Männerhort: Große Jungs unter sich

Gewinnspiel_rotmaennerhort_coverIn einer Welt mit Frauenparkplätzen und Frauenquote gibt es nur noch einen Ort, an dem sich das ehemals starke Geschlecht nach Lust und Laune entfalten darf: den Männerhort. Der Software-Entwickler Eroll, der Dixi-Klo-Vertreter Lars und der Berufspilot Helmut haben im zentralen Heizungskeller ihrer Neubausiedlung eine frauenfreie Zone geschaffen, in der die gestressten Ehemänner heimlich Fußball schauen, Pizza essen, Bier trinken und über Frauen lästern, die nur Shopping, Schwätzen, Sex und Kinder im Kopf haben. Doch als der Facility Manager Aykut die letzte Bastion der Männlichkeit entdeckt und räumen lassen will, droht die Vertreibung aus dem Paradies.

Film-Blog.tv meint:
Wer zum Lachen in den (Heizungs-)Keller geht, findet dort vielleicht sogar ein kleines Männerparadies. Denn: „Männer haben ihre geistige Entwicklung im Alter von sieben Jahren abgeschlossen. Danach wachsten sie nur noch. Zuerst in die Höhe, dann in die Breite“. Na gut, das Wachstum in die Breite haben unsere drei Titelhelden noch vor sich. Aber ihr geistiges Niveau seit den Milchzähnen nicht wesentlich erweitert. Dem gegenüber stehen drei Mädels. Die, egal aus welcher Krise, problemlos mit Shopping zu Schmusekätzchen werden. Fremdschämen? Wer diese Vokabel bierernst nimmt, braucht sich nicht im „Männerhort“ anzumelden. Ebensowenig, wer Emanzipation mit Religion verwechselt oder pikiert ist, weil das Ampelmännchen einen Herrenhut aufhat. Alice Schwarzer hat sicher nicht viel Spaß an diesem Film. Ich schon…

Männer sind anders. Frauen auch. Und das wird in der Komödie, die auf dem gleichnamigen Theaterstück von Kristof Magnusson basiert, schamlos übertrieben und durch den Kakao gezogen. Da ist der junge Softwareentwickler Eroll. Er spielt doch tatsächlich lieber mit seinem QuadroCopter als dass er sich von seiner hübschen Freundin Connie befummeln lässt. Gut, dass die einen ordentlich an der Klatsche hat, ist offensichtlich. Nach der Bestellorgie in diversen Webshops zieht es sie regelmäßig in die Shoppingmall. Dabei vergisst sie schon mal, dass sie zum Umtauschen den Kassenbon benötigt. Für die Fahrt zum Postamt, um die Rücksendungen abzugeben, benötigt Eroll eigentlich einen Kleinlaster…

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Lars, der Vertreter für Dixie-Klos ist nicht viel besser dran. Er verbringt die meiste Zeit damit, in einem Swingerportal seine Dates klarzumachen. Seit seine Frau Anne, erfolgreiche Ärztin, ist schwanger. Da läuft nicht viel. Außer der Shoppingtour im Kinderparadies…

Auch Helmut hat Beziehungsprobleme. Er ist mit Alex liiert. Alex heißt eigentlich Alexander, nicht Alexandra. Aber klammern kann der, dass Helmut, dem Linienpiloten, die Luft zum Atmen wegbleibt: Egal ob Homo oder Hetero, die Partnerschaftsprobleme scheinen die gleichen zu sein. Erst recht in der spießigen Neubausiedlung im Norden von Frankfurt.

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Zum „Mannsein“ gehen die drei in den Keller. Um genau zu sein: In den Heizungskeller der Wohnanlage. Dort haben sie sich ihren „Männerhort“ eingerichtet. Mit Pinups an den Wänden, einem großen Kickertisch, dem bequemen Sofa und einem Beamer. Damit können sie die Bundesliga verfolgen und Computerspiele zocken. Alles könnte so schön sein, wenn sie nicht von Aykut, dem Facility Manager entdeckt worden wären. Denn der ist deutscher als der spießigste Deutsche. Und hat Schiß, den Job zu verlieren. Er hat ja noch Probezeit. Hausmeister, das will er nie wieder sein.

Dafür macht er einen auf Macho. „Wenn die Alte spinnt, kriegt sie ein neues Kopftuch und gut is‘…“. Pech nur, dass Eroll ihn in der Warteschlange im Postamt trifft. Und dabei herauskommt, dass auch Aykut ganz schön unterm Pantoffel steht…

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Elyas M’Barek, Christoph Maria Herbst und Detlev Buck. Dazu Jasmin Schwiers und Cosma Shiva Hagen. Wer angesichts der „üblichen Verdächtigen“ die Nase rümpft und eine flache Komödie ohne großen Anspruch erwartet, mag nicht verkehrt liegen. Aber jedes Jahrzehnt hat nun mal seine Helden und Lieblinge. Aus einiger Entfernung betrachtet, sind sogar die Lustspiele mit Heinz Erhard oder Peter Alexander aus den 50igern und 60igern, die damals von der Kritik ähnlich betrachtet wurden, zu ertragen. Und ja, ich gebe gerne zu: Mir hat „Männerhort“ Spaß gemacht. Dass es kein Film ist, bei dem man groß nachdenken muss und den man noch nach ein paar Bierchen versteht, ist eh klar.

Das Bild der Blu-ray ist, wie sollte es anders sein, sehr gut. Der Ton ist gut ausgewogen abgemischt, das 5.1System wird fleißig beschickt und vermittelt mit sehr guter Räumlichkeit viel Atmosphäre. Bei den Musikeinspielungen lässt man es schön knallen, die Dialoge sind sehr gut verständlich.

Gewinnspiel
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Das Rezensions- und das Verlosungsexemplar wurden von Constantin Film AG zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Männerhort
Land / Jahr: Deutschland / 2014
Genre: Komödie
Darsteller: Elyas M’Barek: Eroll, Christoph Maria Herbst: Lars, Detlev Buck: Helmut, Serkan Cetinkaya: Aykut, Cosma Shiva Hagen: Connie, Lisa Maria Potthoff: Anne, Jasmin Schwiers: Marion, Dominic Boeer: Alex, Michael Gwisdek: Mann in der Strickjacke, Annabelle Mandeng: Racheengel, Florian Mania: Abschleppwagenfahrer, Antonio Putignano: Italiener in Pizzeria u.v.a.
Regie: Franziska Meyer Price
Drehbuch: David Ungureit, Rainer Ewerrien
Vorlage: Theaterstück „Männerhort“ von Kristof Magnusson
Produktion: Uli Aselmann
Kamera: Bernhard Jasper
Schnitt: Stefan Essl, Zaz Montana
Musik: Christoph Zirngibl
FSK: 12

Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 98 Min. + Bonus
Bildformat: 2,35:1 in 16:9
Tonformat: Deutsch DD 2.0, Deutsch DTS-HD 5.1, Deutsch Hörfilmfassung DD 2.0
Untertitel: keine
Extras: Making of (ca. 11 Min.), Blick hinter die Kulissen (ca. 10 Min.), Interviews (ca. 19 Min.), Onlineclips, Trailer „Männerhort“

Webseite zum Film: Männerhort