Pilgerwege auf Blu-ray: Wir sind dann mal auf dem Weg…

pilger_coverKondition und Kontemplation. Schweiß und Seele. – Herausforderungen, denen sich moderne Pilger auf uralten Wegen stellen. Wo schon im Mittelalter Reisende zu heiligen Stätten unterwegs waren, begeben sie sich auf eine Wanderschaft, die fremde Landschaften, Mitsich-Sein und Geselligkeit im Kreise von Gleichgesinnten verbindet.
Drei Filme dokumentieren die klassischen Routen des „Jakobsweges“ nach Santiago di Compostella, des „Olavsweges“ nach Trondheim und des „Franziskusweges“ nach Rom.

Der Olavsweg-Pilgerwandern im Hohen Norden

Der St. Olavs-Pilgerweg führt von der norwegischen Hauptstadt Oslo in das mehr als 600 Kilometer weiter nördlich gelegene Trondheim. In dem beeindruckenden gotischen Nidaros-Dom sollen die sterblichen Überreste des Heiligen St. Olav liegen, der vor 1.000 Jahren die bis dahin heidnischen Normannen christianisierte. Schon im Mittelalter war dieser, damals noch mit unvorstellbaren Strapazen verbundene Weg, ein beliebtes Ziel der Gläubigen. Im Zuge der Reformation kam der Olavsweg im protestantischen Norwegen immer mehr in Vergessenheit, wird heute aber zunehmend begangen.

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In unserer Vorstellung über „Norwegen – Zauberreich der Mitternachtssonne“ habe ich noch ein wenig bedauert, dass Petra Bardehle und Wolfgang Wingenbach das Landesinnere ein wenig stiefmütterlich behandelt haben. Sie spulten die E6 von Hammerfest nach Oslo herunter, dass man fast den Anschein hatte, sie wollten schnellstmöglich wieder auf die Fähre nach Kiel.

Die norwegische Alternative zum Jakobsweg führt durch unterschiedlichste Landschaften: Angefangen vom idyllischen Oslofjord, dem sagenumwobenen Gudbrandsdal über das einsame Dovre-Gebirge bis hin zum südlichen Trondelag führt der Pfad entlang romantischer Flussläufer, einsamen Fjells und in freier Wildbahn lebenden Moschusochsen. Im Sommer locken auch die langen Mittsommernächte.

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Reinhard Kungel lässt sich für diesen Weg viel Zeit: Er geht von Oslo nach Trondheim. Zu Fuß. Im Gepäck nicht nur die notwendige, wetterfeste Funktionsbekleidung, sondern auch eine professionelle HD-Kamera mit großem Sachtler-Videostativ. Den größten Teil der Wanderung ist er alleine unterwegs. Nur hin und wieder trifft er auf Menschen, die ihn einen Teil des Wegs begleiten. Abschleppen musste er sich aber alleine …

Um es kurz zu machen: Es hat sich gelohnt. Man merkt es Kungel an, dass er sein Handwerk versteht und sich perfekt vorbereitet hat. Sein „Der Olavsweg – Pilgerwandern im Hohen Norden“ ist einer der besten Filme über Skandinavien, die ich bisher gesehen habe. „Nur wo man zu Fuß war, ist man wirklich gewesen“. Er geht ins Detail wo es sein muss, ohne sich in unwichtigen Kleinigkeiten zu verlieren. Zu Wort kommen die wenigen Mitwanderer, die er zufällig trifft, genauso wie Menschen, die entlang des Wegs leben und arbeiten.

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Die Bild- und Tonqualität ist absolut professionell, was auch für den Schnitt und die Postproduktion gilt. Sogar bei Großprojektion mit dem Beamer auf Leinwand hat die technische Qualität Kinoformat.

