Kundschafter des Friedens: Die Alten Säcke haben’s noch voll drauf…

kundschafter_coverGewinnspiel_rotSiebenundzwanzig Jahre nach dem Mauerfall ist der Alltag des einst legendären Top-Spions der DDR-Auslands-aufklärung, Jochen Falk, ziemlich eintönig geworden. Doch da bittet der ehemalige Erzfeind BND überraschend um seine Hilfe. Falk wittert die Chance, eine offene Rechnung mit dem West-Agenten Kern zu begleichen und stimmt dem Einsatz zu.
Natürlich braucht er dazu sein altes Team und dem BND bleibt nichts anderes übrig, als den Rest der so genannten Kundschafter des Friedens zu reaktivieren: den verschrobenen Tüftler Jaecki, den windigen Logistiker Locke und den nicht mehr ganz taufrischen Romeo-Agenten Harry.
Widerwillig begleitet von der jungen BND-Agentin Paula, wird die Rentner-Gruppe nach Katschekistan eingeschleust. Doch dort ist nichts mehr wie es einmal war und die Mission droht, im Chaos zu versinken. Da besinnen sich die vier auf ihre alten Fähigkeiten…

Film-Blog.tv meint:
In bester „Alter-Sack-kann-es-noch“-Manier finden die Herren in letzter Sekunde zu alter Form zurück, erledigen ihre Mission mit Bravour und retten elegant-nonchalant die Welt. Das tun sie mit staubtrockenem Humor, ohne die Würde ihrer Figuren an den Klamauk zu verraten, was die Sache nicht weniger lustig macht, im Gegenteil: In keiner deutschen Filmkomödie hab ich mich in den letzten Jahren so gut amüsiert wie in „Kundschafter des Friedens“. Okay, zu einem deutschen „R.E.D.“ fehlen dem Film noch ein paar Kilometerchen auf der Transit-Strecke. Aber es ist nicht mehr weit. Und gegen eine Fortsetzung hätte ich überhaupt nix einzuwenden!

Den Beitrag verfasste unser Kollege Chris Kurbjuhn.

Während seiner langen, ruhmreichen Karriere hat James Bond den Kontakt mit Agenten des DDR-Geheimdienstes stets sorgfältig gemieden. Lediglich in „Octopussy“ unternahm Commander Bond eine Stipp-Visite in die USA, ansonsten mied er Agenten des legendären Mischa Wolf wie der Teufel das Weihwasser. Vermutlich, weil er den ausgezeichneten Ruf fürchtete, den DDR-Agenten weltweit genossen. Und dieser Ruf war wohlbegründet. Wenn auch die Q-Abteilung des MfS aus verschiedenen Gründen nicht ganz mit dem Secret Service mithalten konnte, was Lässigkeit und Coolness anbelangt, wäre Commander Bond bei einer Auseinandersetzung mit Jochen Falk, seinem ostdeutschen Widerpart, in große Schwierigkeiten gekommen.

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Eben diesen Jochen Falk wollen seine ehemaligen Erzfeinde vom BND nun reaktivieren, denn sie haben ihren Star-Agenten verloren. Ausgerechnet in der Ost-Republik Katschekistan ist er verschütt gegangen, und einer der wichtigsten katschekischen Politiker gleich mit. Doch so leicht, wie die BND-Spooks sich das vorgestellt haben, wird die Reaktivierung nicht. Falk besteht darauf, nur mit seinem alten Team zusammenzuarbeiten: Dem nur unwesentlich gealterten Romeo-Agenten Harry, dem geschickten, mittlerweile zum Turbo-Kapitalisten mutierten Drahtzieher und Trickbetrüger „Locke“ und dem komplett aus der Zeit gefallenen Zonen-Q Jaecki. Als Belohnung haut er für sie die volle West-Rente raus. Dafür muss er aber auch die ein oder andere Kröte schlucken: Zum einen die tausendprozentig korrekte BND-Agentin Paula als Wachhund akzeptieren. Ebenso die Tatsache, dass der Kerl, den er raushauen soll, ein alter Rivale ist…

