Monsieur Chocolat: Zwei Seiten einer Medaille

chocolat_coverGewinnspiel_rotFrankreich, kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts: Auf der Suche nach neuem Talent entdeckt der Clown George Footit den aus der Sklaverei entflohenen Chocolat, der mit einem kleinen Wanderzirkus durchs Land reist. Die beiden Außenseiter freunden sich an und entwickeln eine gemeinsame Bühnenshow, die schnell zu einem großen Zuschauermagneten wird. Auftritte in den größten Zirkushäusern von Paris machen Footit und Chocolat schließlich landesweit bekannt.
Doch der große Ruhm treibt nicht nur einen Keil in die Freundschaft der beiden, sondern zieht auch die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich. Chocolat muss feststellen, dass er viele Feinde hat, die den Erfolg eines schwarzen Künstlers nicht dulden werden…
„Monsieur Chocolat“ erzählt die wahre Geschichte vom Aufstieg und Fall von Raphaël Padilla, der unter dem Namen Chocolat als erster schwarzer Künstler auf einer französischen Bühne zu großem Ruhm und Reichtum gelangte und beides wieder verlor.

Film-Blog.tv meint:
„Monsieur Chocolat“ ist als Biopic über Raphaël Padilla, alias „Chocolat“ und George Footit angelegt. Eingebettet in eine, optisch opulent inszenierte Rahmenhandlung, angesiedelt in der Zeit der „Belle Epoche“ Frankreichs, wird unserer heutigen Gesellschaft ein Spiegel vorgehalten. Auch wenn man mittlerweile, zumindest sprachlich, auf politische Korrektheit bis zur Selbstverstümmelung der Ausdrucksweise Wert legt – in vielen Köpfen spukt nach wie vor das Gespenst des Rassismus.
Omar Sy, spätestens seit „Ziemlich beste Freunde“ Publikumsliebling – nicht nur in Frankreich – läuft zu Hochform auf, sein Minenspiel, seine Leinwandpräsenz und seine Darstellung des „Chocolat“ setzt Maßstäbe. Eine Kino-Entdeckung für mich ist James Thiérrée, der seine ganze Theatererfahrung in diese Rolle legt. Er erinnert mich in vielen Szenen an seinen Großvater – Charly Chaplin – in „Limelight“ (Rampenlicht).

„Entschuldigen Sie die Sprache: Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese, der über drei Jahre da ist. Weil den wirst Du nie wieder abschieben. Aber für den ist das Asylrecht nicht gemacht, sondern der ist Wirtschaftsflüchtling.“
Andreas Scheuer

Viel hat sich in den letzten, gut 100 Jahren in dieser Hinsicht leider nicht geändert …

1897, im Norden Frankreichs
Der kleine und etwas abgehalfterte Wanderzirkus Delvaux hat schon bessere Zeiten erlebt. Der Zirkusdirektor kann sich nicht einmal mehr einen gut dressierten Bären leisten. Auch Clown George Footit überzeugt ihn schon lange nicht mehr mit seinen Auftritten. Das Publikum möchte kurz vor der Jahrtausendwende etwas Spektakuläres sehen. Bei Delvaux überwiegen die bekannten Zirkusartisten wie der stärkste Mann, die dickste Frau, die Schlangenbezwingerin oder der Liliputaner. Einmalig ist nur „Negerkönig“ Kananga, der – zusammen mit einem Schimpansen – und furchterregender Mimik sowie einem Knochen bewaffnet die Kinder und Dorfbesucher erschreckt.

chocolat_01

Kananga ist der Künstlername eines aus der Sklaverei entflohenen jungen Afrikaners, für dessen echten Namen sich niemand wirklich interessiert. Dafür ist er jedoch unter den Artisten gut integriert. Mit der Tänzerin Camille verbindet ihn eine kleine Liebesaffäre. Nach der Vorstellung spielt er mit den Kollegen beim Würfelspiel und verliert oft einen Großteil seiner Gage. Dann hat Footit eine bahnbrechende, neue Idee. Bisher gab es immer zwei verschiedene Clowns: den weißgeschminkten Clown und den tollpatschigen „Dummen August“. Footit möchte zusammen mit Kananga auftreten. Er will die beiden, normalerweise einzeln auftretenden und konkurrierenden, Clowns auf einer Bühne als Paar etablieren. Das hat es in Frankreich nie gegeben. Erst recht nicht einen „Neger“ als Clown. Beim Zirkusdirektor Delvaux muss Footit richtig um einen Auftritt betteln, und auch beim Publikum regt sich zu Beginn der Nummer kaum Interesse.

