Riddick: Sci-Fi Western

riddick_cover Von seinen eigenen Leuten verraten und zum Sterben zurückgelassen findet sich Riddick (Vin Diesel) auf einem von der Sonne verbrannten Planeten wieder, auf dem jegliches Leben erloschen zu sein scheint. Doch schon bald muss er sich gegen aggressive Aliens zur Wehr setzen, die ihn unerbittlich attackieren. Um der aussichtslosen Lage zu entkommen, sendet Riddick ein Notsignal – mit gemischtem Erfolg: zwei Schiffe landen auf dem Planeten und eröffnen die Jagd auf ihn. Das eine transportiert eine Truppe brutaler Kopfgeldjäger. Das andere wird von einem Mann angeführt, dessen Motivation, Riddick zu fassen, eine sehr persönliche ist. Doch Riddick, der stärker und gefährlicher geworden ist, als er jemals war, hat seine Feinde genau da, wo er sie sich wünscht. Und wird vom Gejagten zum gnadenlosen Jäger.

Film-Blog.tv meint:
Der Betrachter der Blu-ray hat die Wahl zwischen der Kinofassung und dem um knapp acht Minuten längeren Extended Cut. Ehrlich gesagt, ist die Version, die in den Kinos gezeigt wurde, mit fast zwei Stunden schon viel zu lang geraten. Ich wollte schon nach den ersten 15 Minuten die Blu-ray aus dem Player nehmen. Nur die, leider unerfüllte, Hoffnung, dass es besser wird hat mich davon abgehalten. Wer Spaß daran hat, knappe 120 Minuten einem Gamer beim halbgaren Egoshooter zuzuschauen, wird auch an „Riddick“ Gefallen finden.

Irgendwann in ferner Zukunft. Riddick wird auf einem lebensfeindlichen Planeten ausgesetzt und seinem offensichtlichem Schicksal überlassen: Dem sicheren Tod. Eine Situation, die, wie seine Ego-Stimme aus dem Off verrät, nichts Neues für ihn ist.
Schwefelgelbe Wüste, scheinbar ohne Leben. Trocken, öde, giftig. Und dennoch wird er von Urvögeln angegriffen, die Flugsauriern recht ähnlich sind. Die komischen Geier kann er gut abwehren, auch mit exotisch anmutenden Wildhunden wird er locker fertig. Um an trinkbares Wasser zu kommen und das unwirtliche Tal verlassen zu können, muss er noch Aliens besiegen. Die sehen so aus, als hätte man Nessie geklont und sind richtig fiese Viecher.

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Ganz nebenbei schnappt sich Riddick noch einen Wildhund-Welpen, den er abrichtet. Auch auf fernen Planeten ist es wichtig, wenn der Mensch seinen besten Freund zur Seite hat. Dass aus dem putzigen Pinscher in Rekordzeit eine ausgewachsene Dogge wird, was soll’s?

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Die beiden ziehen also los. Stapfen, mehr oder weniger wortlos, durch die schwefelgelbe Geröllwüste von „Utah in Space“ und landen schließlich bei einer verlassenen Kopfgeldjäger-Station. Da Riddick weiß, dass auf seine Ergreifung eine Belohnung ausgesetzt ist, benutzt er die Funkanlage der ärmlichen Hütte um Kopfgeldjäger anzulocken. Die will er überwältigen und mit deren Raumschiff fliehen.

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Die ganze Handlung lehnt sich an Italo-Westernmotive an. Die wenigen Dialoge klingen, wie man sie so schon mal in einem billigen Western gehört hat. Nur, dass Django hier Riddick heißt. Die Charaktere sind holzschnittartig gezeichnet, sogar die Kopfgeldjäger sind entweder Outlaws oder Sheriffs. Sie sehen aus, als wären sie noch von einem Sergio-Leone- Klassiker übrig geblieben. Nur, dass der sein Handwerk verstand. Der ganze Plot ist von der ersten Minute an absehbar. Spätestens in dem Moment, wenn die Raumschiffe der, zunächst konkurrierenden, Riddick-Jäger landen, kann man absehen, wie der Film enden wird.

