All is lost: Der alte Mann und das Meer

all-is-lost_cover Mitten auf dem indischen Ozean wird ein Mann (Robert Redford) jäh aus dem Schlaf gerissen. Seine zwölf Meter lange Segelyacht hat einen im offenen Meer treibenden Schiffscontainer gerammt. Sein Navigations-Equipment und sein Funkgerät versagen in der Folge den Dienst und er treibt mitten in einen gewaltigen Sturm hinein. In letzter Minute gelingt es dem Mann, das Leck in seinem Boot notdürftig zu flicken. Er überlebt den Sturm dank seiner seemännischen Intuition und Erfahrung mit knapper Not. Praktisch manövrierunfähig treibt der Mann auf offener See. Seine letzte Hoffnung ist es, von der Strömung in eine der großen Schifffahrtsstrecken getrieben zu werden. Unter der unerbittlich sengenden Sonne, sieht sich der sonst so selbstbewusste und erfahrene Segler mit seiner eigenen Sterblichkeit konfrontiert und kämpft einen verzweifelten Kampf ums Überleben.

Film-Blog.tv meint:
Kann ein Film funktionieren, dessen Drehbuch ganze 30 Seiten umfasst? Mit einem einzigen Schauspieler? Der, abgesehen von einem kurzen Brief an die Nachwelt zu Anfang und einem langgezogenem „Fuuuuuuuuuuuuuuuck“ kein einziges Wort spricht? Um es kurz zu machen: Es kann nicht nur funktionieren. Es funktioniert. Wenn dieser einzige Schauspieler Robert Redford heißt.


© SquareOne/Universum

13. Juli, 16.50 Uhr
Es tut mir leid.

Ich weiß, das spielt jetzt keine Rolle mehr. Aber ich meine, ich habe wirklich alles versucht. Ich glaube, ihr würdet mir alle zustimmen, dass ich es versucht habe…ehrlich zu sein…und…stark zu sein.

Gütig zu sein… und zu lieben. Also das Richtige zu tun. Aber das hab ich nicht.

Und ich weiß auch, das war euch klar.
Jedem auf seine Art.
Und es tut mir ehrlich leid.

Alles ist verloren. Außer Seele und Körper…oder was davon noch übrig ist. Und eine halbe Tagesration.

Es ist eigentlich unverzeihlich, das weiß ich jetzt. Ich habe keine Ahnung, warum es so lange gedauert hat, das zuzugeben. Aber so war’s nun mal.

Ich habe bis zum Ende gekämpft…ich bin nicht sicher, ob das einen Sinn hatte…aber ich weiß, dass ich es getan habe.

Ich habe mir immer mehr für Euch alle gewünscht. Ihr werdet mir fehlen.

Es tut mir leid.

Nach diesem Brief, der zu Beginn von „All is Lost“ aus dem Off vorgelesen wird, können Sie ganz beruhigt auf den O-Ton umschalten. Denn das nächste Wort ist mindestens so weit, wie das Meer, auf dem die „Virginia Jean“ treibt.

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Rückblende: Vor acht Tagen rammte ein im Meer treibender Container die Segelyacht. Durch ein großes Loch in der Rumpfseitenwand dringt Wasser ins Boot. Und legt die komplette Elektronik lahm. Kein Laptop, keine GPS-Navigation und vor allem: Kein Funkgerät funktioniert mehr. Dafür treiben hunderte Turnschuhe im Wasser …

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Dem Skipper, dessen Namen wir nie erfahren – er wird im Abspann nur mit „Our Man“ bezeichnet – gelingt es, das Loch im Rumpf notdürftig zu flicken und das Wasser abzupumpen. Er setzt die Reise fort. Kurzfristig meldet sich sogar das Funkgerät noch einmal. Aber es gelingt ihm nicht, einen Notruf abzusetzen. Beim anschließenden Reparaturversuch der Funkantenne an der Mastspitze sieht er das Aufziehen eines Unwetters. Er schafft es grade noch, das Boot sturmfest zu machen, was aber leider nicht ausreicht. Die Yacht kentert und wird dabei so schwer beschädigt, dass sie sinkt.

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Es gelingt dem Segler noch, ein Rettungsfloß auszubringen und sich darin für’s erste zu retten. Mit Sixtant und Seekarten ermittelt er seine Position und erkennt, dass er auf eine viel befahrene Schifffahrtsroute zutreibt. Ob es eine Rettung gibt….

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106 Minuten dauert „All is lost“. Dabei fällt kaum ein Wort. Dennoch: Mir wurde es keine Sekunde langweilig. Der Kampf des einsamen Skippers ums nackte Überleben wird von Redford, der übrigens 90 Prozent der Stunts im Film selbst absolviert hat, einzigartig gespielt. Der zum Zeitpunkt der Drehabreiten 75-jährige Schauspieler liefert auch ohne Text eine sensationelle Leistung ab. Seine Mimik, Gestik, Präsenz sind es, die den Film zu einem bemerkenswerten Kammerspiel auf See machen.

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Auch Peter Zuccarini, wohl einer der besten Unterwasserkameramänner der Welt, zeigt sein Können in eindrucksvollen Aufnahmen. Der Ton wurde für’s Kino in Dolby SRD aufgezeichnet, das 5.1-System zu Hause ist die ganze Zeit gut beschäftigt und vermittelt viel Atmosphäre.

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Universum Film GmbH präsentiert „All is lost“ auf Blu-ray Disc™, DVD und VOD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Universum Film GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

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Originaltitel: All is lost
Land / Jahr: USA / 2013
Genre: Thriller, Drama
Darsteller: „Unser Mann“ – Robert Redford
Stunts und Stunt-Koordinator: Mark Norby
Regie: J. C. Chandor
Drehbuch: J. C. Chandor
Produzenten: Neal Dodson, Anna Gerb, Teddy Schwarzman, Justin Nappi
Ausführende Produzenten: Glen Basner, Ron Barnum, Joshua Blum, Cassian Elwes, Corey Moosa, Zachary Quinto, Laura Rister, Kevin Turen
Kamera: Frank G. DeMarco
Unterwasserkamera: Peter Zuccarini
Produktionsdesign: John P. Goldsmith
Musik: Alex Ebert
Kostüme: Van Broughton Ramsey
Kinopremiere (in Deutschland): 09. Januar 2014

Blu-ray Disc
Laufzeit: ca. 106 Min. + 98 Min. Bonus
Bildformat: Full HD 16:9 (2,40:1)
Tonformat: DTS-HD 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Extras: Featurettes, Interviews mit Cast & Crew, B-Roll, Trailer
FSK: 12

Webseite zum Film: All is lost