Der weiße Äthiopier: Entwicklungshilfe

aethiopier_coverGewinnspiel_rotDas Leben von Frank Michalka ist eine einzige Demütigung, bis er in Äthiopien eine zweite Chance bekommt und dort ein neues Leben beginnt. Doch als er nach Deutschland zurückkehren muss, wird Michalka wieder zu dem Bankräuber, der er vor seiner Flucht nach Afrika gewesen ist.
Nach dem Überfall setzt er sich in die Mitte eines überfüllten Platzes und wartet auf die Polizei. Im Gefängnis droht er zu zerbrechen, bis die Strafrechtsreferendarin Sophie Kleinschmidt sich seines Falles annimmt und den Pflichtverteidiger Christoph Weilandt zu einer wirklich außergewöhnlichen Verteidigungsstrategie bewegt.

Film-Blog.tv meint:
Kurz vor Weihnachten lief „Der weiße Äthiopier“ zunächst im Abendprogramm der ARD, erschien kurz darauf auf DVD. Der Zeitpunkt war gut gewählt. Denn in Zeiten, zu denen man an Wunder glaubt, sieht man auch gerne mal über das eine oder andere Logikloch hinweg. Und die sind hier häufiger und offensichtlicher als sonst bei einem Film, der auf einer Kurzgeschichte von Ferdinand von Schirach basiert, zu erwarten sind. Weihnachtlich gestimmt sein sollte man auch, um die Überdosis Rührseligkeit zu ertragen. Der Staatsanwalt im Film kämpft über fast die gesamte Laufzeit vergeblich dagegen an…
Wer die großartigen Verfilmungen Oliver Berbens zu den Schirach Kurzgeschichten „Verbrechen“ und „Schuld“ im ZDF gesehen hat, wird sich verwundert die Augen reiben: So viel „Rosamunde Pilcher“ in Überlänge hat man weder Jürgen Vogel, noch Berben zugetraut. Schirach schon gar nicht. Aber wie gesagt: Zu Weihnachten ist das schon ok so …

Bei den Mini-Serien zu „Verbrechen“ und „Schuld“ dauerte jede, den Kurzgeschichten zu Grunde liegenden, Folgen 45 Minuten. Zeit, die gut genutzt wurde. Ohne Längen wurde das Wesentliche auf den Punkt gebracht.

Bei „Der weiße Äthiopier“ gönnen sich Regisseur Tim Trageser und Produzent Oliver Berben – der auch schon für die ZDF-Serien zuständig war – eine ganze Spielfilmlänge. Heinrich Hadding hat die Story in seinem Drehbuch ziemlich erweitert und lässt sich viel Zeit, die Geschichte zu erzählen: Es fehlen nur acht Minuten um die zwei Stunden voll zu machen.

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Was durchaus gelungen ist. Denn, abgesehen vom etwas zähen Start, gibt es kaum nennenswerte Längen. Obwohl wenig Überraschendes erzählt und mit Klischees recht großzügig umgegangen wird, baut sich durchaus etwas Spannung auf. Was auch an der guten schauspielerischen Leistung von Jürgen Vogel liegt. Er braucht nicht viele Worte um seiner Figur Persönlichkeit zu geben. Seine Mimik und Körpersprache retten, neben den grandiosen Bildern von Kameramann Eckhard Jansen, den Film-Abend.

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Schade nur, dass diese tollen Aufnahmen „nur“ auf DVD zu sehen sind. Das Medium kommt, obwohl (bis auf einen kurzen Trailer) auf Extras verzichtet wurde, bei Großprojektion hier an seine Grenzen: Knapp zwei Stunden Film bedingen wohl eine Komprimierung, die zu Lasten der Auflösung und Detailschärfe gehen. Hier wäre eine Blu-ray oder ein digitaler Download in HD-Qualität sicher die bessere Option. Der Ton, immerhin 5.1, wurde – für eine DVD üblich – in Dolby Digital auf die Silberscheibe gepresst. Das geht klanglich in Ordnung, die Räumlichkeit ist dort, wo es darauf ankommt, erfrischend präsent.

Eine deutsche Großstadt, vermutlich im Rheinland. Polizeieinsatz bei einem Banküberfall. Die Beamten haben leichtes Spiel. Denn unweit des Einsatzorts sitzt der mutmaßliche Bankräuber auf dem Boden, die Beute in einer Tragetasche. Er lässt sich ohne jeden Widerstand festnehmen. Kurz darauf erfahren wir, dass es sich dabei um Frank Michalka handelt. Einem einsitzenden Straftäter bei dessen ersten unbegleiteten Ausgang.

