Saboteure im Eis – Operation Schweres Wasser: Kampen om tungtvannet

saboteure_coverBerlin 1942. Während Europa im 2. Weltkrieg versinkt, forschen Werner Heisenberg und der „Uranverein“ in einem Geheimprojekt des Heereswaffenamtes an der Atombombe. Dazu benötigen sie Schweres Wasser, das in einer Fabrik im besetzten Norwegen hergestellt wird. Als der norwegische Wissenschaftler Leif Tronstad davon erfährt, warnt er die Alliierten. Während die Amerikaner Bombenangriffe planen, beginnen die Briten mit der Ausbildung norwegischer Spezialkommandos. Diese sollen die Fabrik von innen zerstören, doch die Anlage wird durch die deutschen Besatzungstruppen streng bewacht. Ein erbitterter Kampf um das schwere Wasser beginnt. Die von den Kritikern hochgelobte Serie wurde mit sechs norwegischen Fernsehpreisen ausgezeichnet und sorgte in ihrem Heimatland für einen Quotenrekord.

Film-Blog.tv meint:
Die renommierte „New York Times“ fasst den Inhalt dieser sechsteiligen norwegischen TV-Serie wie folgt zusammen: „Es geht nicht nur um böse Nazis gegen gute Alliierte, sondern auch um innerlich zerrissene Kollaborateure, unpolitische Kriegs-Profiteure und das moralische Dilemma der Guten.“
Dieser Meinung kann ich mich voll und ganz anschließen. Denn im Prinzip zeigt die Serie, dass in einem Krieg im Grunde keine Seite eine saubere Weste behält bzw. die Hände in Unschuld waschen kann. Seien es hier einerseits die Deutschen, die zum Erreichen ihrer Ziele buchstäblich über Leichen gegangen sind, oder andererseits die Alliierten und Widerstandskämpfer die im konkreten Fall zivile Opfer als Kollateralschaden in Kauf nehmen und einkalkulieren. In der Hauptsache geht es hier aber natürlich um die Ereignisse um die Herstellung der Atombombe während des 2. Weltkrieges, die auf eine sehr spannende, fesselnde, aufregende, mitreißende, wie dramatische Weise geschildert werden. Ein bedeutender Teil der Geschichte, der die Welt sicher auch grundlegend hätte verändern können, wenn die Geschichte damals anders verlaufen wäre. Dazu reicht es schon aus sich vorzustellen, wie unsere Welt wohl aussehen würde, wenn Hitlerdeutschland damals tatsächlich in den Besitz einer einsatzfähigen Atombombe gekommen wäre. Vermutlich wäre es wohl eine völlig andere Welt als jetzt.

Den Beitrag verfasste unser Kollege Lutz Zander.

Inhalt:
Episode 1
(Norwegische Erstausstrahlung – NRK: 04.01.2015, Laufzeit: 44:56 min.)
Werner Heisenberg erhält einen Posten im „Uranverein“, dem deutschen Atomprogramm im Kaiser-Wilhelm-Institut. Der Physiker ist sich sicher, dass zur Kontrolle der nuklearen Kettenreaktion und somit für den Bau eines Kernreaktors Schweres Wasser nötig ist. Dieses wird jedoch nur im Werk von Norsk Hydro in Norwegen produziert. Als der zweite Weltkrieg Norwegen erreicht und die Deutschen die Kontrolle über das Werk übernehmen, ist sich der norwegische Offizier und Wissenschaftler Leif Tronstad sicher: Die Deutschen arbeiten an der Atombombe. Er flieht nach England, um die Alliierten zu warnen…

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Episode 2
(Norwegische Erstausstrahlung – NRK: 04.01.2015, Laufzeit: 44:02 min.)
Tronstad kann die Alliierten von den Plänen der Deutschen überzeugen und, dass das Werk in Rjukan zerstört werden muss. Ein kleines Team norwegischer Soldaten – Codename „Grouse“ – wird vorausgeschickt, um alles vor Ort für die britischen Kommando-Soldaten der Operation „Freshman“ vorzubereiten. Während sich der neue Werksleiter, Erik Bjørn Henriksen, mit Sabotage konfrontiert sieht, reist Heisenberg nach Dänemark, wo sein Freund und Mentor Niels Bohr ihn beschwört, aus dem Projekt der Deutschen auszusteigen. In der Zwischenzeit startet Operation „Freshman“ in Richtung Norwegen…

