Jersey Boys: Walk Like A Man

jersey_coverGewinnspiel_rotVon Regisseur Clint Eastwood kommt die Leinwand-Version des mit dem amerikanischen Theaterpreis Tony ausgezeichneten Musicals „Jersey Boys“. Der Film erzählt die Geschichte von vier jungen Männern aus einem Armeleuteviertel in New Jersey, die sich zusammentun und bekannt werden als die Sixties-Kult-Popgruppe „The Four Seasons“. Die Geschichte ihrer Erfahrungen und Erfolge wird begleitet von den Songs, die eine ganze Generation beeinflusst haben.

Film-Blog.tv meint:
Kann man „Jersey Boys“ in einem Atemzug mit „Ray“ oder „Walk The Line“ nennen? Ja, bestimmt sogar. Aber man kann’s nicht vergleichen. Denn Clint Eastwood hatte es ungleich schwerer als Taylor Hackford und James Mangold. Was schlicht und einfach mit dem Thema selbst begründet ist: Sowohl Ray Charles, als auch Johnny und Rosanne Cash haben weitaus mehr musikalisches und gesellschaftliches Gewicht als Frankie Valli (mit „i“, nicht mit „y“!).
Dennoch ist Eastwood mit „Jersey Boys“ eine schöne musikalische Zeitreise in die 50iger und 60iger Jahre gelungen, die in erster Linie unterhalten soll. Wer sich die Silberscheibe mit dieser Erwartung in den Player legt, wird auch nicht enttäuscht. Gegenüber dem Musical fehlt der Filmumsetzung ein wenig das Flair der „Swinging Sixties“, für ein Drama von Aufstieg und Fall fehlt ein wenig die Tiefe. Was aber auch ein wenig an den Figuren selbst liegt.

Zu Hause bei Familie Castelluccio. Frankie, der sich später den Künstlernamen Valli zulegen wird, sitzt mit Mama und Papa beim Abendessen. Spaghetti, wie es sich gehört. Was sonst? Tommy DeVito holt ihn ab, nicht ohne die stürmischen Ermahnungen von Mama zu entkräften: Nein, sie werden anständig bleiben. Keine Drogen, keine Gaunerei.

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So ganz halten die Jungs ihr Versprechen nicht. Denn schon bald darauf steht Frankie Schmiere, während Tommy und Nick versuchen, einen Tresor auf die Ladefläche des Kombis zu hieven. Wenn’s schon mal schief geht, dann richtig. Ein Cop latscht um die Ecke, Frankie singt sein Warn-Lied. Und prompt gehen gleich danach die Fenster des Viertels auf: Ruhe!

Der Cop zieht belustigt weiter, Frankie gerät in Panik und schnappt sich den Kombi. Durch das Gewicht des Tresors hängen die Vorderräder in der Luft und die Flucht endet im Schaufenster des Juweliers, dem der Tresor gehört. Bei der anschließenden Gerichtsverhandlung nimmt Tommy die Schuld alleine auf sich, er geht für ein paar Monate in den Knast. Frankie bleibt frei und kann seine Friseurlehre fortsetzen.

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Tagsüber fegt er die Haare und darf sie auch mal waschen, Abends hat er seinen großen Auftritt: Als Sänger der „Four Lovers“ rührt er sogar den Mafiaboss Gyp DeCarlo zu Tränen. Was sich später noch als sehr hilfreich erweisen wird.

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Frankie lernt Mary Delgado kennen, die beiden heiraten bald darauf. Musikalisch geht es steil aufwärts, als mit Bob Gaudio ein begnadeter Songschreiber in die Gruppe kommt. Bei einem Besuch in New York gelingt es Ihnen, bei Bob Crewe eine Demo abzuliefern. Der nimmt sie zwar unter Vertrag, aber hält sie über ein Jahr lang mit Background-Jobs hin. Bis den Jungs der Kragen platzt. Bob schreibt einen Hit, den Crewe produziert. Sie nennen sich nun „The Four Seasons“ und landen einen Hit nach dem anderen.

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Die vier waren einfache Jungs aus einfachen Verhältnissen. Und kamen plötzlich zu Geld. Zu sehr viel Geld. Das Problem dabei: Die Finanzierung des ersten Demobands erfolgte schon durch ein „Darlehen“, das Tommy von der Mafia bekommen hatte. Und die „Familie“ war auch in der Folge gerne bereit, Tommy zu „unterstützen“. Gegen horrende Zinsen, versteht sich. Dass man für hohe Einkünfte auch entsprechende Steuern zahlen muss, darauf machte der Steuerberater immer wieder aufmerksam. Die Rückstellungen dafür verprasste: Tommy…

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Die Probleme führten schließlich zur Trennung. Frankie übernahm, obwohl er nichts dafür konnte, die Schulden alleine. Um sie zurückzahlen zu können, musste er eine Tingeltour durch alle möglichen und unmöglichen Etablissements durchziehen. Was letztendlich seine eigene Familie zerstörte.

