Frau Ella: Die Zeit vergeht, die Liebe bleibt

ella_coverSchlimmer geht’s immer: Sascha und sein bester Kumpel Klaus genießen ihr lockeres Leben … bis Saschas Freundin Lina schwanger wird. Sie ist nur mit Baby zu haben, er nur ohne. Im Trennungsstress baut Sascha einen Unfall, und als ob der Totalschaden nicht reichen würde, hat er bald darauf die redselige Seniorin Ella am Hals, die ihm aber in einem überlegen ist: Erfahrung. Und Frau Ella will mit ihren Tipps und Tricks Saschas Liebesleben wieder in Ordnung bringen…

Film-Blog.tv meint:
Das Kino hat die Senioren entdeckt. Doch während es die Franzosen mit Charme und Esprit (Paulette) schaffen, die Massen in die Kinos zu locken, versucht es Hollywood entweder mit Rentner-Action (R.E.D.) oder Klamauk (Last Vegas).
Und die Deutschen? Für uns muss es schon ein „richtiger Held“ (Sein letztes Rennen) sein. Oder eben eine Riesenportion Kitsch mit – im Fall von „Frau Ella“ völlig unnötiger – Dramatik und einer Prise Sozialkritik. Typisch Deutsch halt: Es reicht nicht, einfach nur mal Spaß zu haben. Der erhobene Zeigefinger muss immer dabei sein. Schade, eigentlich. Oder?

Sascha, abgebrochener Medizinstudent, verdient seine Brötchen als Taxifahrer in Berlin. Eines schönen Herbstmorgens verrät ihm seine Freundin Lina auf dem Weg zur Uni, dass sie von ihm schwanger ist. Vom anschließenden Streit aufgebracht – sie will das Kind, er nicht – baut er einen Unfall und landet schließlich leicht verletzt im Krankenhaus.

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Dort lernt er die hoch betagte Frau Ella Freitag kennen. Sie soll, trotz eines schweren Herzfehlers, operiert werden. Obwohl der Eingriff, wie Sascha herausfindet, unnötig ist. Die Narkose könnte Ella wegen ihres Bluthochdrucks und fortgeschrittenen Alters nicht überleben. Doch da das Krankenhaus bei einer Operation eine höhere Fallpauschale abrechnen kann, besteht die Klinik darauf. Damit wäre der sozialkritische Aspekt in „Frau Ella“ also schon mal abgehakt.

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Um die OP zu verhindern, „entführt“ Sascha die mittlerweile schon sedierte Frau Ella und bringt sie erst Mal zu sich nach Hause. Dort bekommt sie den Streit mit, der zwischen Sascha und Lina zur Trennung führt. Doch Ella glaubt an die ganz große Liebe. Sie überredet Sascha und dessen Freund Klaus zu einem Ausflug, der letztendlich in die Vergangenheit führt: Zur, leider unerfüllten großen Liebe von Ella.

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Spontan beschließt Sascha, mit Ella und Klaus nach Paris zu fahren. Dort, so hat er herausgefunden, soll der Mann noch leben, von dem sich Frau Ella in den Wirren der Nachkriegszeit trennen musste …

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„Frau Ella“ ist ein durchaus humorvolles Roadmovie mit einigen überraschenden Komponenten. Ruth Maria Kubitschek spielt ihre um Jahrzehnte jüngeren Mitstreiter so was von locker an die Wand, dass es eine Freude ist, ihr zuzuschauen. Dennoch ist sie so erfahren, dass sie genau weiß, wann sie sich zurücknehmen muss. Schließlich ist sie zwar die namensgebende Hauptfigur, doch der Film keine „One-Woman-Show“. Auch Anna Bederke als Lina spielt stark, hat aber leider viel zu wenig Screentime.

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Auch wenn die Handlung von „Frau Ella“ sicherlich diskussionswürdig ist, es lohnt sich meines Erachtens dennoch, sich den Film anzuschauen. Grund dafür ist, neben dem recht guten Soundtrack, vor allem die Kameraarbeit. Ueli Steiger drehte schon Blockbuster wie „The Day After Tomorrow“ und arbeitete mit Regisseuren wie Dennis Hopper und Roland Emmerich zusammen. Auch in „Frau Ella“ zeigt er sein ganzes Können und liefert großartige, stimmungsvolle Bilder die länger nachwirken als die Dialoge. Wenn der Film nicht so schnell vergessen wird, ist das in erster Linie sein Verdienst.

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Das Bild der Blu-ray entspricht, auch bei Großprojektion, dem aktuellen Stand der Technik. Farbe, Kontrast und Schwarzwerte geben keinen Anlass zu Kritik. Der Ton kommt klar und perfekt abgemischt aus dem 5.1-System. Der Raumklang, in Verbindung mit den tollen Bildern, macht viel von der Atmosphäre aus.

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Warner Bros. Entertainment GmbH präsentiert „Frau Ella“ ab dem 28.03.2014 auf Blu-ray Disc™, DVD und VOD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Warner Bros. Entertainment GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Frau Ella
Land / Jahr: Deutschland / 2013
Genre: Komödie, Romantische Komödie, Romantik
Darsteller: Matthias Schweighöfer: Sascha; Ruth Maria Kubitschek: Frau Ella; August Diehl: Klaus; Anna Bederke: Lina; Anatole Taubman: Rudolph; Anna Thalbach: Schwester Erika; Luc Feit: Kalle u.a.
Regie: Markus Goller
Produktion: Matthias Schweighöfer, Dan Maag, Marco Beckmann
Drehbuch: Dirk Ahner
Kamera: Ueli Steiger
Schnitt: Simon Gstöttmayr, Markus Goller
Musik: Martin Todsharow, Andrej Melita, Peter Horn, Martin Probst

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Blu-ray Disc
Laufzeit: ca. 104 Min.
Bildformat: Full HD 16:9 (2,35:1)
Tonformat: DTS HD-Master Audio 5.1
Sprache: Deutsch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Bonus: Dokumentation, Making Of, Music Video, Premiere, Trailer
FSK: 0

Webseite zum Film: Frau Ella