Bros Before Hos: Die filmischen Kinder der Flodders driften

Gewinnspiel_rotbbh_coverFeiern, fernsehen und das andere Verb mit „f“ (Nein, das, woran du jetzt denkst, schreibt sich mit „v“. Und was ein Verb ist? Das ist ein „Tuwort“.): Die ungleichen Adoptivbrüder Max und Jules…
… lassen in ihrem Junggesellenleben so richtig die Sau raus, denn sie haben sich eines geschworen: BROs BEFORE HOs! – Beziehungshölle, nein danke! Diesen Pakt hatten die beiden als 10-jährige an dem Tag geschlossen, als ihre Mutter auf Nimmerwiedersehen die Familie verließ. Während der gemütliche Kiffer Max in der Videothek unter seiner Bude eine ruhige Kugel schiebt, schiebt Schürzenjäger Jules am liebsten Nummern mit den blutjungen Praktikantinnen, die in seinem Supermarkt jobben. Bis Anna in der Videothek auftaucht und Max gehörig den Kopf verdreht. Dumm nur, dass Jules die heiße Braut bereits klar gemacht hat und nicht nur das: Er will mit der Schönheit zusammenziehen! Ein klarer Bruch des brüderlichen Paktes, keine „Drecksnutte“ in ihr Leben zu lassen!

Film-Blog.tv meint:
„Die Flodders“ bewiesen in den achtziger Jahren, wie schlechter Geschmack bei gekonnter Inszenierung zu zündendem Humor werden kann. Eine Generation später gelingt es den „New Kids“-Machern Steffen Haars und Flip van der Kuil nicht mehr, dieses Maß zu erreichen. „Bros before Hos“ bedient am ehesten eine sehr junge Klientel ohne hohe Erwartungen und schafft es nicht, brachialen Humor filmlang unterhaltsam werden zu lassen. Ein wenig szenischen Humor gönnt uns die 2013er Komödie hier und dort, und die Darsteller legen durchaus etwas Sympathie in die Rollen. Der große Wurf will dem Gesamtpaket damit allerdings nicht so recht gelingen.

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt.

„Alle Frauen sind Drecksnutten. Das einzige, wofür sie gut sind, ist zum Ficken. Ansonsten müsst ihr euch immer von ihnen fernhalten.“ Als der Vater von seiner Frau verlassen wird und seinen beiden Söhnen diesen eindringlichen Hinweis auf den Weg gibt, sind sie gerade einmal zehn Jahre alt…

bbh_01

Zwanzig Jahre später haben Max und Jules den väterlichen Rat verinnerlich: für immer Single. Max arbeitet in einer Videothek; ein Geschäftsmodell so aussichtsreich wie der Verkauf von Telefonkarten für öffentliche Fernsprecher und damit genau richtig für den Müßiggänger. Der fast Dreißigjährige hat dabei seine Ruhe und kann den ganzen Tag Filme sehen. Auch sein gleichalter Adoptivbruder Jules hat im Supermarkt einen ruhigen Job. Als stellvertretender Filialleiter beschränkt er seine Aktivität vor allem darauf, mit den jungen Kolleginnen im Warenlager intim zu werden.

Als Anna auf die Bühne des überschaubar anspruchsvollen Lebens der Brüder tritt, werden die Dinge komplizierter. Nicht nur, dass die beiden sich in die selbe Frau verlieben — vor allem die ernsten Absichten von Max gefährden den ewigen Schwur der Brüder, sich niemals an eine Frau zu binden.

Doch auch wenn Anna entspannt ist, ist sie anders. Ihre Arbeit in einem Heim für geistig behinderte Menschen ist verantwortungsvoll und hat eine Bedeutung für sie; und sie erwartet mehr vom Leben und einer Beziehung, als die beiden Brüder mit ihrer zelebrierten Oberflächlichkeit bieten können.

Durch eine gutgemeinte Geste von Max, die im Heim unbeabsichtigt Unruhe stiftet, verliert die junge Pflegerin ihren Job und Max seine Aussicht auf eine weitergehende Beziehung mit ihr. Doch entgegen seiner bisherigen festen Überzeugung hat er nun eine Frau gefunden, für die er kämpft — was zunächst einmal floppt und ihn und seine Kumpels in den Knast bringt…

bbh_02

Wollte man die 2013er Komödie von Steffen Haars und Flip van der Kuil mit einem Wort zusammenfassen, bietet sich vielleicht „niedlich“ an. Die Charaktere sind bewusst flach angelegt und zelebrieren „kurz vor 30“ ihre vermeintliche Jugendlichkeit.

