Besser als Nix: Das Leben ist ein Arschloch

Gewinnspiel_rotbesseralsnix_coverWährend sein bester Kumpel Mike an Autos schraubt und mit seiner Freundin Maren nichts anbrennen lässt, hat Tom eine etwas außergewöhnlichere Beschäftigung: Er verkauft Särge und „Urnen des Monats“ an Trauernde, deren Liebsten gerade das Zeitliche gesegnet haben. „Bestattungsfachkraft“ hatte ihm die freundliche Dame von der Berufsberatung ans Herz gelegt, und genau deswegen steht er jetzt im Bestattungsinstitut „Heimkehr“ und muss sich an seine nicht ganz alltäglichen Kollegen gewöhnen. An Olga mit ihrem charmant ukrainischen Akzent, die das Leben und den Tod so beneidenswert einfach nimmt. An Hans, dem sein siebter Sinn schon vor dem offiziellen Anruf sagt, wohin er mit seinem Leichenwagen als nächstes fahren muss. Und an seinen Chef Herrn Hiller, der sich durch Tom und seine im Altenheim lebende Oma Wally ganz neue Kundenkreise erschließt. Toms Vater Carsten würde ihn lieber als Metzger sehen, dafür findet Sarah seinen neuen Job umso besser. Und auch wenn Tom selbst seiner Berufswahl anfangs skeptisch gegenüber stand: Für ihn läuft es langsam aber sicher richtig rund. Dann aber wird er auch privat mit dem Tod konfrontiert – und das Leben muss beweisen, dass es stärker ist…

Film-Blog.tv meint:
Wer „Besser als nix“ nach dem Trailer in die Schublade „Komödie, schwarz“ einsortiert, liegt sicher nicht ganz falsch. Aber eben auch nicht vollständig richtig. Denn auch die dramatischen Momente kommen nicht zu kurz. So bleibt letztendlich ein etwas fader Beigeschmack. Denn so manche tragikomisch gemeinte Szene wirkt im Nachgang eher peinlich inszeniert. Ute Wieland muss sich bei ihren Darstellern bedanken, die mit viel Präsenz, Spielfreude und Können das Ganze immer wieder auffangen und zurück in die Spur bringen.

Tom ist 19, ein Gothic und wohnt in einem Kaff, in dem andere nicht einmal begraben sein wollen. Außerdem fühlt er sich „von Idioten umzingelt“. Er weiß nicht, wo sein Platz im Leben ist. Sein Platz ist jedenfalls nicht in der Freundesclique, und auch nicht bei seinem besten Freund Mike, der neuerdings nur noch von Autos, Fußball und seiner Freundin Maren redet. Tom fühlt sich nirgendwo zugehörig, weder in seinem Dorf noch in der Schule – die er gerade ohne Abschluss beendet, und auch nicht in der örtlichen Fußballmannschaft SV Grieben, die sein Vater Carsten trainiert.

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Vater Carsten interessiert sich auf den ersten Blick nur für das runde Leder und Alkohol. Als Trainer der Mannschaft verdonnert er Tom schnell mal zu fünf Stadionrunden, wenn dieser wieder einmal zu spät zum Training erscheint. Vor allen Leuten. Wie peinlich. Kein Wunder, dass sich Tom von Carsten unverstanden fühlt. Mit ihm lebt er allein, seit die Mutter gestorben ist. Jetzt hat Tom in der Schule verkackt und keine Ahnung, was er beruflich machen soll. Da hat Papa eine „tolle“ Idee: „Ich rede mal mit Hardy, kannst in der Schlachterei anfangen“ – „Papa! Ich bin Vegetarier!“ – „Na und?“

In der Clique macht man sich ebenfalls Gedanken wie es nach der Schule weitergehen wird. Schließlich steht morgen der Besuch bei einer Berufsberaterin an. Man ist sich einig, dass die eh nur für die da ist, die gar keinen Plan haben, also auch für Tom. Wenn Tom dann abends nach Hause kommt und seinen betrunkenen Vater schlafend vor dem Fernseher vorfindet, fehlt ihm seine Mutter nur umso mehr. Mit ihrer E-Gitarre, mit ihrer wilden Mähne.

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Sie war Freiheit pur. Aber sie ist weg. Für immer. Da taucht die angehende Lehrerin Sarah bei der Berufsberatung auf. Sie ist anders. Genau wie Tom. Die beiden verstehen sich auf Anhieb. Und Sarah macht Tom und den anderen Mut. Sie ist sich sicher, dass man für jeden einzelnen von ihnen etwas Geeignetes finden wird. Motiviert verteilt sie Fragebögen für die Berufsberatung in der Agentur für Arbeit und bittet darum diese sehr gewissenhaft mit den eigenen Stärken und Schwächen auszufüllen. Mit scherzhaftem Ton, aber ernsthafter Miene schiebt sie noch hinterher, dass denjenigen, die die Fragebögen nicht ausfüllen, immer noch ein Platz in der Schlange der Hartz IV-Empfänger bleibt.