Episode 3
(Norwegische Erstausstrahlung – NRK: 11.01.2015, Laufzeit: 45:03 min.)
„Freshman“ endet mit einem Desaster und den Deutschen wird klar, dass das Werk in Rjukan das Ziel der Operation war. Die Sicherheitsmaßnahmen werden verschärft. Die Amerikaner sehen nur noch einen Ausweg: Das Werk soll bombardiert werden. Tronstad macht ihnen jedoch klar, dass das Gebäude dafür zu solide gebaut ist. Eine kleine Spezialeinheit soll den Komplex infiltrieren und die Anlagen im Keller gezielt sprengen. Umgehend beginnen die Vorbereitungen für die Operation „Gunnerside“…

Episode 4
(Norwegische Erstausstrahlung – NRK: 18.01.2015, Laufzeit: 45:03 min.)
Die Soldaten der Operation „Gunnerside“ werden gezwungen, weitab ihrer ursprünglich geplanten Landezone abzuspringen. Tagelang schlagen sie sich durch die verschneiten Berge, bis sie endlich auf die Männer von „Grouse“ treffen. Inzwischen wurde Heisenberg mit der Leitung des Kaiser-Wilhelm-Instituts betraut und ihm stehen nun unbegrenzte Ressourcen für seine Forschungen zur Verfügung. Währenddessen durchqueren die Männer von „Gunnerside“ die Schlucht, die sich unterhalb des Werks in Rjukan befindet …

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Episode 5
(Norwegische Erstausstrahlung – NRK: 25.01.2015, Laufzeit: 43:53 min.)
Nach der Infiltration des Werks weigert sich Werksleiter Henriksen, weiter mit den Deutschen zu kooperieren. Daraufhin soll das Werk demontiert und die Produktion nach Deutschland verlagert werden. Den Alliierten läuft die Zeit davon, doch die Transportroute der Deutschen hat eine entscheidende Schwachstelle: Die Fracht wird auf eine Eisenbahnfähre verladen, die über einen der tiefsten Seen Norwegens fährt. Mit dem Schiff reisen jedoch auch Zivilisten …

Episode 6
(Norwegische Erstausstrahlung – NRK: 01.02.2015, Laufzeit: 42:37 min.)
Knut Haukelid wird mit der Sprengung der Fähre beauftragt und ist trotz der drohenden zivilen Verluste bereit, die Mission durchzuführen. Während er an Bord der Fähre die Sprengsätze platziert, wird Heisenberg von seinem Vorgesetzten Kurt Diebner mit geheimen Dokumenten konfrontiert…

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Rezension:
Wenn es ein Film oder eine Serie schaffen, eine Atmosphäre zu erzeugen, die einen nur schwer wieder loslässt, wenn Schauspieler so überzeugend spielen, dass man am liebsten mit ihnen ins Gespräch kommen möchte, wenn eine Story so gut ist, das man sie in Gedanken weiter erzählt, dann ist es wohl eine wirklich große Geschichte. Solche Filme und Serien sind authentisch, glaubwürdig und mitreißend. Alles das trifft auch auf die 6-teilige norwegische Miniserie „Saboteure im Eis – Operation Schweres Wasser zu, die am 04. Januar 2015 ihre TV-Premiere auf NRK feierte. Sie thematisiert die norwegischen Schwerwasser-Sabotagen, die während des Zweiten Weltkrieges sowohl vom norwegischen Widerstand als auch von den Alliierten durchgeführt wurden, um die Nutzung des im norwegischen Kraftwerk Vemork hergestellten Schweren Wassers für die Entwicklung einer Atombombe durch die Nationalsozialisten zu verhindern.

„Um London zu vernichten, benötigen sie eine Bombe in der Größe einer Ananas“. So preist der Physiker Werner Heisenberg seine Bombe gegenüber General Emil Leeb und weiteren hochrangigen Nazigrößen, an. Die Anwesenden flüstern aufgeregt und ein Grinsen macht sich auf den Gesichtern breit, weil sie das von Heisenberg gesagte wohl nicht recht glauben können oder wollen. Diesbezüglich scheint mir Christoph Bach seine Darstellung des widersprüchlichen Nobelpreisträgers Werner Heisenberg mit am interessantesten gelungen. Denn einerseits hoffte Heisenberg wohl durch die Liaison mit der Macht, seine Entwicklungsarbeit ungehindert durchführen zu können und steckte dabei, als Physiker und Wissenschaftler, sicher auch von einer großen Portion Ehrgeiz getrieben, schon längst ganz tief in dem Dilemma zwischen Macht und Missbrauch.

