Project Babysitting: „Das war mein letzter Geburtstag, morgen bin ich tot“

Gewinnspiel_rotbabysitting_cover „Project: Babysitting“ ist das Regiedebüt von Nicolas Benamou und Philippe Lacheau, der gleichzeitig auch das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle im Film übernahm. Sein Talent als Schauspieler stellte Lacheau bereits in den beiden Komödien „Der Auftragslover“ und „Paris um jeden Preis“ unter Beweis.Auf dem Alpe d´Huez International Comedy Film Festival 2014 räumte der Film mit dem Audience Award – Beste Regie und dem Special Jury Award – Beste Regie gleich doppelt ab. Mit überraschend viel Situationskomik, tollen Schauspielern und einer Party, die stark an „Project X“ erinnert, ist „Project: Babysitting“ eine französische Komödie der ganz anderen Art.

Film-Blog.tv meint: Philippe Lacheau lässt seinen unfreiwilligen Babysitter einen Alptraum erleben, als seine Freunde bei einer wilden Party das Haus seines Chefs verwüsten. Und mittendrin das Kind verschwindet, das die Partygäste vorher verantwortungsbewusst sediert hatten. Die resultierende Komödie aus 2014 bringt Tempo und eine mittlere Gagdichte, die vor allem Schadenfreude bedient und kein ausgefeiltes Buch umsetzen muss. Für einen unterhaltsamen Abend ohne besondere Ansprüche eignet sich die junge Produktion aus Frankreich. Wer Wert auf eine differenzierte Handlung und intelligenten Humor legt, sucht noch ein wenig weiter. Sollen es ausgefeiltere Charaktere und schräge Situationen im Genre sein, kommen stattdessen „Wayne’s World“, „A Night at the Roxbury“ oder „The Hangover“ in Betracht.

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt. Franck liebt Comics, und zeichnet sie. Mit dem Schaudel-Comicverlag hat er den perfekten Arbeitgeber gefunden, dort ist er nun seit zwei Jahren. Leider nur am Empfangstresen. Eines Tages fasst er sich ein Herz und will dem Chef Marc Schaudel seine Mappe präsentieren. Der hat zwar überhaupt kein Ohr für seinen Mitarbeiter, kommt aber kurz darauf zu ihm an den Tresen, denn er braucht Franck. Leider nicht als Kreativen, sondern als Babysitter für den 11-jährigen Rémy. Das ist zeitlich blöd, denn es ist Francks dreißigster Geburtstag, und er hat bereits mit seinen Kumpels Alex und Sam für die Party eingekauft. Doch wenn er den Nachwuchs des Chefs hütet, will der sich am kommenden Montag die Mappe ansehen. Bei dieser Chance kann Franck nicht nein sagen.

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Als er in der Villa seines Chefs ankommt, trifft er mit dem Sohn gleich einen Vertrauten: mit diesem Bengel hatte er im Firmenfahrstuhl gerade Zoff gehabt. Perfekt. Schnitt, der nächste Tag. Marc Schaudel und seine Frau Claire liegen im Hotelbett, als sie ein Anruf der Polizei aus ihrem Haus erreicht. Sie sollen doch gleich einmal kommen, am Telefon ist das schlecht zu erklären… Das Zuhause ist verwüstet, das Kind ist weg und der Babysitter gleich mit. Zurück blieb eine Videokamera, auf der die wilde Nacht in ihrem Haus dokumentiert ist…

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„Ganz lustig“ ist eine recht treffende Beschreibung für den Film von Philippe Lacheau, Buch, Hauptdarsteller und Regie zusammen mit Nicolas Benamou. Lacheau treibt seinen überforderten Franck durch eine wilde Nacht, die ihm passiert und die er nicht steuern kann. Die Gags kommen in mittlerer Frequenz und wirken nicht all zu tief, während sie vor allem die Schadenfreude des Zuschauers bedienen. Schmunzeln lässt sich etwa, als eine Stripperin Franck im Zentrum seiner unfreiwilligen Geburtstagsparty überfordert, während die Reaktion des „besorgten“ Vaters und der Polizisten auf die filmische Darbietung hierzu originell inszeniert ist.

