Maigret: Klassiker brillant restauriert

maigret _coverJules Maigret ist die wohl bekannteste Figur des belgischen Schriftstellers Georges Simenons – und der wohl berühmteste Beamte im Rang eines Kommissars bei der Pariser Kriminalpolizei. Besondere Merkmale: Hut, Mantel und Pfeife. Für den unvergessenen Jean Gabin als perfekter Verkörperung Kommissar Maigrets gibt es mit „Maigret stellt eine Falle“ und „Maigret kennt kein Erbarmen“ zwei rätselhafte und spannende Fälle, in einer Nebenrolle ist in „Maigret stellt eine Falle“ auch der junge Lino Ventura in einer seiner ersten Filmrollen zu sehen.

Film-Blog.tv meint:
Wer kennt sie nicht, die Filmklassiker der „Maigret-Serie“ mit Jean Gabin? Der legendäre Kommissar ebnete dem französischen Vollblutschauspieler den Weg außerhalb Frankreichs. Zwei dieser Meisterwerke sind nun, digital restauriert, bei Concorde Home Entertainment auf Blu-ray erschienen. Die Bildqualität ist, auch bei Großprojektion, über jeden Zweifel erhaben. Feinkörnig, scharf und mit perfekt abgestimmten Kontrast: Besser geht’s kaum, bei einem weit über 50 Jahre alten Film. Beim Ton werden Cineasten wahrscheinlich die französische Originalfassung vorziehen. Nicht nur, dass Jean Gabin persönlich weit intensiver klingt als sein deutscher Synchronsprecher. Der französische Klang ist insgesamt deutlich besser als es die deutsche Tontechnik von 1957 / 58 umsetzen konnte.
Neben der beeindruckenden schauspielerischen Leistung des gesamten Ensembles begeistert vor allem das atmosphärische Szenenbild aus den Hinterhöfen des Paris aus der Mitte des letzten Jahrhunderts, das die Kamera hervorragend eingefangen hat.
„Maigret stellt eine Falle“ und „Maigret kennt kein Erbarmen“ sind in dieser Fassung Zeitdokumente, die in die Sammlung jedes Filmfreundes gehören.

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Maigret stellt eine Falle

Paris während der Sommermonate: Es ist heiß, die Stadt ist fast entvölkert. Wer jetzt noch in Paris bleibt, kann entweder keinen Urlaub nehmen oder ist Tourist. Eigentlich sollte es jetzt ruhig sein und doch hält eine Serie brutaler Frauenmorde die Menschen in Atem.

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Der Täter schlägt immer am gleichen Ort zu. Im Umkreis von vier Metrostationen im achtzehnten Arrondissement wurden nun schon fünf Frauen bestialisch ermordet, ohne dass der Mörder eine Spur hinterlassen hätte. So unterschiedlich die fünf Opfer hinsichtlich ihres Alters und ihrer Herkunft gewesen sind, eines hatten sie gemeinsam: sie waren allesamt etwas üppiger gebaut, um nicht zu sagen, vollschlank. Dem Mörder war es nach jeder Tat gelungen, unerkannt in den verwinkelten Hinterhöfen von Montmatre zu verschwinden.

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Langsam macht sich in der französischen Hauptstadt Panik breit. Die Presse hat mit dem Frauenmörder ein gefundenes Fressen gefunden, um das berühmte Sommerloch zu stopfen, und die Mordkommission kann keinen Erfolg vorweisen – während der Täter selbst unbehelligt weiter durch die Straßen spazieren kann.

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Zusammen mit dem Leiter der psychiatrischen Klinik Sainte-Anne, Professor Tissot, entwickelt Maigret eine Strategie. Der Arzt, der sich ebenfalls intensiv mit dem Fall der ungeklärten Frauenmorde beschäftigt hat, bringt Maigret auf eine ungewöhnliche Idee: Ein vermeintlich Verdächtiger wird in aller Öffentlichkeit abgeführt, so dass es alle sehen können und auch die Presse darüber berichtet. Damit sind alle Betroffenen zunächst ruhig gestellt und die Polizei kann sich daran machen, in Ruhe zu ermitteln. Der Mörder wiegt sich in Sicherheit, für die Presse gibt es keinen weiteren Grund zu Recherche, die Justiz ist beschäftigt und die Bewohner von Paris können wieder ruhig schlafen. Ideale Bedingungen für Kommissar Jules Maigret, dem Fall auf den Grund zu gehen.

Wie wird der Täter reagieren, lässt er sich blenden und tappt in die Falle…?

