Point Break: Die Reinheit der 8, reloadet

pointbreak_coverDer junge FBI-Agent Johnny Utah infiltriert ein Team von Extremsportlern unter der Führung des charismatischen Bodhi, das unter Verdacht steht, eine Reihe von beispiellosen und sehr ausgeklügelten Angriffen auf Unternehmen begangen zu haben. Auf seiner gefährlichen Undercover-Mission kämpft Utah nicht nur um sein Leben, sondern versucht auch, das Extremsportler-Team als die Drahtzieher der wahnwitzigen Verbrechen zu überführen, die das Bestehen der weltweiten Finanzmärkte bedrohen.

Film-Blog.tv meint:
Mit Remakes ist das ja immer so eine Sache. Oft versucht man, den fehlenden Charme des Originals mit Technik wett zu Machen. So auch hier. Den Charme des “Originals” von 1991, die Chemie, die zwischen Keanu Reeves und Patrick Swayze knisterte, erreicht “Point Break 2015” nicht mal ansatzweise. Dass Luke Bracey nicht das Charisma von Swayze hat, ist einer der Gründe. Schwerer wiegt, dass die Story um die verwöhnten Ökos auf ihrem Egotrip den Film nur mit Mühe tragen kann. Und oft nicht mal das. Was die Neuauflage von “Point Break” absolut sehenswert macht, sind die genialen Schauwerte. Die Adrenalinschübe der Actionsport-Einlagen springen 1:1 von der Leinwand auf den Betrachter, auch der 7.1-Sound der Blu-ray trägt maßgeblich zum multimedialen Erlebnis der Extraklasse bei. Ja, Leinwand. “Point Break” muss man im (Heim-)Kino, möglichst groß projiziert, anschauen. Nur dann springt der Funke über.

Sieben Jahre sind vergangen, seitdem Johnny Utah seinem wilden Leben als Extremsportler entsagt hat. Damals kam es bei einem besonders furiosen Stunt auf Motocross-Bikes zu einer folgenschweren Tragödie. Utah gelang nach einer wilden Hatz entlang eines schmalen Bergrückens der waghalsige Sprung auf eine einsame Bergzinne und er konnte den Schwung mit einem gekonnten Bremsmanöver abfangen. Sein Freund hinter ihm hatte weniger Glück: Nach dem Sprung landet zwar auch er auf der Zinne, kommt dann aber nicht rechtzeitig zum Stillstand und stürzt in die Tiefe. Danach ist Utah nicht mehr derselbe.

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Nun versucht er endlich wieder Ordnung in sein aus den Fugen geratenes Leben zu bringen – als Agent beim FBI, dessen harte Ausbildung ihm dabei hilft, wieder auf die Beine zu kommen. Aber Utah gibt sich keinen Illusionen hin: Bei der US-amerikanischen Staatspolizei ist er ein Außenseiter, einer, der schon rein äußerlich nicht richtig ins Schema passen will. Kein noch so sauberes Anzughemd kann die Tätowierungen auf seinen Handrücken verbergen, sie sind ewige Zeichen für Utahs aufsässige, nicht zu zähmende Seele. Aber genau das ist es, was seinem Ausbilder Hall an dem jungen Rekruten gefällt. Er kann zwar lange Jahre der Erfahrung beim FBI vorweisen und kennt alle Regeln und Kniffe in- und auswendig, hält sich selbst aber dennoch für einen eher unkonventionellen Mann, der im Zweifelsfall lieber seinem Bauchgefühl vertraut, als starr aufs Regelwerk zu achten.

Und das Bauchgefühl sagt Hall, dass Utah das Zeug zu einem herausragenden FBI-Mann hat, dass es sich bei ihm um einen ungeschliffenen Diamanten handelt. Und doch zögert Hall damit, dem Rebellen endlich die Dienstmarke auszuhändigen. Er glaubt, dass Utah die eine wichtige Bewährungsprobe fehlt, um selbst erkennen zu können, was wirklich alles in ihm steckt.

