Kinostart: Unter dem Sand – Das Versprechen der Freiheit

sand_plakatMai 1945. Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende, nicht jedoch für ein knappes Dutzend junger Soldaten aus Deutschland. Kurz zuvor waren sie für Hitlers letztes Aufgebot eingezogen worden, den Volkssturm. Sie sind noch fast Kinder, doch nun Kriegsgefangene in Dänemark und für ein Himmelfahrtskommando eingeteilt: die Säuberung eines Nordseestrandes von 45.000 Nazi-Tretminen. Weder ausgebildet noch ausgerüstet und völlig ohne technische Hilfsgeräte müssen sie sich Stück für Stück durch den Sand quälen. Wo die nächste Mine liegt, wo diese explodieren wird, ist ungewiss. Es beginnt eine schier unlösbare Aufgabe, jeder Schritt im Sand könnte der letzte sein. Das Einzige, was ihren Lebenswillen erhält, ist die Hoffnung auf Freiheit. Diese hat ihnen ihr dänischer Kommandant Carl versprochen. Doch dann passiert ein schreckliches Unglück. Wird Carl nach wie vor zu seinem Wort stehen?

Film-Blog.tv meint:
Üblicherweise stellen wir auf www.film-blog.tv nur Blu-rays und DVDs, überwiegend Neuerscheinungen vor. Für „Unter dem Sand – Das Versprechen der Freiheit“ machen wir gerne eine Ausnahme. Ein Film, der unter die Haut geht und in der Masse der Blockbuster unterzugehen droht. Aber grade in heutigen Zeiten sein Publikum finden sollte, ja muss.
Eine Ausführliche Besprechung folgt im Herbst dieses Jahres, sobald der Titel fürs Heimkino erhältlich ist. Ehrensache.

Frühsommer 1945. Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende, genauso wie die fünfjährige Besatzung Dänemarks durch deutsche Truppen. Doch zunächst gilt es, die Spuren des Krieges zu beseitigen. Weil Hitler und seine Oberste Heeresleitung damit gerechnet hatten, dass die Invasion der Alliierten über die dänische Westküste kommen würde, ließen sie dort an der Nordsee rund 2,2 Millionen Landminen vergraben. Doch die Invasion rollte bekanntlich über die Normandie an – und alle vergrabenen Minen sind nach Kriegsende noch dort und machen die traumhaft schönen dänischen Strände zu Todeszonen. Von den britischen Besatzungstruppen kommt der der Vorschlag, die Minen von deutschen Kriegsgefangenen räumen zu lassen. Viele der Gefangenen kommen aus dem Volkssturm Hitlers, sind weder ausgebildet noch ausgerüstet. Es sind überwiegend Minderjährige, als Kanonenfutter in einen verlorenen Krieg geschickt, die nun für das gefährliche Kommando eingeteilt werden.

„Unter dem Sand“ erzählt die Geschichte von elf deutschen Jungs und ihrem Aufseher, dem dänischen Unteroffizier Carl Rasmussen. Ihre Aufgabe: Innerhalb von drei Monaten einen Strandabschnitt von 45.000 lebensgefährlichen Tretminen zu säubern.

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Auf dem Weg zu diesem Strand sitzen der 16-jährige Sebastian und andere deutsche Soldaten in einem Armeelaster. Kriegsgefangene – hungrig, erschöpft und schwach. Helmut ist mit seinen 19 Jahren der Älteste. Der dänische Hauptmann Ebbe Jensen hat keinerlei Mitgefühl für die Jungs: „Wer alt genug ist, in den Krieg zu ziehen, ist auch alt genug, danach aufzuräumen“, sagt er. In wenigen Tagen lernen sie das Nötigste über Minenentschärfung und verlieren schon bei der ersten Übung einen aus ihrer Reihe.

Ein Strandabschnitt an der dänischen Westküste wird zu ihrem tödlichen Arbeitsplatz. Alle paar Meter lauern hier Sprengsätze unter dem Sand. Auf dem Bauch liegend, mit einem kleinen Stock und zerschundenen Händen tasten und graben sich die Jungs in ihren Planquadraten vorsichtig voran. Sie legen Mine für Mine frei, Tag für Tag, Zentimeter für Zentimeter, ob in glühender Hitze oder in strömendem Regen. Mit zitternden Fingern und Angstschweiß auf der Stirn drehen sie die angerosteten Zünder aus den Sprengsätzen. Eine falsche Bewegung könnte ihr Ende bedeuten.