chocolat_02

Erst, als der wild gestikulierende Kananga anfängt, perfekt Französisch zu reden, setzt das Lachen der Zuschauer ein. Delvaux’s Geschäftssinn erwacht. Er macht aus dem Duo Footit und Chocolat Profit und kann innerhalb kürzester Zeit seinen Umsatz verdreifachen. Nur die beiden Künstler werden nicht entsprechend entlohnt.

chocolat_03

Und der Erfolg des ungewöhnlichen Duos spricht sich herum. Eines Abends sitzt auch Joseph Oller im Publikum. Er leitet Frankreichs bekanntesten Zirkus: den Noveau Cirque in Paris. Schnell sind Footit und Chocolat abgeworben. Nur der Abschied von Camille fällt nicht ganz so leicht.

chocolat_04

Vor dem ersten Auftritt im etablierten Nouveau Cirque stellt Joseph Oller die Regeln auf. Er erwartet permanente Pünktlichkeit. Entweder es klappt auf der Bühne, oder man fällt durch. Eine zweite Chance erhält Keiner. Aber auch Paris liegt dem Duo schnell zu Füßen. Ihr Auftritt wird laufend professionalisiert. So tritt Chocolat im schicken roten Anzug auf, Footit dagegen im klassischen Clownskostüm. Aber auch wenn Chocolat die eigentliche Attraktion bleibt, so endet jeder Auftritt damit, dass ihm Footit am Ende immer wieder in den Hintern tritt. Damit ist das Rollen- und Rassismusklischee vom überlegenen Weißen wieder hergestellt.

chocolat_06

1903
Chocolat genießt das Leben und den Luxus. Er hat ein teures Cabriolet gekauft und trägt schicke Maßanzüge. Auch die Brüder Lumière halten das Duo Footit und Chocolat auf Zellulloid fest. Beide sind zu Berühmtheiten geworden. Das ruft Neider auf den Plan. So finden Footit und Chocolat einmal ihre Künstlerloge völlig verwüstet vor. Und genau in diesem Moment erscheint auch Camille plötzlich, um den Geliebten zu besuchen. Zwei Tage ist sie mit dem Zug gefahren in der Hoffnung, mit Chocolat in Paris ein neues Künstlerleben zu beginnen. Aber ihr einstiger Liebhaber empfängt sie fahrig und kühl. Er hat nicht einmal ihre vielen Briefe geöffnet und enttäuscht die junge Frau schwer, die mit ihrem Koffer die Loge verlässt.

chocolat_09

Kurz darauf wird Chocolat verhaftet. Er besitzt keine gültigen Papiere. Die rachsüchtige Ehefrau des Zirkusdirektors Delvaux hat ihn denunziert. Sie konnte Footit und Chocolat nie verzeihen, dass die beiden Künstler ihr Glück in Paris fanden. Im Gefängnis lernt Chocolat den Rassismus und den Hass der weißen Franzosen kennen, die einem „Neger“ den Erfolg und das Geld nicht gönnen. Man schrubbt ihm brutal den Rücken, um den „schwarzen Dreck“ abzubekommen und demütigt ihn permanent. Solidarität erfährt er nur von seinem Mithäftling Viktor, einem aus Haiti stammenden Politaktivisten. Viktor macht ihm jedoch auch klar, dass er für die Weißen nur den dummen Clown mimt, der sich jeden Abend in den Arsch treten lässt.

chocolat_05

Eine lange Woche bleibt Chocolat im Gefängnis, bevor Joseph Oller endlich für ihn bürgt und er von Footit abgeholt wird. In seiner Luxuswohnung sitzt Chocolat dann in seiner vergoldeten Badewanne und wird nachdenklich und schwermütig. Er nimmt jetzt Opium, verspielt riesige Summen und muss sein Auto verpfänden. Das Gefängnis hat ihn verändert. Er will nicht mehr nur eine Lachnummer sein und weigert sich, auf einem Werbeplakat wieder nur als ein „afrikanischer Neger“ mit riesigen Augen und Lippen karikiert zu werden.

