JINN: Popcorn mit dem Dschinni

jinn_coverShawn, ein Autodesigner, genießt ein idyllisches Leben mit seiner neuen Frau Jasmine, bis er eine kryptische Mitteilung erhält. Die Mitteilung warnt von akuter Gefahr und einem Fluch, der seiner Familie seit Generationen anhaftet. Shawn glaubt dieser Enthüllung aus seiner Vergangenheit nicht, bis schockierende Dinge passieren.
Aus Furcht um sein Leben, wendet sich Shawn an Gabriel und Pater Westhoff,ein mysteriöses Duo, das behauptet, Antworten zu haben. Mit ihrer Hilfe findet er den angeketteten Ali. Von ihm erfährt Shawn, dass es auf dieser Welt mehr gibt, als er sich je vorgestellt hat. So stellt er sich dem Bösen ohne zu ahnen, was ihn erwartet…

Film-Blog.tv meint:
Bei den Kritikern kommt diese Produktion nicht besonders gut weg. Sicher: im kollektiven Gedächtnis der Filmfans wird „Jinn“ wohl nicht haften bleiben. Aber für buntes Action- / Horrorkino reicht „Jinn“ jedoch allemal. Wer seine Erwartungen an eine ausgefeilte Handlung und differenzierte Charaktere nicht zu hoch steckt, wird 97 Minuten lang mit tollem Grafikdesign und dynamischen Farben belohnt, in denen ein Auserwählter seinen Kampf gegen eine uralte Macht führt. Und dabei fliegen ordentlich die Fetzen. Sowohl in den Stuntszenen als auch im CGI.

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt.

Mitten in das heile Leben des Autodesigners Shawn und seiner Frau Jasmine in Michigan wird eine mysteriöse Botschaft geliefert. Auf einer VHS-Kassette findet er eine Nachricht seines vor langer Zeit verstorbenen Vaters: Mysteriöse und unheilvolle Dinge werden geschehen. Sein Vater fordert Shawn auf, Kraft zu entwickeln, um sich ihnen entgegenzustellen. Und tatsächlich fallen Schatten auf das friedliche Leben des Paares. Die Wohnung wird verwüstet und eine mysteriöse Schattengestalt beobachtet sie. Alpträume plagen Shawn. Er träumt vom Brand seines Elternhauses und einer unheimlichen Gestalt.

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Vom geheimnisvollen Gabriel und Pater Westhoff erfährt Shawn von einem Ereignis in Indien im Jahr 1901. Sein Urgoßvater hat dort mit einem Dschinni gekämpft, der dabei Rache an allen männlichen Nachfahren des Angreifers schwor. Dschinn sind Wesen des Feuers, erfährt Shawn, und bedrohen die Menschheit, die „Söhne Adams“. Allen voran die satansverehrenden Schaitan-Dschinn; gegen einen von ihnen kämpfte sein Urahn. Shawn erhält einen Dolch, aus Dschinnnfeuer geschmiedet. Denn er müsse sich den Höllenwesen stellen. Nur dies und heiliges Wasser aus Mekka sind die Waffen, mit denen man die Wesen bekämpfen kann. Shawn ist skeptisch und verlacht die Drohung. Doch als seine Frau in der Nacht von einer unbekannten Macht weggezogen wird und verschwunden bleibt, wendet er sich den beiden Männern erneut zu.

Sie führen ihn zu seinem Onkel, der in der Psychatrie eingesperrt ist. Niemals zuvor hat Shawn ihn kennengelernt. Sein Onkel weiß um die Bedrohung ihrer Blutlinie und eröffnet Shawn, dass er sich nun einer Probe für den Kampf mit den Dschinn stellen muss. Er selbst scheiterte einst daran, und die Folgen brachten ihn in die Psychatrie.