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Ihr Bewacher Carl zeigt anfangs kein Erbarmen. Er gibt ihnen kaum etwas zu essen und verriegelt abends ihr winziges Schlafquartier. Er ist Einzelgänger, immer in Begleitung seines geliebten Hundes Otto. Obwohl die Jahre der Besatzung auch in ihm eine tiefe Abneigung gegenüber den Deutschen geschürt hat, ist er über das Alter der jungen Soldaten erschrocken. Trotzdem geht er seiner Aufgabe nach und kommandiert die junge Truppe jeden Morgen wieder und wieder an den Strand.

Stück für Stück geht es weiter: drei Stiche mit dem Holzstöckchen nach vorn, zwölf zur Seite. Und es dauert nicht lange, bis es den nächsten trifft. Der 15-jährige Wilhelm verliert bei einer Explosion beide Arme, schreit in Panik nach seiner Mutter. Carl und Sebastian bringen ihn sofort ins nahegelegene Feldlazarett. Am Tag darauf erliegt Wilhelm jedoch seinen Verletzungen. Carl ist betroffen. Langsam ändert sich seine Sichtweise und er fühlt sich immer verantwortlicher für die Jungen, stiehlt sogar Nahrungsmittel aus der Militärkantine für sie. Zwischen Carl und Sebastian baut sich Vertrauen, eine fragile Vater-Sohn-Beziehung, auf.

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Nach mehreren Wochen verkündet Carl, dass nun die Hälfte der Minen entschärft sei. Er verspricht ihnen, dass sie nach der vollständigen Räumung des Strandes zu ihren Familien nach Deutschland zurückkehren können. Das gibt ihnen neue Energie, gibt ihnen Lebensmut. Doch als Carls Hund Otto plötzlich in einem eigentlich gesäuberten Strandabschnitt von einer Mine getötet wird, ändert sich das Verhalten des dänischen Unteroffiziers abrupt. Carl zeigt keinerlei Mitgefühl mehr, schlimmer noch: Er zwingt die Jungen, eng untergehakt und mit festen Tritten, jeden geräumten Abschnitt erneut abzuschreiten. Zitternd vor Angst führen sie seinen Befehl aus. Die verunsicherte Gruppe der Jungen wird nur noch von Sebastians Stärke zusammengehalten.

Eines Tages läuft Elisabeth, die fünfjährige Tochter aus einem benachbarten Bauernhof, an den Strand, direkt in ein Minenfeld. Ihre Mutter fleht die Jungs verzweifelt um Hilfe an. Das kleine Mädchen wird gerettet – eine Aktion, die jedoch ein weiteres Opfer unter den jungen Deutschen fordert. Carls harte Schale beginnt aufzubrechen, er fängt an, den Jungen zu vergeben.

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Als schließlich alle Minen geräumt sind, leben nur noch vier der ursprünglich elf. Carl wird zu seinem Vorgesetzten Ebbe zitiert. Dabei erfährt er, dass seine vier Schützlinge nun weiter zu einem anderen Strand transportiert werden sollen, um dort mit anderen ein riesiges Minenfeld zu räumen. Das jedoch, weiß Carl, bedeutet ihren sicheren Tod – und er beschließt zum ersten Mal in seinem Soldatenleben, den Gehorsam zu verweigern…

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Originaltitel: Under sandet
Land / Jahr: Dänemark, Deutschland / 2015
Kinostart: 7. April 2016
Genre: Drama, Kriegsfilm
Darsteller: Unteroffizier Carl Rasmussen: Roland Møller, Hauptmann Ebbe Jensen: Mikkel Boe Følsgard, Sebastian (16): Louis Hofmann, Helmut (19): Joel Basman, Ludwig (16): Oskar Bökelmann, Ernst (17): Emil Belton, Werner (17): Oskar Belton, Wilhelm (15): Leon Seidel, Manfred (16): Karl Alexander Seidel, Gustav (19): Aaron Koszuta, Bäuerin: Laura Bro, Elisabeth, Tochter der Bäuerin: Zoe Zandvliet, Krankenschwester: Mette Lysdahl, Dänische Soldaten: Mads Rilsom, Michael Asmussen, Magnus Bruun, Kim Winther, Mark Kammer, Nicholas J.K. Hejl, Johnny Melville, junge deutsche Kriegsgefangene: Levin Henning, August Carter, Tim Bülow, Alexander Rasch, Julius Kochinke, Maximilian Beck
Regie: Martin Zandvliet
Drehbuch: Martin Zandvliet
Produktion: Mikael Chr. Rieks, Malte Grunert
Kamera: Camilla Hjelm Knudsen
Schnitt: Molly Malene Stensgaard, Per Sandholt
Ton: Johannes Elling Dam
FSK: 12

Laufzeit: ca. 101 Min.
Bildformat: 2.39:1
Tonformat: 5.1 Dolby
Sprachen: Deutsch, Dänisch

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