Hin und weg: Die letzte Tour

Gewinnspiel_rothinundweg_coverAusgerechnet Belgien! Was soll es dort schon geben – außer Pommes und Pralinen? Doch Hannes und seine Frau Kiki bestimmen in diesem Jahr, wohin die jährliche Radtour mit ihren engsten Freunden gehen soll. Also startet die Gruppe voller Abenteuerlust, denn alles was zählt, ist schließlich die Zeit miteinander. Erst unterwegs erfahren die Freunde, dass Hannes an einer unheilbaren Nervenkrankheit leidet. Diese Reise soll seine letzte sein.
Die Gruppe reagiert zunächst geschockt und ratlos, doch dann beginnt eine wilde, einzigartige Tour; denn durch Hannes erkennen die Freunde, wie kostbar das Leben wirklich ist. Mit einer Liste von Dingen, die noch erlebt werden wollen, und dem Gefühl, dass nach dieser Reise nichts mehr so sein wird wie es einmal war, feiern sie das Leben wie nie zuvor…

Film-Blog.tv meint:
Eine ausgelassene Radtour mit meinen besten Freunden. Das wollte ich immer schon mal machen. Und so war ich, nach den ersten Minuten von „Hin und Weg“ gespannt, was da noch kommt. Da ich weder die Einleitung, noch den Pressetext vorab gelesen hatte, war ich auf eine eher nette Komödie ohne großen Anspruch gefasst. Doch schon bald war klar: Das, was hier über die Leinwand flimmert, ist kein Mainstream der Sorte „Männerhort“. Es ist eine Hommage an das Leben. Ein Statement, eigene Probleme nicht so hoch zu hängen und jeden Tag zu genießen. Denn der letzte kommt. Unweigerlich. Und so ist „Hin und weg“ ein extrem emotionaler Film, dessen Wirkung man sich nur schwer entziehen kann.

Regentropfen. Es ist dunkel, draußen tobt ein heftiges Gewitter. Es ist eine schlaflose Nacht: Für Finn, der völlig besoffen mit seinen Freunden eine nächtliche Spritztour unternimmt, für Dominik, der am „Hutzelfreitag“ gerne mal wieder Sex mit seiner Frau hätte, für Playboy Michael, dem schon wieder eine seiner Ex-Freundinnen aus Eifersucht den Schlaf raubt und für Hannes, der sich voller Ehrgeiz auf einem Hometrainer abmüht. Die Kraftanstrengung ist ihm deutlich anzumerken. Doch trotz allem kann ihn seine Frau Kiki nicht dazu bringen, sich wieder ins Bett zu legen. Verbissen kämpft Hannes um jeden Kilometer, denn schon bald steht die jährliche Fahrradtour mit den engsten Freunden und seinem Bruder Finn an. In diesem Jahr geht es nach Belgien – auf Hannes´ Wunsch. Doch Vorfreude sieht anders aus: Kurz vor Aufbruch blickt Hannes noch einmal von seiner Dachterrasse auf die Skyline von Frankfurt. Wehmut liegt in seinem Blick.

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Im Hof warten bereits alle Freunde: Michael, Dominik und Mareike. Als sie Hannes sehen, fragen nach seiner Gesundheit, offenbar ging es ihm schlecht in letzter Zeit. Doch Hannes beruhigt sie und erklärt ihnen, dass die Ärzte nichts gefunden hätten. Als Hannes´ Bruder Finn auch endlich zur Reisetruppe stößt, schwingen sie sich allesamt auf ihre Räder. Auf geht´s nach Belgien. Doch kurz hinter Frankfurt ist bereits Schluss. Bei Finns altem Drahtesel springt die Kette raus. Als Kiki bemerkt, dass Hannes bereits außer Atem ist, schlägt sie eine Pause vor, ganz zum Missfallen von Hannes. Dabei kommt die Zwangspause sehr gelegen, denn wie jedes Jahr müssen noch die Pflichtaufgaben verteilt werden. Jeder teilt seinem Sitznachbarn auf einem Bierdeckel eine geheime Aufgabe zu, die auf der Reise erfüllt werden muss. Klar, dass kaum einer seine Aufgabe zu schätzen weiß. Doch als Mareike am Abend mit Dominik darüber spricht und von ihm erfährt, dass Finn ihm einen Gang-Bang aufgeschrieben hat, herrscht Grabesstimmung zwischen dem Ehepaar.