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Länge: 60 min
Bildformat: 16 : 9
Tonformat: Stereo
Sprache: Deutsch
Extras: gezielter Menüzugriff auf acht Themen, Trailershow des Verlagsprogramms
FSK: 0 / Infoprogramm

 

 

 

 

 

Jakobsweg … die Seele atmen lassen

Pilgern auf ausgetretenen Pfaden. Spätestens seit Hape Kerkeling ist es zur Mode geworden, den Jakobsweg zu gehen. Volker Wischnowski ist einer davon. Sein „Jakobsweg … die Seele atmen lassen“ konnte mich allerdings leider nicht vollständig überzeugen. Gut, die Infos, die er vermittelt, sind sicher hilfreich. Auch die Bilder, größtenteils in HD gedreht, sind überwiegend recht schön. Allerdings merkt man Wischnowski auch an, dass er mit viel Liebe unterwegs war, die den nötigen, professionellen Abstand zur Produktion verhindert hat. Viele Szenen sind schlicht und einfach: belanglos. Und leider haben es Wischnowski offensichtlich diese Bilder sehr angetan: er verharrt minutenlang in Szenen, die einen strafferen Schnitt verdient hätten. Das Stativ hatte er offensichtlich dabei, macht aber nicht immer Gebrauch davon. Auch das sieht man.

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Das setzt sich leider beim Sprecher fort. Sein Text und die Intonation erinnern immer wieder an die salbungsvolle Sonntagspredigt eines lieben Dorfpfarrers. Irgendwie habe ich den Eindruck, hier war ein engagierter Amateur unterwegs, der über seine Urlaubserinnerungen an den Jakobsweg einen Film für den Seniorenkreis im Pfarrheim gedreht hat. Versteht mich nicht falsch: Ich liebe Dokumentationen. Aber hier habe ich für ein besseres Urteil ein wenig zu oft auf die „Skip“-Taste gedrückt….

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Länge: 73 min
Bildformat: 16 : 9
Tonformat: Stereo
Sprache: Deutsch
Extras: gezielter Menüzugriff auf acht Themen, Trailershow des Verlagsprogramms
FSK: 0 / Infoprogramm

 

 

 

 

Der Franziskusweg – Auf den Spuren des heiligen Minderbruders

Tanja Frank macht dagegen bei „Der Franziskusweg – Auf den Spuren des heiligen Minderbruders“ wieder alles richtig. Bild und Ton sind auf aktuellem, professionellem Niveau. Auch bei Großprojektion und hochwertigem Tonsystem gibt’s nichts auszusetzen. Die Sprecher verstehen ihr Handwerk, was auch für die Kamera gilt.

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Ansprechend geschnitten kommt keine Langweile auf. Und man erfährt das Wichtigste, um sich auf den Weg einzustimmen. Dass diejenigen, die sich dann letztendlich wirklich auf den Weg machen, noch aus anderen, gedruckten, Reiseführern oder mit Webrecherche genauer informieren, steht außer Frage. Aber für einen sehr guten Eindruck, was einen auf diesem Weg erwartet, ist es eine sehr, sehr gut gemachte Produktion.

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Auf den Spuren des heiligen Franziskus zu pilgern heißt reisen und leben in seinem Sinne – nur dem Nötigsten im Gepäck. Die wichtigsten Lebensstationen des bedeutenden Bettelmönchs verbindet der Franziskusweg. Eine einzigartige Verbindung von idyllischer Landschaft, Religionsgeschichte und der kontemplativen Wirkung des Gehens: Von Florenz durch Umbrien bis in die Stadt der Päpste – nach Rom.

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Die 450 km lange Strecke führt durch Städte wie Assisi und Gubbio, in denen der Ordensgründer aufwuchs und predigte, vorbei an Klöstern und Kapellen, zu Grotten in den Bergen, in denen er und seine Minderbrüder im 13. Jahrhundert lebten und beteten – ein Leben nach dem Wortlaut der Bibel, in größter Armut und radikaler Demut. Noch heute strahlen diese Höhlen die spirituelle Kraft aus, die von Franz von Assisi ausging.
Weiter führt der Weg durch mittelalterlich anmutende Städtchen wie Trevi und Spoleto und durch das liebliche Rietital.

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Länge: 90 min
Bildformat: 16 : 9
Tonformat: Stereo
Sprache: Deutsch
Extras: gezielter Menüzugriff auf acht Themen, Trailershow des Verlagsprogramms
FSK: 0 / Infoprogramm

KOMPLETT-MEDIA GmbH präsentiert „Pilgerwege“ auf Blu-ray Disc™, DVD und als VoD.
Die Rezensionsexemplare wurden von KOMPLETT-MEDIA GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

 

Webseite zum Film: Pilgerwege