Moonlight: Coming-of-Age in drei Akten für Kino-Feinschmecker

Gewinnspiel_rot“Moonlight“ erzählt die berührende Geschichte des jungen Chiron, der in Miami fernab jeglichen Glamours aufwächst. Der Film begleitet entscheidende Momente in Chirons Leben von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter, in denen er sich selbst entdeckt, für seinen Platz in der Welt kämpft, seine große Liebe findet und wieder verliert. “Moonlight“ ist ein einzigartiges Stück Kino über persönliche Augenblicke und Menschen, die uns prägen und den Schmerz der ersten Liebe, der ein Leben lang nachhallen kann.

Film-Blog.tv meint:
„Im Rahmen der Oscarverleihung 2017 erhielt der Film in acht Kategorien eine Nominierung. Er wurde als Bester Film ausgezeichnet, Jenkins und McCraney erhielten den Preis für das Beste adaptierte Drehbuch.“ Soweit der Pressetext. Ist die Fülle der Auszeichnungen wirklich verdient, oder war es „nur“ eine politische Entscheidung? Wie erinnern uns: 2016 gingen afroamerikanische Filme und Schauspieler gänzlich leer aus, was zu einem handfesten Skandal führte. Ich meine: Ohne die Diskussionen vom Vorjahr wäre „Moonlight“, trotz aller Qualitäten, nicht der „Beste Film 2017“ geworden. Dafür ist der Streifen – auch wenn’s jetzt paradox klingt – einfach zu gut. Und vor allem: Zu weit entfernt vom Mainstream Hollywoods. Man muss sich vorurteilsfrei drauf einlassen und sich die Zeit nehmen, „Moonlight“ vielleicht sogar zweimal anzuschauen. Es ist ein Film für Kino-Feinschmecker, die hervorragende Kameraarbeit und ein sensibles Script mehr schätzen als ein Actionfeuerwerk. Nicht ganz nachvollziehen kann ich dagegen den Oscar für die beste männliche Nebenrolle an Mahershala Ali. Sicher, er macht seine Sache sehr gut. Aber für einen Acadamy Award ist seine Screentime definitiv zu kurz.

Inhalt:

1. Akt: Little
Der 10-jährige Chiron, der von allen nur spöttisch „Little“ genannt wird, ieht zu
Beginn des Films vor anderen Kindern, die ihn verprügeln wollen – bis er von Juan
gerettet wird, einem Drogendealer, der gemeinsam mit dessen Freundin Teresa zu
seinem Mentor und Beschützer wird.

2. Akt Chiron
einem traumatischen Zwischenfall auf dem Schulhof, der sein Leben nachhaltig
verändern wird.

3. Akt Black
Das dritte Kapitel folgt dem mittlerweile erwachsenen Chiron – jetzt bekannt unter
seinem Gangnamen „Black“ – der sich in Atlanta ein neues Leben aufgebaut und
sich dabei von seinen Mitmenschen abgeschottet hat. Erst ein Anruf aus der Vergangenheit
bringt Bewegung in Blacks Leben. In einer virtuosen Sequenz in einem
Diner kommt es zu einem wahrhaft unerwarteten und doch unvergesslichen Wiedersehen
mit Kevin.

Die Wurzeln von „Moonlight“

Die Idee hinter „Moonlight“ entstand in ihrer ersten Form an einer Schauspielschule als Projektarbeit des in Miami geborenen Autors Tarell Alvin McCraney. McCraney reichte „In Moonlight Black Boys Look Blue“ beim Borscht Film Festival ein, das es sich zur Aufgabe gemacht hatte, Werke von Künstlern aus der Region zu präsentieren. Ziel des Festivals war es Geschichten zu fördern, die „mehr zu bieten haben, als Miami als so schöne wie sinnentleerte Partymetropole darzustellen“, zu fördern. Das Skript blieb jedoch unaufgeführt.

Im Jahre 2013 unterstützte die Produzentin Adele Romanski Jenkins bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolgeprojekt zu „Medecine For Melancholy“. Das seit der gemeinsamen College-Zeit befreundete Duo traf sich alle zwei Wochen, um verschiedenste Ideen zu besprechen, bis sie auf McCraneys Skript stießen. „Tarell hatte auf großartige Weise eingefangen, was es bedeutet, als Schwarzer aus ärmlichen Verhältnissen in Miami aufzuwachsen“, erzählt Jenkins. „Für mich war das eine Chance, durch Tarells wunderbare Arbeit einige meiner eigenen Kindheitserinnerungen auf die Leinwand zu bannen. Wir haben ganz ähnliche Erfahrungen gemacht. Es war die perfekte Kombination.“

Zufälligerweise waren beide in Miamis Wohnbezirk Liberty City aufgewachsen, in dem auch „Moonlight“ zu großen Teilen spielt. Jenkins und McCraney kannten sich in ihrer Kindheit nicht, ihr Werdegang ähnelt sich jedoch auf erstaunliche Weise. Sie hatten dieselbe Grund- und weiterführende Schule besucht und sich beide für eine künstlerische Laufbahn entschieden, in deren Verlauf sie Themen und Motive wählten, bei denen sie sich eng an ihren persönlichen Erlebnissen orientierten, darunter Identität und Männlichkeit. Besonders auffallend ist dabei, dass sie in Familien aufwuchsen, in denen Drogenmissbrauch an der Tagesordnung war. Jenkins‘ Mutter hat ihre Sucht überwunden und ist seit 24 Jahren HIV-positiv, wohingegen McCraneys Mutter an den Folgen ihrer AIDS-Erkrankung gestorben ist.