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Diese Gelegenheit bietet sich jetzt. Das FBI erreichen Bilder eines ungeheuren Raubzugs in der indischen Millionenmetropole Mumbai. Vier Männer auf Motorrädern sind im 100. Stockwerk eines Hochhauses in eine Einrichtung eingedrungen, in denen Diamanten sortiert werden. Sie tragen Masken mit den Gesichtern amerikanischer Präsidenten, schnappen sich die Diamanten, recken ihre Mittelfinger in Richtung Überwachungskameras und brettern mit ihren Bikes durch die Panoramafenster des Hochhauses. Während die Motorräder zu Boden stürzen, gleiten die Einbrecher an Lenkfallschirmen nach unten und verteilen die Diamanten über den Slums der Stadt. Außerdem präsentiert Hall noch einen anderen, ähnlich halsbrecherischen Fall: Wieder sind es vier Männer, die aus einem fliegenden Flugzeug über Mexiko Paletten mit Bargeld entwenden. Während sie Richtung Erde rasen, werden die Paletten aufgeschnitten und Unmengen an Dollars ergießen sich über das bitterarme Dörfchen San Luis Potosí. Die Täter verschwinden spurlos – sie scheinen förmlich von der Erde geschluckt.

Das lässt Utah innehalten. Er beginnt seine Recherchen und entdeckt, dass es einen weiteren vergleichbaren Vorfall gab, in dem ein Holzwerk in Afrika niedergebrannt wurde und den Verbrechern eine furiose Flucht über die majestätischen Inga-Fälle gelang. Mit einem Schlag wird Utah bewusst, dass es sich bei den Tätern um Extremsportler handeln muss, die mehr vorhaben, als nur spektakuläre Raubzüge durchzuführen. Sie wollen offenkundig die „Ozaki Eight“ absolvieren, eine Abfolge von acht todesmutigen Prüfungen, die sich der legendäre Extremsportler und Öko-Krieger Ono Ozaki ausgedacht hat: Mit einer Reihe von immer schwieriger werdenden Herausforderungen, in denen der Körper ebenso gefragt ist wie der Geist, will er den Menschen wieder mit Mutter Erde aussöhnen. Allerdings sind diese Prüfungen so schwierig, dass Ozaki selbst bereits bei der dritten Prüfung gescheitert ist.

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Seither ist nie jemand weiter gekommen. Aber diesen Sportlern, die die Verbrechen begehen, scheint es zu gelingen, sie haben die ersten drei Prüfungen erfolgreich absolviert. Wenn man ihnen das Handwerk legen will, muss man sie bei der vierten Prüfung treffen – und Utah glaubt zu wissen, um was es sich handeln könnte.

Seine Schlussfolgerungen überzeugen Ausbilder Hall, der sich dafür stark macht, dass Utah zu verdeckten Ermittlungen ins Feld geschickt wird, um seiner Theorie nachzugehen – nach Frankreich vor der Küste von Biarritz, wo sich die höchsten Wellen seit Jahren aufbauen, der ultimative Traum aller Surfer und der optimale Ort, um Prüfung vier – Leben im Wasser – durchzuziehen. Unterstützt von dem abgebrühten Feldagenten Pappas, kommt Utah gerade rechtzeitig: Eine ganze Gemeinde von Sportfreaks und ihren Anhängern hat sich bereits eingefunden, um diesem historischen Moment beizuwohnen. Utah sieht schnell, wer die Männer sein könnten, die er sucht. Kurzentschlossen stürzt er sich ebenfalls ins Wasser und schnappt deren Anführer eine besonders große Welle weg, was beide in Bedrängnis und schließlich Todesgefahr bringt, als sie von der Welle überrollt werden. Als er wieder erwacht, befindet sich Utah auf der edlen Yacht des Milliardärs und Sponsors Pascal Al Fariq und lernt die Männer kennen, die er jagt. Da ist der charismatische Anführer Bodhi, der unverkennbar Interesse an Utah hat, weil er erkennt, dass der junge Mann zwar an die richtigen Dinge glaubt, aber sein inneres Gleichgewicht verloren hat. Bodhis Mitstreiter Roach, Grommet und Chowder sind dagegen irritiert, dass ihr Chef diesem Neuling so viel Aufmerksamkeit schenkt. Sie befürchten, es könne sich bei Utah um einen eingeschmuggelten Ermittler handeln.

