Every Thing Will Be Fine: Wo ist Nicolas?

Gewinnspiel_rotevery_thing_coverEin Winterabend. Eine Landstraße. Es schneit, die Sicht ist schlecht. Aus dem Nichts kommt ein Schlitten einen Hügel herunter geglitten. Eine Vollbremsung, der Wagen kommt zum Stand. Stille.
Den Schriftsteller Tomas trifft keine Schuld an diesem tragischen Unfall, ebenso wie den kleinen Christopher, der besser auf seinen Bruder hätte aufpassen können, oder Kate, die Mutter der beiden, die die Kinder früher hätte ins Haus rufen sollen – Tomas fällt in ein tiefes Loch. Die Beziehung zu seiner Freundin Sara zerbricht an der Belastung. Tomas rettet sich in sein Schreiben. Aber darf er dazu Erfahrungen verarbeiten, die das Leiden anderer einbeziehen? Der Film folgt seinem Versuch, dem Leben wieder einen Sinn zu geben und eine eigene Familie aufzubauen. Genauso folgt er auch Kate und Christopher, bis der 17 Jahre alt ist und sich entschließt, diesen Fremden wiederzusehen, den er nur einmal, an jenem verhängnisvollen Abend, getroffen hat …

Film-Blog.tv meint:
Die meisten werden sich die Frage stellen: Lohnt sich, das Drama als 3D-Blu-ray? Ich gebe zu, dass ich zunächst auch etwas skeptisch war. Um schon nach den ersten Filmminuten tief beeindruckt zu sein. Denn die räumliche Tiefe visualisiert subtil und dennoch extrem eindrucksvoll die erzählerische Dreidimensionalität des Films. Wenders und seiner Crew ist das seltene Kunststück gelungen, den Betrachter emotional tief in die Geschichte zu ziehen, ohne durch Sympathie mit den Figuren Stellung zu beziehen. Im Gegenteil: Der Betrachter ist nicht Voyer, sondern dank 3D, Teil der Geschichte, mitten drin. Und das, obwohl sich keine der Figuren um die Empathie der Zuschauer sonderlich bemüht. Man spürt, dass jeder einzelne mit seiner Situation für sich alleine kämpft.

Jeder Autofahrer fürchtet die Situation: Ein kurzer Moment unkonzentriert, mit den Gedanken nicht bei der Sache. Und schon ist es passiert. Ein Unfall. Erst Recht, wenn dabei ein Kind stirbt.

Tomas ist Schriftsteller. Um neue Ideen für einen Roman zu finden, hat er sich für ein paar Tage von seiner Frau getrennt. Die Situation des Paars ist gespannt. Sara fürchtet sich vor der Aussprache, ruft ihn aber dennoch immer wieder am Handy an. Mal wird die Verbindung unterbrochen, mal nimmt er nicht ab. Er beschließt, zum Abendessen nach Hause zu fahren. Tiefer Winter in Kanada. Die Straßen sind verschneit, die Scheiben des Autos vereist. Der Scheibenwischer schafft es kaum, einen kleinen Sehschlitz frei zu halten. Dichte Schneeflocken treiben – als 3D-Popouts – durch die weiße Landschaft und im Wohnzimmer des Zuschauers. Es wird schon dunkel, Tomas zündet sich eine Zigarette an. Das Handy hört nicht auf zu klingeln.

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Er biegt in eine schmale Nebenstraße ab. Das Telefon klingelt weiter. Um endlich Ruhe zu haben, nimmt er dann doch ab. Ein einsilbiges, frostiges Gespräch. Plötzlich ein schneller Schatten. Ist da nicht ein Schlitten von der Böschung neben der engen Straße auf die Fahrbahn gerutscht? Vollbremsung. Tomas befürchtet das Schlimmste. Und ist erleichtert, dass der kleine Christopher unverletzt auf seinem Rodel sitzt. Zentimeter vor der Stoßstange.

Wenige Meter abseits der Straße steht ein einsames Haus am Waldrand. Tomas schultert Christopher und bringt ihn nach Hause. Dessen Mutter, Kate, öffnet die Türe: „Wo ist Nicolas?“ Beide stürmen zum Auto, können den Kleinen aber nicht mehr retten. Die Polizei nimmt den Unfall auf und bestätigt Tomas: „Sie haben keine Schuld“.