Erste Station der Tour ist bei ihrem alten Freund Jens, der eigentlich jedes Jahr mitfährt, sich aber das Bein gebrochen hat. Zu Besuch ist überraschenderweise auch Hannes´ und Finns Mutter Irene. Der Empfang ist herzlich, die Stimmung beim Abendessen gelöst. Als Irene am Tisch plötzlich in Tränen ausbricht, herrscht ratloses Schweigen. Finn ist mulmig zumute und Kiki drängt Hannes dazu, reinen Tisch zu machen. Widerwillig bricht Hannes sein Schweigen: Er hat ALS, eine unheilbare Erkrankung des motorischen Nervensystems, die irgendwann zum Ersticken führt. Die Ärzte geben ihm 3-5 Jahre, doch seit einem halben Jahr lassen seine Kräfte massiv nach. Doch das ist nicht alles. Denn Hannes Wunsch ist es, in Belgien zu sterben.

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Die Freunde sind fassungslos. Allen voran Finn, der nicht begreift, dass aus einer lustigen Radtour Hannes´ Abschied vom Leben werden soll. Finn: „Das kannst Du nicht ernst meinen. Wie und wir sollen da auch noch alle mitmachen?“

In einem Zwiegespräch wagt Irene den Vorstoß, Hannes von seinem Plan abzubringen. Auch Hannes’ Vater hatte trotz ALS noch ein paar glückliche Jahre. Doch Hannes hat das Leiden des Vaters noch in wacher Erinnerung und will diesen Leidensweg nicht durchmachen. Sein Entschluss steht fest.

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Die Freunde bleiben ratlos zurück. Sollen sie tatsächlich noch weiterfahren und Hannes auf seinem Weg begleiten? Ihm diesen absurden Wunsch erfüllen und nach einer gemeinsamen Radtour beim Sterben zusehen? Kiki erklärt wie wichtig Hannes die Tour ist, unsicher, ob es die anderen verstehen werden.
Hannes: „Ich wollte einfach ein letztes Mal mit meinen Freunden abhängen und nicht die ganze Zeit an diese Scheiß-Krankheit denken.“

Am nächsten Morgen packen Hannes und Kiki ihre Sachen in Irenes Auto, um den Weg nach Ostende alleine anzutreten, davon ausgehend, dass die anderen jetzt, nachdem Hannes Geheimnis geplatzt ist, nicht mitkommen werden. Doch Michael, Mareike und Dominik radeln überraschend um die Ecke: Sie wollen ihren Freund nicht allein lassen. Michael: „Wir hauen noch mal richtig auf die Kacke, das verspreche ich Dir.“

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Hannes ist erleichtert. Nur Finn ist nicht dabei. Erst später stößt er wieder zur Gruppe dazu – sichtlich enttäuscht und verärgert über das lange Schweigen und die Geheimniskrämerei seines Bruders. Und verstehen kann er Hannes‘ Entscheidung auch nicht.
Finn: „Ey, Du hast aufgegeben, bevor es überhaupt losgegangen ist.“

Voller Verlegenheit weiß keiner so recht, wie mit Hannes und der Situation umzugehen ist. Erst als Michael, der wild entschlossen ist, Hannes‘ Wunsch zu erfüllen, auf einmal im Pailettenkleid, High Heels und mit Perücke verkleidet vor den Freunden steht – seine Tour-Aufgabe: „in der Haut einer Frau stecken“ – findet die erlösende Ausgelassenheit zu den Freunden zurück.

Man beschließt, in die nahe gelegene Dorfdisco zu gehen, wo Michael nicht nur seinen ersten männlichen Verehrer kennen lernt, sondern auf der Damentoilette Sabine begegnet, die ihn sofort durchschaut. Typisch für Michael schleppt er Sabine nicht nur ab, sondern lädt sie am nächsten Morgen auch sofort ein, gemeinsam mit ihnen weiter nach Belgien zu fahren. Ist ja nichts dabei, schließlich lebt Sabine direkt an der belgischen Grenze. Abgesehen von Michi und Sabine findet die Idee kaum einer prima. Als Sabine auch noch nichts ahnend über Hannes´ lahmes Tempo herzieht, hat sie erst recht keine Sympathien mehr auf ihrer Seite. Nachdem Sabine endlich weiß, was mit dieser Clique nicht stimmt, steht für sie fest, dass sie nicht mit der Gruppe weiterradeln will. Doch Michi, für den Frauen bisher hauptsächlich zwanglose Affären waren, überredet sie, zu bleiben.

