Frühstück bei Monsieur Henri: Lebe DEIN Leben!

henri_coverGewinnspiel_rotMonsieur Henri ist ein mürrischer alter Herr und stolz darauf. Er lebt allein mit einer Schildkröte in einer viel zu großen Pariser Altbauwohnung und ärgert sich – über die Ehefrau seines Sohnes, die jungen Leute von heute oder was sonst so anfällt. Doch weil Henris Gesundheit letzthin etwas nachgelassen hat, beschließt sein Sohn Paul, dass es Zeit wird für eine Mitbewohnerin. Mit der chronisch abgebrannten Studentin Constance kommt ihm eine junge Dame ins Haus, die all das hat, was Henri auf den Tod nicht leiden kann, die seine Pantoffeln klaut und unerlaubt das Klavier benutzt. Weil sich Constance die Miete eigentlich nicht leisten kann, bietet Henri ihr ein skurriles Geschäft an: wenn sie es schafft, seinem Sohn Paul so lange schöne Augen zu machen, bis der seine Ehefrau verlässt, ist die Miete umsonst. Mehr übel als wohl willigt Constance ein. So stolpert der ahnungslose Paul in seinen zweiten Frühling und Constance in eine schrecklich nette Familie, die dank Monsieur Henri heillos im Chaos versinkt.

Film-Blog.tv meint:
Spätestens seit „Ziemlich beste Freunde“ erleben Komödien aus Frankreich eine Renaissance. „Paulette“ und „Monsieur Claude und seine Töchter“ bestätigten den Erfolg, den Ivan Calbérac nun mit „Frühstück bei Monsieur Henri“ fortsetzen will. Was ich eigentlich nicht will, aber dennoch erwähnen muss: Wer sich den deutschen Titel für diesen Film einfallen ließ, sollte schleunigst seine Berufswahl überdenken. Zu Gute halten muss man ihm (oder ihr?) jedoch, dass „L´Etudiante et Monsieur Henri“ („Die Studentin und Monsieur Henri“) auch nicht viel einfallsreicher ist. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück, ebenfalls von Ivan Calbérac, das schon seit längerem recht erfolgreich in Frankreich läuft. Die Umsetzung für’s Kino finde ich, ist gelungen. Zwar lässt sich der Ursprung, die Bühne, nie so ganz verleugnen, da große Teile in Henris Wohnung stattfinden. Doch viele Außenszenen bringen Abwechslung ins Geschehen und halten die Story am Laufen. Auch wenn die Geschichte in weiten Teilen (aber nicht in allen!) relativ vorhersehbar ist, die Dialoge zwischen dem alten „Kinohaudegen“ Claude Brasseur und der Newcomerin Noémie Schmidt sind nicht nur optisch eine Augenweide. Und – typisch für französische Komödien der letzten Jahre – ein wenig Tiefgang darf nicht fehlen. Alles in allem bietet „Frühstück bei Monsieur Henri“ knappe 100 Minuten beste Unterhaltung, die man sich auch gerne ein zweites Mal anschaut.

Ein Mann und seine Routine – das sind zwei Dinge, die man nicht auseinander bringen sollte. Der ehemalige Steuerberater Monsieur Henri ist ein Mann mit einem besonders innigen Verhältnis zu seiner Routine. Die Zeitung holen, einkaufen, im Park sitzen, jeden Sonntag mit der Familie essen – so läuft das. Seit dem Tod seiner Frau hält Henri Voizot es so und hat auf diesem Weg die erschütternde Leere seiner viel zu großen Pariser Altbauwohnung mit einer respektablen Anzahl an Ritualen eingerichtet. Davon ausgenommen ist nur das Klavier, das seit seiner Frau niemand auch nur antippen durfte. Vor dem Alter und seinen biologischen Effekten können jedoch auch die Rituale nicht bewahren und so beschließt Henris Sohn Paul, ebenfalls Buchhalter, seinem Vater ein wenig Gesellschaft aufzubrummen, denn die bringt Geld in die Kasse und kann außerdem ein Auge auf Henris Pillenfrequenz werfen.

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Mit größtmöglichem Unwillen lässt Monsieur Henri die junge Constance ein Zimmer in seiner Wohnung beziehen und lässt keine Gelegenheit aus, ihr das Zusammenwohnen so madig wie möglich zu machen. Der Studentin Constance geht es wie so vielen jungen Menschen: kein Geld, keine Wohnung, keine Zukunft. Von Henris furchterregenden Anekdoten bei der Wohnungsbesichtigung lässt sich Constance indes nicht irritieren.

Die junge Frau, die sich nichts so sehr wünscht wie die Unabhängigkeit von ihren Eltern, würde wohl auch Schlimmeres akzeptieren als einen muffigen Mitbewohner, der es sich an den Grenzen der Rüpelhaftigkeit gemütlich gemacht hat. Aber irgendwie sieht Monsieur Henri dann doch ein, dass seinem Sohn diese seltsame WG nicht mehr auszureden ist. Vor allem aber hat er eine Idee…

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Noch weniger als Irritationen seiner Routine kann Monsieur Henri nämlich seine Schwiegertochter Valerie leiden – in seinen Augen ein jesusverliebtes, hochgradig langweiliges und vor allem unterbelichtetes Subjekt, das bei weitem nicht gut genug für seinen Sohn ist und deren Reproduktion ihm zum Glück – bis jetzt! – erspart blieb.

