Dark House: Hüpf, Axtmann, hüpf!

darkhouse_coverBevor Nick von seiner geisteskranken Mutter die Wahrheit über seinen Vater und seine mysteriöse Gabe erfahren kann, stirbt die Mutter bei einem rätselhaften Brand in der Irrenanstalt. Sie vererbt ihrem Sohn ein großes Anwesen bei Rivers End. Ein Haus, das Nick seit seiner Kindheit wie besessen zeichnet – ohne es je gesehen zu haben.
Nick und seine Freunde machen sich auf die Suche nach dem Haus. Doch Rivers End wurde bei einer Flutkatastrophe zerstört. Bei ihren Nachforschungen treffen die drei auf eine Gruppe Landvermesser, die das Haus in einem verlassenen Tal gesehen haben wollen. Als sie es finden, wird das Haus von einer Armee düsterer Axtmänner unter der Führung des mysteriösen Seth bewacht, die sogleich Jagd auf die Gruppe macht. Nick will unbedingt in die Villa eindringen und Antworten finden. Doch was ihn dort erwartet ist viel größer, als alles wonach er je gesucht hat…

Film-Blog.tv meint:
Wer gerne einmal wieder einen typischen Horrorstreifen sehen möchte, ohne dabei eine Revolution zu erwarten, der kann Victor Salvas „Dark House“ in Betracht ziehen. Wer sich zudem über dezent eingestreutem Humor freut, der den Horrorcharakter erhält ohne zu karrikieren, der zieht diesen 2014er Film in die engere Wahl. „Dark House“ erfindet das Horrorrad nicht neu, muss sich handwerklich aber auch nicht im Markt verstecken. Horrorfans ohne Erwartungen an ein Meisterwerk sagt die film-blog.tv-Redaktion „Warum nicht?“.

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt.

Als Nicks Mutter nach ihm verlangt, hegt er Hoffnung: kann ihr Wunsch, ihn nach langer Zeit wieder zu sehen, ein Zeichen der Besserung sein? Sie lebt seit Jahren in einer psychiatrischen Einrichtung, und sie wirkt abwesend, als sie ihren Sohn empfängt. Sie verrät Nick, dass sein totgeglaubter Vater lebt, und den Schlüssel zu einem Geheimnis trägt: den Grund, warum Nick bei der Berührung anderer Menschen ihren kommenden Todesumstand sehen kann.

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Mit seiner Freundin Eve und seinem besten Freund Ryan macht er sich auf die Suche nach seinem Vater. Jeder Weg, den sie einschlagen, führt sie zum selben verlassenen Haus; und genau dieses Gebäude glaubt Nick seit seiner Kindheit zu kennen. Er hat es gemalt, seitdem er einen Buntstift halten konnte. Doch das Haus ist nicht so verlassen, wie es scheint: die axtschwingenden Wesen, die den Freunden dort begegnen, scheinen nicht von dieser Welt –
und sie wollen die jungen Besucher auch aus dieser tilgen…

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Die Story, die Victor Salva und Charles Agron ersonnen haben, ist nicht übermäßig komplex, trägt aber einen Film dieses Genres, der vor allem in der zweiten Hälfte mit Horrorelementen unterhalten möchte. Der Werkzeugkasten ist nicht neu: Unbekanntes, das durch seine Mysteriösität unheimlich ist, Übernatürliches, Visionen – und Axtmänner. Frappierend Neues fördert Regisseur Victor Salva dabei nicht zutage, mit dem Gezeigten kommt er im Mittelfeld des Genres an die Ziellinie.

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Eine Aufwertung erfährt die Produktion aus 2014 mit der etwas schrägen Präsentation seiner Dunkelwesen. Sie unterlegt eine leichte Humornote, die den Horror nicht konterkariert und das Gesamtwerk durchaus bereichert. Und auch unsere beiden Jungs im Wald, die vor einem Axtgemeuchelten an einem Baum (schöne Arbeit der Requisite!) im nächtlichen Wald die Auflösung übersinnlicher Wesen auf dem Smartphone ergoogeln, hat etwas. Für die Darsteller der Axtmänner hoffe ich, dass ihre Szenen schnell im Kasten waren — sonst dürfte der eine oder andere von ihnen einen heftigen Krampf vom seitlichen Hüpfen in gebückter Haltung davongetragen haben.

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Die Kamera zeichnet klare Bilder, ohne immer das volle Spektrum des BluRay-Potentials auszuschöpfen. In den obligatorischen Nachtaufnahmen findet Don E. FauntLeRoy an der Kamera eine gute Balance zwischen ausreichender Ausleuchtung und dunkler Atmosphäre.
Die Dialoge sind in beiden Versionen, Original und deutscher Synchronisation, gut verständlich auf die Tonspur gebannt. Die für das Genre lebenswichtigen Effekte kommen räumlich und klar aus dem Synthesizer, sind jedoch etwas dominant.

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Der Atmosphäre tut es gut, aber der Soundmix erwartet mit seinem sprunghaft ansteigenden Volumen ein relativ tolerantes Umfeld, nachdem der Zuschauer nun nicht mehr im Kinosaal sitzt. Besonders anfangs hört man angestrengt hin, was Nicks Mutter da wohl leise nuscheln magt, um dann kurz darauf den Soundeffekthammer aus den Boxen zu bekommen. Das setzt sich, weniger ausgeprägt, im Filmverlauf fort.

Mit alleine dem Trailer ist die Sonderausstattung nicht gerade üppig, aber das Authoring passt: gleich nach dem Einlegen der Disc geht’s ohne Werbung zur Sache, und das Menü ist ansprechend und funktional gestaltet. Zurück geht es übrigens mit der „Pfeil nach links“-Taste auf der Fernbedienung, ich musste kurz suchen.

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Ascot Elite Home Entertainment präsentiert „Dark House“ ab 24. März 2015 auf Blu-ray Disc™, DVD und als VoD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Ascot Elite Home Entertainment zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Dark House
Land / Jahr: USA / 2014
Genre: Horror
Darsteller: Luke Kleintank als Nick Di Santo, Alex McKenna als Eve, Anthony Rey Perez als Ryan, Zack Ward als Chris McCulluch, Lacey Anzelc als Lillith, Ethan S. Smith als Sam, Lesley-Anne Down als Lilian, Tobin Bell als Seth, Charles Agron als Lucky, Daniel Ross Owens als Brian Maker, Max Gail als Scott, Patricia Belcher als Lee Knox, Tony Sanford als Ben, Cameron Spann als Robin
Regie: Victor Salva
Drehbuch:Victor Salva, Charles Agron (basierend auf „Dark House“ von Charles Agron)
Produzenten: Charles Agron, Don E. FauntLeRoy, Steve Nguyen, Victor Salva
Kamera: Don E. FauntLeRoy
Schnitt: Ed Marx
Musik: Bennett Salvay, Benson Taylor
FSK: 18

Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 102 Min. + Bonus
Bildformat: 2,35:1 / 1080p24 / AVC
Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Originaltrailer

Webseite zum Film: Dark House