Doch vor das Raushauen haben die Götter der Geheimdienstlichkeit 25 Jahre Untätigkeit gesetzt, in denen der Zahn der neuen Zeit heftig an den einstigen Agenten-Stars genagt hat …

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Irgendwo im tiefsten Katschekistan gerät der BND-Agent Frank Kern getarnt als Krankenwagenfahrer mit seinem Transporter in eine Grenzkontrolle, initiiert von KGB-Agent Dimitri Dymov. Als die Schergen mit der Durchsuchung des Wagens beginnen wollen, gibt Kern Gas und brettert unter Feuerbeschuss durch den Schlagbaum. Denn auf der Rückbank hält er Haim Kazan, den zukünftigen Präsidenten des Landes und Hoffnungsträger für eine katschekische Wiedervereinigung, versteckt.

Unterdessen findet in Berlin ein Krisengespräch des Bundesnachrichtendienstes statt. Die geplante Friedenskonferenz droht zu platzen, weil sie seit sechs Stunden keinen Kontakt mehr zu Kern und damit auch nicht zu Kazan hatten. Der Agent sollte Kazan nach Bonn bringen, wo der katschekische Präsident den Vertrag für die Vereinigung von Ost- und West-Katschekistan unterzeichnen soll. Ehemaligen KGB-Agenten scheint es nun zu gelingen, die katschekische Wiedervereinigung zu verhindern. Die Rettungsmission gilt als gescheitert.

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Aus Angst vor einer Blamage der Bundesregierung vor der Weltöffentlichkeit bedarf es eines wasserdichten Plans. Anschütz, amtierender Leiter des BND, hat jedoch keine Ideen vorzubringen. Da unterbricht Sicherheitsmann Marcel das Schweigen, als er auf einem Archivfoto den Auslandsagenten Jochen Falk wiedererkennt, ein ehemaliger Kundschafter des Friedens, wie die DDR ihre Spione genannt hat. Vielleicht sind er und seine ehemaligen Kontakte zum KGB die einzige Lösung. So unkonventionell und beschämend diese Idee auch ist, bleibt dem BND nichts anderes übrig, als den ehemaligen DDR-Agenten um Hilfe zu bitten.

Jochen Falk war in den 1970er Jahren mit seinem Team in Ost-Katschekistan aktiv, wurde 1985 enttarnt, über die Glienicker Brücke ausgetauscht und aus dem Dienst entlassen. Er hat längst mit seinem Agentenleben abgeschlossen und genießt lieber eine „Curry ganz“ mit Bier bei Konnopkes Imbiss. Doch kaum die Flasche angesetzt, tippt ihm ein BND-Agent auf die Schulter und bittet ihn, mitzukommen. Falk nimmt die Beine in die Hand, sechs Agenten hinter ihm her. Zwar können die Agenten Falk fassen – er ist halt doch nicht mehr der Schnellste – jedoch nicht ohne dass Falk den Jungspunden des BNDs deutlich macht, wie stümperhaft sie den Zugriff ausgeführt haben. Als „Zonen-James-Bond“ belächelt, wird Falk im Büro des BND von den Agenten Schell und Paula Kern verhört. Er soll alle seine ehemaligen Kontakte zu KGB-Agenten preisgeben sowie deren Verstecke und Gewohnheiten. Doch stattdessen entlockt Falk dem BND, worum es wirklich geht und wie sehr sie eigentlich seine Hilfe brauchen. Der BND ist „so richtig am Arsch.“

