Die Herren mit der weißen Weste: Dandy kriegt eins auf die Nase!

herren_coverBruno Stiegler, besser bekannt als Dandy, ist wieder da! Der Gentlemanganove ist aus den USA zurück gekehrt, was mancherorts für Hektik sorgt. Vor allem Herbert Zänker veranlasst die Rückkehr des Sunnyboys zu einer bittersüßen Revanche. Der nunmehr pensionierte Oberlandesgerichtsrat war Dandy jahrelang auf den Fersen, konnte ihn aber mangels Beweisen niemals hinter schwedische Gardinen bringen. Da der gewiefte Ganove legalen Mitteln mit Bravour standhält, dreht Zänker den Spieß einfach um. Mit seinen – ebenfalls betagten – Freunden und seiner Schwester kommt er Dandy bei jedem neuen Coup zuvor, sodass der Ganove verbittert vor bereits ausgeräumten Geldschränken steht. Dem raffinierten Zänker und seinen Herren mit der weißen Weste gelingt es schließlich, Dandy aufs Kreuz zu legen und ihn so nervös zu machen, bis er den entscheidenden Fehler begeht und die Polizei in Form von Kriminalinspektor Walter Knauer endlich zuschlagen kann …

Film-Blog.tv meint:
Deutschland 1969. Das Wirtschaftwunder der 50iger Jahre war längst abgeklungen. Die 68iger und Studentenunruhen beherrschten die Schlagzeilen. Für die schon damals eher nostalgisch angehauchten schrieben Horst Wendlandt und Paul Hengge das Drehbuch zu „Die Herren mit der weißen Weste“, Wolfgang Staudte führte Regie. Herausgekommen ist dabei eine recht amüsante Gaunerkomödie der Sorte „Die Alten haben’s immer noch drauf“ mit einer deutscher Starbesetzung, die ihre Blütezeit größtenteils 10 Jahre zuvor erlebt hatte. Die noch junge Hannelore Elsner stand am Anfang ihrer Karriere und wirkte noch ein wenig arg hölzern-bemüht, Mario Adorf durfte wieder mal den smarten Gauner aus Amerika spielen. Was damals brav-bieder daherkam, macht heute allerdings wieder richtig Spaß: „Weißt Du noch …“

Berlin Tegel, 1969. Eine Super Constellation der Pan-Am ist gelandet. Großes Reporteraufgebot. Leicas und Rolleis klicken. Ein “verlorener Sohn” der Stadt ist zurück gekehrt. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat Bruno „Dandy“ Stiegler Karriere als Boxpromotor gemacht.

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Aber nicht nur die Presse erwartet ihn. Außer seinen Freunden Susan, Luigi und dem Boxer Max Graf gehört auch der Oberlandesgerichtsrat a.D. Herbert Zänker zum Empfangskomitee. In seiner langjährigen Karriere ist es ihm mangels Beweisen nie gelungen, Dandy dingfest zu machen. Das will er jetzt nachholen.

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Wie zu erwarten, entwickelt sich eine nette Gaunerkomödie, die auch heute noch – vor allem unter nostalgischen Gesichtspunkten – gut unterhalten kann. Ein paar Logikfehler schleichen sich immer wieder ein, gut. Horst Wendlandt hat sich das Ganovenleben halt ein wenig einfacher vorgestellt, als es auch 1969 sicher war.

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Überrascht hat mich die fast durchgängig sehr gute Bildqualität. Nur in wenigen Szenen wird’s unscharf. Was aber auch erst bei Großprojektion so richtig störend sichtbar ist. Aber diese Passagen sind sehr kurz und werden auf dem TV-Bildschirm kaum weiter auffallen. Der Ton ist natürlich Mono, aber sehr sauber abgemischt, sehr klar und gut verständlich.

Pidax film media Ltd. präsentiert „Die Herren mit der weißen Weste“ auf DVD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Pidax film media Ltd. zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

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Die Herren mit der weißen Weste
Land / Jahr: Deutschland / 1969
Genre: Komödie, Krimi
Darsteller: Martin Held: Herbert Zänker, Mario Adorf: Bruno „Dandy“ Stiegler, Walter Giller: Walter Knauer, Hannelore Elsner: Susan, Heinz Erhardt: Heinrich Scheller, Agnes Windeck: Elisabeth Zänker, Rudolf Platte: Pietsch, Willy Reichert: Otto Sikorski, Sabine Bethmann: Monika Knauer, Rudolf Schündler: Willy Stademann, Herbert Fux: Luigi Pinelli, Siegfried Schürenberg: Kommissar Berg, Norbert Grupe: Boxer Max Graf, Tilo von Berlepsch: Juwelier, Friedrich Schoenfelder: Kaufhausdirektor, Achim Strietzel: Kunkelmann, Otto Czarski: Kioskbesitzer
Regie: Wolfgang Staudte
Drehbuch: Horst Wendlandt, Paul Hengge
Kamera: Karl Löb
Musik: Peter Thomas

DVD
Laufzeit: ca. 94 Min.
Bildformat: 16:9 – 1,66:1
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Sprachen: Deutsch
Bonus: Wendecover
FSK: 12

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