Die Glenn Miller Story: In the mood… for swing

glenn-miller_coverGroßartig dargestellt von James Stewart zeigt „Die Glenn Miller Story” das Leben des wohl bekanntesten Bandleaders Amerikas. Anfangs noch erfolglos und verarmt, muss Miller seine Posaune mehr als einmal ins Pfandhaus tragen. Nur die Liebe und der Glaube seiner Frau lassen ihn durchhalten. Anfang der 40er-Jahre hat Glenn Miller es geschafft: Er ist Star einer eigenen Show und sein unvergleichlicher Sound der lnbegriff des Swing. Doch der Zweite Weltkrieg naht und das Schicksal schlägt unerbittlich zu…

Film-Blog.tv meint:
Jimmy (James) Stewart teilt sich die Hauptrolle in der „Glen Miller-Story“ mit der Musik und einer Zeitreise in die legendären Welt der Dreißiger Jahre. Mit ihren spektakulären Automobilen, Candlestick-Telefonen und Pomade. Viel Pomade. Regisseur Anthony Mann stellt uns einen sympathischen Bandleader vor, der eine entspannte Einstellung zum Leben hat, und Leidenschaft in der Liebe und vor allem für die Orchestermusik mitbringt. Die Produktion aus den Fünfziger Jahren ist ein Fest für die Augen. Und mehr noch: Für die Ohren.


Die Blu-ray, die wir hier vorstellen, hat selbstverständlich zwei deutsch synchronisierte Tonspuren.

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt.

Musik ist mehr für Glenn als nur ein spielendes Instrument; es ist das ganze Orchester. Dies erzählt er dem Pfandleiher (Sig Rumann mit einem aufgeprägten deutschen Akzent), der ein häufiger Gastgeber des finanziell klammen Musikers ist.

„Die Glenn Miller Story“ begleitet das Genie durch sein Leben. Der impulsive Mann platzt nach zwei Jahren erneut in das Leben seiner Freundin Helen, als ihn sein Beruf nach Denver führt, und überrascht sie beim nächsten Treffen in New York gleich mit dem Standesamt.

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Sein Talent führt den Bandleader in eine erfolgreiche Karriere. Nichts kann ihn aufhalten: Als ein Musiker seines Orchesters ausfällt, arrangiert er das gesamte Stück über Nacht um, die Trompete wird zur Klarinette. Niemand hält das für möglich. Doch Glenn Miller erzielt einen weiteren Publikumserfolg. Und kreiert nebenbei den charakteristischen Sound, der ihn weltberühmt machen soll.

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Glenn Miller arrangiert Legenden. Aber nicht immer gefällt es ihm, wie die zeitgenössischen Künstler seine Kreationen umsetzen: „The song is supposed to be a ballad, not a hoochie-coochie song“, kommentiert der Bandleader ein frühes Arrangement seiner Eigenkomposition „Moonlight Serenade“. Er korrigiert, und er schafft einen weiteren zeitlosen Klassiker. Und dies kann das Ausnahmetalent wie wohl kein Zweiter seiner Zeit.

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„The New Miller Style“: Die Schlagzeilen der Zeitungen titeln zum Erfolg des Bandleaders, im Konzertsaal und insbesondere auch bei den Plattenverkäufen. Der Erfolg ändert auch seine finanzielle Situation drastisch: Der Pfandleiher aus dem frühen Stadium seiner Karriere gehört der Vergangenheit an. Eine luxuriöse Villa und Hauspersonal sind nun der Alltag.

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Glenn Miller meldet sich zur Armee. Er möchte seine Landsleute während des Zweiten Weltkriegs in Europa unterhalten und deren Moral heben. Schon am Militärflughafen macht er einen Unterschied, in dem er die Militärkapelle Swing spielen lässt und den zackigen Marsch der GI’s in einen beschwingten Gang verwandelt. Als er in England spielt, können nicht einmal Luftschutzsirenen und angreifende Bomber sein fasziniertes Publikum zum Gehen bewegen: Die Zuhörer bleiben. Nach dem entfernten Bombeneinschlag wenden sie sich erneut ganz der Musik zu.

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Ein Flug von London in das befreite Paris soll sein letzter sein, das Flugzeug erreicht den Bestimmungsort nicht. Die Band spielt zum Gedenken an ihren Bandleader, der nur vierzig Jahre alt werden sollte. Er schuf in dieser kurzen Lebenszeit Arrangements, die sein Leben viele Jahrzehnte überdauerten.

Der Film macht deutlich, welche Legenden Glenn Miller in seinem relativ kurzen Leben geschaffen hat. Alle der Stücke, die in der „Glenn Miller Story“ auftauchen kennt man. Ob nun dem Titel nach oder unbewusst, ohne sie vorher mit Glenn Miller in Verbindung gebracht zu haben.

Eine Reihe berühmter Musiker der Fünfziger Jahre ergänzen den charmanten Film mit Cameo-Auftritten. Dazu gehören Louis Armstrong, Barney Bigard und Cozy Cole.

Auf der Disc finden sich neben der englischen Originalspur zwei verschiedene deutsche Synchronbearbeitungen. Beide stammen von der Berliner Synchron GmbH, die ältere aus 1954, die zweite aus 1985. In beiden Versionen spricht Siegmar Schneider James Stewarts deutsche Stimme. Es macht Spaß, zwischen den beiden Synchronfassungen mit ihrem zeitlichen Abstand von gut 30 Jahren zu wechseln.

Das Bild ist fantastisch ausgeleuchtet und findet eine sehr gute Balance zwischen klaren Konturen und einer Weichheit, die zum Thema des Films passt. Die Crew verstand bereits in den Fünfziger Jahren ihr Handwerk ausgezeichnet.

Neben dem Bonusmaterial auf der Disc (Langfassung, Trailer Deutsch und Englisch, Bildergalerie) bringt die Box ein liebevoll gestaltetes 16-seitiges Booklet mit: „Zwischen Hollywood und Harlem“ beschreibt die Biographie des Bandleaders interessant und attraktiv bebildert.

Koch Media präsentiert „Die Glenn Miller Story“ auf Blu-ray Disc™. Das Rezensionsexemplare wurde von Koch Media zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: The Glenn Miller Story
Land / Jahr: USA / 1954
Genre: Musikfilm, Biographie
Darsteller: James Stewart: Glenn Miller, June Allyson: Helen Berger Miller; Harry Morgan: Chummy MacGregor; Charles Drake: Don Haynes; George Tobias: Si Schribman; Barton MacLane: General Hap Arnold; Sig Ruman: Kranz, der Pfandleiher
Regie: Anthony Mann
Drehbuch: Valentine Davies, Oscar Brodney
Produktion: Aaron Rosenberg
Kamera: William H. Daniels
Schnitt: Russell F. Schoengarth
Musik: Henry Mancini
FSK: 6

DVD, Blu-ray Disc
Laufzeit: ca. 114 Min.
Bildformat: 4:3 – 1.33:1
Tonformat: DTS-HD 2.0
Sprachen: Deutsch, Englisch; Deutsch in den Fassungen aus 1954 und 1985
Extras: Langfassung, Trailer Deutsch und Englisch, Bildergalerie; 16-seitiges Booklet „Zwischen Hollywood und Harlem“

Webseite zum Film: Die Glenn Miller Story