Das Kuckucksei: Lachen mit „Herz und Schnauze“

kuckuck_coverKurz vor der Verlobung mit Betty muss Jonny erfahren, dass sie ein Adoptivkind ist und nicht aus der ordentlichen Professorenfamilie stammt, in der sie aufwuchs. Seine Bedenken hinsichtlich der Erbanlagen seiner zukünftigen Frau sind stärker als seine, wie sich nun zeigt, offenbar oberflächliche Liebe. Er besteht darauf, die richtigen Eltern von Betty kennen zu lernen. Bettys leibliche Mutter wird in Mary Miller entdeckt, einer heruntergekommenen, vulgären „femme fatale“ mit zweifelhafter Vergangenheit. Mary zieht mit ihrer Tochter zusammen, die sie auf den rechten Pfad der Tugend bringen will. Mit Herz und oftmals drastischem Humor vermag Mary nicht nur das Lebensglück ihrer Tochter zu sichern, sondern auch wieder selbst in der Gesellschaft Fuß zu fassen.

Film-Blog.tv meint:
Diese hier vorliegende Fernsehfassung der turbulenten Komödie von Irma und Walter Firner wurde 1969 von Ida Ehre recht flott und unterhaltsam in Szene gesetzt. Vor der Kamera und auf der Bühne stehen Schauspieler, die in der damaligen Zeit auch recht bekannte Fernsehgesichter gewesen sind. Alle Akteure, ganz voran natürlich Grethe Weiser, bieten dem interessierten Zuschauer viel Spaß und Vergnügen mit Einhundert Prozent Lachgarantie.

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Den Beitrag verfasste unser Kollege Lutz Zander.

Inhalt:
Mary Miller, ist ein Fräulein mit unzweifelhaft zweifelhafter New Yorker Hafenvergangenheit. Aus jener Zeit stammt auch das „Kuckucksei“, Marys Tochter. Als Findelkind ist sie bei Professor Lew Laughsen und dessen Frau Elisabeth als deren Tochter Betty in ehrbarer Adoptiveltern-Bürgerlichkeit herangewachsen. Wenn da nur nicht Bettys Verlobter Jonny Walles wäre, der aufgrund dieser Tatsache nun seine Bedenken hinsichtlich der Erbanlagen seiner zukünftigen Frau äußert. Zwei Welten treffen aufeinander, die Verlobung platzt. Und zwei vergnügliche Akte lang ringt dann das Fräulein Tochter um den guten Kern ihres Fräulein Mutter.

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Hintergrund:
Erstmalig spielte Grethe Weiser ihre Mutterrolle der Mary Miller in den Hamburger Kammerspielen bereits im Jahr 1949. Diese erste Inszenierung erfolgte noch durch den Gastregisseur Alfred Noller. Danach engagierte Ida Ehre, die damalige Prinzipalin und Intendantin des Hauses, die Erzkomödiantin Grethe Weiser stets im Abstand von zehn Jahren für ein Gastspiel in diesem Stück und ihrer Paraderolle als Mary Miller, weshalb Grethe Weiser ihr Engagement in Hamburg scherzhaft als ihre persönlichen Oberammergauer Passionsspiele bezeichnete. Die Inszenierungen der Jahre 1959 und 1969 erfolgten dann durch Ida Ehre quasi auch in Eigenregie. Nur wenige Tage nach der ZDF-Aufzeichnung des Stückes und der Ausstrahlung vom 26. September 1970, verstarb Grethe Weiser am 2. Oktober 1970 an den Folgen eines Verkehrsunfalls bei dem auch ihr Ehemann Dr. Hermann Schwerin ums Leben kam.

