Californication, Season 7: Sex, Drugs and Rock and Roll… alles vorbei?

californication_coverZu Beginn der siebten Staffel holt Hank seine Vergangenheit ein. Levon erklärt dem Autor, dass er sein Sohn ist und aus einer lange zurückliegenden Affäre von Hank stammt. Doch letzterer ist nicht der Einzige, der mit der Gesamtsituation überfordert ist. Hanks bester Freund Charlie ist zwar glücklich zum zweiten Mal mit Marcy verheiratet, leidet aber unter seiner erektilen Dysfunktion. Zu allem Überfluss plagen Charlie auch noch Geldsorgen. Doch zumindest seine finanziellen Probleme gibt Marcys Ex-Mann Stuart vor, lösen zu können. Denn der erfolgreiche Filmproduzent verspricht
Charlie und Marcy eine Million Dollar, wenn er noch ein letztes Mal mit seiner Ex-Frau schlafen darf. Ein Vorschlag, der aus finanzieller Sicht zwar sehr verlockend ist, das gerade wieder vermählte Paar Marcy und Charlie aber einem emotionalen Chaos aussetzt…
Mit der siebten Staffel endet die Erfolgsgeschichte rund um Hank Moody, seine unzähligen Verehrerinnen und seine so tragischen wie liebenswerten Kollegen und Freunde mit einer Entscheidung, die Hanks Leben für immer verändern soll.

Film-Blog.tv meint:
Hank Moody ist zurück, im Finale der Erfolgsserie Californication. Der Lebemann ist unverändert wortgewandt, wenn es darum geht, die körperliche Beziehung zwischen Mann und Frau zu beschreiben, doch zunehmend scheint sein Leben in solidere Bahnen zu rutschen. Sogar ein Sohn taucht auf! Wir wären aber nicht bei Californication, wenn nun gleich ein Van und die Finanzierung des Studiums in’s Spiel kämen. Für seinen Freund Charlie und dessen Frau Marcy dreht sich ebenfalls alles um das eine, um die Reise nach „Fucky Town“, womit Californication weiter Californication sein darf. Das Ende setzt dann einen neuen Akzent, der Fans der Serie polarisieren dürfte.
Die vielfach prämierte Show dreht sich gewohnt unterhaltsam um den Lifestyle schöner Menschen mit geringen Hemmungen, deren Probleme in ihrer schillernden Welt gar nicht so anders sind als für den Rest der Welt. Wer zum Lachen nicht in den Keller geht und die FSK-Hürde von 18 Jahren meistert, findet in der siebten Staffel der Serie unterhaltsame rund sechs Stunden.

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt.

Hank Moody kehrt für weitere zwölf Episoden zurück auf den Bildschirm, mit der siebten Staffel aus 2013 zum letzten Mal. Der nach Kalifornien emigrierte New Yorker lebt das Leben an der Westküste in vollen Zügen, sein Vokabular bewegt sich weiterhin meist unterhalb der Gürtellinie – und dies sehr originell und fantasievoll.

Allerdings ändert sich nun so einges im schillernden Leben des Autors. Als ihn der junge Levon für eine Schülerzeitung interviewen möchte, denkt er an die attraktive Journalistin von der New York Times zurück, die in der Vergangenheit mit ihm sprach. Nun ja, nun sind es eben Schülerzeitungsredakteure geworden, mit denen er sich sich trifft. Auch gut. Aber auch dieses Gespräch nimmt eine interesante Wendung, denn der Junge sagt ihm, dass Hank mit seiner Mutter geschlafen hat. Und wann so ungefähr? Etwa neun Monate vor meiner Geburt, löst Levon auf. Ups… ein Sohn. Vermutlich jedensfalls, Levon behauptet es zumindest.

Das Leben des erfolgreichen Schriftstellers ändert sich auch beruflich, als neues Mitglied des Autorenteams der TV-Show „Santa Monica Cop“. Auch wenn die Arbeit als Angestellter für den Produzenten Rick Rath eine neue Perspektive ist, trifft er zumindest auf ähnlich schräge Typen wie ihn selbst im Team. Natürlich mit weniger Klasse…

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Die ungeplante Pause, als zwei Kollegen ihr nicht glutenfreies Essen auf den Konferenztisch spucken, gibt ihm zumidest die Chance, Julia zu treffen. Mit der Mutter seines neuerkannten Sohnes sollte er dann doch einmal synchronisieren.

Was dann allerdings etwas schwierig wird, als Karen, der er wieder näherkommen möchte, auf Julia trifft. Und Levon möchte soviel versäumtes über seinen Vater lernen, die wichtigen Dinge in dessen Leben: „Do you smoke weed?“.

Nachdem Levon einen Jon bei Rath bekommt, spricht gleich auch einmal seine Mutter Julia für eine Rolle vor. Rath würde sie engagieren, für den Part, und so einiges persönliches mehr.

