Attila – Der Hunne: Intrigante Römer und gewaltbereite Steppenkrieger

Gewinnspiel_rotAttila_Cover_BDDas vierte Jahrhundert nach Christus: Die einstige Weltmacht Rom beginnt, Opfer der eigenen Hybris und Dekadenz zu werden, während sich an den Rändern ihres kaum mehr kontrollierbaren Reiches Völker erheben, um das Machtvakuum zu füllen. Vor allem Hunnenkönig Attila sieht mit seinem Nomadenstamm die Chance, Rom empfindlich zu treffen. Als sich General Flavius Aetius den geforderten Schutztributen widersetzt, kommt es zur epischen Auseinandersetzung. Und zu einer Schlacht, wie sie die antike Metropole noch nie zuvor erlebt hat.

Film-Blog.tv meint:
„Attila“ erreicht bei einem ähnlichen Grundthema nicht die Vehemenz, Authentizität und atmosphärische Dichte des filmischen Meilensteins „Braveheart“. Wer ohne eine solche Erwartung an die 2001er Produktion geht, wird mit einer durchaus kurzweiligen Handlung belohnt. Autor Robert Cochran vereint in der ursprünglich als Miniserie gezeigten Handlung Elemente von Schlachtenepen, unverbindlich erzählter Historie, Fantasie, Mystik und ein wenig Soapopera mit Liebsbeziehungen, Intrigen und immer wieder Giftmorden, versuchten wie erfolgreichen. Die Verküpfung dünner historischer Fakten mit einem fiktiv ausgeschmückten Handlungsfaden weiß hier über die gesamte Länge von fast drei Stunden spannend zu unterhalten. Man merkt, dass sich die Produktion ursprünglich als TV-Serie behaupten musste, die ihre Zuschauer konstant bei der Stange halten muss um sie nicht zu verlieren.

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt.

Ein rohes Kriegervolk, wild und ohne Gnade lebt in der Steppe: die Hunnen. Sie warten auf den prophezeiten Anführer, der sie einen und zur Macht führen soll. Als dieser stellt sich Attila heraus. Sein Ziel ist die Eroberung des römischen Reichs, geteilt, und mit Spuren von Dekadenz. Der weströmische Kaiser Valentinian ist das Gegenstück des titelgebenden wilden Kriegers. Er ist dem entschlossenen Hunnenführer nicht gewachsen. Seine Mutter erkennt Valentinians Schwäche und setzt den Feldherren Aetius ein, um Attila entgegenzutreten.

Attila(1)

Der historische Attila ging mehrfach in die Literatur ein; neben verschiedenen Sagas um diesen Heerführer stand er Pate für die Person des Etzel im Nibelungenlied. Hier darf der von Gerard Butler verkörperte Attila einfach Attila sein.

Schon der kleine Junge Attila spricht vom Töten: falls sich der benachbarte Landeigentümer über Wilderei beschwert, will er den Mann einfach umbringen. Sein Vater sieht das anders; die Hunnen sollen sich nicht gegenseitig bekämpfen, sondern sich vereinen und das Land im Westen erobern. Gemeint ist das römische Reich.

Attila(2)

Kurz danach überfällt der Landeigner Attilas Familie, um sich für die Wilderei zu rächen. Der Junge will kämpfen, doch seine Mutter versteckt ihn. Seine Eltern kommen um ihr Leben. Um in der Steppe zu überleben, trinkt er das Blut seines Pferdes. Sein Onkel findet den einsamen Jungen und nimmt ihn auf. Die Kräuterhexe Galen sagt dem Waisen eine große Zukunft voraus: er sei der kommende Hunnenkönig.

Die Hunnen führen grausame Kämpfe untereinander. Unterlegene Soldaten werden getötet, die Frauen versklavt. Kleinkinder werden zurückgelassen. Eine andere Gesellschaft findet sich in Rom: der weströmische Kaiser Valentinian ist das Gegenstück zum Hunnen Attila. Als er unbeholfen seinen Bogen spannt, erschießt er versehentlich einen Diener. Der junge Herrscher ist infantil und schwach.

Attila(3)

Die Mutter des Kaisers setzt den verurteilten Hochverräter Aetius als Heerführer sein. Sie erkennt die Gefahr, die von den wilden Kriegern aus der Steppe ausgeht und braucht den Strategen als Feldherren gegen die Hunnen.

Der neu installierte Oberbefehlshaber des weströmischen Heeres sucht Attila auf. Durch eine Täuschung will er den Hunnenführer auf seine Seite ziehen und bietet ein Bündnis gegen die Ostgoten an. Attila durchschaut die List, doch er verhilft dem Römer zum Sieg über die Ostgoten. In Rom lernt Attila die Errungenschaften der Zivilisation kennen. Die Schwester des Kaisers verführt den Krieger.

