’s nichts zu bekritteln. Da auch die deutsche Tonspur in DTS-HD 5.1 Master Audio vorliegt, kommt der Klang fein strukturiert, kraftvoll wo nötig und schön atmosphärisch aus den fünf Boxen des Soundsystems.

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Gewinnspiel
Folgende Frage gilt es zu beantworten: Nennt uns einen weiteren Roman von Nick Hornby! Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich

1 x Blu-ray „A Long Way Down“

Schickt einfach eine Mail mit der, hoffentlich richtigen, Antwort und Eurer Adresse an gewinnspiel@film-blog.tv

Dazu habt ihr bis zum 22.09.2014 bis 24.00 Uhr Zeit. Gehen mehr als eine richtige Antworten ein, lassen wir das Los entscheiden. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie film-blog.tv dürfen nicht mitmachen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

dcm Film Distribution GmbH präsentiert „A Long Way Down“ ab dem 05. September 2014 auf Blu-ray Disc™, DVD und seit dem 05. August 2014 als VoD.
Das Rezensions- und das Verlosungsexemplar wurden von dcm Film Distribution GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: A Long Way Down
Land / Jahr: GB, D / 2013
Originalsprache: Englisch
Genre: Komödie
Darsteller: Pierce Brosnan, Toni Collette, Imogen Poots, Aaron Paul, Rosamund Pike, Sam Neill, Tuppence Middleton, Joe Cole u.a.
Regie: Pascal Chaumeil
Drehbuch: Jack Thorne
Romanvorlage: Nick Hornby
Produktion: Amanda Posey, Finola Dwyer
Kamera: Ben Davis
Musik: Dario Marianelli
Schnitt: Barney Pilling, Chris Gill Ace

Blu-ray Disc
Laufzeit: ca. 96 Min. + 65 Min. Bonus
Bildformat: Full HD 16:9 (2,40:1)
Tonformat: DTS-HD 5.1 Master Audio
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Interviews mit Cast & Crew, zusätzliche Szenen, entfallene Szenen, Weltpremiere in Berlin
FSK: 6

Webseite zum Film: A Long Way Down