Hercules: Du hast auf der falschen Seite gekämpft

hercules_coverAls ein entsetzlicher Feind das Volk bedroht, müssen Hercules und seine furchtlosen Krieger eine Armee in eine Schlacht mit geringen Erfolgschancen führen. Ihr Ziel ist es, das Reich vom teuflischen Zentaur Rhesus zu befreien, der für Tod und Verwüstung im ganzen Land sorgt. Denn der rechtmäßige König Cotys soll endlich wieder den Thron besteigen. Doch Hercules ahnt nicht, dass er Opfer eines hinterhältigen, doppelten Spiels von Cotys wird. Hercules‘ größter Kampf, der alles von ihm fordern und seine sagenumwobenen Fähigkeiten auf eine harte Probe stellen wird, steht erst noch bevor.

Film-Blog.tv meint:
Die Stimmung im Lande kann man in den USA seit vielen Jahren an ihren Hollywood-Epen erahnen: Wähnte man sich alleingelassen in der Rolle als Weltpolizei, wie einst in Korea oder Vietnam, kämpfte im Film ein einsamer Held gegen einen (manchmal) übermächtigen Gegner. „High Noon“ darf als klassisches Beispiel gelten.
Mittlerweile hat die US-Army unterstützende Verbündete, die ehrfürchtig aufschauen und die Führungsrolle der Amerikaner vorbehaltlos anerkennen sollen. „Betreutes Kämpfen“ kam mir bei „Hercules“ immer wieder in den Sinn. Wie kürzlich in Afghanistan ist der Held zwar nicht mehr einsam, aber der Stärkste von allen, unbesiegbar. Seine „Alliierten“ hat er aus diversen Schlachten rekrutiert. Jeder kann zwar irgendwas ganz gut, hat aber letztendlich massive Defizite. Damit jeder vom Heldentum des Halbgottes erfährt, hat er mit seinem Neffen sogar einen PR-Mann im Team. Das Ganze spielt vor der Kulisse der griechischen Götter- und Heldensagen…

Hollywood hat die Antike für seine Heldensagen entdeckt. Nach den beiden Teilen von „300“ nun also die schon zweite Verfilmung von „Hercules“ innerhalb eines Jahres. „Exodus“ steht uns ja noch bevor…

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Der „Hercules“ von Paramount darf indes die menschliche Seite seines Wesens als Halbgott ausleben. Und Dwayne „The Rock“ Johnson macht seine Sache richtig gut. Wer es schafft, die Überdosis amerikanischen Patriotismus, der als Parabel penetrant hinter der ganzen Geschichte schwebt, auszublenden, wird sogar richtig gut unterhalten. Dafür hat unser Held durchaus auch Humor und seine Schwächen. Was das Ganze einigermaßen erträglich macht. An Logiklöchern, größer als die Ägäis, darf man sich aber nicht stören. Die gehören zum Genre.

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Nach einem kurzen Prolog, in dem die Herkunft unseres Halbgottes, kurz aber erschöpfend, abgehandelt wird, geht’s auch gleich los. Hercules und sein kämpfendes Gefolge haben, außer Kraft, seherischen Fähigkeiten und Treffsicherheit so gar nichts Göttliches. Sie verdingen sich, ganz irdisch, als Söldner. Wer am meisten zahlt, für den ziehen sie in die Schlacht.

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So auch dieses Mal. Doch erhebt Cotys, König von Thrakien, den moralischen Anspruch, sein Volk gegen die Übermacht von Rhesus beschützen zu müssen. Ich will hier nicht weiter auf den Plot eingehen, denn dazu müsste ich zu viel von der Handlung verraten.

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Wer Spaß an bombastischen Prügeleien, Sandalen, Speeren, Pfeil & Bogen, Intrigen und der großen Liebe zum Finale hat, gerne starke Männer und ihre schwachen Seiten sieht, der hat auch Spaß an „Hercules“. Die Botschaft dahinter wird nicht nur auf dem Silbertablett serviert, sie wird plakativ auf’s Butterbrot geschmiert.

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Maßstäbe setzt „Hercules“ bei der 3D-Technik. Ich habe selten einen „real gedrehten“ Film gesehen, der so räumlich ist. Bei den zahlreichen Popouts zuckt man oft unweigerlich zusammen, versucht dem anfliegenden Speer auszuweichen. Doppelkonturen gibt’s keine, das Bild ist knackscharf. Farben und Kontrast perfekt abgemischt. Der Ton der englischen Originalfassung – 7.1 DTS-HD Master Audio – wurde für den deutschen Sprachraum auf Dolby Digital 5.1 „kastriert“. Allerdings recht gekonnt. Trotz Komprimierung ist werden alle fünf Boxen des Surroundsystems adäquat beschickt, der optisch räumliche Eindruck setzt sich akustisch nahtlos fort. Ein wenig Dynamik ist auf der Strecke geblieben, sei‘s drum. Dass DD 5.1 ein wenig Feinzeichnung in den Höhen vermissen lässt, ist bei diesem Genre zu verschmerzen.

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Paramount Home Entertainment Germany präsentiert „Hercules“ auf 3D- Blu-ray Disc™, Blu-ray Disc™, DVD und als VoD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Paramount Home Entertainment Germany zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Hercules
Land / Jahr: USA / 2014
Genre: 3D, Action
Darsteller: Dwayne Johnson: Hercules, John Hurt: Cotys, König von Thrakien, Rufus Sewell: Autolycus, Ian McShane: Amphiaraus, Ingrid Bolsø Berdal: Atalanta, Aksel Hennie: Tydeus, Reece Ritchie: Iolaos, Rebecca Ferguson: Ergenia, Joseph Fiennes: Eurystheus, König von Mykene und Tiryns, Steve Peacocke: Stephanos, Peter Mullan: Sitacles, Irina Shayk: Megara, Joe Anderson: Phineas, Barbara Palvin: Antimache, Tobias Santelmann: Rhesus u. a.
Regie: Brett Ratner
Drehbuch: Ryan J. Condal, Evan Spiliotopoulos
Produktion: Brett Ratner, Beau Flynn, Barry Levine
Kamera: Dante Spinotti
Musik: Fernando Velázquez
Schnitt: Mark Helfrich, Julia Wong

Blu-ray Disc
Laufzeit Blu-ray (ext. Cut): ca. 101 Min.
Laufzeit Blu-ray (3D, Kinofassung): ca. 98 Min.
Laufzeit DVD (Kinofassung): ca. 94 Min.
Bildformat: Full HD 16:9 (2,40:1)
Tonformat und Sprachen: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch), Englisch (Englisch 7.1 DTS-HD Master Audio), Audio Description
Sprachen: Deutsch, Audiokommentar auf Englisch, Französisch, Spanisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Holländisch, Englisch für Hörgeschädigte
Extras: Audiokommentar von Brett Ratner und Beau Flynn; Brett Ratner und Dwayne Johnson: Eine Einführung; Hercules und seine Söldner; Waffen; Die Bessi-Schlacht, Die Effekte von Hercules; Entfernte/Erweiterte Szenen, Wendecover
FSK: 16 (Kinofassung auf DVD: FSK 12)

Webseite zum Film: Hercules