Tom würde gerne etwas mit den Händen machen, etwas Richtiges bauen. Im Büro sitzen, aber auch draußen sein. Und sich mit Menschen abgeben, die nicht so viel reden. Und etwas tun, was für Menschen wichtig ist. Und eine Perspektive sollte der Arbeitsplatz auch haben. Tatsächlich hat man bei der Berufsberatung „genau das Richtige“ für ihn: Eine Lehre als Bestattungsfachkraft. Tom ist entsetzt. Mit Leichen rummachen? Das soll seine Zukunft sein? Um Dampf abzulassen nimmt er die E-Gitarre aus dem Zimmer seiner toten Mutter und lässt es so richtig krachen. Doch als Vater Carsten Heim kommt, reißt er die E-Gitarre aus den Händen seines Sohnes, legt diese zurück ins Zimmer seiner Frau und macht ihm gleich mal deutlich, dass er nicht möchte, dass sein Sohn das Zimmer betritt und er sowieso auch nicht gewillt ist, seinen Sohn weiter durchzufüttern. Klar, das Arbeitslosengeld geht ja für den Alkoholkonsum drauf…

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Kurz darauf besucht Tom seine Oma Wally im Altersheim. Sie findet die Idee mit dem Beerdigungsinstitut gar nicht mal so übel und ermutigt ihn mit sanftem Zwang: „Ist doch toll, dann kannst du uns alle hier im Heim stilvoll unter die Erde bringen.“ Das sind ja mal rosige Aussichten. Oma bleibt jedenfalls dabei. Ihr gefällt der Beruf: „Bestatter, das klingt irgendwie so exotisch.“ Und tatsächlich bringt sie ihren Enkel dazu, sich um die Lehrstelle zu bemühen.

So findet sich Tom wenig später als Lehrling in dem Bestattungsinstitut „Heimkehr“ unter den Augen des skeptischen, aber durchaus auch wohlwollenden Unternehmers Hiller Jr. wieder. Er taucht ein in eine skurrile Welt der Leichen, Urnen und Särge, packt „Koffer für die letzte Reise“ und muss sich mit Schmerz und Tod hautnah, komisch und alltäglich auseinandersetzen. Er lernt die Kollegin Olga kennen, die die Trauernden mit ihrem bezaubernden ukrainischen Akzent betreut. Olga hat Aids, aber hier kann sie ja niemanden mehr anstecken, sind schon alle tot, hat Herr Hiller gesagt und ihr den Job gegeben. Kollege Hans, leidenschaftlicher Rockabilly, hört gerne „Love Me Tender“, während er die Toten mit großer Zärtlichkeit wäscht und mit viel Sorgfalt für die ewige Ruhe vorbereitet. Tom ist geschockt – aber was soll‘s: Besser als nix!

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Die Begegnung mit dem Tod führt Tom ins pralle Leben. Ihm wird bewusst, dass er seinen Platz eigentlich doch schon gefunden hat, im Kreise seiner Familie und seiner Freunde, die ihm wichtig sind, wichtiger als er zuerst dachte. Und dann ist da ja auch noch Sarah, die ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen will…

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Gewinnspiel
Folgende Fragen gilt es zu beantworten:
1.) Nennt uns einen Film, der Euch besonders gut gefällt, in dem Wotan Wilke Möhring mitspielt! Schön wäre eine kurze Begründung, warum Euch ausgerechnet dieser Film so gut gefällt.
2.) Wie habt Ihr zu www.film-blog.tv gefunden?
Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich

1 x DVD „Besser las Nix“

Schickt einfach eine Mail mit der, hoffentlich richtigen, Antwort und Eurer Adresse an gewinnspiel(at)film-blog.tv

Dazu habt ihr bis zum 31.03.2015 bis 24.00 Uhr Zeit. Gehen mehr als eine richtige Antworten ein, lassen wir das Los entscheiden. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie film-blog.tv dürfen nicht mitmachen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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NFP marketing & distribution GmbH präsentiert „Besser als Nix“ ab 05. März 2015 auf DVD und als VoD.
Das Rezensions- und das Gewinnspielexemplar wurden von NFP marketing & distribution GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Besser als Nix
Produktionsland / -jahr: Deutschland / 2014
Genre: Komödie, Drama
Darsteller: François Goeske: Tom Rasmus, Wotan Wilke Möhring: Carsten Rasmus, Anna Fischer: Sarah Gerster, Nicolette Krebitz: Olga Petrowa, Martin Brambach: Herr Hiller jr., Clemens Schick: Hans, Jannis Niewöhner: Mike Bender, Emilia Schüle: Maren, Erika Marozsán: Sofia Rasmus, Hannelore Elsner: Wally u.v.a.
Regie: Ute Wieland
Drehbuch: Ruth Toma
Romanvorlage: Nina Pourlak
Produktion: Alexander und Stefan Thies
Kamera: Peter Przybylski
Schnitt: Tobias Haas, Heike Parplies
Musik: Oliver Bieler
FSK: 12

DVD
Laufzeit: ca. 92 Min. zzgl. Bonus
Bildformat: 16:9 (1,77:1) / 1080p/25
Tonformat: DVD Dolby Digital 5.1
Sprache(n): Deutsch, Audiodeskription für Sehgeschädigte
Untertitel: Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte
Extras: Interviews mit François Goeske und Anna Fischer, Deleted Scenes (ca. 7-8 Szenen), Outtakes

Offizielle Website zum Film: Besser als Nix