Das inflationär benutzte „WTF“, „Bitch“ und „Say what?“ zeigt eher die bemühte Schieflage der beiden Charaktere, die viel dafür tun, nicht auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen und cool wirken wollen, ohne dies zu sein. Den Dildo der Stripperin in die Fresse zu bekommen bringt immer noch nicht den Ritterschlag für den „Club Fresh“.

bbh_03

Um in der zweiten Filmhälfte Gefühle in die Handlung zu bringen, muss das Drehbuch den Holzhammer bemühen und der Sounddesigner in die Pianotasten drücken. Immerhin gelingt es, die Handlung etwas zu stärken, als das Happy Ending erst einmal recht unterhaltsam gegen Wand gefahren wird, um dann in einen zweiten Anlauf zu wirken.

Spuren von Humor sind im Film vorhanden, vor allem szenisch wie in einer Supermarktschlägerei, dürften aber vor allem eine sehr, sehr junge Zielgruppe mit eher geringen Anspruch erreichen.

bbh_04

„Bad Taste“-Produktionen wie die „Flodders“ aus dem selben Land wie „Bros before Hos“, Party-Filme mit einem Brüderpaar wie „A Night at the Roxbury“ und Stupid Buddie-Movies wie „Dumb and Dumber“ unterscheiden sich von dieser Produktion, in dem ihnen das Buch mehr treffende Pointen gönnt und die Schauspieler ein talentiertes Timing mitbringen. „Bros before Hos“ bleibt solche Elemente überwiegend schuldig, und hebt sich nicht von Jahrzehnte alten Screwball-Komödien ab.

Auf der Habenseite stehen Sylvia Hoeks, als Anna wirklich „lekker“, und der Oranje-Hip Hop von „The Flexican & Sef“ mit dem charakteristischen „ch“ des Niederländischen in den „explicit lyrics“.

bbh_05

Das Bild ist konturiert und in allen Tiefen gut ausgeleuchtet. Der Sound ist präsent, wovon insbesondere der Score profitiert. Yo.

Gewinnspiel
Folgende Frage gilt es zu beantworten: Nennt uns eine weitere Teeny-Komödie! Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich

bbh_gewinn


1 x Blu-ray „Bros before Hos“
1 x Fan-T-Shirt „Bros before Hos“

Schickt einfach eine Mail mit der, hoffentlich richtigen, Antwort und Eurer Adresse an gewinnspiel@film-blog.tv

Dazu habt ihr bis zum 15.03.2015 bis 24.00 Uhr Zeit. Gehen mehr als eine richtige Antworten ein, lassen wir das Los entscheiden. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie film-blog.tv dürfen nicht mitmachen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

EuroVideo präsentiert „BROs BEFORE HOs“ auf DVD und Blu-ray Disc™ sowie als VoD.
Das Rezensionsexemplar und die Gewinnspielpreise wurden von EuroVideo zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

bbh_06

Originaltitel: Bros Before Hos
Land / Jahr: Niederlande / 2013
Genre: Komödie
Darsteller: Tim Haars, Daniël Arends, Sylvia Hoeks, Henry van Loon, Theo Maasen u. a.
Regie: Steffen Haars, Flip van der Kuil
Drehbuch: Steffen Haars, Flip van der Kuil
Produzenten: Ronald Van Wechem, Erwin Godschalk, Steffen Haars, Flip Van Der Kuil, Sim van Veen, Living Stone BVBA, Maarten Swart, Sander Emmering, Reinout Oerlemans
Kamera: Joris Kerbosch Nsc
Schnitt: Thomás Goethals Ligthart
Ton: Arno Willemstein
Musik: Sizzer Amsterdam, Editor Flip van der Kuil Faec
FSK: 16

Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 88 Min. + Bonus
Bildformat: 1,77:1 / 16:9
Tonformat: DTS-HD 5.1
Sprachen: Deutsch, Niederländisch
Extras: Grüße aus der Synchro, Trailer, Teaser, Making,of, Verpatzte Szenen, The Sound of BROs

Webseite zum Film:BROs BEFORE HOs