Mit Hinweis auf seinen Ruhestand bricht Falk das Gespräch ab und will sich auf den Heimweg machen. Als Paula Andeutungen zur Identität des verschwundenen Agenten macht, überlegt er es sich nochmal. Der Vermisste soll in seiner Altersklasse und Spezialist für Zentralasien sein. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich dabei um Frank Kern handelt, den alten Schweinehund, der ihn einst enttarnt hat. Falk ist gewillt, ein paar Kontakte zu reaktivieren. Dies geht jedoch nur vor Ort. Der BND soll ihn samt seinem alten Team nach Katschekistan einfliegen. Paula Kern will den Einsatz lieber mit einem eigenen jungen Team selbst durchführen. Da es sich bei dem verlorenen Agenten um ihren Vater handelt, lässt sich Anschütz auf einen Kompromiss ein. Sie soll als Begleiterin der Kundschafter mitfliegen, die Falk nun wieder zusammentrommeln muss.

„Jaecki“, der Techniker verdient seinen Lebensunterhalt mittlerweile mit Reparaturen von Haushaltsgeräten und muss nicht lange überzeugt werden, wenn es darum geht, dem BND zu zeigen, wer der bessere Geheimdienst ist. „Locke“, der Logistiker, betreibt ominöse Kreditgeschäfte, mit denen er seine Kunden übers Ohr haut. Auch er ist sofort mit von der Partie, in der Hoffnung, dass Bares für ihn dabei herausspringt.

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Wenn es nach dem BND geht, sollen die vier als Archäologenteam getarnt nach Katschekistan fliegen. Aber nur, wenn es nach dem BND geht. Geht es aber nicht… Falk und sein Team werden es auf ihre Tour machen oder gar nicht.

Im Grenzgebiet von Ost- und West-Katschekistan gelandet, lassen sie sich von einem Schlepper über die Grenze bringen. Paula enttarnt den angeblich so vertrauenswürdigen Katscheken als Polizeispitzel und nimmt ihn im Verhör so hart ran, dass Falk sich noch eine Scheibe bei der Nachwuchs-Agentin abschneiden kann. Da der Spitzel die Polizei längst verständigt hat, müssen die Kundschafter fliehen.

Falk lässt Paula den nächsten Schritt bestimmen. Sie suchen die Stelle, an der Kazan entführt wurde. Als Paula ihr Navi herausholt, um Satellitendaten für eine genaue Ortung auszuwerten, schmeißt Falk das Gerät ohne Vorwarnung aus dem Fenster: „Der Computer bleibt aus! Wir arbeiten analog.“ Eine alte Landkarte aus Zeiten der Sowjetunion reicht Falk, um die Stelle zu finden, an der der beschossene Krankentransporter die Böschung abgerutscht ist. Spielende Straßenkinder berichten von zwei Männern, die aus dem Auto gezerrt und weggebracht wurden. Kern und Kazan scheinen also noch am Leben. Die Kinder erkennen auch Dymov auf einem Foto wieder, Falks ehemaliger Verbindungsoffizier zum KGB: „Übler Typ!“ Er muss hinter der Geiselnahme stecken.

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Weiter geht es zur nächsten Station: Harrys neue Bar. Harry war der beste Romeo-Agent, den es je gab. Der „Dean Martin des Ostens“ ist die erste Anlaufstelle für exquisite Spirituosen. Er beliefert auch das Hotel Tropicana, das gerade erst einen Vorrat Amursk Wodka bestellt hat. Und das kann nur eines heißen: Dymov wird dort erwartet.

 

Den Kundschaftern bleiben noch zwei Tage, bis Kazan den Friedensvertrag unterzeichnen soll. Der BND macht Druck und Paula verspricht, Kazan in 24 Stunden gefunden zu haben. Am Abend vor der Aktion konfrontiert Falk Paula mit dem Verdacht, dass es sich bei dem entführten Agenten um ihren Vater handelt und behält recht. Seine Wut über diese fehlende Information tut seiner Professionalität jedoch keinen Abbruch.

