Die Commitments – Hinreißender Soul „Made in Dublin“

commitments_coverGewinnspiel_rotJimmy Rabbitte ist ein Macher und auch wenn das vor Arbeitslosen platzende Dublin nicht der beste Platz für eine Existenzgründung ist, lässt er sich nicht davon abhalten, per Casting eine möglichst „schwarze“ Soulband zusammenzustellen: The Commitments. Nach Wochen harter Proberei stellt sich erster Erfolg ein. Doch sind die zehn Musiker wirklich bereit für die große Karriere?

Film-Blog.tv meint:
„Ich finde, ohne Brille siehst du viel besser aus…“ – „Aber Jimmy, ohne Brille bin ich blind!“ – „Das ist Ray Charles auch.“ Trockener Humor, erdiger, mitreißend gespielter Soul und neun unbekannted, junge Musiker, die davon träumen, den ärmsten Arbeitervierteln Dublins durch ihre Musik zu entkommen… das sind die Zutaten von Alan Parkers Welterfolg „Die Commitments“, der 1991 in die Kinos kam. Und wenn man den Film, der jetzt, 25 Jahre nach seinem Start, endlich als Blu-ray erscheint, kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Dieses vor der eigentlich deprimierenden Kulisse von Dublins Arbeitervierteln gefilmte Bühnen-Märchen ist tatsächlich um keinen Tag gealtert, im Gegenteil: „Die Commitments“ wirkt frischer, innovativer und mitreißender als das meiste, was heutzutage gedreht wird. „Come on! Ride, Sally, ride!“

Den Beitrag verfasste unser Kollege Chris Kurbjuhn.

commitments_01Zunächst einmal gilt es mit einer sich seit Jahrzehnten hartnäckig haltenden Fake News aufzuräumen, nämlich, dass der Soul von irgendwelchen schwarzen Musikern in den USA erfunden wurde. Kompletter Unfug. Wie jede Musik mit ordentlich Rhythmus und Feeling kommt der Soul aus Irland, genauer gesagt aus den Arbeitervierteln Dublins. Was ja kein Wunder ist, denn die Iren sind die Schwarzen Europas, und die Dubliner Proletarier sind die Schwarzen Irlands. Noch Fragen?

Das ist das musikalische Credo von Jimmy Rabbitte, dem Manager der „Commitments“, der heißesten Band in Irland 1991. Das Problem ist, dass es die Commitments nicht gibt. Doch das ist kein Hindernis für Jimmy. Wer aus seinem erweiterten Bekanntenkreis ein Instrument spielen kann und nicht bei drei auf dem Baum ist, kann sich als gecastet betrachten. Die Suche nach einem charismatischen Frontmann, der darüber hinaus noch singen kann, gestaltet sich deutlich schwieriger. Obwohl Jimmy ein Casting durchzieht, dass sich gewaschen hat: In dieser absolut brillanten Sequenz macht der Film sich über sämtliche Casting-Shows dieser Erde lustig, und das zehn Jahre bevor sie erfunden wurden.

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Schließlich erinnert er sich an eine Hochzeit, auf der er den betrunkenen Busfahrer Deco kennengelernt hat, der sich als ein mit einer Mordsröhre gesegnetes Bühnentier entpuppt – die Band ist komplett, die Karriere kann losgehen. Und tatsächlich – nach holprigem Start zeigt die Erfolgskurve der Band steil nach oben. Schließlich haben die Commitments es beinahe geschafft, der ganz große Erfolg steht unmittelbar bevor und könnte nur noch total idiotisch durch dämliche persönliche Eitelkeiten verhindert werden. Was natürlich prompt eintritt: die Commitments scheitern an sich selbst, die Band löst sich auf, und der Film endet damit, dass er einen bisher eher unscheinbaren Running Gag zu einer der schönsten Schlusspointen der Filmgeschichte aufpustet.

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„Die Commitments“ ist ein aus vielen kleinen Wundern bestehendes – großes Kinowunder.

Die kleinen Wunder sind:

  • Die Darsteller. Regisseur Alan Parker hat den Film fast ausschließlich mit Schauspiellaien besetzt, und er hat sich beim Casten mehr für die musikalischen Talente der jungen Menschen interessiert als für die Schauspielerei. Das führt zusammen mit den realistisch abgefilmten Dubliner Locations zu einer beinahe unheimlichen Authentizität. Zu keiner Sekunde hat man das Gefühl, Schauspielern zuzuschauen, die junge Musiker spielen. Die Darsteller gehen vollkommen in ihren Rollen auf, und wir Zuschauer kaufen ihnen das ab, weil sie nicht nur ihre Instrumente, sondern auch ihre Figuren spielen wie die Weltmeister.
    – das Drehbuch. Das Buch basiert auf einem Roman des irischen Schriftstellers Roddy Doyle, der – zusammen mit zwei Kollegen – auch das Drehbuch verfasst hat. Wie die drei Männer es geschafft haben, jedem Bandmitglied eine eigene, authentische Geschichte mitzugeben, die von Anfang bis Ende spannend durchdekliniert wird, ist bereits aller handwerklichen Ehren wert. Dass sie jedoch einen zum Brüllen komischen Film geschaffen haben, ohne ein einziges Mal eine ihrer Figuren der Lächerlichkeit preiszugeben, ist herausragendes Showmanship. Das Drehbuch zu den Commitments ist eins der besten Drehbücher der Filmgeschichte, Punkt.