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Ein Kind ist tot, Unfall. Keiner hat Schuld, und dennoch fühlen sich alle schuldig: Tomas, der den Wagen fuhr. Kate, die die Kinder längst ins Haus holen wollte, sich aber nicht von ihrer Lektüre trennen konnte. Sara, die Tomas mit ihren Anrufen abgelenkt hat. Und Christopher, der nicht auf seinen kleinen Bruder aufgepasst hat …

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Obwohl jeder dem anderen beteuert, dass niemand für den Unfall verantwortlich ist: So richtig wird keiner der Beteiligten damit fertig. Tomas unternimmt einen halbherzigen Selbstmordversuch, die Ehe mit Sara scheitert. Auch seine neue Beziehung zu Ann und deren Tochter gestaltet sich, trotz des eintretenden, beruflichen Erfolgs von Tomas schwierig. Immer wieder sucht er die Nähe zu Kate, um sich von ihr eine Absolution zu holen. Aber dazu ist sie, trotz bestem Willen, nicht in der Lage. Sie schafft es lediglich, den Kontakt von Tomas zu Christopher zu verhindern. Bis dieser 17 Jahre alt ist und auf eigene Initiative eine Aussprache mit dem mittlerweile berühmten Schriftsteller sucht…

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Das Bild und Ton der Blu-ray sind sehr gut. Wie eingangs erwähnt, ist es grade die 3D-Darstellung in Verbindung mit dem Raumklang, die die fast schon intime Wirkung des Films so eindringlich verstärken, dass man sich direkt in das Geschehen mit einbezogen fühlt. So viel Intimität ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Wer jedoch einmal selbst erleben will, wie intensiv das Medium Film dank der heute möglichen Technik direkt auf den Betrachter wirken kann, darf sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Dass die Projektions- und Klangtechnik dazu in der Lage sein muss, ist selbstverständlich.

Gewinnspiel
Folgende Fragen gilt es zu beantworten:
1.) Nennt uns Euren Lieblingsfilm von oder mit Wim Wenders! Schön wäre eine kurze Begründung, warum Euch ausgerechnet dieser Film so gut gefällt.
2.) Wie habt Ihr zu www.film-blog.tv gefunden?
Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich:

1 x 3D-Blu-ray Disc™ „Every Thing Will Be Fine“

Schickt einfach eine Mail mit der, hoffentlich richtigen, Antwort und Eurer Adresse an gewinnspiel@film-blog.tv

Dazu habt ihr bis zum 31.10.2015 bis 24.00 Uhr Zeit.

Das Gewinnspiel wird von www.film-blog.tv veranstaltet, die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahre mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie von www.film-blog.tv
dürfen nicht mitmachen. Gehen mehr richtige Antworten ein, als Preise zur Verfügung stehen, lassen wir das Los entscheiden, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die Teilnehmerdaten werden nur für die Zustellung eines eventuellen Gewinns bis zum Einsendeschluss gespeichert und anschließend vollständig gelöscht. Eine Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen.

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„Every Thing Will Be Fine“ erscheint bei Warner Bros. Entertainment GmbH ab dem 15. Oktober 2015 auf 3D-Blu-ray™, Blu-ray™, DVD und als VoD.
Das Rezensions- und das Gewinnspielexemplar wurden von Warner Bros. Entertainment GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Every Thing Will Be Fine
Land / Jahr: Deutschland, Kanada, Norwegen, Schweden / 2015
Genre: Drama
Darsteller: James Franco: Tomas, Charlotte Gainsbourg: Kate, Rachel McAdams: Sara, Marie-Josée Croze: Ann, Patrick Bauchau: Tomas’ Vater, Robert Naylor: Christopher, Peter Stormare: Verleger, Julia Sarah Stone: Mina 12–14 Jahre, Lilah Fitzgerald: Mina 8 Jahre, Jack Fulton: Christopher 5–8 Jahre u.a.
Regie: Wim Wenders
Drehbuch: Bjørn Olaf Johannessen
Romanvorlage:
Produktion: Gian-Piero Ringel
Kamera: Benoît Debie
Schnitt: Toni Froschhammer
Musik: Milena Fessmann
FSK: 6

3D-Blu-ray™
Laufzeit: ca. 132 Min. + Bonus
Bildformat: Full HD 16:9 (2,40:1)
Tonformat und Sprachen: Dolby Atmos (Deutsch, Englisch, Französisch), Dolby Digital 5.1 (Spanisch, Italienisch), Audiodeskription für Blinde (Englisch 5.1)
Untertitel: Spanisch, Französisch, Niederländisch, Dänisch, Finnisch, Schwedisch, Isländisch, Norwegisch
Untertitel für Hörgeschädigte: Deutsch, Englisch
Bonus: Die Geschichte eines Soldaten, Das Making-of von American Sniper.

Webseite zum Film: „Every Thing Will Be Fine“