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Und dann lernt der FBI-Mann noch die bildschöne Samsara kennen, eine langjährige Begleiterin von Bodhi, die tief in sich ruht und Utah zu einem rauschartigen nächtlichen Tauchgang einlädt, während die Party auf der Yacht ihrem Höhepunkt entgegen strebt.

Am nächsten Tag erwacht Utah alleine, Bodhi und seine Männer – das „Wolfsrudel“ – wie auch Samsara sind verschwunden. In Paris kann er sie in einem Fight Club wieder aufstöbern. Bei einem Kräftemessen mit Bodhi zieht er den Kürzeren. Und doch lädt Bodhi ihn ein, sie bei der fünften Prüfung – Leben im Wind – zu begleiten. Von Hall und Pappas zunehmend skeptisch beäugt, die Angst haben, Utah könne allzu empfänglich sein für die Message des verführerischen Bodhi, reist der Ermittler mit den Männern in die Schweiz. Dort vollführen sie gemeinsam einen wagemutigen Wingsuit-Sprung, ein Erlebnis, das sie eng zusammenschweißt.

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Utah ist nunmehr fest aufgenommen in die Gang, und er kommt auch Samsara näher. Für ihn ist es ein perfekter Moment, erstmals fühlt er sich wieder bei sich angekommen. Aber die Idylle hält nicht an. Bei der nächsten Prüfung – Leben im Eis – kommt es bei der todesmutigen Abfahrt auf Snowboards zu einem folgenschweren Unfall, der Utah aus seiner harmonischen Stimmung herausreißt und Bodhi als das erkennen lässt, was er ist: nicht der coole Heilsbringer, sondern ein von Größenwahnsinn vernebelter Irrer, der bei der Durchsetzung seiner Pläne auch über Leichen geht.

Noch macht Johnny Utah mit. Doch er weiß auch, dass sich das vermeintlich freie Leben an der Seite Bodhis dem Ende zuneigt. Als die siebte Prüfung ansteht – Meister der sechs Leben – und Bodhi dabei in Kauf nimmt, dass bei einer gewaltigen Explosion unschuldige Menschen ihr Leben verlieren könnten, muss Utah sich entscheiden: Will er ein Leben wie Bodhi führen – oder will er seinen eigenen Weg gehen, mit allen daraus resultierenden Konsequenzen…

Das Bild der Blu-ray ist, auch bei Großprojektion, scharf und sehr detailliert. Der Ton kommt wunderbar räumlich aus dem Surroundsystem. Die Stimmung vermittelt viel Atmosphäre.

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Concorde Home Entertainment GmbH präsentiert „Point Break“ ab 28. Juli 2016 als DVD, Blu-ray, 3D Blu-ray und VoD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Concorde Home Entertainment GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Point Break
Land / Jahr: USA, Deutschland, China / 2015
Genre: Action, Thriller
Darsteller: Édgar Ramírez: Bodhi, Luke Bracey: Johnny Utah, Teresa Palmer: Samsara, Ray Winstone: Angelo Pappas, Tobias Santelmann: Chowder, Clemens Schick: Roach, Matias Varela: Grummit, Bojesse Christopher: FBI-Direktor Chapman, Nikolai Kinski: Pascal Al Fariq, Judah Lewis: junger Johnny Utah, Frank Richartz: Ono Osaki u.a.
Regie: Ericson Core
Drehbuch: Kurt Wimmer
Produktion: Kurt Wimmer, John Baldecchi, Broderick Johnson, Andrew A. Kosove, Chris Taylor, David Valdes
Kamera: Ericson Core
Schnitt: Thom Noble
Musik: Junkie XL
FSK: 12

Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 114 Min. + 46 Min. Bonus
Bildformat: 1080p High Definition 2,40:1 (16:9)
Tonformat: DTS-HD Master Audio 7.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte (ausblendbar)
Extras: Interviews mit Hauptdarstellern, Sportlern und Crew, Featurettes, Entfallene Szenen, B-Roll, Trailer, Wendecover

Webseite zum Film: Point Break