Ruhet in Frieden – A Walk Among the Tombstones: „People are always afraid of the wrong things“

Gewinnspiel_rottombstones_coverAcht Jahre ist es her, dass Matthew Scudder den Polizeidienst quittierte, nachdem er beim Versuch, die Täter eines Überfalls zu stellen, einen unschuldigen Passanten erschoss. Inzwischen verdient er seinen Lebensunterhalt als Privatermittler, hat dem Alkohol entsagt und lebt zurückgezogen. Als Scudder von dem Drogendealer Kenny den Auftrag erhält, die Männer ausfindig zu machen, die seine Frau gekidnappt und brutal ermordet haben, führt ihn der Fall tief in die Unterwelt von New York. Langsam offenbart sich, dass die Entführung nicht die einzige war, sondern Teil einer ganzen Serie äußerst gewalttätiger Straftaten – immer mit tödlichem Ausgang. Scudder sieht sich auf seiner Suche nach Gerechtigkeit gezwungen, selbst die Grenzen des Gesetzes zu überschreiten, während die Täter bereits ihr nächstes Opfer ins Visier nehmen…

Film-Blog.tv meint:
Wer Lust auf einen klassischen Film um einen Privatdetektiv im großstädtischen New York hat, findet im „Walk Among the Tombstones“ von Scott Frank eine schöne Alternative. Das klassische Motiv funktioniert hier im zeitgenössischen Produktionsstil, vor allem die Kamera findet eine schöne Komposition, die klassische Ansätze mit morderner Filmtechnik interpretiert. Liam Neeson ist sehr präsent, seine sehenswerte Interpretation überrascht nicht. Ohne das Genre neu zu erfinden, bietet „Ruhet in Frieden“ einen schönen Filmabend mit guter Unterhaltung.

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt.

1991, vor acht Jahren, schoss der Polizist Matthew Scudder bei einer Verfolgungsjagd versehentlich auf ein Mädchen. Dieses Ereignis veränderte sein Leben: er hörte mit dem Trinken auf, und er quittierte den Polizeidienst. Acht Jahre später arbeitet er als privater Ermittler, und erhält einen Auftrag: Kenny Kristos Frau Carrie wurde entführt und trotz Lösegeldzahlung getötet. Er will, dass Matthew ihn zu den Tätern führt. Doch der Emittler lehnt trotz des Angebots einer großzügigen Vorauszahlung ab, denn Kenny ist ein „drug trafficker“, der sein Geld mit dem Transport von Drogen verdient, und das Motiv des Auftrags scheint blutige Rache zu sein. Doch Kenny folgt dem Detektiv, und er schildert die furchtbaren Umstände, als man ihm nach der Lösegeldzahlung blutige Pakete präsentierte, die die zerteilten Überreste seiner Frau enthielten. Matthew ruft ihn kurz darauf an und sagt ihm „We’re in Red Hook“. Dort wurden die Überreste der Entführten gefunden, und dort beginnen nun seine Ermittlungen: er hat den Auftrag angenommen.

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Bei seiner Recherche findet er schnell heraus, dass der Fall der entführten und getöteten Frau nicht isoliert ist; eine Reihe ähnlicher Verbrechen mit vergleichbarem Muster sind in der Presse dokumentiert. Zu den Opfern gehören Marie Gotteskind und Leila Anderssen. Bei der Studie alter Zeitungsartikel in der Bibliothek begegnet er dem jungen TJ, der auf der Straße lebt und Matthew bei seinen Ermittlungen hilft. Der Detektiv verfolgt die Spuren der alten Fälle, denn er glaubt an einen Zusammenhang mit dem Mord an Carrie Kristo. Matthew findet die ersten Spuren; unter anderem scheinen die Opfer sämtlich mit Drogengeschäften in Verbindung zu stehen. Dieser Verdacht verdichter sich, als ihn sein Auftraggeber Kenny zum Drogentransporter Yuri Landau bringt. Dessen 14-jährige Tochter Ludmilla wurde soeben entführt. Matthew schaltet sich in die Verhandlungen ein und versichert sich, dass das entführte Mädchen noch am Leben ist. Die Übergabe bestätigt seine Spuren, und es kommt zu einem Showdown, als sich der Jäger und die Gejagten gegenüberstehen…

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Regisseur und Drehbuchautor Scott Frank liefert mit seiner 2014er Produktion keine schlechte Arbeit ab. Er stellt die Figur des Privatdetektiv und Ex-Cops Matthew zurückgezogen und wortkarg in eine lange Reihe filmischer Vorbilder. Mit der Besetzung Liam Neeson kann man hier nichts falsch machen, zu oft hat der profilierte Darsteller bewiesen, dass er solche Rollen charismatisch ausfüllen kann. Mit der Entscheidung dieser Besetzung will auch der Autor der Romanvorlage, Lawrence Block, sehr zufrieden gewesen sein, nachdem er sehr kritisch darauf sah, wer seinem Charakter Matthew Scudder das Leben auf der Leinwand verleihen sollte.