Der Plan ist ziemlich simpel: Getarnt als westdeutsche Investoren lassen sich die Kundschafter vom Hotelmanager die Suite zeigen, in der in wenigen Stunden ein Treffen zwischen Dymov und General Karpow stattfinden wird. Sie verwanzen das Zimmer und Paula soll, getarnt als Zimmermädchen, Dymov seinen Lieblingswodka servieren und, während Jaecki einen Stromausfall im Hotel auslöst, ihm einen Peilsender implantieren, um die Geiseln zu finden. Romeo Harry soll sich unterdessen um das echte Zimmermädchen „kümmern“…

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Gewinnspiel
Folgende Fragen gilt es zu beantworten:
1.) Nennt uns die Agentenkomödie, die Euch am besten gefällt! Schön wäre eine kurze Begründung.
2.) Wie habt Ihr zu www.film-blog.tv gefunden?
Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich

2 x Blu Ray-Disc™ „Kundschafter des Friedens“

Schickt einfach eine Mail mit Euren Antworten und Adresse an gewinnspiel@film-blog.tv

Dazu habt ihr bis zum 31.07.2017 bis 24.00 Uhr Zeit.

Das Gewinnspiel wird von www.film-blog.tv veranstaltet, die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahre mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie von www.film-blog.tv
dürfen nicht mitmachen. Gehen mehr richtige Antworten ein, als Preise zur Verfügung stehen, lassen wir das Los entscheiden, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die Teilnehmerdaten werden nur für die Zustellung eines eventuellen Gewinns bis zum Einsendeschluss gespeichert und anschließend vollständig gelöscht. Eine Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen.

Majestic Filmverleih GmbH präsentiert „Kundschafter des Friedens“ ab dem 06. Juli 2017 auf Blu Ray-Disc™ und DVD.
Das Rezensions- und die Verlosungsexemplare wurden von Majestic Filmverleih zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Kundschafter des Friedens
Land / Jahr: Deutschland / 2016
Genre: Komödie
Darsteller: Henry Hübchen: Jochen Falk, Michael Gwisdek: Jaecki, Antje Traue: Paula Kern, Jürgen Prochnow: Frank Kern, Thomas Thieme: Locke, Winfried Glatzeder: Harry, Husam Chadat: Kazan, Michael A. Grimm: von Gütersloh, Vladimir Korneev: Kanat, Walter Kreye: Anschütz, Jörg Malchow: Hansen, Florian Panzner: Schell, Milan Peschel: Marcel Werner, Ruth Reinecke: Ministerin, Jevgenij Sitochin: Hotelmanager, Jeanette Spassova: Anna Wasilowitsch, Hans-Martin Stier: Müller, Wladimir Tarasjanz: Dimitri Rasputin Dymov, Maxim Podobed: Dymov’s Leibwächter, Waltraut Ziervogel: Waltraut, Jurij Schrader: Generel Karpov, Marianne Mosebach: Ärztin, Joan Pascu: Polizeichef u.a.
Regie: Robert Thalheim
Drehbuch: Oliver Ziegenbalg, Robert Thalheim
Produzent(en): Andreas Banz
Kamera: Henner Besuch
Schnitt: Stefan Kobe
Musik: Anton Feist, Uwe Bossenz
FSK: 6

Blu Ray-Disc™
Laufzeit: ca. 93 Min. + ca. 110 Min. Bonus
Bildformat: 16:9 – 2,35:1
Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache(n): Deutsch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Hörfilm für Blinde und Sehbehinderte
Bonus: Henry Hübchen zu Gast bei WDR Kölner Treff (14’08), Michael Gwisdek zu Gast bei ZDF Aspekte (11’47), Weltmeer-Premiere auf der AIDA (25’10), Die Kundschafter im Gespräch mit Filmjournalist Hanns-Georg Rodek (14’07), Featurette (3’13), “Old Agent Man”-Musikvideo (3’32), Hinter den Kulissen (2’27), VFX Making-of (3’08), Interviews mit den Hauptdarstellern, Regisseur und Drehbuchautoren (56’26), Teaser (1’02), Trailer (1’59), TV Spot (15’’), Bildergalerie, Wendecover

Webseite zum Film: Kundschafter des Friedens