McCraneys ursprüngliche Story handelte von der Beziehung eines Jungen in Liberty City zu einem örtlichen Drogenhändler, der zu einer Art Ersatzvater avanciert, als der Junge mit dem Mobbing seiner Schulkameraden, der Drogensucht seiner Mutter und einem überwältigenden Gefühl der Einsamkeit und Isolation zurechtkommen muss, was schließlich in einer Tragödie endet. Die nicht-linear erzählte Geschichte „In Moonlight Black Boys Look Blue“, die immer wieder zwischen Kindheit und Jugend des Protagonisten hin und herspringt, und sich dabei intensiv mit den Themen Männlichkeit, Identität und Gemeinschaft auseinandersetzt, beleuchtet außerdem die aufkeimende Homosexualität ihrer jugendlichen Hauptfigur Chiron in einem wenig aufgeschlossenen Milieu.

„Es war mir wichtig zu zeigen, welche aktive Rolle Chirons soziales Umfeld in seinem Leben spielt“, sagt McCraney. „Sein Umfeld weiß Dinge über ihn, bevor er sich selbst darüber im Klaren ist. Seine Mitmenschen wollen ihn in eine Schublade stecken, bevor er überhaupt versteht, was das bedeutet. Das widerfährt uns allen, ob wir nun, männlich, weiblich, schwarz, weiß, hetero- oder homosexuell sind. Es gibt Situationen, in denen uns unser soziales Umfeld mitteilt, als was es uns betrachtet. Wie wir darauf reagieren, definiert unseren Konflikt mit dieser Situation und hat einen enormen Einfluss auf den weiteren Verlauf unseres Lebens.“

Für die Adaption hat Jenkins alle drei Kapitel der Geschichte chronologisch sortiert und deutlich erweitert. Während McCraneys Vorlage mit dem Anruf von Kevin endet, hat Jenkins die Geschichte um viele Szenen mit Black erweitert. Somit wird allen drei Abschnitten im Reifeprozess seines jungen Protagonisten derselbe Raum zugestanden, um die ganze Geschichte zu entfalten. Romanski war augenblicklich begeistert von dieser hochemotionalen Coming-of-Age-Geschichte. Trotz seines sehr spezifischen Settings spricht „Moonlight“ alle an, die sich jemals fremd in dieser Welt gefühlt haben. „Das Drehbuch hat mir das Herz gebrochen“, gesteht Romanski. „Selbst als weiße Frau konnte ich mich mit Chirons Geschichte identifizieren. Viele Menschen erleben Ausgrenzung, ungeachtet der Hautfarbe, des Geschlechts, Alters oder sexueller Orientierung. Obwohl „Moonlight“ im Grunde die Coming-of-Age-Geschichte eines schwulen Farbigen ist, ist es im Kern ein universeller Film darüber, wie es ist, anders zu sein.“

„Moonlight“ setzt sich gänzlich über Schubladen und Kategorisierungen hinweg und konzentriert sich ganz auf die universelle Geschichte des kathartischen persönlichen Kampfes eines jungen Mannes. „Barry ist eine sehr in sich gekehrte und introvertierte Person“, erzählt Romanski. „Außerhalb einer kleinen Gruppe von Menschen, denen er vertraut, lässt er sich nicht oft blicken. „Moonlight“ hat es ihm ermöglicht, die Geschichte seiner Kindheit und Jugend zu erzählen – mit Hilfe von Tarells adaptierter Story.“

Die Produzenten Jeremy Kleiner und Dede Gardner, Co-Präsidenten von Brad Pitt’s Plan B Entertainment, waren zutiefst berührt von Jenkins‘ Drehbuch. „Es war unglaublich gut geschrieben und besaß dieselbe Eleganz und Simplizität in der Struktur wie Jenkins‘ Vorgänger“, erzählt Kleiner. „Barry verfügt über die erstaunliche Gabe, intime Momente zwischen seinen Figuren zu schaffen und einzufangen – speziell zwischen zwei Figuren. Er durchdringt interne emotionale Vorgänge auf völlig unerwartete Art. Auf diese Weise befindet man sich plötzlich tief in der Seele seiner Figuren.“ Und Gardner fügt hinzu: „Barry ist der festen Überzeugung, dass im Verlauf eines einzelnen Gesprächs ganze Welten aufeinanderprallen. Nur ein äußerst talentierter Drehbuchautor und Regisseur kann das auf die Leinwand bannen.“

Gewinnspiel
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Das Rezensionsexemplar und die Verlosungspreise wurden von dcm Film Distribution GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Moonlight
Land / Jahr: USA / 2016
Genre: Drama
Darsteller: Ashton Sanders: Chiron, Alex R. Hibbert: Chiron als Little, Trevante Rhodes: Chiron als Black, Mahershala Ali: Juan, Shariff Earp: Terrence, Duan Sanderson: Azu, Janelle Monáe: Teresa, Naomie Harris: Paula, Jaden Piner: Kevin, 9 Jahre alt, Jharrel Jerome: Kevin, 16 Jahre alt, André Holland: Kevin, erwachsen, Herveline Moncion: Samantha, Rudi Goblin: Gee, Edson Jean: Mr. Pierce, Patrick Decile: Terrel u.a.
Regie: Barry Jenkins
Drehbuch: Barry Jenkins
Theaterstück: „In Moonlight Black Boys Look Blue“ von Tarell Alvin McCraney
Produktion: Adele Romanski, Dede Gardner, Jeremy Kleiner
Kamera: James Laxton
Musik: Nicholas Britell
Schnitt: Nat Sanders, Joi McMillon

Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 111 Min. + Bonus
Bildformat: Full HD 16:9 (2,35:1)
Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Französisch, Italienisch
Extras: Making of MOONLIGHT, Premiere Berlin, Audiokommentar von Regisseur Barry Jenkins, Wendecover
FSK: 12

Webseite zum Film: Moonlight