Die Rechnung geht auf: Neeson erfüllt die Erwartungen voll und verkörpert die Rolle des Ermittlers mit der kritischen Vergangenheit mit großer Sicherheit und Authentizität, als er einen Auftraggeber akzeptiert, der nicht eben Sympathieträger ist, aber aufgrund der Umstände dennoch Mitgefühl erweckt. Der Cast an seiner Seite unterstützt den erfahrenen Schauspieler wirkungsvoll. Angenehm fällt der achtzehnjährige Brian Vaughn Bradley, Jr., „Astro“, auf, der das „Street Kid“ „TJ“ bereichernd verkörpert.

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Die Handlung bringt genügend Komplexität für die knapp zweistündige Verfilmung mit und trägt die Spannung ausreichend.

Die Bildqualität lässt für eine DVD kaum Wünsche offen. Die graphische Kamera von Mihai Malaimare junior zeichnet ruhige Bilder mit zurückgenommenen Farben und kontrastreichen Tiefen und Lichtern. Damit unterstützt die Bildsprache die Atmosphäre des Genres, und streut kurze bis längere statische Szenen ein, die einen sehr dezenten Comictouch ergänzen, wenn etwa in der Eröffnungsszene kurz auf die Polizeimarke Matthews gesprungen wird. Ganz entfernt klingt „Sin City“ an. In der Filmgegenwart, 1999, finden sich interessante Erinnerungen an die damals bevorstehende Jahrtausendwende, etwa in der Werbung auf dem Dach eines Taxis für die „Compliance“ von IT-Systemen oder der Zeitungsschlagzeile, derzufolge die Ungewisheit vor den Folgen des „Y2K-Bugs“ die Zahl der Waffenverkäufe nach oben gehen lässt.

Der Sound ist klar abgemischt und findet eine gute Balance zwischen Dialogen und Effekten.

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Gewinnspiel
Folgende Fragen gilt es zu beantworten:
1.) Nennt uns Euren Lieblingsfilm mit einem Privatdetektiv im Zentrum der Handlung! Schön wäre eine kurze Begründung, warum Euch ausgerechnet dieser Film so gut gefällt.
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Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich

1 x Blu-ray Disc™ „Ruhet in Frieden – A Walk Among the Tombstones“
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1 x DVD „Ruhet in Frieden – A Walk Among the Tombstones“

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Dazu habt ihr bis zum 15. April 2015 bis 24.00 Uhr Zeit. Gehen mehr als eine richtige Antworten ein, lassen wir das Los entscheiden. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie film-blog.tv dürfen nicht mitmachen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Universum Film GmbH präsentiert „Ruhet in Frieden – A Walk Among the Tombstones“ ab 27. März 2015 auf Blu-ray Disc™, DVD und als VoD.
Das Rezensions- und die Gewinnspielexemplare wurden von der Universum Film GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: A Walk Among the Tombstones
Land / Jahr: USA / 2014
Genre: Thriller, Krimi
Darsteller: Liam Neeson: Matthew Scudder, Dan Stevens: Kenny Kristo, Boyd Holbrook: Peter Kristo, Sebastian Roché: Yuri Landau, Whitney Able:, Stephanie Andujar:, Ólafur Darri Ólafsson: Loogan, David Harbour: Ray, Adam David Thompson: Albert, Eric Nelsen: Howie, Brian Bradley: TJ u. a.
Regie: Scott Frank
Drehbuch: Scott Frank
Produzenten:Danny DeVito, Michael Shamberg, Stacey Sher, Tobin Armbrust, Brian Oliver
Kamera: Mihai Malaimare junior
Schnitt: Jill Savitt
Musik: Carlos Rafael Rivera
FSK: 16

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Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 114 Min.+ Bonus
Bildformat: 16:9 – 2.35:1
Tonformat: DTS-HD 5.1
Sprachen:Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte
Extras: Featurette: Ein Blick hinter die Kulissen, Featurette: Privatdetektiv Matt Scudder, Interviews mit Cast & Crew, Wendecover

Webseite zum Film: Ruhet in Frieden – A Walk Among the Tombstones