Haunt: Tote soll man ruhen lassen

haunt_coverAls der introvertierte Evan mit seiner Familie in ein neues Haus zieht, ahnt niemand etwas von dessen düsterer Vergangenheit. Sofort findet er Gefallen an seiner neuen mysteriösen und hübschen Nachbarin Samantha, die ihm von einem Fluch erzählt, der auf dem Haus liegt. Als Evan und Samantha auf dem Dachboden des Hauses eine Box entdecken, mit der man angeblich Kontakt zu den Toten aufnehmen kann, öffnen sie die Tür zu einer anderen Welt, die besser hätte geschlossen bleiben sollen…

Film-Blog.tv meint:
Haunt (Nomen): Eine Stelle, an der Tiere fressen. Das lehrt uns eine Einblendung zu Beginn. In dieser Produktion sind es allerdings keine Tiere, die sich laben, sondern fiese Jenseitige, die den Lebenden zu schaffen machen. „The Haunt“ ist ein schöner Horrorfilm, der klassische Elemente seines Genres zitiert und verläßlich ist. Er geht nicht weiter als das, was wir kennen, und er bedient unsere Erwartung an gepflegten Grusel über seine Handlung, seine Akteuere und seine Inszenierung. Der Film überrascht nicht, aber er bedient uns verläßlich mit dem, was wir bei einem Horrorfilm möchten. Böse Überraschungen, schockierende Momente, fokussierte, panische Atemstöße, dramatische Akkorde und Paranormalität: darum geht es uns doch, oder?

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt.

Was braucht eine Gruselgeschichte? Ein Haus, natürlich, und ein tragisches Ereignis. Das verrät uns Kinderärztin Janet Morello. Und ergänzt, dass der Ruf einer guten Kinderärztin schon darauf fußen sollten, dass die eigenen Kinder überleben. Einblendungen zeigen uns, dass ihr das nicht gelang: die Szenen zeigen uns Autounfälle und ein erhängtes Mädchen. Und eine Zeitung, die über den „Morello Curse“ titelt, den „Fluch der Morellos“.

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Schon unmittelbar vorher macht uns der Film klar, dass wir nicht auf dem Ponyhof sind. Ein Mann konfiguriert ein Radio, um mit seinen verstorbenen Angehörigen Kontakt aufzunehmen. Eine Kinderstimme aus dem Jenseits warnt ihn, und prompt wird er von einer unsichtbaren Gestalt angegriffen.

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Die Familie Asher mit drei Teenagern zieht in das ehemalige Morello-Haus ein. Dessen furchtbare Vorgeschichte ist ihnen nicht bewusst. Der Sohn Evan lernt das geheimnisvolle Nachbarmädchen Sam kennen, und gemeinsam experimentieren sie mit dem Radio, das sie auf dem Dachboden finden. Mit diesem Gerät kann man Kontakt zum Jenseits aufnehmen. Wir erinnern uns: schon die Anfangssequenz des Films zeigt uns, dass dies keine gute Idee ist. Denn die unglücklichen Vorbewohner kehren zurück, und das verheißt nichts Gutes.

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Insbesondere im Entstehungsland von „Haunt“ steht im größten Notfall ja meist eine Schrotflinte bereit, mit der man sich gegen essentielle Gefährdungen wehren kann; aber wenn die Angreifer einen Vorsprung haben und bereits vorher gestorben sind, dann hilft das ja auch nicht mehr. Es zeigt sich, dass die Ereignisse der Vergangenheit mehr Auswirkungen auf die Gegenwart haben als den Protagonisten lieb ist…

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Regisseur Mac Carter versucht mit seinem Filmdebüt „Haunt“ nicht das Genre neu zu erfinden, und das ist gut so. Der Film greift bewährte Konzepte des Horrorgenres auf, ohne sie weiterentwickeln zu wollen. So finden wir düstere Arragements, eine Welt, die überwiegend aus Dämmerung und Nacht zu bestehen scheint, mit viel kaltem Blau; Paranormalität, Gefühle von Isolation und fehlender Kontrolle, auch unter dem Mantel der entstehenden Teenagerliebe der beiden Nachbarn. Sogar eine Angriffsszene unter der Dusche bekommen wir, ganz à la Hitchcocks „Psycho“.

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Liebhaber von Horrorfilmen können sich „Haunt“ ruhigen Gewissens ansehen. Sie werden kaum wesentlich neues entdecken, aber sie werden solide unterhalten. Dabei sind auch ein Haus und eine tragische Vergangenheit, ganz wie es die fiktive Dr. Morello eingangs fordert. Und das ist doch etwas!

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Universum Film GmbH präsentiert „Haunt“ ab 27. Juni 2014 auf Blu-ray Disc™, DVD und als VOD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Universum Film GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: The Morello House
Land / Jahr: USA / 2013
Genre: Action, Thriller
Darsteller: Harrison Gilbertson – Evan Asher, Liana Liberato – Samantha Richards, Jacki Weaver – Janet Morello, Ione Skye – Emily Asher, Brian Wimmer – Alan Asher, Danielle Chuchran – Sara Asher, Ella Harris – Anita Asher, Jan Broberg – Meredith, Kelly Noonan – Real Estate Agent, Aline Andrade – junge Frau, Jarrod Phillips – Mann, DeVille Vannik – Devill Vannick, Polizist – Maggie Scott – jüngste Morello Tochter, Brenden Whitney – EMT, Sebastian Michael Barr – Matthew Morello, Kasia Kowalczyk – Dämon u. a.
Regie: Mac Carter
Drehbuch: Andrew Barrer
Produktion: QED International Revolver Picture Company
Kamera: Adam Marsden
Musik: Reinhold Heil

Blu-ray Disc
Laufzeit: ca. 85 Min. + Bonus
Bildformat: Full HD 16:9 (2,40:1)
Tonformat: DTS-HD 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
FSK: 16

Die offizielle Film-Website „The Morello House“ ist nett gemacht. Sie behauptet, eine reale paranormale Studie zu beschreiben. BOO! Fooled you, buddy. 😉