Ich bin dann mal weg: Der „Trailer“ zum Buch. Der großen Spaß macht.

kerkeling_coverGewinnspiel_rot„Ich bin dann mal weg“ erzählt vom Suchen und Ankommen – manchmal schreiend komisch, aber auch bewegend und emotional. Nach einem Hörsturz, einer Gallenblasen-Operation und einem eingebildeten Herzinfarkt wird dem Entertainer Hape unmissverständlich klar, dass es so nicht weitergeht. Er nimmt sich ein halbes Jahr Auszeit und wandert auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela – auf der Suche nach … ja, nach was eigentlich? Nach Gott? Der Wahrheit? Sich selbst?
Mit leichtem Ton und emotionaler Intensität beginnt eine spirituelle Abenteuerreise, die lange nachklingt. „Ich bin dann mal weg“ ist eine unterhaltsame Komödie mit Tiefgang, die ebenso Stoff zum Lachen wie zum Nachdenken bietet.

Film-Blog.tv meint:
Das erfolgreichste deutsche Sachbuch wurde verfilmt: „Ich bin dann man mal weg“ kann nun auch im DVD-Regal stehen. Lässt sich die vieldimensionale Vorlage wirklich für die Leinwand adaptieren? Und lässt sich der medial präsente Hape durch einen Darsteller ersetzen? Regisseurin Julia von Heinz vermittelt eine überwiegend fröhliche, unbeschwerte Stimmung, während sie Devid Striesow den nacherzählten Camino gehen lässt. Rückblenden in Hapes Kindheit und Reflektionen aus dem Off vermitteln den Grundtenor des Buchs sehr schön, wenngleich das Medium Film die Vorlage naturgemäß nicht voll abbilden kann. Und Devid Striesow wird für den Zuschauer schlicht zu Hape. So glaubwürdig, dass sich der „Echte“ bei einem Screening für einen Moment fragte, woher denn das „dokumentarische“ Material stammte… Wer das Buch gelesen hat und nicht eine vollständige Umsetzung erwartet, kann sich rund neunzig Minuten lang an einer Variation freuen, die Spaß macht. Wer die Vorlage nicht kennt, wird einfach gut unterhalten und sollte den gesamten Film als „Trailer zum Buch“ verstehen. Sich dann das Buch besorgen, denn es erschließt einfach sehr viel mehr.

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt.

Ein Hörsturz mit anschließender Gallenblasen-Operation lässt den vielbeschäftigten Unterhalter Hape Kerkeling innehalten. Er sollte sich schonen, lautet der ärztliche Rat, doch stillsitzen kann der universal begabte und vielseitig aktive Hape nicht. Seine selbstverordnete Therapie ist dann eine ungewohnte Mischung aus Entspannung und körperlicher Beanspruchung: Hape geht 2001 den „Camino“, den Pilgerpfad vom französischen Saint-Jean-Pied-de-Port bis Santiago de Compostella in Spanien.

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Fast 800 Kilometer ohne körperliche Vorbereitung. Viele Menschen suchen auf dem traditionellen Weg eine Antwort, stellt er fest, doch er selbst ist sich noch nicht einmal sicher, wie die Frage lautet. In den Wochen auf dem „Camino“ lernt der überarbeitete Entertainer sich selbst besser kennen, in langen Selbstreflektionen und in Begegnungen mit anderen Pilgern.

Aber das Buch war doch ganz anders…!
Während sich die Medien Buch und Film grundsätzlich nicht direkt vergleichen lassen, ist es hier besonders unfair, die Verfilmung über die Messlatte „Buch“ springen zu lassen. Denn der Autor verbindet hier eine Reisebeschreibung mit Autobiographie, spirituelle Einsichten, Humor und einer kleinen Gesellschaftsstudie, im großen wie im kleinen. Die 320 Seiten der Romanvorlage lassen sich nicht 1:1 in 90, 120 oder 180 Filmminuten übertragen. Das Drehbuch muss verkürzen und auslassen. Zumal dann, wenn die Buchvorlage eine solche Tiefe und so viel Introspektion mitbringt, wie sie Hape Kerkeling vor genau zehn Jahren in seinem Bestseller vorlegte.

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Die rund fünf Millionen Leser des erfolgreichsten deutschen Sachbuchs der Nachkriegszeit lernen differenziertere Facetten kennen als die Zuschauer des Films, und authentischere Charaktere. Die im Buch beschriebenen Personen wurden im Film variiert, und auch die vielseitige Sprachbegabung des Protagonisten, die sich auf der Reise als so hilfreich erwies, kommt hier nicht zum Tragen: dem Zuschauer werden ganz überwiegend deutsche Dialoge präsentiert, auch mit Spaniern, Franzosen und Briten. Das ist schade, mag aber dem synchronisationsverwöhnten deutschen Publikum gerecht werden.