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  • Andrew Strong. Der Mann, der Deco Cuffe, den Sänger der Commitments, spielt, war während der Dreharbeiten erst unfassbare 16 jahre alt. Wie dieser Junge die Klassiker singt und wie er dieses zerrissenen Charakter spielt ist absolut stupend. Der Soundtrack des Films hat übrigens mehr Geld eingespielt als der Film. Was zu einem großen Teil Andrew Strong geschuldet ist.
  • Die Musik. Selten klangen Klassiker wie „Mustang Sally“ besser, selten hat man Musik derart abgehen hören. Wäre die Band nicht „nur“ für den Film erfunden worden, hätte sie einen Plattenvertrag bekommen. Tatsächlich haben die Darsteller einige Konzerte als „Commitments“ gegeben.
  • Dass diese zahllosen Mosaiksteinchen sich tatsächlich zu einem großen Ganzen fügen, das ist Alan Parker zu verdanken. Trotz Meisterwerken wie „Birdy“ oder „Missisippi Burning“, „Die Commitments“ ist sein bester Film, eine unglaubliche, überschwängliche, vor Lebensfreude nur so strotzender Achterbahnfahrt voller Rock‘n Roll!

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Gewinnspiel
Folgende Fragen gilt es zu beantworten:
1.) Welcher Musikfilm gefällt Euch am besten? Schön wäre eine kurze Begründung.
2.) Wie habt Ihr zu www.film-blog.tv gefunden?

Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich ein tolles Fanpaket bestehend aus:

2 x Blu-ray Disc™ „Die Commitments“

Schickt einfach eine Mail mit der Antwort und Eurer Adresse an gewinnspiel@film-blog.tv

Dazu habt ihr bis zum 15.05.2017 bis 24.00 Uhr Zeit.

Das Gewinnspiel wird von www.film-blog.tv veranstaltet, die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahre mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie von www.film-blog.tv
dürfen nicht mitmachen. Gehen mehr richtige Antworten ein, als Preise zur Verfügung stehen, lassen wir das Los entscheiden, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die Teilnehmerdaten werden nur für die Zustellung eines eventuellen Gewinns bis zum Einsendeschluss gespeichert und anschließend vollständig gelöscht. Eine Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen.

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Concorde Home Entertainment GmbH präsentiert „Die Commitments“ ab dem 06. April 2017 auf Blu-ray Disc™, DVD und als VoD.
Das Rezensionsexemplar und die Gewinnspielpreise wurden von Concorde Home Entertainment GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: The Commitments
Land / Jahr: IRL / GB / USA / 1991
Genre: Drama, Musik
Darsteller: Robert Arkins: Jimmy Rabbitte; Michael Aherne: Steven Clifford, Piano; Angeline Ball: Imelda Quirke, Gesang; Maria Doyle Kennedy: Natalie Murphy, Gesang; Dave Finnegan: Mickah Wallace, Schlagzeug; Bronagh Gallagher: Bernie McGloughlin, Gesang; Félim Gormley: Dean Fay, Saxophon; Glen Hansard: Outspan Foster, Gitarre; Dick Massey: Billy Mooney, Schlagzeug; Johnny Murphy: Joey ‚The Lips‘ Fagan, Trompete; Kenneth McCluskey: Derek Scully, Bass; Andrew Strong: Deco Cuffe, Gesang; Colm Meaney: Jimmy Rabbitte, Sr. u.a.
Regie: Alan Parker
Drehbuch: Dick Clement, Ian La Frenais, Roddy Doyle Romanvorlage: „The Commitments“ von Roddy Doyle
Produzenten: Lynda Myles, Roger Randall-Cutler
Kamera: Gale Tattersall
Schnitt: Gale Tattersall
Musik: The Commitments
FSK: 12

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Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 118 Min. + Bonus
Bildformat: 1080p High Definition 1,78:1 (16:9)
Tonformat: Dt. DTS-HD Master Audio 5.1, Dt. DD 2.0
Sprache(n): Deutsch, Englisch
Untertitel: Dt. für Hörgeschädigte (ausblendbar)
Extras: Trailershow, Wendecover

Webseite zum Film: Die Commitments