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Bildbewertung:
Diese am 12. Mai 2017 zur Veröffentlichung anstehende DVD der PIDAX FILM MEDIA Ltd, bietet, unter der Bezeichnung „Theater Klassiker“, auf einer Silberscheibe, ein Wiedersehen mit der kompletten und ungekürzten ZDF-Aufzeichnung der Komödie „Das Kuckucksei“ vom 26. September 1970. Die Gesamtlaufzeit beträgt 95:30 Minuten.
Sämtliche Bildinhalte liegen in Farbe im Vollbildformat 4:3 vor. Sie können aus einem animierten DVD-Menü heraus angewählt werden. Die Original-Bildqualität ist aus meiner Sicht zwar wesentlich besser, als ich das auf Grund des Alters der Farb-Aufzeichnung auf MAZ-Video Material, von immerhin schon 47 Jahren (vom Zeitpunkt der DVD-Umsetzung im Jahr 2017 aus gesehen), vermutet und erwartet hätte.
Wenn da nur nicht immer das leidige Thema der nachträglichen „Verschlimmbesserung“ wäre. Weshalb ich an dieser Stelle eben leider nicht umhin komme auf die, aus meiner Sicht, nicht ganz optimale Digitalisierung und Übernahme des Ausgangsmaterials auf DVD hinzuweisen. Denn hier wurde wohl eine falsche Komprimierung gewählt, bzw. ein Codec verwendet, welche das von der Kauf-DVD zur Ansicht kommende Bild, alles in allem, nicht mehr ganz so „rundlaufen“ sondern, für meinen persönlichen Geschmack, eher etwas zu „flimmrig“, „flatterig“ und „holprig“ wirken lässt. Hinzu kommt eine offensichtlich zu hohe Einstellung von Kontrast und Schärfe, so dass das Bild insgesamt etwas von seiner Natürlichkeit eingebüßt hat. Mit anderen Worten: Eine deutliche „Verschlimmbesserung“ der Bildqualität, wie ich sie mittlerweile bei derartigen DVD-Veröffentlichungen, zumindest solchen denen eine MAZ-Video-Vorlage als zu digitalisierendes Ausgangsmaterial zu Grunde liegt, fasst nicht mehr anders erwarte.
Dabei wäre das ganze doch so einfach. Man müsste nur das vorhandene MAZ-Videomaterial ohne solche überflüssigen Bearbeitungen übernehmen. Aber anscheinend bekommt das heutzutage leider kein einziger DVD-Anbieter mehr auf die Reihe. Ein DVD-Mitschnitt, die ich bereits im Jahr 2010 während der Wiederholung dieses Stückes im damaligen ZDF-Theaterkanal anfertigen konnte und mir damit als Vergleichsstück dient, zeigt jedenfalls eine Originalaufnahme ohne störende Flimmer- und Zittereffekte.

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Tonbewertung:
Alle Ton, Sprach und Musikinhalte sind im Format Dolby Digital Mono 2.0 vorhanden. Größere grobe Mängel waren bezüglich der Tonqualität nicht festzustellen. Altersbedingt zeitweise auftretende Störgeräusche lassen sich diesbezüglich vernachlässigen.
Als Bonusmaterial bietet diese DVD-Veröffentlichung zwei Trailer zu den Themen „Die Rudi Carrell Show Vol. 1 bis 4“ und „Frohe Ostern“ an.

Gesamturteil:
Diese Komödie hat in jedem Fall eine uneingeschränkte Kaufempfehlung voll auf verdient. Da aber diese DVD-Veröffentlichung mit einer, aus meiner Sicht, nicht ganz optimalen Digitalisierung „verschlimmbessert“ wurde, möchte ich die Entscheidung, für oder gegen den Erwerb dieser Veröffentlichung, diesmal jedem interessierten Zuschauer selbst überlassen.

PIDAX FILM und Hans Schaffner präsentieren „Das Kuckucksei“ ab dem 12. Mai 2017 auf DVD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Pidax film media Ltd. zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Das Kuckucksei
Land / Jahr: D / 1970
Genre: Fernsehspiel, Komödie
Darsteller: Heinz Bender-Plück: Der alte Laughsen, Ernst Ernsthoff: Professor Lew Laughsen, Ursula Graeff: Elisabeth Laughsen, Renate Heilmeyer: Betty Laughsen, Henry König: Jonny Walles, Ingomar Wienhöfer: Fred, Grethe Weiser: Mary Miller, Gerda-Maria Jürgens: Anna Dowlens, Walter Petersen: Der Schuldirektor, Reinhold Nietschmann: Jan Freem, Oliver Bulirsch: James, sein Sohn, Siegfried Wald: Polizist
Inszenierung/Regie: Ida Ehre
Bildregie: Günther Meyer-Goldenstädt
Drehbuch: Irma und Walter Firner
Produktion: Eine Aufführung der Hamburger Kammerspiele
Kamera: Hans Sester, Erich Sablowski, Henry Sellnick, Horst-Christian Tadey
Bildschnitt: Ingrid Thüsing
Bühnenbild: Erich Grandeit
FSK: 12

DVD
Laufzeit: 95:30 Min. + Bonustrailer 3:23 Min.
Bildformat: 4:3, Farbe, PAL
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Sprache: Deutsch
Format: DVD
Extras: Trailer: „Die Rudi Carrell Show“ (Laufzeit: 1:43 Min.), Trailer: „Frohe Ostern“ (Laufzeit: 1:40 Min.)

Webseite zur DVD: „Das Kuckucksei“