Der zweite Mann: Wenn Zahlen töten

zweite-mann_cover Der junge Wirtschaftsprüfer Adrian wird nach der Kündigung seines Vorgängers überraschend befördert und übernimmt die jährliche Buchprüfung einer privaten Investmentbank. Doch die Freude über den beruflichen Aufstieg währt nur kurz. Die geheimnisvolle Geschäftsfrau Rebecca stößt ihn auf das dunkle Geheimnis der Bank: Die Bücher sind manipuliert und die Finanzen bis zum Kern verrottet. Adrian begreift, dass er die Stellung nur bekommen hat, weil man ihn für schwach und beeinflussbar hielt. Er soll lediglich die halbseidenen Geschäfte der Bank durchwinken. Aber Adrian setzt sich zur Wehr: Um die Bilanzmanipulationen zu beweisen, überschreitet er die Grenzen der Legalität, tappt damit aber in eine Falle. Adrian wurde benutzt – genau wie zuvor der Vorgänger. Je mehr Adrian über ihn erfährt, desto klarer scheint es, dass er auf dessen Schicksalsweg geraten ist: Unbewusst hat er sich in dieselbe Frau verliebt, den gleichen Hang zur dunklen Seite des Lebens entwickelt und in demselben Geflecht aus Intrige und Gier verfangen, das seinem Vorgänger das Leben kostete. Adrian begreift, dass er es von nun an anders – besser – machen muss, um zu überleben…

Film-Blog.tv meint:
Stell dir vor du bemerkst, dass sich jemand vor dir genauso verhielt wie du. Der selbe Job, die gleiche Kleidung, die Liebe zur selben Frau und die selben Hürden. Und dieser jemand wurde umgebracht. Nun begreifst du, dass du als nächster im Visier stehst…
Philip Nauck und Christopher Lenke haben die Chance bekommen, diesen Psychothriller aus dem Jahr 2014 als junge Talente zu produzieren. Das gelingt den Debütanten nicht schlecht: eine alltägliche Situation entwickelt sich zu einem großen Wirtschaftsverbrechen, und die nüchterne Welt der Zahlen wandelt sich zu einem mörderischen Komplott zwischen Kokain, Sex und Gewalt. Die Regisseure schaffen eine paranoide Atmosphäre, in der das Déjà vu-Motiv etwas überstrapaziert wird, die aber durchaus Charme und Spannung mitbringt.

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt.

Der schüchterne Wirtschaftsprüfer Adrian ist überrascht: mit 30 Jahren wird er zum Manager befördert. Sein erster Auftrag in dieser neuen Rolle führt den unscheinbaren Mann zur privaten Investmentbank CBSE. Dort soll er die jährliche Prüfung selbstständig durchführen. Abends an der Bar führt er ein kurzes Gespräch mit der attraktiven Rebecca, die sich als Unternehmensberaterin vorstellt. Sie eröffnet ihm, dass die Bank „durch und durch verrottet“ ist.

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Adrian wird stutzig, als er bei der Prüfung auf fehlende Vertragsdokumente aufmerksam wird. Der Finanzvorstand kann nicht helfen. Seine Nachforschungen führen zu Druck seines Vorgesetzen; der macht ihm klar, dass solche Fragen nicht erwünscht sind. Seinen Vorgänger Victor, den er zur Prüfung fragen will, erreicht Adrian nicht. Während er Scheingeschäfte aufdeckt, die dazu dienen, Verluste aus den Bilanzen verschwinden zu lassen, erhöht sein Chef den Druck nachdrücklich und verdeutlicht erneut dass kritische Ergebnisse unerwünscht sind. Der Finanzvorstand der CBSE rät Adrian „mitzuspielen“, so eröffne sich der Weg zum Geld. Und eine erste Drohung trifft ein: Adrian erhält per Post Fotos, die ihn im Bett mit Rebecca zeigen.

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Er kommt an den Koffer seines verschollenen Vorgängers und findet heraus, dass dieser die gleichen Anzüge trug wie er, die gleichen persönlichen Gegenstände nutzte — und mit kompromitierenden Fotos mit der selben Frau erpresst wurde. Adrian ist der „zweite Mann“, er durchläuft das gleiche Schicksal wie sein Vorgänger; und der wurde anscheinend umgebracht, denn im Koffer ist sein Pass und ein blutiges Hemd.

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Die Falle schließt sich, als er sich der Leitung seines Wirtschaftsprüfungsunternehmens anvertraut und erfährt, dass diese um die Manipulationen der Bank weiß und sie decken will. Seine Verfolger rücken von allen Seiten näher, Adrian hat keine Verbündeten. Wird er sterben, wie sein Vorgänger in der gleichen Situation, oder findet er einen Weg aus dem aussichtlosen Szenario?

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3L-Homevideo präsentiert „Der zweite Mann“ auf DVD.
Das Rezensionsexemplar wurde von 3L-Homevideo zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Der zweite Mann
Land / Jahr: Deutschland / 2013
Genre: Thriller, Mystery
Darsteller: Max Riemelt, Anna Drijver, Richard Sammel, Fabian Busch, Franziska Weisz u. a.
Regie: Christopher Lenke, Philip Nauck
Drehbuch: Christopher Lenke, Philip Nauck
Produktion: Paul Dehn
Kamera: Benjamin Raeder
Schnitt: Christopher Lenke
Musik: Boris Bojadzhiev

DVD
Laufzeit: ca. 65 Min.
Bildformat: 16:9 – 1.77:1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch
Untertitel: Englisch
Bonus: Wendecover
FSK: 16

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