Shawn stellt sich der unbekannten Gefahr und begegnet dem Dschinni, der seine Familie seit Generationen verfolgt. Ein wilder Kampf entbrennt auf mehreren Ebenen, der zeigen soll, ob Shawn der Auserwählte ist…

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Der Film wird von Kritkern überwiegend als schwach bewertet. „Ich habe eine Freikarte bekommen und damit noch immer zuviel Geld bezahlt“, schrieb ein Kinobesucher auf imdb.com. Zweidimensionale Charaktere ohne Entwicklung und ein schwaches Buch mit dünnen Erklärungen sind weitere Vorwürfe der Kritker.

Sicher: Die Charaktere werden sehr schwarz-weiß porträtiert: Emotional wirken sie teils etwas überdreht, manchmal in’s Kitschige tendierend. Durch die Dialoge in der deutschen Synchronfassung übrigens noch stärker als im gut verständlichen Original. So ist der Wechsel vom mystischen Kampf, der den Film eröffnet, in das sehr heile Michigan schon etwas drastisch. Die Handlung ist etwas simpel, und mit den mehreren Dimensionen, die teils bedient werden, nicht immer ganz klar.

Nachvollziehen kann ich die partiell vernichtende Kritik damit jedoch nicht. Der Handlungsfaden ist in der Summe deutlich erkennbar und der Charakter, der den Fluch ihm bisher unbekannter Wesen zunächst als lächerlich leugnet, dann aber mit ihrer Existenz konfrontiert wird, ist glaubwürdig. Als Horrorfilm, der das Genre nicht neu erfinden will, und mit hohen Ambitionen an Actionszenen kann „Jinn“ durchaus punkten.

Und ist dabei visuell ideenreich. Das Bild ist gestochen scharf und in einer der frühen Szenen in Indien, zudem beachtlich farbdynamisch Der voluminöse Sound ist ebenfalls auf der Habenseite.

Nach den Credits kommen noch zwei kurze Szenen: Mondsichel, Davidstern und das christliche Kreuz vereinen schnell noch drei große Weltreligionen. Und wer bis zum Ende der Credits dranbleibt, zu dem spricht auch noch einmal der Dschinni…

Ajmal Zaheer Ahmad ist Regisseur, Autor, leitender Produzent und war am Schnitt beteiligt. Zudem er hat das Auto entworfen, das im Film thematisiert wird, den „Firebreather“.

Er sieht in seinem Film sehr viel mehr als nur einen Horror- und Actionstreifen: “It’s really not a horror movie at all although we’re advertising it as such because that’s the best genre for sales. In reality it’s a good versus evil movie” sagt Ahmad in einem Interview in “Islamic Monthly”. Die weltweite Akzeptanz für diese Weltreligion zu fördern ist sein erklärtes Ziel. Mit „Jinn“, ergänzt er dort; die Anhänger der großen Religionen möchte er versöhnlich zusammenführen. Die letzten fünfzehn Sekunden des Trailers seien ein Ruf an die Muslime in der Welt.w

Die WVG Medien GmbH präsentiert „Jinn“ ab 31. Oktober 2014 auf DVD und Blu-ray Disc™.
Das Rezensionsexemplar wurde von WVG Medien GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

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Originaltitel: Jinn
Land / Jahr: USA / 2010
Genre: Horror, Mystery
Darsteller: Shawn: Dominic Rains, Jasmine: Serinda Swan, Gabriel: Ray Park, Father Westhoff: William Atherton, Ali: Faran Tahir, Mrs. Walker: Milica Govich u. a.
Regie: Ajmal Zaheer Ahmad
Drehbuch: Ajmal Zaheer Ahmad
Produzenten: Ajmal Zaheer Ahmad
Kamera: Robert Mehnert
Schnitt: Ajmal Zaheer Ahmad, Justin Hynous
Ton: Spencer Hall
Musik: Derek Syverud
FSK: 16

DVD, Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 97 Min. + Bonus
Bildformat: 16:9 – 2.35:1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Extras: Trailer, Bildershow

Webseite zum Film: Jinn