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Zur Pflichtverteidigung wird dem mittellosen Michalka eine superteure Nobelkanzlei zugewiesen. Dr. Christoph Weilandt, der arrogante Staranwalt, lässt sich von der jungen (und sehr hartnäckigen) Referendarin Sophie Kleinschmidt nur mit Mühe überreden, sich des Falls anzunehmen. Denn Frau Kleinschmidt hat im vermeintlichen Schwerverbrecher den wahren, nur allzu menschlichen Kern entdeckt. Den es vor Gericht so rührselig wie möglich zu präsentieren gilt, um das Strafmaß gering zu halten. Der knallharte Staatsanwalt hat schließlich neun Jahre Knast gefordert. Ein Zeitraum, den der im Herzen so sensible Bankräuber nicht ohne weitere Schäden an der zarten Seele überstehen würde …

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Und so erfahren wir in filmischen Rückblenden von der schweren Kindheit des Waisenjungen. Vom Adoptivvater geschlagen, von den Mitschülern gemobbed. Nach dem Grundwehrdienst Ausbildung in einer KFZ-Werkstatt. Dort wird ihm ein Diebstahl untergeschoben, er verliert die Lehrstelle. Jobbt danach in einem Bordell als Hausmeister. Verliebt sich unglücklich in eines der Animiermädchen, macht Schulden bei dubiosen Zuhältern und wird von denen erpresst. Begeht in seiner Not einen Bankraub, fliegt danach nach Äthiopien.

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Dort irrt er zunächst durch das Land, kommt in ein kleines Dorf. Dessen Bewohner nehmen ihn freundlich auf. Und er revanchiert sich, indem er das beim Banküberfall erbeutete Geld für die Dorfgemeinschaft verwendet. Bis er schließlich von den Behörden aufgespürt wird: Sein Pass und die Aufenthaltsgenehmigung sind längst abgelaufen. Er muss zur deutschen Botschaft nach Addis Abeba, wo sein Steckbrief schon auf dem Computermonitor zu sehen ist …

Gewinnspiel
Folgende Fragen gilt es zu beantworten:
1.) Nennt uns Euren Lieblingsfilm, der in Afrika spielt! Schön wäre eine kurze Begründung.
2.) Wie habt Ihr zu www.film-blog.tv gefunden?
Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich

2 x DVD „Der weiße Äthiopier“

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Das Gewinnspiel wird von www.film-blog.tv veranstaltet, die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahre mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie von www.film-blog.tv
dürfen nicht mitmachen. Gehen mehr richtige Antworten ein, als Preise zur Verfügung stehen, lassen wir das Los entscheiden, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die Teilnehmerdaten werden nur für die Zustellung eines eventuellen Gewinns bis zum Einsendeschluss gespeichert und anschließend vollständig gelöscht. Eine Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen.

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Constantin Film AG präsentiert „Der weiße Äthiopier“ ab 22. Dezember 2016 auf DVD und als VoD.
Das Rezensions- und die Verlosungsexemplare wurden von Constantin Film AG zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Der weisse Äthiopier
Land / Jahr: Deutschland / 2015
Genre: Drama
Darsteller: Jürgen Vogel: Frank Michalka, Sayat Demissie: Ayantu, Paula Kalenberg: Sophie Kleinschmidt, Thomas Thieme: Dr. Christoph Weilandt, Nina Proll: Richterin Pieper, Robert Gwisdek: Staatsanwalt Zinnecker, Sheri Hagen: Frau Tadese, Selam Tadese: Dr. Kidanu, Andreas Engelmann: Gefängnisdirektor, Thomas Fehlen: Vollzugsbeamter, Hana Tereffe: Dinketu, Yabsera Teklu: Ephrem, Mohammod Ahmed: Tulu, Tsegaye Abegaz: Dorfältester, Samson Girma: Chef der Dorfkooperative, Elias Dejene: Bezirksbeamter, Paul Faßnacht: Vollzugsbeamter Filker, Julius Nitschkoff: Frank Michalka (19 Jahre), Cedric Joel Koch: Frank Michalka (10 Jahre) u. a.
Regie: Tim Trageser
Drehbuch: Heinrich Hadding
Romanvorlage: aus „Verbrechen“ von Ferdinand von Schirach
Produktion: Oliver Berben
Kamera: Eckhard Jansen
Musik: Andreas Weidinger
FSK: 12

DVD
Laufzeit: ca. 112 Min.
Bildformat: 1,78 :1 in 16:9
Tonformat und Sprachen: Dolby Digital 5.1 (Deutsch)
Untertitel:
Extra: Trailer zu „BFG – Sophie und der Riese“

Webseite zum Film: Der weiße Äthiopier