Um das zu verhindern, verliebt sich Henri in die geniale Idee, Constance mit ihrer Geldnot ein wenig zu erpressen. Schafft sie es, seinem Sohn so lange schöne Augen zu machen, bis der seine Frau verlässt, darf sie drei Monate umsonst bei ihm wohnen. In ihrer Geld- und Wohnungsnot eiskalt erwischt, lässt sich Constance auf das merkwürdige Geschäft ein, nicht ohne Henri noch auf 6 Monate mietfrei hochzuhandeln.

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Den Preis, den Monsieur Henri für die Hoffnung zahlen muss, seine Schwiegertochter in Kürze los zu sein, ist entsprechend hoch. Denn für ihn ist die Anwesenheit von Constance ungefähr so schwer auszuhalten wie die eines nörgelnden 5-Jährigen im Kartenlesesaal: sie isst im Wohnzimmer, trägt unerlaubt seine Pantoffeln, lässt Kleider und Fernsehmahlzeiten herumliegen – und, am schlimmsten von allem, sie spielt Klavier. Plötzlich sind wieder die Lieblingsstücke seiner Frau zu hören, die Henri schon längst in irgendeiner Vergangenheitskiste vergraben hatte.

Einen Schubser in Richtung Gegenwart erlebt unterdessen Henris Sohn Paul, der sich in der lauwarmen Gemütlichkeit des Ehe-Alltags eingerichtet hat. Constance platziert beim gemeinsamen Sonntagsessen ein paar gut überlegte Näherungswerte und wirft Paul damit zielstrebig aus der Bahn. Schon bald interessiert der sich statt für Debitoren und Dosierungen für Diskotheken bzw. Clubs. Sein Interesse an Constance steigt rasant und ist bald deutlich größer als ihr lieb ist.

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Bei aller Stichelei akzeptieren sich Constance und Henri bald zähneknirschend als Komplizen. Constance zwingt sich zum Studieren, denn die Prüfungen muss sie bestehen, will sie nicht wieder erfolglos aufs Land zurückkehren, um dort das Gemüsehändler-Erbe ihrer Eltern antreten zu müssen.

Doch das Studieren liegt ihr nicht und der Prüfungsdruck noch weniger. Lieber möchte sie Klavier spielen und eigene Stücke komponieren, doch das hat Constance schon vor Jahren aufgegeben. Trotz aller gut gepflegten Muffelei hat Henri eine ziemlich gute Nase, wenn es um verpasste Chancen und den Verlust von Wünschen geht. Schneller als es Constance lieb ist, wird Henri klar, dass seine Mitbewohnerin einen Weg eingeschlagen hat, den sie vielleicht bereuen wird. Und abermals macht sich Henri selbstständig, doch diesmal nicht, um die junge Dame so schnell wie möglich los zu werden …

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Gewinnspiel
Folgende Fragen gilt es zu beantworten:
1.) Verratet uns, welche Komödie aus Frankreich Euch am besten gefällt. Schön wäre eine kleine Begründung, was Ihr an grade diesem Film so toll findet.
2.) Wie habt Ihr zu www.film-blog.tv gefunden?
Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich

1 x DVD „Frühstück bei Monsieur Henri“

Schickt einfach eine Mail mit der, hoffentlich richtigen, Antwort und Eurer Adresse an gewinnspiel(at)film-blog.tv

Dazu habt ihr bis zum 15.12.2016 bis 24.00 Uhr Zeit.

Das Gewinnspiel wird von www.film-blog.tv veranstaltet, die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahre mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie von www.film-blog.tv dürfen nicht mitmachen. Gehen mehr richtige Antworten ein, als Preise zur Verfügung stehen, lassen wir das Los entscheiden, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die Teilnehmerdaten werden nur für die Zustellung eines eventuellen Gewinns bis zum Einsendeschluss gespeichert und anschließend vollständig gelöscht. Eine Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen.

Neue Visionen Filmverleih präsentiert „Frühstück bei Monsieur Henri“ ab 25. November 2016 im Vertrieb von good!movies auf Blu-ray Disc™, DVD und als VoD.
Das Rezensions- und das Verlosungsexemplar wurden von Neue Visionen Filmverleih / good!movies zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: L´Etudiante et Monsieur Henri
Land / Jahr: Frankreich / 2015
Genre: Drama, Komödie
Darsteller: Claude Brasseur: Henri Voizot; Guillaume De Tonquédec: Paul; Noémie Schmidt: Constance; Frédérique Bel: Valérie; Valérie Keruzore: Mutter von Constance; Stephan Wojtowicz: Vater von Constance; Antoine Glémain: Bruder von Constance; Thomas Soliveres: Mathieu; Grégori Baquet: Arthur; Anne Loiret: Fahrprüferin; Nicolas Guillot: DJ u. a.
Regie: Ivan Calbérac
Drehbuch: Ivan Calbérac
Produzenten: Eric und Nicolas Altmayer, Isabelle Grellat Doublet
Kamera: Vincent Mathias
Schnitt: Véronique Parnet
Musik: Laurent Aknin
FSK: 0

Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 100 Min.+ Bonus
Bildformat: 1,85:1 in 16:9
Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1
Sprachen: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making-of, Interviews mit Noémi Schmid und Ivan Calbérac, Trailer, Wendecover

Webseite zum Film: Frühstück bei Monsieur Henri