DIE MAMBA – Gefährlich lustig: Frauentausch und ein Doppelgänger in Casablanca

mamba_cover„Die Mamba“ ist ein internationaler Top-Terrorist. Ein tödlicher Nahkämpfer, Scharfschütze, Sprengstoffexperte, Meister der Maske und der Täuschung. Hossein Sarivi dagegen ist braver Ehemann und Geräuschdesigner in einer Keksfabrik. Beide sehen sich zum Verwechseln ähnlich, sind sich aber noch nie begegnet.
Während der tollpatschige und exzentrisch-naive Sarivi auf heimlicher Jobsuche ist, damit seine dominante Ehefrau Pari nichts von seiner fristlosen Kündigung erfährt, wird er unglücklicherweise für „Die Mamba“ gehalten. Sarivi, der nicht weiß, wie ihm geschieht, wird fortan von dubiosen russischen Auftraggebern auf eine gefährliche Mission geschickt, die ihn von Wien über London bis nach Casablanca führt. Dabei gerät er ins Fadenkreuz des neurotischen CIA-Agenten Bronski und macht sich zwangsläufig auch die echte Mamba selbst zum Feind.

Film-Blog.tv meint:
Regisseur Ali Samadi Ahadi scheucht seine Akteuere in der 2014er-Verwechslungskomödie durch die Welt und durch Identitäten. Es macht Spaß, den motivierten Schauspielern zuzusehen. Dabei führt der Wiener Schauspieler Michael Niavarani die Szenen mit seiner doppelten Hauptrolle, die er beide mit Spielfreude bedient. „Die Mamba“ erfindet die Komödie nicht neu und wird in 25 Jahren sicher nicht als Filmlegende wiederveröffentlicht. Hier und heute unterhält der Film jedoch bestens.

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt.

Hossein Sarivi ist Sounddesigner in einer Keksfabrik, und er liebt seinen Job. Leider liebt der Job ihn nicht, und seine Idee, Zement zur Klangoptimierung in den Keksteig zu mischen, führt zur Entlassung.

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Ganz anders sein Doppelgänger, „Die Mamba“: der gefährlichste Auftragskiller der Welt ist eiskalt und souverän tödlich. Seine Fistelstimme bekommt er mit einigen Hüben Spray in den Rachen meist auch in den Griff.

Während Hossein seine neue Arbeitslosigkeit vor seiner herrischen Frau verstecken muss, soll „Die Mamba“ an der Seite von Top-Terroristin Sherazade einen Job übernehmen. In diesen rutscht versehentlich der ahnungslose Hossein, der nun von Sherazade für die Mamba gehalten wird. Sie verehrt den berühmten Kollegen und lässt nichts unversucht, durch den vermeintlichen Top-Killer verführt zu werden.

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Passend kommt die echte Mamba mit Pari Sarivi zusammen, die ihn für ihren erfolglosen Ehemann Hossein hält. Ihre rabiate Art lässt eine Saite im Auftragskiller erklingen, die ihn auf eine skurrile Art berührt.

Während CIA-Agent Carl Bronski an den Fersen der Killer klebt, kommt auf Hossein eine Herausforderung zu: die verliebte Sherazade will mit ihm in die „Stadt der Liebe“. Dort, in Paris, soll das ungleiche Paar ein Kernkraftwerk sprengen…

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Man merkt Michael Niavarani den Spaß an seiner Doppelrolle in dieser Verwechslungsködie an. Er bedient die ungleichen Charaktere mit Spielfreude und fügt sich in ein Ensemble ein, das man gerne bei der Arbeit sieht. Das Buch von Arne Nolting und Ali Samadi Ahadi weiß durchaus zu unterhalten, wenn auch das klassische Komödienthema der Verwechslung hier nicht ununterbrochen durchhält. Dort, wo dieses Motiv überreizt wirkt, machen die Akteure dies wett. Damit schafft „Die Mamba“ es, über die gut eineinhalb Stunden Spielzeit konstant zu unterhalten.

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Die 2014er Produktion wird sicher nicht als Meilenstein des Genres in Erinnerung bleiben, weiß aber die aktuelle Comedy-Landschaft durchaus zu bereichern. Dem Film kommt auch zugute, dass der talentierte Michael Niavarani beim deutschen Publikum noch unverbraucht ist.

Regisseur Ali Samadi Ahadi mischt seinen Filmen gerne einen Schuss Hektik bei, und er ergänzt gerne ein paar Fanatiker. Dies zeigte er bereits in seiner Arbeit 45 Minutes to Ramallah aus 2013, und dieses Herangehen setzt er auch in „Die Mamba“ fort. Auf der Habenseite steht die Originalität seiner jungen Produktionen, von der auch „Die Mamba“ profitiert.

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Das Bild ist konturenscharf und farbdynamisch, der Ton bringt Mut zur Räumlichkeit mit. Technisch ist die Produktion für eine Komödie auf der Höhe ihrer Zeit.

Senator Home Entertainment präsentiert „Die Mamba“ ab dem 12. Dezember 2014 auf Blu-ray Disc™, DVD und als VoD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Senator Home Entertainment zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

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Originaltitel: Die Mamba
Land / Jahr: Österreich, Deutschland / 2014
Genre: Komödie
Darsteller: Michael Niavarani: Mamba/Hossein Sarivi; Christoph Maria Herbst: Carl Bronski; Melika Foroutan: Sherazade; Proschat Madani: Pari Sarivi; Max Herbrechter: Ingenieur; Tedros Teclebrhan: Said; Navíd Akhavan: Farouk; Badasar Calbiyik: Mahmout; Caroline Schreiber: Russin; Julie Engelbrecht: Agent Triple D; Monika Gruber: Keksfabrikantin Gruber; Lukas Perman: Maurizio
Regie: Ali Samadi Ahadi
Drehbuch: Arne Nolting, Ali Samadi Ahadi
Produzenten: Markus Pauser, Erich Schindlecker, Mohammad Farokhmanesh, Frank Geiger, Armin Hofmann
Kamera: Marcus Kanter
Schnitt: Bettina Mazakarini
Musik: Marcus Nigsch
FSK: 12

Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 96 Min. + Bonus
Bildformat: 16:9 – 2.40:1
Tonformat: DTS-HD 5.1
Sprachen: Deutsch
Extras: Making-of (ca. 15 min.), Trailer

Webseite zum Film: Die Mamba