Godzilla: Spannend bis zum Schluss

godzilla_coverDie spektakuläre Wiedergeburt des meistverehrten Monsters der Welt: Godzilla. Der junge Regisseur Gareth Edwards entwickelt die mitreißende Vision menschlicher Tapferkeit und Friedenssehnsucht im Angesicht titanischer Naturgewalten, denen nur der monumentale Godzilla entgegentreten kann, weil die Menschheit ihnen schutzlos ausgeliefert ist.

Film-Blog.tv meint:
Godzilla ist also wieder mal da. Kam er bisher aus Japan und zeigte sich dort als ambivalentes Monster, hat ihn nun Hollywood zum Leben erweckt. Früher steckten Schauspieler im Gummikostüm und tapsten unbeholfen, aber mit viel Charme über Städte aus dem Modellbahnzubehör. Heute ist, dank CGI so manches mehr möglich.
Ich finde, Gareth Edwards hat seine Chance genutzt. Es ist ihm gelungen, einen Spannungsbogen aufzubauen, der den Betrachter von der ersten Minute an fesselt und bis zum Schluss bei der Stange hält. Kritiker mögen dieser „Godzilla“-Fassung die Nähe zum US-Militär vorwerfen. Doch da es, trotz allem Pathos, am Ende eben nicht als der strahlende Retter der Nation gehuldigt wird, erachte ich grade diesen Doppelboden als eine der Stärken der aktuellen Adaption an das Urmonster des Kinos.

Umweltzerstörung durch Tagebergbau auf den Philippinen, Super-GAU in einem japanischen Kernkraftwerk, US-amerikanische Atom-Bomben auf dem Bikini-Atoll in den 50iger Jahren. Der Mensch hat’s verursacht und damit „M.U.T.U.S“, längst vergessene Urwesen aus frühester Erdgeschichte wieder zum Leben erweckt. Denn die Urviecher ernähren sich von Nuklear-Strahlung.

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Wie sich später herausstellen wird, fatalerweise ein Pärchen. Riesige Flug“saurier“, die alles platt machen, was sich ihnen in den Weg stellt. Japanische Behörden haben die Gefahr zwar erkannt, aber das Gelände nach der Reaktorkatastrophe als verstrahlt erklärt.

Joe Brody, der beim Unglück, ausgerechnet an dessen Geburtstag, seine Frau verlor, bleibt in Japan um der Sache auf den Grund zu gehen. Er kommt dabei immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Sein mittlerweile erwachsener Sohn Ford lebt mit Frau und Kind in San Fransisco. Er ist bei der Army, Spezialist für das Entschärfen von Bombenzündern.

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Nach einem Einsatz im Irak, er konnte noch nicht mal richtig seine Familie begrüßen, klingelt wieder mal das Telefon: Dad ist in Schwierigkeiten, wurde in Japan verhaftet. Widerwillig setzt sich Ford in den Flieger um Papa Joe aus der Patsche zu helfen und mit in die USA zu nehmen.

Bevor Vater und Sohn die Rückreise antreten, will Joe noch einmal in das frühere Haus der Familie, in der Nähe des havarierten Atomkraftwerks. Angeblich um ein paar persönliche Erinnerungen aus dem Sperrgebiet abzuholen. Dort angekommen stellt er fest, dass die Strahlung längst den Nullwert erreicht hat.

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Doch dann kommt es erneut zu massiven Problemen in den, mittlerweile wieder in Betrieb befindlichen Kraftwerksblöcken. Auf ein Erdbeben, wie zunächst vermutet, sind sie nicht zurück zu führen. Der Schatten eines Urzeitmonsters huscht geheimnisvoll durchs Bild: Godzilla ….

Bei aller Zerstörungsgewalt von insgesamt drei Urzeitmonstern, Atombomben und geballter Militärmacht ist FSK 12 durchaus angemessen. Denn Gareth Edwards erspart uns übermäßig grausame Szenen, macht Andeutungen und überlässt die Konsequenzen der Phantasie des Betrachters. Ein geschickter Schachzug, zumal das der Spannung durchaus förderlich ist. Wenn man erwartet, dass einer der Flugsaurier den Schulbus jeden Moment in Stücke reißen wird, ist es ein verirrter Vogelschwarm, der an die Seitenscheiben knallt. Die pathetisch verklärte Rolle des US-Militärs, dessen Fallschirmjäger beim Himmelfahrtskommando vor dem Absprung noch ein Gebet aus der Bibel zitieren, habe ich schon erwähnt. Dass die Akteure zu einem nicht unwesentlichen Teil recht unlogisch handeln, muss man dem recht abstrusen Drehbuch dann doch anlasten.