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Dennoch: Regisseurin Julia von Heinz, die schon 2013 mit „Hannas Reise“ eine packend erzählte Entwicklungsgeschichte vorlegte, gelingt es auch mit Hapes Pilgererzählung, die Zuschauer in den Bann zu ziehen. Für die Rahmenbedingungen, die ihr mit 92 Filmminuten (etwas weniger auf der DVD) zur Verfügung stehen, leistet sie mit ihrer entspannt erzählten Verfilmung etwas Schönes und trifft den Grundakkord der Buchvorlage durchaus. Sie berührt die meisten Dimensionen, Beziehungen, Einsichten und Gedanken, nur eben drastisch vereinfacht.

Matthias Petsche wählte, der überwiegenden Oberflächlichkeit des Mediums gerecht werdend, positiv gestimmte Lieder zur Untermalung aus, und Felix Poplawskys Kamera entfaltet landschaftliche Schönheiten. Die Effekte steuern einen Schmetterling bei, der sich auf einen Steinhaufen setzt, und Tagebuchseiten werden wie von Geisterhand beschrieben. Das sind schöne visuelle Ideen.

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Da lässt es sich optimistisch in die Zukunft blicken, wenn die nächste Verfilmung einer Kerkeling-Autobiographie ansteht: sein Buch „Der Junge muss an die frische Luft“ über die Kindheit im Ruhrgebiet soll als nächstes für die Leinwand aufbereitet werden.

Vom Buch zum Film, Die Geschichte, Die Dreharbeiten und ein Trailer: Das Bonusmaterial ist zeitlich eher kompakt, aber informativ Neben dem Hauptdarsteller und der Regisseurin kommt auch Hape Kerkeling zu Wort und beantwortet unter anderem, warum er sich nicht selbst spielt.

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Gewinnspiel

Folgende Fragen gilt es zu beantworten:
1.) Es gibt mehrere Filme und Dokumentationen über Pilgerpfade, aber wir wollen den Fokus nicht zu sehr verengen. Nennt uns Euren Lieblingsfilm zum Thema „Sinnsuche“! Schön wäre eine kurze Begründung, warum Euch ausgerechnet dieser Film so gut gefällt.
2.) Wie habt Ihr zu www.film-blog.tv gefunden?
Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich

1 x Fanpaket, bestehend aus der DVD „Ich bin dann mal weg“ und 1x Reiseset (s. Abbildung)

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Schickt einfach eine Mail mit der, hoffentlich richtigen, Antwort und Eurer Adresse an gewinnspiel(at)film-blog.tv

Dazu habt ihr bis zum 30. Juni 2016 bis 24.00 Uhr Zeit.

Das Gewinnspiel wird von www.film-blog.tv veranstaltet, die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahre mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie von www.film-blog.tv dürfen nicht mitmachen. Gehen mehr richtige Antworten ein, als Preise zur Verfügung stehen, lassen wir das Los entscheiden, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die Teilnehmerdaten werden nur für die Zustellung eines eventuellen Gewinns bis zum Einsendeschluss gespeichert und anschließend vollständig gelöscht. Eine Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen.

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Warner Home Video Germany präsentiert „Ich bin dann mal weg“ ab 9. Juni 2016 auf Blu-ray Disc™, DVD und als VoD.
Das Rezensions- und die Gewinnspielexemplare wurden von der Warner Home Video Germany zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Ich bin dann mal weg
Land / Jahr: Deutschland / 2015
Genre: Biographie
Darsteller: ; Devid Striesow: Hape Kerkeling; Martina Gedeck: Stella; Karoline Schuch: Lena; Katharina Thalbach: Oma Bertha; Annette Frier: Dörte; Inez Bjørg David: Siri; Heiko Pinkowski: Bernd; Anna Stieblich: Babbel; Rudolf Krause: Fernandel; Noah Wiechers: Hans Peter (Teenager); Moritz Knapp: Achim (Teenager); Luis Kain: Hans-Peter (Kind); Birol Ünel: Americo; Frank Witter: Redakteur; Henry Solf: Michael Brockhaus; Martin Ontrop: Kaplan Rogowski u. a.
Regie: Julia von Heinz
Drehbuch: Jane Ainscough, Christoph Silber
Produzenten: Hermann Florin, Nico Hofmann, Jochen Laube, Sebastian Werninger
Kamera: Felix Poplawsky
Schnitt: Georg Söring
Musik: Alexander Geringas & Joachim Schlüter (Score), Matthias Petsche (Original Songs)
FSK: keine Altersbeschränkung

Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 92 Min.+ Bonus
Bildformat: 16:9 (2.40:1)
Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1, Dolby Digital 2.0, Audiodeskription für Blinde: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Sprachen: Deutsch
Untertitel: Englisch, für Hörgeschädigte: Deutsch
Extras: Vom Buch zum Film, Die Geschichte, Die Dreharbeiten, Trailer, Wendecover

Webseite zum Film: Ich bin dann mal weg