Das finstere Tal: Der siebte Sohn

das finstere tal_coverEin düsteres Geheimnis, ein entlegenes Hochtal und ein schweigsamer Fremder. Über einen versteckten Pfad erreicht ein einsamer Reiter ein kleines Dorf. Niemand weiß, woher dieser Fremde kommt, der sich Greider nennt, und niemand will ihn hier haben. Die Söhne des Brenner-Bauern hätten ihn wohl weggejagt, wenn Greider ihnen nicht eine Handvoll Goldmünzen gegeben hätte. Greider wird bei der Witwe Gader und ihrer jungen Tochter Luzi den Winter über untergebracht. Luzi, die kurz vor ihrer Heirat mit ihrem Lukas steht, ist voll Furcht. Denn eine Hochzeit ist in diesem Dorf mit einer furchtbaren Tradition verknüpft. Nachdem der Schnee das Dorf eingeschlossen hat, kommt es zu einem tragischen Unfall, bei dem einer der Brenner-Söhne stirbt. Als der nächste Sohn auf mysteriöse Weise umkommt, wird klar, dass es sich wohl nicht um einen Zufall gehandelt hat: Die Brenner-Familie muss büßen – Greider hat eine Rechnung aus längst vergessen geglaubten Zeiten zu begleichen…

Film-Blog.tv meint:
Ein wenig Sergio Leone, ein bisschen Tarantino. Das Ganze in einer bedrückend-bedrohlichen Alpenkulisse. Fertig ist ein Ösi-Western, der so gar nichts mehr mit der Heimatfilm-Idylle von „Heidi“ & Co. zu tun hat. „Das finstere Tal“ ist absolut sehenswert, allerdings erscheint mir, angesichts einiger Gewaltszenen, FSK 12 schon arg optimistisch.

Ein fremder Reiter kommt in das, aus wenigen armseligen Hütten bestehende Bergdorf. Hier haben der Brenner-Bauer und seine sechs Söhne das alleinige Sagen. Wenn es sein muss, setzen sie ihren Willen mit roher Gewalt um. Einschüchterung, Angst und Armut regieren in diesem Hochtal.

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Das Leben dort oben ist hart und entbehrungsreich. Fremden wird Argwohn entgegengebracht. Greider geht es da nicht anders. Doch ein Säckchen mit Goldmünzen kann die Brenner-Söhne umstimmen. Er darf über den Winter im Dorf Quartier beziehen. Greider gibt an, aus Amerika zu kommen. Er hat einen seltsamen Apparat dabei, mit dem er die Dörfler fotografiert: „Spiegel mit Erinnerung“ nennt der alte Brenner die Daguerreotypien.

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Schon wenig später kommt der erste Schnee. Und damit ein seltsamer Todesfall. Einer der Brenner-Söhne kommt nicht von der Jagd zurück. Man findet ihn, abgestürzt aus großer Höhe, in einem Bergbach. Im Auge ein Hufnagel.

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Als kurz darauf der zweite Brenner-Sohn das Holzrücken nicht überlebt und sogar der Dorfpfarrer im Beichtstuhl erschossen wird, ist es allen klar, wer hinter den seltsamen Morden steckt. Es kommt zum Showdown…

Die Verfilmung von Thomas Willmanns gleichnamigen Bestseller „Das finstere Tal“ mit Sam Riley in der Hauptrolle des Greider ist eine furiose Mischung aus vielschichtigem Western und packendem Drama. Die eingeschworene Dorfgemeinschaft in einem karstigen Alpenhochtal am Ende des 19. Jahrhunderts und die rigide Herrschaft des Brenner-Bauern und seiner Söhne bestimmen den Mikrokosmos dieses fesselnden Epos von Schuld, Rache und ein wenig Liebe.

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Regisseur Andreas Prochaska und Thomas Kiennast an der Kamera zeigen das Leben in den Alpenhochtälern des 19. Jahrhunderts, wie es wohl wirklich war: Hart, entbehrungsreich und abgeschieden von der Zivilisation. Es galt das Recht des Stärkeren. Dem mussten sich die Schwächeren unterordnen. Auch wenn das nach heutigen Maßstäben nicht sehr human klingt: Letztendlich sicherte diese Ordnung das Überleben aller. Wer Heimatfilm-Romantik erwartet, braucht sich „Das finstere Tal“ erst gar nicht anzuschauen. Heidi und der Alm-Öhi hüten ihre Kühe in einem anderen Film. Ob die Gewaltszenen – die zwar nicht bestimmend sind, aber den Charakter durchaus mit prägen – in dieser Detailverliebtheit FSK 12 rechtfertigen, darüber sollen andere entscheiden.

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Das Bild der Blu-ray ist, trotz der recht dusteren Abstimmung, sehr gut. Detailreich, die Schärfe sitzt dort, wo sie soll. Denn Thomas Kiennast spielt elegant mit dem Fokus und lässt schon mal in Unschärfe verschwimmen, wenn sich der Betrachter mit seiner Phantasie ein eigenes Bild machen soll. Ein dickes Lob gilt den Produzenten für den Ton: DTS HD-Master Audio 5.1 kommt so räumlich, fein differenziert und perfekt abgemischt aus dem Surround-System, dass man sich schon mal vor Schreck umdreht, wenn überraschende Geräusche von hinten kommen. Der atmosphärische Klang und die dichten, bedrückenden Bilder tragen viel zur Faszination von „Das finstere Tal“ bei.

Warner Bros. Entertainment GmbH präsentiert „Das finstere Tal“ ab dem 04.09.2014 auf Blu-ray Disc™, DVD und VOD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Warner Bros. Entertainment GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Das finstere Tal
Land / Jahr: Österreich, Deutschland / 2013
Genre: Drama, „Western“, Action
Darsteller: Sam Riley: Greider, Paula Beer: Luzi, Tobias Moretti: Hans Brenner, Helmuth A. Häusler: Hubert Brenner, Martin Leutgeb: Otto Brenner, Clemens Schick: Luis Brenner, Johann Nikolussi: Rudolf Brenner, Hans-Michael Rehberg: Brenner, Erwin Steinhauer: Pfarrer Breisler, Thomas Schubert: Lukas u.a.
Regie: Andreas Prochaska
Drehbuch: Andreas Prochaska, Martin Ambrosch
Romanvorlage: Thomas Willmann
Produktion: Helmut Grasser
Kamera: Thomas Kiennast
Schnitt: Daniel Prochaska
Musik: Matthias Weber

Blu-ray Disc
Laufzeit: ca. 114 Min.
Bildformat: Full HD 16:9 (2,35:1)
Tonformat: DTS HD-Master Audio 5.1
Sprache: Deutsch
Untertitel: xx
Bonus: Trailer, Trailershow, Making of, Entfallene Szenen, Audiokommentar
FSK: 12

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