Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück: Lieben heißt zuhören.

hector_coverDer Londoner Psychiater Hector ist vielleicht ein bisschen exzentrisch, aber im Grunde einfach liebenswert. Nur ein Problem wird er nicht los, dabei gibt er sich wirklich die größte Mühe: Seine Patienten werden einfach nicht glücklich. Eines Tages, von kindlicher Neugier gepackt, nimmt Hector all seinen Mut zusammen und beschließt, London, seine Praxis und seinen Alltag hinter sich zu lassen, um sich nur noch dieser einen Frage zu widmen: Gibt es das wahre Glück? Und das auch für ihn? So begibt er sich schließlich auf eine weite, gefährliche, aber vor allem auch sehr lustige und emotionale Reise um den ganzen Erdball.

Film-Blog.tv meint:
Was ist das wahre, echte Glück? Gibt’s das überhaupt? Gesucht haben es schon viele. Fakt ist: Jeder hat eine andere Meinung dazu. Eine pauschale Antwort gibt’s nicht darauf. Und so ist „Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück“ ein netter, unterhaltsamer Film geworden, der so ziemlich kein Klischee auslässt. Und dennoch einige Facetten, sogar wissenschaftlich, beleuchtet. Eine Komödie, die nicht mal Veronica Ferres kaputt macht, mit einigen ernsten Momenten. Und vor allem: Zwei Stunden gute Unterhaltung. Was will man mehr?

Hector und Clara. Er Psychiater, Sie erfindet Namen für Medikamente. Beide: Ein attraktives, sehr gut situiertes Pärchen in London. Was fehlt ihnen zum großen Glück? Eine rauschende Hochzeit? Kinder?

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Kinder? Fast hat man den Eindruck, als wenn die Clara wirklich zum großen Glück fehlen. Denn die Art und Weise, wie sie den etwas linkischen Hector bemuttert, nimmt beängstigende Züge an. Aber ihm scheint’s zu gefallen. Lässt sich die Socken morgens bereit legen und einmal in der Woche die Fingernägel schneiden.

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In seiner Praxis kommt er dafür nicht recht weiter. Zwar geben sich die Patienten die Klinke in die Hand, aber so richtig helfen kann er ihnen nicht. Was Hector arg beschäftigt. Denn er ist ein etwas naiver Gutmensch, wie er im Buche steht. Bis zu jenem Termin mit der esoterischen Spinnerin Anjali. Die liest ihm aus den Handlinien und sagt ihm eine lange Reise voraus. Für Hector, der sich schon im eigenen Viertel verläuft, eine unvorstellbare Prophezeiung.

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Die ihm aber ab sofort nicht mehr loslassen wird. Er will in die Welt hinaus um das Glück zu suchen. Clara ist zunächst alles andere als begeistert. Stimmt aber letztendlich doch zu und unterstützt ihn mit „mütterlicher Fürsorge“. Packt den Rucksack, damit er auch ja nichts vergisst.

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Die Reise führt Hector über Hong Kong nach Nepal, nach Afrika und letztendlich nach Kalifornien, wo er seine Freundin aus Studienzeiten wieder trifft. Er lernt die unterschiedlichsten Menschen, deren Lebensweisen, Sorgen und Freuden kennen. Am Ende gar einen Professor, der aktive Glückszonen im Gehirn sichtbar machen kann. Er entfernt sich mit jedem Kilometer von Clara, auch menschlich. Wird selbstständig, erwachsen. Und kommt als völlig neuer Mensch wieder nach Hause…

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Simon Pegg ist mir als Hector ein wenig zu albern. Gut, Hector ist ein etwas linkischer, gutmütiger aber herzensguter Chaot. Das kommt gut rüber. Aber manchmal übertreibt er das Spiel und wird damit nicht lustiger, sondern nervt. Nicht nur Clara, auch den Zuschauer. Rosamund Pike, attraktiv wie immer, aber viel netter als in „Gone Girl“ (was ja wirklich kein Kunststück ist), hätte als ruhender Gegenpol etwas mehr Screentime gut zu Gesicht gestanden. Von Veronica Ferres als durchgeknallte Anjali sieht man dankenswerter Weise so wenig, dass sie es nicht schafft, den guten Film nachhaltig zu stören. Christopher Plummer ist dafür als Professor Coreman ein Highlight des Films. Ihn hätte ich gerne länger auf der Leinwand gesehen.

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Die Blu-ray ist auf dem aktuellen Stand der Technik, da gibt’s nix zu meckern. Auch bei Großprojektion ist das Bild stets scharf und feinkörnig, der Kontrast und die Schwarzwerte ausgewogen. Prima auch der DTS-HD Master Audio 5.1-Surroundklang, der den Zuschauer „Hectors Reise“ auch akustisch miterleben lässt.

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EuroVideo Medien GmbH präsentiert „Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück“ ab 22. Januar 2015 auf Blu-ray Disc™, DVD und als VoD.
Das Rezensionsexemplar wurde von EuroVideo Medien GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Hector and the Search for Happiness
Land / Jahr: Deutschland / Kanada / 2014
Genre: Komödie
Darsteller: Simon Pegg: Hector, Rosamund Pike: Clara, Toni Collette: Agnes, Christopher Plummer: Professor Coreman, Stellan Skarsgård: Edward, Jean Reno: Diego, Jakob Davies: Young Hector, Veronica Ferres: Anjali, Chad Willett: Allan, Desiree Zurowski: Rosalind u. a.
Regie: Peter Chelsom
Drehbuch: Peter Chelsom, Tinker Lindsay, Maria von Heland
Romanvorlage: François Lelord
Produzenten: Klaus Dohle, Christine Haebler, Judy Tossell, Trish Dolman, Phil Hunt, Compton Ross
Kamera: Kolja Brandt
Schnitt: Claus Wehlisch
Musik: Dan Mangan, Jesse Zubot
FSK: 12

Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 119 Min. + Bonus
Bildformat: 2,40:1 (16:9)
Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Extras: Interviews mit den Produzenten, Darstellern und dem Regisseur; Making-of, Hörfilmfassung, Gelöschte Szenen

Webseite zum Film: Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück