A Most Wanted Man: Marionetten

wanted_man_coverGewinnspiel_rotDer rätselhafte Flüchtling Issa Karpov, halb Russe, halb Tschetschene, taucht von Folter gezeichnet in Hamburg auf. Er ist auf der Suche nach dem illegal erworbenen Vermögen seines verstorbenen russischen Vaters. Als er Kontakt zur islamischen Gemeinde aufnimmt, läuten sowohl beim deutschen als auch beim US-Geheimdienst die Alarmglocken. Nichts an diesem jungen Mann passt zusammen: Ist er Opfer, Täter, Betrüger oder ein extremistischer Fanatiker? Verwickelt in seine Geschichte werden die idealistische Anwältin Annabel Richter, der undurchsichtige Banker Thomas Brue und der geniale Strippenzieher Günther Bachmann, Leiter einer halboffiziellen Spionageeinheit, der innerhalb der deutschen Nachrichtendienste seine eigenen Kämpfe führt. Außerdem behält die CIA-Agentin vor Ort Martha Sullivan die Entwicklungen im Auge. Während die Uhr tickt und der explosive Höhepunkt immer näher rückt, wird Issa Karpov zum meistgesuchten Mann der Welt…

Film-Blog.tv meint:
Es war die letzte Hauptrolle von Philip Seymour Hoffman, der kurz nach der Premiere verstarb. „A Most Wanted Man“ ist ein genialer Spionagethriller und alleine schon wegen Philip Seymour Hoffman sehenswert. Kettenrauchend, dem Whisky zugeneigt, eine gebrochene Person. Vom Glitzerleben eines James Bond ist dieser Agent um Welten entfernt. Aber er ist in jeder Sekunde authentisch, erdig, direkt und echt. Das gilt für den ganzen Plot. Unterstützt von einem fiebrig treibenden Soundtrack – Herbert Grönemeyer, der Komponist hat sogar eine kleine Nebenrolle – zieht sich die Schlinge bis zum überraschenden Twist am Ende immer enger zu.

Sie alle befinden sich in einem Netz aus Intrigen, das ein Jahrzehnt nach den Anschlägen des 11. September noch von deren Folgen geprägt ist. Jeder von ihnen glaubt, die Fäden in der Hand zu halten. Aber vermutlich sind sie am Ende alle nur „Marionetten“…

Als in Hamburg die Terroranschläge vom 11. September 2001 von Mohammed Atta und seiner Terrorzelle mit vorbereitet wurden, versagten die Geheimdienste. Das wirkt auch ein Jahrzehnt später noch nach. Zu groß ist die Furcht, dass so etwas noch einmal passieren könnte.

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Im Hamburger Hafen geht ein Mann an Land, das Gesicht unter einer Kapuze verborgen. Später sieht man ihn ein Gebet verrichten und im Gespräch mit einem Mann, der als ‚Admiral‘ bekannt ist. Von Anfang an werden sämtliche Bewegungen des Mannes von Überwachungskameras aufgezeichnet. Der kleine Trupp von deutschen Geheimdienstlern, der unter der Leitung des erfahrenen Günther Bachmann im Verborgenen agiert, hat bald die Identität des Fremden gelüftet: Issa Karpov ist der Sohn einer tschetschenischen Mutter und eines russischen Vaters. Als die Sowjetunion zerfiel, machte dieser Geschäfte mit der russischen Mafia, die ihm ein Vermögen einbrachten. Dies liegt nun in einem Hamburger Bankhaus.

Karpov kommt bei Leyla und deren Sohn Melik unter. Er hatte die Türkin auf der Straße angesprochen. Über die junge Menschenrechtsanwältin Annabel Richter, die sich mit eigenen Augen davon überzeugen kann, dass Karpov in russischen und später in türkischen Gefängnissen schwerste Folterungen erlitten hat, nimmt er Kontakt zu dem britischen Bankier Thomas Brue auf, dessen Vater damals das Geld von Karpovs Vater in Verwahrung nahm. Nachdem Brue sichergestellt hat, dass Karpov das korrekte Passwort kennt und sich im Besitz eines bestimmten Schlüssels befindet, ist er bereit, das Geld auszuzahlen.

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Die enorme Summe, um die es sich dabei handelt, und die Ungewissheit, ob das Geld nicht möglicherweise terroristischen Aktivitäten zufließen könnte, sorgen bei den Geheimdiensten für entsprechende Unruhe. Günther Bachmann spricht wiederholt mit Dieter Mohr, dem Hamburger Leiter des deutschen Geheimdienstes, ebenso wie mit Martha Sullivan, einer hochrangigen Mitarbeiterin des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA in Deutschland. Gegenseitiges Misstrauen kennzeichnet die Gespräche, bei denen deutlich wird, dass Bachmann vor Jahren eine schwere berufliche Niederlage erlitten hat, als in Beirut seine Mitarbeiter enttarnt wurden. Dem Bürokraten Mohr ist die unkonventionelle Arbeitsweise Bachmanns ein Dorn im Auge und würde diesem nicht der Schutz seines Freundes Michael Axelrod, Leiter des deutschen Auslandsgeheimdienstes in Berlin, zuteilwerden, hätte er ihn längst kaltgestellt.

