Nurse: Männermord. Privat und alle Kassen

nurse_coverSie ist eine Krankenschwester, wie Mann sie sich wünscht: fürsorglich, mit sexy knappen Rock und weißer Haube. Tagsüber widmet sich Abby liebevoll ihrem Pflegejob, nachts tauscht sie den weißen Kittel gegen ein sexy Lack-und-Leder Outfit und wird zum männermordenden Vamp. Ihre Opfer: Untreue Männer.
Als die hübsche Krankenschwester Danni einen neuen Job im Krankenhaus antritt, ahnt sie nichts von der gefährlichen Besessenheit und dem dunklen Geheimnis ihrer Kollegin.

Film-Blog.tv meint:
Abby Russell hasst untreue Männer – und bringt sie reihenweise um. Auch andere Menschen, die der Krankenschwester im Weg stehen, meuchelt sie mit Phantasie und allerlei medizinischen Geräten und Mixturen. „Nurse“ bringt eine gute Kamera und eine Menge Kunstblut mit, erschöpft sein Repertoire aber damit auch schon fast.
Splatterfans kommen insbesondere gegen Ende des Films auf ihre Kosten. Wer Spannung oder differenzierte Charaktere möchte, stöbert noch ein wenig weiter und sucht sich einen anderen Film.

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt.

Tagsüber ist Abby Russell eine aufopferungsvollen Krankenschwester. In ihrer selbstgewählten Nachtschicht auf den Staßen ist sie in einer männermordenden Mission unterwegs. Ihr Ziel sind Männer, die ihre Ehefrauen betrügen. Mit ihnen hat Abby eine Rechnung offen, und diese ist blutig. Sie will den „Abschaum von den Straßen entfernen“, erläutert sie dem Zuschauer, und diese Rollem macht ihr Spaß. Mörderischen Spaß.

nurse_01

Und untreue Männer trifft sie überall. Dazu zählt auch der Stiefvater ihrer jungen Kollegin Danni. Der Psychotherapeut lernt Abby als Klientin mit vermeitlicher Männersucht trennen. „Aufopfernd“ gibt ihr der Therapeut auch seine private Telefonnummer. Als ihn Abby aufsucht, als er in sein Auto steigt, verläuft das Treffen ganz anders, als sich der erregte Therapeut dies vorstellt. Und auch Abbys Kollege Dr. Morris will Intimität mit ihr und findet sich seh schnell in einer sehr unangenehmen Situation.

nurse_02

Ihre Mordlust greift um sich. Im Visier stehen die neue Personalchefin der Klinik und auch der Freund ihrer Kollegin Danni. Der Showdown in der Klinik geht verdammt blutig aus…

Wohin dieser Film eigentlich möchte, das habe ich nicht so recht verstanden. Das Horrorattribut aus dem Pressetext will nicht so recht greifen, es gibt kein mysteriöses, wiederholt überraschendes Element. Für einen Serienkillerfilm fehlt die Originalität eines Hannibal Lecter oder eines Dexter. Erotik? Sorry, auch nicht nennenswert dabei, ausser ein wenig Voyeurismus. Eine knallige Lippenkosmetik bei Paz de la Huerta, die den Betrachterfokus wiederkehrend zieht ohne anzuziehen, hilft da auch nicht. Ein Psychothriller? Ja, irgendwo in der Zutatenliste könnte auch dies stehen. Krimi? Ja, auch ein bisschen, ohne Spannung aus der Täteridentifikation allerdings… Splatter geht, insbesondere im Verlauf.

nurse_03

Die Amputationsrate nimmt zu, wie auch der Verbrauch von Theaterblut. Ästhetik im fließenden Blut: auch daran versucht sich „Nurse“ vereinzelt, aber nicht wirkungsvoll. „Sin City“ zeigt was geht. Tragödie? Nein, der Charakter der kranken Schwester wird dazu nicht ausreichend differenziert, auch wenn ihr Kindheitstrauma als Schlüssel der Mordserie identifiziert wird. Am ehesten finden sich neben der Splatterorgie zum Finale noch komödiantische Elemente, aber das Etikett Comedy bleibt hier in der Schublade.

nurse_04

Buch und Regie reichen nicht, um den Stilmix hier zu einer Eigenständigkeit zu entwickeln, definitiv nicht zu einer Kunstform.

Am ehesten bringt noch die Kamera nette Momente. Und Situationskomik: etwa wenn Abby von ihrer nächtlichen Tour zurückkehrt und ihrem unbeholfenen Nachbarn Jared begegnet, der den Hausflur mit einem Baseballschläger bewacht. Die souveräne Frau überragt ihn um eine Kopfgröße und schickt ihn ruhig zu Bett. Hier findet die Kamera das richtige Timing, Paz de la Huerta und Adam Herschman unterspielen die Szene sehr schön.

nurse_05

In der Summe unterhält der Film durchaus, auch dank der guten Kamera. Man sollte nur keine übermäßig differenzierte Handlung erwarten, und auf jeden Fall Toleranz für (Kunst-)Blut mitbringen.

Das Bild ist klar und akzentuiert, der Ton ist fast durchgehend einwandfrei. Eine kurze Ausnahme: um die 75. Minute wird der Ton in der Originalversion instabil, er verliert Volumen und verzerrt. Das betrifft aber nur ein kurzes Segment und stört nicht. Die deutsche Synchro bleibt an dieser Stelle klar.

Die Universum Film GmbH präsentiert „Nurse“ auf 3D-Blu-ray Disc™, Blu-ray Disc™, DVD, und als VoD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Universum Film zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

nurse_06

Originaltitel: Nurse 3D
Land / Jahr: USA / 2014
Genre: Thriller
Darsteller: Paz de la Huerta: Abby Russell; Katrina Bowden: Danni Rodgers; Kathleen Turner: Head Nurse Betty Watson; Judd Nelson: Dr. Morris; Corbin Bleu: Steve; Boris Kodjoe: Detective John Rogan; Melanie Scrofano: Rachel Owens; Martin Donovan: Larry Cook; Michael Eklund: Richie; Niecy Nash: Regina; Yulia Lukin: Larry’s date; Adam Herschman: Jared; Katia Peel: Young Abby; Lauro Chartrand: Security Guard; Stephan Dubeau: ER Doctor; Brittany Adams: Young Nurse u. a.
Regie: Doug Aarniokoski
Drehbuch: Doug Aarniokoski, David Loughery
Produktion: Marc Bienstock
Kamera: Boris Mojsovski
Schnitt: Andrew Coutts
Musik: Anton Sanko
FSK: 18

Blu-ray Disc
Laufzeit: ca. 87 Min. + Bonus
Bildformat: 16:9 – 2.40:1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Making of (8 min.), Featurette (5 min.), Trailer, Trailershow

Webseite zum Film: Nurse 3D