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Über die schauspielerische Leistung der Akteure muss ich nicht viele Worte verlieren, die wird bei dem schwachen Drehbuch kaum gefordert. Schön, dass man von Karl Urbans Gesicht etwas mehr sieht, als bei Dredd. Schade, dass er so wenig Screetime hat. Wenigstens taucht so sein Name in der Besetzungsliste auf.

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„Riddick – Überleben ist seine Rache“ ist der dritte Teil zu diesem Thema. Die ersten beiden floppten an der Kinokasse, konnten ihre Kosten erst bei der DVD-Vermarktung einspielen. Das war wohl der Grund für ein relativ niedriges Budget. Leider sieht man das dem Film an. Man muss nicht das – übrigens ganz nett gemachte – „Making Of“ bemühen um zu sehen, dass alle Szenen im Studio vor Greenscreen gedreht wurden. Die CGI-Effekte hat man schon vor Jahren besser gesehen. Die Figuren sehen allesamt aus wie ausgeschnitten und eingefügt. Die Raumschiffe sind aus Sperrholz und Styropor. Sie geben sich auch keine Mühe, das zu verbergen. Einfach nur ärgerlich die Szenen, in denen die Akteure mit „Moped-Gleitern“, deren Vorbild eine Harley-Davidson sein sollte, durch die Gegend düsen. Die Schatten, wenn überhaupt vorhanden, fallen falsch und der offensichtlich staubige Untergrund bleibt steril und glatt. Felsen aus Pappmaschee und Gestrüpp aus dem Modellbahn-Bedarf: Das sieht so unecht aus, dass es schon fast lustig ist.

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Die Blu-ray ist technisch auf aktuellem Stand. Man sieht die Außenszenen stark gelbstichig, wie durch die Schweißerbrille von Riddick. Lediglich wenn er die ab und zu mal abnimmt, erscheint die Landschaft in gleißend hellem Violett. Das Bild ist, auch bei Großprojektion, scharf und kontrastreich. Der Soundtrack ist, für die dürftige Handlung, arg schwülstig und „bedeutungsschwanger“. Wenn wir schon beim Ton sind: Ein echtes Highlight der Produktion ist der Surroundklang. Der hat mich wirklich begeistert, man ist auf Grund der Geräuschkulisse ständig mitten im Geschehen.

Universum Film GmbH präsentiert „Riddick – Überleben ist seine Rache“ auf Blu-ray Disc™ und DVD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Universum Film GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

 

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Originaltitel: Riddick
Land / Jahr: USA, Großbritannien / 2013
Genre: Action, Science-Fiction
Darsteller: Vin Diesel – Richard B. Riddick, Jordi Molla – Santana, Matthew Nable – Boss Johns, Katee Sackhoff – Dahl, Dave Batista – Diaz, Bokeem Woodbine – Moss, Raoul Trujillo – Lockspur, Conrad Pla – Vargas, Keri Hilson – Santanas Gefangene, Karl Urban – Vaako u.a.
Regie: David Twohy
Drehbuch: Oliver Butcher, Stephen Cornwell, David Twohy
Produktion: Ted Field, Vin Diesel, Samantha Vincent
Kamera: David Eggby
Schnitt: Tracy Adams
Erstveröffentlichung: 19.09.2013 (Kino)
Erstveröffentlichung: 14.02.2014 (Blu-ray und DVD)
FSK: 16

Riddick (The Extended Cut) Blu-ray
Laufzeit: ca. 126 Min. (Extended Cut ca. 134 Min.)
Bildformat: 2,40:1 (1080p/24)
Tonformat: DTS-HD 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Featurettes, Held und Antiheld: Vins RIDDICK, Triff die Söldner!, Die Welt von RIDDICK, Motion Comic: „RIDDICK: Blindsided“, Trailer