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Dominik und Mareike lässt Hannes´ Schicksal auch nicht unberührt. Der Gedanke daran wie schnell alles vor-bei sein kann, bringt sie zunächst einander wieder näher. Doch der Ehefrieden gerät erneut ins Wanken, als Finn Dominik an seine Aufgabe erinnert. Mareike ist enttäuscht von Finn und der blöden Gang Bang-Geschichte. Als ein erneuter Streit zwischen Dominik und Mareike eskaliert, macht sich Dominik auf direktem Weg in den örtlichen Swinger-Club. Verletzt und enttäuscht folgt ihm Mareike. Und so finden sich beide in einer völlig ungewohnten Situation wieder, die ihnen zeigt, wie weit sie sich schon voneinander entfernt hatten.

Auch für Kiki ist die Bewältigung ihrer Aufgabe eine Herausforderung. Trotz wahnsinniger Höhenangst soll sie einen Fallschirmsprung wagen. Doch zu mehr als einem winzigen Testsprung reicht ihr Mut nicht. Ganz im Gegensatz zu Mareike, der, als sie nicht nur „einmal etwas Illegales tut“, sondern gleich mehrfach „straffällig“ wird und ein paar Jugendlichen unter Vortäuschung, sie sei Polizistin, deren Gras abnimmt – und schon hat sie den Respekt der ganzen Gruppe.

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Am Lagerfeuer – kurz hinter der belgischen Grenze – nur einen Abend vor Hannes Termin: Melancholie und Betroffenheit liegt in der Luft, als die Freunde Mareikes erbeutetes Gras rauchen. Hannes wünscht sich von seinen Freunden, dass sie die Radtour jedes Jahr gemeinsam unternehmen ….

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Gewinnspiel
Folgende Fragen gilt es zu beantworten:
1.) Nennt uns Euren Lieblingsfilm mit Florian David Fitz! Schön wäre eine kurze Begründung, warum Euch ausgerechnet dieser Film so gut gefällt.
2.) Wie habt Ihr zu www.film-blog.tv gefunden?
Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich

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1 x Blu Ray-Disc™ „Hin und Weg“
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Schickt einfach eine Mail mit der, hoffentlich richtigen, Antwort und Eurer Adresse an gewinnspiel@film-blog.tv

Dazu habt ihr bis zum 31.04.2015 bis 24.00 Uhr Zeit. Gehen mehr als eine richtige Antworten ein, lassen wir das Los entscheiden. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie film-blog.tv dürfen nicht mitmachen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Majestic Filmverleih GmbH präsentiert „Hin und Weg“ ab dem 26. März 2015 auf Blu Ray-Disc™ und DVD.
Das Rezensions- und die Verlosungsexemplare wurden von Majestic Filmverleih zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Hin und Weg
Land / Jahr: Deutschland / 2014
Genre: Komödie, Drama
Darsteller: Hannes: Florian David Fitz, Kiki: Julia Koschitz, Michael: Jürgen Vogel, Sabine: Miriam Stein, Finn: Volker Bruch, Mareike: Victoria Mayer, Dominik: Johannes Allmayer, Irene: Hannelore Elsner u.a.
Regie: Christian Zübert
Drehbuch: Ariane Schröder, bearbeitet von Christian Zübert
Produzenten: Florian Gallenberger, Benjamin Herrmann
Kamera: Ngo The Chau
Schnitt: Mona Bräuer
Musik: Siggi Mueller, Egon Riedel

Blu Ray-Disc™
Laufzeit: ca. 95 Min. + ca. 106 Min. Bonus
Bildformat: 16:9 – 2,35:1
Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache(n): Deutsch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Hörfilm für Blinde und Sehbehinderte
Bonus: Featurettes Weltpremiere in Locarno („Weltpremiere“,„Team“, „Publikumsstimmen“) (5’13), Featurette Galapremiere in Berlin (3’03), Featurette („Beste Freunde“) (2’12), TV-Show „Im Leben von Florian David Fitz“ (13’02), joiZone-Gespräch mit Florian David Fitz (25’13), Florian David Fitz zu Besuch im Cineworld Mainfrankenpark (16’39), Musikvideo „Skin & Bones“ von Ryan Keen (3’53), 10 Deleted Scenes (13’13), Interviews mit den Darstellern, Regie und Produktion (18’16), Kinotrailer (2’06), Fanfotos, Bildergalerie, Galerie mit Plakatentwürfen, Wendecover
FSK: 12

Webseite zum Film: Hin und weg