Der Drücker: Rolltreppe abwärts

druecker_coverGewinnspiel_rotTommy, 22 Jahre alt, ist pleite und verschuldet, lebt immer noch bei seinen Eltern und hat ständig Streit mit seinem Vater. Der junge Mann will aus diesem Leben ausbrechen und glaubt, endlich die Möglichkeit dazu gefunden zu haben. Eine Stellenanzeige, die 400 Mark in der Woche verspricht, scheint wie auf ihn zugeschnitten. Schnell macht er Bekanntschaft mit einer Drückerkolonne, die Kalle leitet. Doch Tommys Vorstellungen vom „freien“ Leben werden alsbald im Keim erstickt: Er arbeitet mehr als 12 Stunden am Tag, geht von Haustür zu Haustür um Zeitschriftenabos zu verkaufen, lebt in einem verdreckten Mehrbettzimmer, erlebt psychische Gewalt. Er führt ein Leben wie ein Sklave. Wie kann er aus dieser hoffnungslosen Situation aussteigen?

Film-Blog.tv meint:
Für einen realistischen Film mit Gegenwartsbezug sind dreißig Jahre eine Menge Holz. Doch Uwe Frießners Film hat die Zeit in der Schublade erstaunlich gut weggesteckt. Okay, heutzutage hält man das Tempo deutlich höher, und an schnellere Schnittfolgen sind wir auch gewöhnt, aber das sind Kleinigkeiten. Nach wie vor entfaltet der Film eine enorme emotionale Wucht. Uwe Frießner versteht es meisterhaft, in einfachen Bildern durch weglassen zu erzählen und durch bloße Andeutungen beim Zuschauer Assoziationsketten auszulösen. Der Film ist (bis auf einen wunderbar hinterhältigen Heinz Hönig in einer seiner ersten Rollen) ausschließlich mit Laien besetzt, die absolut authentisch agieren. Andreas Buttler, der Hauptdarsteller, lädt zur Identifikation mit seiner Figur förmlich ein. Der Schluss, wenn er nach missglückter Flucht in Hoenigs BMW einsteigt, zerreißt einem das Herz. Man weiß, dass es für Tommy, den Drücker, kein Happyend geben wird.
„Der Drücker“ ist ein Film mit Anspruch, der gleichzeitig spannend ist und wütend macht. Ein Meilenstein des realistischen deutschen Films. Dicke Empfehlung

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Den Beitrag verfasste unser Kollege Chris Kurbjuhn.

Das hatte ein deutsches TV-Publikum nicht für möglich gehalten, der Film war sofort Kult und blieb noch Wochen nach seiner Ausstrahlung Tagesgespräch. Interessant ist, dass der Film lediglich einmal in den 90er Jahren auf 3sat wiederholt wurde und erst jetzt, 30 Jahre nach seiner Ausstrahlung, auf DVD erscheint. Wer an Verschwörungstheorien glaubt, macht dafür die Macht der Zeitschriftenverlage verantwortlich, die handfest vom Treiben der Drückerkolonnen profitierten. Wer nicht an Verschwörungstheorien glaubt, hat auch keine bessere Erklärung.

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„Entschuldigen Sie die Störung, aber ich befinde mich in einer schrecklichen Notlage. Ich bin auf Bewährung draußen und muss bis heute Abend zehn Zeitschriftenabos verkaufen, sonst muss ich zurück in den Knast…“ Den Spruch kennt jeder, der schon mal einem Drücker die Tür aufgemacht hat. Doch Tommy, der Drücker aus Uwe Frießners gleichnamigen Film aus 1986, probiert eine ganz eigene Masche: Er erzählt die Wahrheit über sein Leben als „Mitarbeiter im Außendienst“. Und die ist schrecklicher als jedes Knastmärchen.

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Als „Der Drücker“ 1986 im Fernsehen uraufgeführt wurde, war der Film eine echte Sensation. Zum ersten Mal bekam das saturierte TV-Publikum der BRD in realistischen Bildern gezeigt, wie Drücker hierzulande lebten. Übernachtungen in verdreckten Mehrbettzimmer sind die Regel, Wecken ist morgens um sechs, dann geht’s im Kleintransporter in die nächste Stadt. Schon im Auto wird Druck ohne Ende gemacht. „Soundsoviel Abos muss jeder heute schaffen, sonst fällt das auf die Kolonne zurück…“ Und was das heißt, wird am Abend klar: kein Essen vor der Nacht“ruhe“ in der nächsten Siff-Bude. Psychische und physische Gewalt sind an der Tagesordnung, so leben moderne Sklaven.

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Gewinnspiel
Folgende Fragen gilt es zu beantworten:
1.) Nennt uns den Fernsehfilm aus den 80igern, der Euch nachhaltig beeindruckt hat. Schön wäre eine kurze Begründung.
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Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich

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Dazu habt ihr bis zum 15.12.2016 bis 24.00 Uhr Zeit. Gehen mehr als eine richtige Antworten ein, lassen wir das Los entscheiden. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie film-blog.tv dürfen nicht mitmachen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Pidax film media Ltd. präsentiert „Der Drücker“ ab dem 04. November 2016 auf DVD.
Das Rezensions- und das / die Verlosungsexemplar(e) wurden von Pidax film media Ltd. zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Der Drücker
Land / Jahr: Deutschland / 1986
Genre: Drama
Darsteller: Andreas Buttler, Heinz Hoenig, Herbert Raule, Uli Krohm, Sabine Bellstedt u. a.
Regie: Uwe Frießner
Drehbuch: Bernhard Pfletschinger
Romanvorlage: Andreas Blechner
Kamera: Bernd Kleebauer
Musik: Theo Breiding
FSK: 12

DVD
Laufzeit: ca. 102 Minuten + Bonus
Bildformat: 4:3 / 1,33:1
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Sprache(n): Deutsch

Webseite zum Film: Der Drücker