Deutschlandlied – Schicksale der Nachkriegszeit

deutschlandlied_coverDeutschland 1945: Für die Bewohner des fiktiven Städtchens Königsbruck bringt das Kriegsende Freud und Leid. Nur für den Widerständler Konrad Schuhbeck ist es die Rettung. Er hatte sich versteckt gehalten und nur mit Hilfe der mutigen Witwe Anna Mahlmann und ihrer Tochter Betty überlebt. Für den Nazi Hermann Sternke und seine Frau dagegen bedeutet das Ende der Nazi-Diktatur den totalen Zusammenbruch. Lisa hat ganz andere Sorgen: Sie erwartet ein Kind von Schreiner Hanno – dem Bruder ihres in Russland vermissten Ehemannes.

Film-Blog.tv meint:
„Deutschlandlied – Schicksale der Nachkriegszeit“ lief 1995 als Dreiteiler im ZDF. Die Mini-Serie ist auch, oder grade heute noch sehenswert. Differenziert, unsentimental und fast vorurteilsfrei wird das (Über-)Leben von den letzten Kriegstagen bis zum Spätsommer 1945 unter amerikanischer Besatzung gezeigt. Lediglich der (unnötige) Showdown am Ende ist für meinen Geschmack dann doch ein wenig zu dick aufgetragen.
Alles in allem: Eine lebendige Geschichtsstunde, die heute aktueller den je ist!

Mai 1945, die letzten Kriegstage. Ein junger deutscher Soldat sprengt eine Brücke, um den Vormarsch der Amerikaner aufzuhalten. Letzte Gefechte in „Königsbruck“ bei Frankfurt, ein dunkelhäutiger US-Soldat rettet der Kriegswitwe Anna und deren Tochter Betty das Leben.

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Schon kurz nach der Kapitulation beginnt die amerikanische Militärverwaltung das Leben der Besiegten neu zu ordnen. Entnazifizierung heißt das Stichwort. Konrad Schuhbeck, ein einst von den Nazis verfolgter Sozialist, wird kurzerhand zum Bürgermeister ernannt. Anna und Betty hatten ihn während des Kriegs in dessen Versteck mit Lebensmitteln versorgt.

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Ehemalige Nazi-Bonzen werden interniert. Der Baron machte schon mit den braunen Machthabern glänzende Geschäfte. Er kann, nach kleinen Anlaufschwierigkeiten, schnell an alte Erfolge anknüpfen. Der Schwarzmarkt blüht, US-Zigaretten sind die Währung, für die man alles bekommt, was zum Leben nötig ist.

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Schwierigkeiten hat der Bürgermeister mit der Verwaltung der Stadt. Denn nach der Entnazifizierung bleiben ihm kaum qualifizierte Mitarbeiter, die sich mit Wasser- und Stromversorgung, Müll-Entsorgung usw. auskennen. Dazu kommen große Flüchtlingsströme. Die Menschen müssen, zumindest übergangsweise, versorgt und untergebracht werden. Was sich als schwieriges Unterfangen herausstellt, da nicht einmal die ansässige Bevölkerung mit dem notwendigsten versorgt werden kann.

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Aber auch für kleine und große Gefühle ist Platz: George, der dunkelhäutige US-Soldat, der Anfangs Anna und Betty das Leben rettete, findet Gefallen an dieser. Sie erwidert die Gefühle. Und dennoch ist die Beziehung zum Scheitern verurteilt …

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Die Bildqualität der beiden DVDs ist, auch bei Großprojektion, durchaus ansprechend. Der Ton Mono, das Seitenverhältnis von 4:3 für heutige Sehgewohnheiten auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig. Bedenkt man das Alter der Produktion, gibt es aber keinen Grund zur Klage. Zumal die Serie einst für das Fernsehen – und die damals üblichen TV-Geräte – produziert wurde.

Studio Hamburg Enterprises GmbH präsentiert „Deutschlandlied – Schicksale der Nachkriegszeit“ auf DVD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Studio Hamburg Enterprises GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Deutschlandlied – Schicksale der Nachkriegszeit
Land / Jahr: Deutschland / 1995
Genre: TV-Serie, Drama
Darsteller: Matthias Habich, Suzanne von Borsody, Katja Riemann, Heino Ferch u.v.a.
Regie: Tom Toelle
Drehbuch: Peter Märthesheimer, Pea Fröhlich, Tom Toelle
Produktion: TV60 München
Musik: Nikolaus Glowna
FSK: 6

DVD
Laufzeit: ca. 288 Min. zzgl. Bonus auf zwei DVDs
Bildformat: 1,33:1 in 4:3
Tonformat: Dolby Digital 2.0 Mono
Sprachen: Deutsch
Extras: Trailershow