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Originaltitel: Maigret tend un piège
Land / Jahr: Frankreich, Italien / 1958
Genre: Krimi
Darsteller: Jean Gabin: Kommissar Jules Maigret, Annie Girardot: Yvonne Maurin, Jean Desailly: Marcel Maurin, Olivier Hussenot: Inspektor Lagrume, Jeanne Boitel: Madame Maigret, Lucienne Bogaert: Madame Maurin, Jean Debucourt: Camille Guimard, Polizeichef, Guy Decomble: Mazet, Paulette Dubost: Mauricette Barberot, Jacques Hilling: Jurist, Lino Ventura: Inspektor Torrenceu.a.
Regie: Jean Delannoy
Drehbuch: Jean Delannoy, Michel Audiard, R. M. Arlaud
Romanvorlage: Georges Simenon
Produzenten: Jean-Paul Guibert, Robert Gascuel
Kamera: Louis Page
Schnitt: Henri Taverna
Musik: Paul Misraki
FSK: 12

Blu-ray Disc
Laufzeit: ca. 119 Min.
Bildformat: 1080p High Definition 1,33:1 (16:9)
Tonformat: DTS-HD Master Audio 1.0
Sprachen: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch (ausblendbar)
Extras: Deutscher und Original-Trailer, Programmtipps, Wendecover

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Maigret kennt kein Erbarmen

Kommissar Maigret wird von der verwitweten Gräfin Saint-Fiacre um Hilfe gebeten. Die alte Dame hat einen anonymen Brief erhalten, der ihren Tod für den nächsten Tag, den Aschermittwoch, ankündigt. Maigret reist daraufhin umgehend in seinen Heimatort Saint-Fiacre auf das Schloss der Comtesse und findet es nahezu ausgeräumt vor. Sabatier, der Butler, hat die alten Möbel und Kunstwerke im Auftrag der Gräfin verkauft, um den aufwendigen Lebensstil ihres Sohnes zu finanzieren.

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Am nächsten Morgen begibt sich die Gräfin zum Gottesdienst und bricht nach kurzer Zeit tot zusammen. Maigret, der eigens zum Schutz der Gräfin angereist war, hat es nicht verhindern können und macht sich nun auf die Suche nach dem Mörder. Die erste Schwierigkeit: es gibt keine Tatwaffe – Maigret muss herausfinden, wer oder was die Gräfin während des Gottesdienstes so sehr beunruhigt hat, dass sie tot zusammengebrochen ist.

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Die Ausgangssituation für Kommissar Maigret ist also denkbar ungünstig. Einzig das Fehlen des Gebetbuchs, das die Gräfin Zeit ihres Lebens üblicherweise in jeden Gottesdienst mitnahm, könnte ein erster Hinweis sein. Maigret setzt daher eine Belohnung darauf aus, es wird ihm wenig später auch von einer Frau aus der Gemeinde überbracht. Tatsächlich findet sich darin eine Notiz, die eine alte Dame zu Tode erschrecken kann. Wer auch immer den Zettel dort hinterlegte, hatte dies mit Bedacht getan.

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Binnen kürzester Zeit wimmelt es nur so von Verdächtigen: der hoch verschuldete Sohn, der just an diesem Tag seine Mutter besuchen und wieder einmal um Geld bitten wollte, der langjährige Sekretär und Liebhaber der Gräfin, der an dem Verlust ihres Vermögens nicht ganz unschuldig gewesen ist, der Pfarrer, der Arzt, der Gutsverwalter …

Der „Fall Saint-Fiacre“ ist für Maigret nicht „irgendein Fall“: Sein Vater war einst auf dem Schloss als Verwalter angestellt, Jules Maigret selbst ist auf dem Schloss aufgewachsen. Er kennt die gräfliche Familie seit seiner frühesten Kindheit. Der sonst so gleichmütige und beherrschte Kommissar, der mit seinem untrüglichen Gespür jedes tödliche Spiel aufdeckt, zieht voreilig falsche Schlüsse…

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Originaltitel: Maigret et l’affaire Saint-Fiacre
Land / Jahr: Frankreich, Italien / 1959
Genre: Krimi
Darsteller: Jean Gabin, Robert Hirsch, Michel Auclair u.a.
Regie: Jean Delannoy
Drehbuch: Jean Delannoy, R. M. Arlaud
Romanvorlage: Georges Simenon
Produzent: Jean-Paul Guibert
Kamera: Louis Page
Schnitt: Henri Taverna
Ton: xx
Musik: Jean Prodromidès
FSK: 12

Blu-ray Disc
Laufzeit: ca. 101 Min.
Bildformat: 1080p High Definition 1,66:1 (16:9)
Tonformat: DTS-HD Master Audio 1.0
Sprachen: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch (ausblendbar)
Extras: Original-Trailer, Programmtipps, Wendecover

Das Bild ist klar konturiert und beherrscht die Ausleuchtung passend zur Erzählweise. Schöne Details wie Wasser, das bei einem rapiden Abfall des Fliegers nach oben aus dem Glas gesogen wird, machen Spaß. Der Sound ist gut balanciert, die Effekte kommen klar aus den Boxen. Das akustische Kabinensignal scheint so realitisch, dass ich reflexartig die Beine ausstrecke – so sehr erinnert mich das „Ping“ an beengte Sitzverhältnisse in 8.000 Meter Höhe. Auch der Score wird gekonnt eingesetzt um die Atmosphäre zu verdichten. Die Dialoge sind in der englischen Originalfassung und der synchronisierten Version gleichermaßen klar zu verstehen.

Concorde Videopräsentiert „Maigret stellt eine Falle“ und „Maigret kennt kein Erbarmen“ ab dem 04. Dezember 2014 auf Blu-ray Disc™, DVD und als VoD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Concorde Video zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.