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Während Mohr und Sullivan für ein schnelles Eingreifen plädieren, zumal Karpov von Interpol als militanter Dschihadist eingestuft wird, setzt sich Bachmann dafür ein, Karpov erst einmal weiter zu überwachen, bis klar ist, was er eigentlich will. Dafür hat er mittlerweile mit einigem Druck sowohl Annabel Richter als auch Brue zur Kooperation genötigt. Im Fall der Anwältin konnte er sich dabei vor allem auf die Hilfe seiner Mitarbeiterin Erna Frey verlassen. Richter und Brue werden für ihre Gespräche mit Karpov verwanzt, die Räume, in denen diese Gespräche stattfinden, von Bachmanns Mitarbeitern mit Überwachungskameras ausgestattet. Dadurch erfahren alle die tragische Familiengeschichte Karpovs, die Grund dafür ist, warum der junge Issa das schmutzige Geld seines Vaters jetzt humanitären Zwecken zugutekommen lassen will, u.a. einer Schule in Tschetschenien.

Nervosität macht sich bei den Geheimdiensten breit als bekannt wird, dass Karpov das Geld an Dr. Faisal Abdullah übergeben will, einem gemäßigten islamischen Gelehrten und Familienvater, der für seine wohltätigen Aktivitäten bekannt ist. Möglicherweise nur eine Tarnung, um Geld an militante Gruppen weiterzuleiten? Diese Frage stellen sich die Geheimdienste seit Längerem.

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Brue unterbreitet Abdullah das Angebot seines Mandanten Karpov. Die Liste von humanitären Institutionen, denen Faisal das Geld zukommen lassen will, wird von den Geheimdiensten sofort überprüft und bei einem anberaumten Gipfeltreffen in Berlin, bei dem neben Bachmann, Mohr, Sullivan und Axelrod auch der deutsche Innenminister Erhard Burgdorf anwesend ist, von Martha Sullivan als unbedenklich eingestuft. Deswegen wird Bachmann zugesichert, er könne mit seiner Operation wie geplant fortfahren.

Als die Transaktion zwischen Karpov und Abdullah dann jedoch in den Räumen der Bank stattfindet, überschlagen sich die anschließenden Ereignisse…

Darf man da überhaupt Kritik am Film üben? Warum nicht? Um es kurz zu machen: Wenn’s was zu meckern gibt, ist das kurioserweise die Besetzung einiger Rollen: Rainer Bock gibt als „Dieter Mohr“ den intriganten Fiesling. Das ist ihm, wörtlich, ins Gesicht geschrieben. Und dass Willem Dafoe mit diesem Pokerface mal einen seriösen Banker „Tommy Brue“ spielen wird, hat er wohl selbst in seinen kühnsten Träumen nicht erwartet. Dass „Issa Karpov“ eher Opfer als Täter ist, wird dem Betrachter nach dessen Rasur schlagartig visualisiert.

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Gewinnspiel
Folgende Fragen gilt es zu beantworten:
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Dazu habt ihr bis zum 31.03.2015 bis 24.00 Uhr Zeit. Gehen mehr als eine richtige Antworten ein, lassen wir das Los entscheiden. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie film-blog.tv dürfen nicht mitmachen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Senator Home Entertainment GmbH präsentiert „A Most Wanted Man“ ab dem 27. Februar 2015 auf Blu-ray Disc™, DVD und als VoD.
Das Rezensions- und das Verlosungsexemplar wurden von Senator Home Entertainment GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: A Most Wanted Man
Land / Jahr: Großbritannien, Deutschland / 2014
Genre: Drama, Thriller
Darsteller: Philip Seymour Hoffman: Günther Bachmann, Rachel McAdams: Annabel Richter, Willem Dafoe: Tommy Brue, Daniel Brühl: Max, Nina Hoss: Erna Frey, Robin Wright: Martha Sullivan, Grigoriy Dobrygin: Issa Karpov, Derya Alabora: Leyla, Herbert Grönemeyer: Michael Axelrod, Martin Wuttke: Erhardt, Kostja Ullmann: Rasheed, Homayoun Ershadi: Dr. Faisal Abdullah, Mehdi Dehbi: Jamal Abdullah, Vicky Krieps: Niki, Rainer Bock: Dieter Mohr, Franz Hartwig: Karl u. a.
Regie: Anton Corbijn
Drehbuch: Andrew Bovell
Romanvorlage: „Marionetten“ von John le Carré
Produktion: Andrea Calderwood, Simon Cornwell, Stephen Cornwell, Gail Egan
Kamera: Benoît Delhomme
Musik: Herbert Grönemeyer
Schnitt: Claire Simpson

Blu-ray Disc
Laufzeit Kinofassung: ca. 122 min Min. + Bonus
Bildformat: Full HD 16:9 (2,35:1)
Tonformat: DTS-HD 5.1 Master Audio
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Extras: Making-of, Featurette: Spy Master – John le Carré in Hamburg, Trailershow, Wendecover
FSK: 12

Webseite zum Film: A Most Wanted Man