Als er die Nachricht erhält, dass ein Giftanschlag auf den Hunnenkönig verübt wurde, eilt er zurück. Als sein Widersacher Breda zum Nachfolger gekrönt werden soll, fordert er ihn zum Zweikampf heraus und siegt. Er findet ein goldenes Schwert. Er weiß: dies ist das Zeichen, für den König der Hunnen.

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Attila erfüllt die Prophezeiung, in dem er die Hunnenstäme in einem kriegerischen Zug vereint. Er zieht gegen Rom, erobert 30 gallische Städte und mit Orleans die letzte Bastion vor Rom. Aetius muss sich mit dem ihm verhassten Ostgotenkönig Theoderich verbünden. Es kommt zur entscheidenden Konfrontation, bei der die Zukunft des römischen Reichs auf dem Spiel steht…

Die Kräuterhexe Galen am Rand zum Wahn, der fanatische Krieger Attila, der debile Kaiser Valentinian: der Historienfilm neigt dazu, seine Charaktere zu überzeichnen. Diese Anlage nimmt dem Film etwas der Seriösität, die er gerne vermitteln möchte.

Dennoch unterhält der fast dreistündige Monumentalfilm prima. Die komplizierten viersprachige Dreharbeiten, unterstützt von 500 litauischen Soldaten und berittener Polizei als Statisten, haben sich durchaus gelohnt.

Der Aufbau und die Anlage des Films lassen einen Vergleich mit dem Blockbuster Braveheart zu. In beiden Produktionen steht eine historische Figur im Zentrum, die wenigen geschichtlichen Überlieferungen werden ausgeschmückt. Es geht in beiden Produktionen rebellisch gegen übermächtige Staaten. Die Präsenz, die Mel Gibson seinem William Wallace verleiht, erreicht „Attila“ nicht. Seine Feldherrenansprache vor der Schlacht verfehlt bei weitem die von Gibson inszenierte Wirkung und Dramatik. Auch die Entwicklung vom einfachen Mann zum Feldherrn, der an den Grundfesten einer Weltmacht rüttelt, zeichnet „Attila“ weit weniger mitreißend und mit einem deutlich flacheren Spannungsbogen.

Das macht „Attila“ nicht zu einem schlechten Film. Man sollte sich dieses Unterschieds einfach bewusst sein und sich auf die 2001er Produktion als das einlassen was sie ist – und was sie nicht ist.

Regisseur Dick Lowry zeichnet einen aufwendig inszenierten Historienfilm, der den Spannungsbogen über die dreistündige Laufzeit hält. Man nimmt den Schauspielern ihre Rollen ab, insbesondere Powers Boothe als Feldherr Flavius Aetius überzeugt. Die Aufnahmen vermitteln eine passende Atmosphäre und setzen ein sepiaähnliches Farbbklima ein, das der Steppe und den historischen Steppenkriegern gut bekommt. „Attila“ zeigt für sein Produktionsjahr ein klares Bild und zeichnet die Szenen stimmungsvoll. Der Regisseur streut hier und da malerische Landschaftsaufnahmen und Sonnenuntergänge ein.

Der Sound ist hörenswert, Dialoge und Kulisse sind stimmig. Dies gilt für die englischsprachige Originalversion ebenso wie für die deutsche Synchronisation.

Attila(4)

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Koch Media GmbH präsentiert „Attila – Der Hunne“ auf BluRay-Disc™.
Das Rezensionsexemplar und die Verlosungsexemplare wurde von Koch Media GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Attila
Land / Jahr: USA / 2001
Genre: Historienfilm
Darsteller: Gerard Butler: Attila; Powers Boothe: Flavius Aetius; Simmone Mackinnon: N’Kara / Ildico; Reg Rogers: Valentinian; Alice Krige: Placidia; Pauline Lynch: Galen; Steven Berkoff: Rua; Andrew Pleavin: Orestes; Tommy Flanagan: Bleda; Kirsty Mitchell: Honoria u.a.
Regie: Dick Lowry
Drehbuch: Robert Cochran
Produktion: Paul Lichtman, Robertas Urbonas
Kamera: Steven Fierberg
Schnitt: Tod Feuerman
Musik: Nick Glennie-Smith

BluRay-Disc™
Laufzeit: ca. 177 Min. + Bonus
Bildformat: 16:9 – 1.85:1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bonus: Trailer, Making of, Bildergalerie
FSK: 12