chocolat_08

Unterdessen hat er die Krankenschwester und junge Witwe Marie kennen und lieben gelernt. Beide werden ein Paar. Mit ihren Kindern besucht er eine Kolonialausstellung, die ähnlich wie in Deutschland die „Völkerschauen“ die „Primitiven Wilden der Welt“ zur Schau stellt. Chocolat möchte nun als Künstler und unter seinem bürgerlichen Namen Raphaël Padilla anerkannt werden. Mit Footit und Joseph Oller streitet er sich. Es kommt zum Zerwürfnis. Beide werfen ihm vor, undankbar zu sein. Aber er ist nun einmal der erste berühmte, schwarze Künstler auf einer französischen Zirkusbühne, der die Rolle des Othello spielen will. Als er einen Theaterregisseur kennen lernt, sieht er seine Chance – doch ist das Pariser Publikum bereit dafür, einen schwarzen Schauspieler auch ernst zu nehmen?

chocolat_10

Gewinnspiel
Folgende Fragen gilt es zu beantworten:
1.) Nennt uns die Doku, die Euch am meisten beeindruckt! Schön wäre eine kurze Begründung, warum Euch ausgerechnet dieser Film so gut gefällt.
2.) Wie habt Ihr zu www.film-blog.tv gefunden?
Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich

1 x Blu Ray-Disc™ „Monsieur Chocolat“
1 x DVD „Monsieur Chocolat“

Schickt einfach eine Mail mit der, hoffentlich richtigen, Antwort und Eurer Adresse an gewinnspiel@film-blog.tv

Dazu habt ihr bis zum 31.10.2016 bis 24.00 Uhr Zeit.

Das Gewinnspiel wird von www.film-blog.tv veranstaltet, die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahre mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie von www.film-blog.tv dürfen nicht mitmachen. Gehen mehr richtige Antworten ein, als Preise zur Verfügung stehen, lassen wir das Los entscheiden, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die Teilnehmerdaten werden nur für die Zustellung eines eventuellen Gewinns bis zum Einsendeschluss gespeichert und anschließend vollständig gelöscht. Eine Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen.

dcm Film Distribution GmbH präsentiert „Monsieur Chocolat“ ab dem 07. Oktober 2016 auf Blu-ray Disc™, DVD und als VoD.
Das Rezensionsexemplar und die Verlosungspreise wurden von dcm Film Distribution GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Chocolat
Land / Jahr: Frankreich / 2016
Genre: Biografie , Drama
Darsteller: Omar Sy: Chocolat / Raphaël Padilla; James Thiérrée: Footit; Thibault de Montalembert: Jules Moy; Clotilde Hesme: Marie; Olivier Gourmet: Oller; Frédéric Pierrot: M. Delvaux; Noémie Lvovsky: Mme Delvaux; Alice de Lencquesaing: Camille; Olivier Rabourdin: M. Gemier; Héléna Soubeyrand: Régina Badet; Timothé Vom Dorp: Eugène; Phénix Brossard: Eugène (als 20-jähriger); Mick Holsbeke : Green; Antonin Maurel: Otis; Christophe Fluder: Marval; Xavier Beauvois: Félix Pottin; Denis Podalydès: Auguste Lumière; Bruno Podalydès: Louis Lumière; Alex Descas: Victor, le Haïtien; Dan Herzberg: Fergus u.a.
Regie: Roschdy Zem
Drehbuch: Cyril Gely
Drehbuch adaptiert von: Olivier Gorce, Roschdy Zem, Gérard Noiriel (II)
Produzenten: Eric und Nicolas Altmayer
Kostümbildnerin: Pascaline Chavanne
Kamera: Thomas Letellier
Musik: Gabriel Yared
Schnitt: Monica Coleman

Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 119 Min. + Bonus
Bildformat: Full HD 16:9 (1,77:1)
Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1
Sprachen: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Monsieur Chocolat – Hinter dem roten Vorhang, Kinotrailer, Wendecover
FSK: 12

Webseite zum Film: „Monsieur Chocolat“