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Uns stand für diese Rezension die 3D-Blu-ray zur Verfügung. Gut, dass Warner die 2D-Version auf einer zweiten Scheibe gleich mitliefert. Ok, der Film ist sehr duster gehalten. Aber so dunkel, dass man mit Shutterbrille auf der Nase so gut wie gar nichts mehr sieht, ist dann doch zu viel des Guten. Den größten Teil des Films sieht man, außer ein paar Lampen, die den Betrachter anstrahlen: Nix. Alles schwarz. Und wenn dann doch was zu sehen ist, stören massive Doppelkonturen das räumliche Bild. Es ist anzunehmen, dass dies ein Fehler der ersten Pressung ist, der bei der zweiten Auflage hoffentlich behoben wird. Am Equipment liegt’s jedenfalls nicht. Denn wir haben die 3D-Blu-ray an verschiedenen Ausgabegeräten getestet ohne dass ein Unterschied zu sehen war.
Vollends überzeugen konnte uns dafür die Bildqualität der 2-D-Blu-ray. Unser Tipp an dieser Stelle: Den Aufpreis für die 3D-BD könnt Ihr Euch momentan sparen.

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Ein dickes Lob gilt den Produzenten für den Ton: DTS HD-Master Audio 7.1 kommt so räumlich, fein differenziert und perfekt abgemischt und wuchtig aus dem Surround-System, dass man sich schon mal vor Schreck umdreht, wenn überraschende Geräusche von hinten kommen. Der atmosphärische Klang und die dichten, bedrückenden Bilder tragen viel zur Faszination von „Godzilla“ bei.

Warner Bros. Entertainment GmbH präsentiert „Godzilla“ ab dem 25.09.2014 auf 3D-Blu-ray Disc™, Blu-ray Disc™, DVD und als VOD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Warner Bros. Entertainment GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

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Originaltitel: Godzilla
Land / Jahr: USA, Japan / 2014
Genre: Action, Science Fiction, Thriller
Darsteller: Aaron Taylor-Johnson: Ford Brody, Elizabeth Olsen: Elle Brody, Bryan Cranston: Joe Brody, Sally Hawkins: Dr. Vivienne Graham, Juliette Binoche: Sandra Brody, Ken Watanabe: Dr. Ichiro Serizawa, David Strathairn: Admiral Stenz, Anthony Konechny: PO2 Thatch, Victor Rasuk: Tre Morales, CJ Adams: junger Ford Brody, Brian Markinson: Whalen, Richard T. Jones: Cpt. Russell Hampton, Al Sapienza: Huddleston u.a.
Regie: Gareth Edwards
Drehbuch: Max Borenstein
Story: Dave Callaham
Produktion: Jon Jashni, Mary Parent, Brian Rogers, Thomas Tull
Kamera: Seamus McGarvey
Schnitt: Bob Ducsay
Musik: Alexandre Desplat

3D Blu-ray Disc
Laufzeit: ca. 123 Min.
Bildformat: Full HD 16:9 (2,40:1)
Tonformate und Sprachen: DTS HD-Master Audio 7.1 (Deutsch, Englisch), DTS HD-Master Audio 5.1 (Englisch)
Bonus: Operation: Lucky Dragon, MONARCH: Die M.U.T.O Akte, Sonderbericht: Die Godzilla-Offenbarung, Godzilla, König aller Monster, Ein ganz neues Ausmaß der Zerstörung, Ins Nichts: Brodys H.A.L.O Sprung, Alter Feind: Die M.U.T.O.s, Godzilla, eine Naturgewalt!, Höchstes Ausmaß an Konzentration: Der Schnitt von Godzilla
FSK: 12

Webseite zum Film: Godzilla