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1990 dann das große Re-Union-Konzert anlässlich der Aufnahme in der „Rock’n Roll Hall Of Fame“. Seit über 20 Jahren spielen die „Four Seasons“ wieder vor einem begeisterten Publikum, das mit ihnen älter geworden ist. Zum Finale zieht Eastwood noch einmal alle Register: Wie bei einer Musical-Aufführung kommen alle beteiligten Akteure noch einmal auf die Bühne, pardon: die Straße und feiern gemeinsam: Oh what a night…

Die schauspielerische Leistung der Akteure ist professionell, vor allem Christopher Walken hat sichtlich Spaß an seiner Rolle als Mafia-Pate. Und der Zuschauer freut sich, dass es diesmal ausnahmsweise eben mal nicht Robert DeNiro ist, der den Paten mimt. Was den Gesang betrifft: Naja. Wer James Blunt erträgt, hält auch John Lloyd Young aus. Ansonsten schweigt des Sängers Höflichkeit…

Das Bild der Blu-ray ist fein, die Farbabstimmung erinnert an Kodachrome und paar damit gut zur Zeit, in der „Jersey Boys“ spielt. Warum uns Warner eine, wenn auch gut abgemischte – aber letztendlich doch „kastrierte“ – sprich komprimierte – Dolby-Digital-Tonspur außerhalb des englischen Sprachraums vergönnt? Ich weiß es nicht. Schade drum. Denn wer sich mal den englischen DTS HD-Master Audio 5.1-Ton anhört, weiß was heutzutage möglich ist.

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Gewinnspiel
Folgende Frage gilt es zu beantworten: Nennt uns drei Hits der „Four Seasons“! Zu gewinnen gibt’s ein tolles Fanpaket bestehend aus:

1 x DVD „Jersey Boys“
1 x T-Shirt – „4 Mikrofone“ – Gr. M
1 x Pin – „I Love Jersey Boys“
1 x Schlüsselanhänger „Piano“

Schickt einfach eine Mail mit der, hoffentlich richtigen, Antwort und Eurer Adresse an gewinnspiel@film-blog.tv

Dazu habt ihr bis zum 31.12.2014 bis 24.00 Uhr Zeit. Gehen mehr als eine richtige Antworten ein, lassen wir das Los entscheiden. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie film-blog.tv dürfen nicht mitmachen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

“Jersey Boys“ erscheint bei Warner Bros. Entertainment GmbH ab dem 18.12.2014 auf Blu-ray, DVD und als VoD.
Das Rezensionsexemplar und die Gewinnspielpreise wurden von Warner Bros. Entertainment GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Jersey Boys
Land / Jahr: USA / 2014
Genre: Drama, Biografie, Musik
Darsteller: John Lloyd Young: Frankie Valli, Erich Bergen: Bob Gaudio, Michael Lomenda: Nick Massi, Vincent Piazza: Tommy DeVito, Christopher Walken: Gyp DeCarlo, Mike Doyle: Bob Crewe, Steve Schirripa: Vito, Kathrine Narducci: Frankies Mutter, Lou Volpe: Frankies Vater, Johnny Cannizzaro: Nick DeVito, Joseph Russo: Joe Pesci, Renée Marino: Mary Delgado, Freya Tingley: Francine Valli u.a.
Regie: Clint Eastwood
Produktion: Clint Eastwood, Graham King, Tim Headington, Robert Lorenz
Drehbuch: Marshall Brickman, Rick Elice
Kamera: Tom Stern
Schnitt: Joel Cox, Gary D. Roach
Musik: Bob Gaudio (Musik), Bob Crewe (Texte)

Blu-ray Disc
Laufzeit: ca. 134 Min. + Bonus
Bildformat: Full HD 16:9 (2,40:1)
Tonformat und Sprachen: DTS HD-Master Audio 5.1 (Englisch), Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Spanisch, Italienisch, Französisch)
Untertitel für Hörgeschädigte: Deutsch, Englisch, Italienisch
Bonus: Vom Broadway auf die große Leinwand: Wir folgen den Wurzeln von Jersey Boys von der Theaterbühne über das preisgekrönte Musical bis hin zu Clint Eastwoods Hollywood-Verfilmung, Too Good to be True: Die Mafia liebte die Boys! Donnie Kehr berichtet von seiner Arbeit mit Christopher Walken, dessen Charakter wie ein Pate für Frankie Valli war, „Oh, What a Night” to Remember: Frankie Valli und Bob Gaudio berichten darüber, wie der Song „Oh, What a Night“ zum Finale des Films von der gesamten Jersey Boys-Besetzung interpretiert wurde.
FSK: 6

Webseite zum Film: Jersey Boys