Genau das läuft bei Hanks Freund und Agenten Charlie nun gerade nicht mehr: erektile Dysfunktion ist seine aktuelle Herausforderung, und seine Frau Marcy liest ein wenig auf ihrem Tablet, während er sich vergeblich abmüht. Pharmazeutische Assistenz mit kleinen blauen Pillen bringt dann auch so einiges Chaos. Und dann möchte Marcys Ex Stuart auch noch einmal mit ihr schlafen, sein an den gleichnamigen Film angelehntes „indecent proposal“ beziffert er dann auch klassisch auf eine Million Dollar. Das macht’s jetzt für die beiden auch nicht leicht…

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Also alles chaotisch wie immer in Los Angeles? Absolut. Aber etwas ändert sich zum Staffel- und damit Serienende. Hank möchte sein Leben stabiler ausrichten, und das gilt vor allem Karen. Sie ist ihm wichtig genug, um über seinen Partyschatten zu springen, und auch sein Sohn Levon kommt ihm näher.

Reißt der berühmte Autor das Steuer seines Lebens nachhaltig herum? Das Ende verrät es, und vermittelt einen für manchen langjährigen Fan sicher untypischen Ausklang der Erfolgsserie. Denn insbesondere in den letzten Episoden ändert sich die Tonalität der Serie deutlich wahrnehmbar.

Konservative und religiöse Gruppen haben viel dafür getan, die Show vom Sender zu bekommen und dazu aufgerufen, jedes einzelne Produkt zu boykottieren, das in den Werbepausen beworben wird. Zu explizit sei die Darstellung in Californication. Muss man noch mehr sagen, um eine Empfehlung für eine unterhaltsame Serie abzugeben?

Nun gut, Nominierungen und Gewinne: American Cinema Editors (ACE) (Best Edited Half-Hour Television Series), BAFTA Television Awards (Best International), Casting Society of America (zweimal in der Kategorie Outstanding Casting), Emmy Awards (zweimal in Outstanding Casting, zweimal in Cinematography, beide jeweils einmal gewonnen), Golden Globe Awards (viermal Best Actor, einmal gewonnen, zweimal Best Series), PGA Awards (Producer of the Year Award in Episodic Television), Prism Awards (Comedy Episode), Satellite Awards (Best Actor – Musical or Comedy Series) und Screen Actors Guild Awards (Outstanding Performance by a Male Actor in a Comedy Series).

Na?

Das Bild ist auf dem Niveau einer zeitgemäßen TV-Serie, die Farben spielen im Intro mit Saturierung, Körnung, Farbfiltern und kurzem Aufblitzen. Die Show selbst setzt solche Effekte sparsam ein, und ergänzt hin und wieder schnelle Kamerafahrten durch Los Angeles. In zeitlichen Rückblenden kommen Farbfilter und weichere Konturen zum Einsatz. Überwiegend sind die Aufnahmen jedoch konventionell erzählend. Der Sound ist gut gemischt, die Dialoge kommen in der Originalversion und in der deutschen Synchro präsent aus den Lautsprechern.

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Paramount Home Media Distribution präsentiert „Californication Season 7“ ab 18. Dezember 2014 auf Blu-ray Disc™ und DVD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Paramount Home Media Distribution zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Californication Season 7
Land / Jahr: USA / 2014
Genre: Comedy, Drama, Serie
Darsteller: David Duchovny: Henry James „Hank“ Moody, Natascha McElhone: Karen Van Der Beek, Madeleine Martin. Rebecca „Becca“ Moody, Evan Handler: Charlie Runkle, Pamela Adlon: Marcy Runkle, Stephen Tobolowsky: Stu Beggs, Rob Lowe: Eddie Nero, Steve Jones: Krull, Oliver Cooper: Levon, Michael Imperioli: Rick Rath, Heather Graham: Julia, Tara Holt: Melanie, Mary Lynn Rajskub: Goldie, Mercedes Masöhn: Amy Taylor Walsh
Regie: David Duchovny, Adam Bernstein, Michael Lehmann, David Von Ancken, Seith Mann, John Dahl
Drehbuch: Tom Kapinos, Michael Lehmann
Produzenten: David Duchovny, Tom Kapinos, Stephen Hopkins
Kamera: Michael Weaver
Schnitt: Shannon Mitchell, Kevin D Ross, Michael Ornstein, Todd Desrosiers, Ian Kuan, Tony Solomons, Mark S Manos
FSK: 18

DVD
Laufzeit: ca. 356 Min. (12 Episoden à ca. 28 Minuten) + Bonus
Bildformat: 1.78:1 Widescreen
Tonformat: Dolby Digital 2.0 Surround, 5.1 Surround
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Holländisch
Extras: Hinter den Kulissen: die Episode „Unverhofft kommt oft“, Hinter den Kulissen: die Spezialeffekte, Californivacation, Jam-Session mit Tom Kapinos, Tyler Bates und Tree Adams, Audiokommentar zur Episode, „Als für uns die Sonne schien“, Serien-Outtakes

Webseite zum Film: Californication Season 7