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Da ein großer Teil der Handlung retrospektiv als simulierter Amateurfilm eingesetzt ist, dürfen die Darsteller auch in die „vierte Wand“ agieren, direkt in die Kamera. Dieser Ansatz führt auch dazu, dass das Bild bewusst nicht immer perfekt fokussiert und als Stilmittel brachial beleuchtet ist. In den Szenen der filmischen Gegenwart zeigt die Kamera durchaus, dass sie gekonnte Bilder beherrscht. Auch die Tonspur der deutschen Synchro findet eine gute Balance und bringt die Dialoge auch in wilder Atmosphäre leicht verständlich herüber.

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Lässt sich eine Ähnlichkeit mit dem vom Verlag vergleichend angeführten Film „The Hangover“ herstellen?, Na ja; die Motive „Filmriss“ und nachträgliche Entschlüsselung einer wilden Party vereinen die beiden Komödien, hier allerdings sequentiell behandelt und dadurch weniger mitnehmend als in Todd Phillips‘ us-amerikanischer Erfolgsproduktion aus 2009, in der der Zuschauer parallel zu den Protagonisten ein wildes Puzzle zusammensetzt. Den Stil der differenzierten Hangover-Charaktere erreicht Philippe Lacheau nicht, und auch die Situationskomik des scheiternden Babysitters bleibt hinter der trockenen Skurrilität des zitierten Vorbilds zurück.

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Immerhin spielt Philippe Lacheau seinen Franck recht passabel, in seinem nimmermüden Versuch, Verantwortung zwischen zugedröhnten Typen zu zeigen, bis zum Ende, das noch ein wenig aus der Komödie ausbrechen möchte. Darf die Titelunterzeile, #epicfail, „grandioses Versagen“, auch als Beschreibung der 2014er Produktion aus Frankreich gelten? Nein, keineswegs. Wer einen Abend mit seichter Unterhaltung gestalten möchte und keinen ausgefeilten Humor erwartet, der wird mit „Project Babysitting“ recht vergnügliche rund 80 Minuten erleben. Wer allerdings den vergleichend genannten Film „The Hangover“ noch nicht kennt, sollte diesen vorziehen. Zumal man diesen auch in der Originalsprache sehen kann, wenn man wie ich seinen Französischunterricht mit einem #epicfail abgeschlossen hat und einem die „Project Babysitting“-Originalfassung damit verschlossen bleibt.

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Gewinnspiel

Folgende Fragen gilt es zu beantworten:
1.) Nennt uns Euren Lieblingsfilm mit Philippe Lacheau! Schön wäre eine kurze Begründung, warum Euch ausgerechnet dieser Film so gut gefällt.
2.) Wie habt Ihr zu www.film-blog.tv gefunden?

Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich
2 x Blu-ray Disc™ „Project: Babysitting“

Schickt einfach eine Mail mit der, hoffentlich richtigen, Antwort und Eurer Adresse an gewinnspiel@film-blog.tv Dazu habt ihr bis zum 15.07.2015 bis 24.00 Uhr Zeit. Das Gewinnspiel wird von www.film-blog.tv veranstaltet, die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahre mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie von www.film-blog.tv dürfen nicht mitmachen. Gehen mehr richtige Antworten ein, als Preise zur Verfügung stehen, lassen wir das Los entscheiden, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Teilnehmerdaten werden nur für die Zustellung eines eventuellen Gewinns bis zum Einsendeschluss gespeichert und anschließend vollständig gelöscht. Eine Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen.

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EuroVideo Medien GmbH präsentiert „Project: Babysitting“ ab 4. Juni 2015 auf Blu-ray Disc™, DVD und als VoD. Das Rezensions- und das / die Verlosungsexemplare wurden von EuroVideo Medien zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Babysitting
Land / Jahr: Frankreich / 2014
Genre: Komödie
Darsteller: Philippe Lacheau, Arek Boudali, Vincent Desagnat, Gérard Jugnot, Julien Arruti, Grégoire Ludig u. a.
Regie: Philippe Lacheau, Nicolas Benamou
Drehbuch: Philippe Lacheau
Produzent: Marc Fiszman
Kamera: Antoine Marteau
Schnitt: Olivier Michaut-Alchourroun
Musik: Maxime Desprez, Michael Tordjman
FSK: 12

Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 81 Min.+ Bonus
Bildformat: HD 1080/24p (16:9)
Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1
Sprachen: Deutsch, Französisch
Untertitel: keine
Extras: Outtakes, Making-Of (OmU), Trailer

Webseite zum Film: Project: Babysitting