Not Fade Away: Like A Rollin‘ Stone

not-fade-away_cover2Mitte der 60er Jahre erlebten Rock- und Pop-Acts aus Großbritannien und den Vereinigten Staaten wie die Rolling Stones, die Beatles und The Who ihren internationalen Durchbruch. NOT FADE AWAY spielt während dieser turbulenten Zeit und erzählt die Geschichte dreier Freunde, die in den Vororten von New Jersey aufwachsen. Mit ihrer Entscheidung eine Band zu gründen und groß rauszukommen, beginnen sie die Welt mit den berauschenden Augen des Rock’n’Roll zu sehen. Doch nicht nur der schnelle Ruhm lässt auf sich warten, auch der Weg zum Erwachsenwerden stellt sich als kompliziert heraus. Schon bald müssen die Nachwuchsmusiker einsehen, dass es nicht einfach wird, ihr angestrebtes Ziel zu erreichen: Sie müssen sich entscheiden, was ihnen im Leben wirklich wichtig ist.

Film-Blog.tv meint:
Als Fazit, statt vieler Worte, ausnahmsweise ein Song. Der passt so gut zu „Not Fade Away“, dass weitere Worte überflüssig sind.

Not Fade Away. Der Hit von Buddy Holly wurde unter anderem von den Rolling Stones interpretiert und kann als Titel für diesen Film durchaus wörtlich genommen werden. Denn um 1963, die ersten Szenen beginnen in diesem Jahr, begann eine Wachablösung in der Musikbranche. In den 50igern beherrschten US-amerikanische Rock’n Roller wie Bill Haley, Elvis, Gene Vincent, Jerry Lee Lewis, Chuck Berry und eben Buddy Holly die Szene. Deren Hits wurden ab Anfang der 60iger Jahre von den britischen Bands (Beatles, Rolling Stones) gecovert, die dann aber bald mit eigenem Stil und selbst komponierten Titeln weltweit für Furore sorgten.

Hier zum Einstimmen das Original von Buddy Holly:

Und jetzt die Coverversion von den Rolling Stones:

„Not Fade Away“ beginnt mit einer (fiktiven?) Sequenz in schwarz-weiß. Sie zeigt die Szene, wie sich Mick Jagger und Keith Richards wohl kennen gelernt haben. Eine Bahnfahrt, irgendwo bei London. Die Geburtsstunde der Rolling Stones. Und genau so, wie die Stones, die Kinks, oder The Who wollen Douglas und seine Freunde auch werden. Ironie des Schicksals: Die englischen Bands coverten zuerst die amerikanischen Rock’n Roller, jetzt sind es amerikanische Musiker, die Titel der englischen Bands nachspielen. Die Jungs sind talentiert, vor allem Douglas. Er schafft es vom Drummer und Sänger der zweiten Stimme zum Frontmann der „The Twilight Zones“, so der Name der Band, aufzusteigen.

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Das geht natürlich nicht ohne Probleme ab. Doug’s Vater Pat, Sopranos“-Star James Gandolfini liefert hier wahrscheinlich die Rolle seines Lebens ab, ist weder von den Zukunftsplänen, noch vom Aussehen seines Sohnes begeistert. Als italienischer Einwanderer arbeitet er hart, um in der weißen amerikanischen Gesellschaft anzukommen und seinem Sohn das College zu ermöglichen.

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Dieser wiederum möchte mit seiner Band Karriere machen, lernt die hübsche Grace (hinreißend gespielt von Bella Heathcote) kennen und sieht Bob Dylan mittlerweile sehr ähnlich. Auch die Musik der Band wird zunehmend politischer, es geht schließlich gegen den Vietnamkrieg. Die „The Twilight Zones“ kratzen ihr ganzes Geld zusammen und nehmen ein Demoband auf, das sie einem Musikproduzenten schicken. Ob es für den großen Durchbruch reicht?

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„Not Fade Away“ zeigt den amerikanischen Traum von der realistischen Seite. Nicht jeder schafft es „vom Tellerwäscher zum Millionär“. Die roaring Sixties in den USA, die Zeit vom Tod Kennedys Ende 1963 bis zum „Summer Of Love“ 1968 aus der Sicht von Familien und jungen Leuten am Scheideweg des Lebens. Das zu zeigen ist David Chase sehr gut gelungen. Zwar bleibt John Magaro als Douglas etwas unter seinen Möglichkeiten. Dafür liefert James Gandolfini als dessen Vater, in einer seiner letzten Rollen, einen hervorragenden Part. Obwohl er nicht allzu oft zu sehen ist, prägt er den ganzen Film wie kaum ein zweiter. Steve Van Zandt, Gitarrist in Bruce Springsteens E-Stree-Band, hat einen Soundtrack zusammengestellt, der das Lebensgefühl der Zeit perfekt einfängt.

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Ich war anfangs etwas skeptisch, als ich erfuhr, dass es keine Blu-ray-Disc von„Not Fade Away“ geben wird. Doch die Bedenken waren unbegründet: Das Bild der DVD ist auch bei Beamerprojektion besser als bei mancher (älteren) Blu-ray. Mit einem guten Player ist die Wiedergabe scharf, detail- und kontrastreich. Der Sound kommt klar und räumlich, wenn auch etwas frontlastig aus dem 5.1-System.

Paramount Home Entertainment präsentiert „Not Fade Away“ ab dem 23. Januar 2014 auf DVD. Das Rezensionsexemplar wurde von Paramount Home Entertainment zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

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Originaltitel: Not Fade Away
Land/Jahr: USA 2012
Genre: Drama
Darsteller: James Gandolfini, John Magaro, Jack Huston, Will Brill, Bella Heathcote
Soundtrack: Steven Van Zandt
Regie: David Chase
Produzenten: James L. Brooks, Robert Greenhut
Drehbuch: Gary Ross, Anne Spielberg
FSK: 6

DVD
Laufzeit: ca. 108 Min. + Bonus
Bildformat: 1,78:1; 1080p High Definition
Tonformat: 5.1 Surround
Sprachen: Englisch, Deutsch, Polnisch
Untertitel: Englisch, Deutsch, Polnisch (ausblendbar)
Bonus: die ersten Aufnahmen; die Entstehung der Band; entfernte Szenen; Interviews; Wendecover