Andererseits aber beginnt Heisenberg über seine Rolle als „Rädchen im Getriebe“ nachzudenken, insbesondere nach einem Treffen mit seinem Freund und Mentor Niels Bohr, der ihm mit eindringlichen Worten ins Gewissen redet und ihn damit zu überzeugen versucht, das es für ihn mit Sicherheit besser wäre sofort aus dem Projekt der Deutschen auszusteigen. Am Ende bleibt Heisenberg letztlich nichts anderes übrig als festzustellen, dass die Karriere vom Willen der Politik abhängig ist und seine ambitionierten Ziele nur um den Preis der bedingungslosen Anpassung zu erreichen sind.

Mit dem Wissen von Heute bleibt wohl tatsächlich nur die Feststellung, dass es gut war das Hitlerdeutschland damals nicht in den Besitz einer einsatzfähigen Atombombe gekommen ist. Denn welch eine gewaltige Zerstörungskraft eine solche Bombe hat, das haben die amerikanischen Abwürfe auf Hiroshima und Nagasaki hinlänglich bewiesen. Auch dafür haben letztlich Wissenschaftler wie Heisenberg, Bohr und Co. die Grundlagen gelegt, in dem sie mit ihrer Forschungsarbeit die Produktion einer derartigen Bombe, und damit die Ereignisse an sich, erst möglich machten.

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Fazit:
Alles in allem stellt die 6-teilige Miniserie „Saboteure im Eis – Operation Schweres Wasser“ das Kriegsdrama absolut packend dar und die Geschichte um die Atombombe wird spannend, sehenswert und interessant erzählt. All jene Zuschauer, die derartigen Kriegsdramen etwas abgewinnen können, sind hier genau richtig.

Bildbewertung:
Über die Bildqualität muss man nicht wirklich viele Worte verlieren, da es sich hier ja um eine heutige, moderne, aktuelle TV-Produktion handelt. Das Bild der Blu-ray Disc™ kommt im Format 1,78:1 / 1080p25 / AVC zur Ansicht und zeigt sich auf dem aktuellen Stand der Technik. Über den Schirm des Fachbildfernsehers werden zu jedem Zeitpunkt sämtliche Inhalte stets scharf, kontrastreich und fein aufgelöst, wiedergegeben.

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Tonbewertung:
Was für die Qualität des Bildes gilt, das gilt natürlich auch für den Ton. Der bleibt in DTS-HD Master Audio 5.1, sowohl in der deutschen als auch in der norwegischen Fassung, praktisch zu jeder Sekunde sauber und klar verständlich abhörbar. Beide anwählbaren Audiospuren in Deutsch und Norwegisch verfügen über ausreichend Power, Volumen und Kraft.

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Pandastorm Pictures GmbH präsentiert „Saboteure im Eis – Operation Schweres Wasser“ am 26. Mai 2017 auf DVD und als Blu-ray Disc™.
Das Rezensionsexemplar wurde von Pandastorm Pictures GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Kampen om tungtvannet
Land / Jahr: Norwegen / 2015
Genre: TV-Serie, Kriegsserie
Darsteller: Christoph Bach: Werner Heisenberg, Peri Baumeister: Elisabeth Heisenberg, Søren Pilmark: Niels Bohr, Espen Klouman-Høiner: Leif Tronstad, Dennis Storhøi: Erik Bjørn Henriksen, Maibritt Saerens: Ellen Henriksen, Marc Benjamin Buch: Major Decker, Robert Hunger-Bühler: General Emil Leeb, Andreas Döhler: Kurt Diebner, Espen Reboli Bjerke: Jomar Brun, Torstein Bjørklund: Arne Kjelstrup, Endre Ellefsen: Hans Storhaug, Ole Christoffer Ertvaag: Birger Strømsheim, Eirik Evjen: Kasper Idland, Frank Kjosås: Knut Haukelid, David Zimmerschied: Carl Friedrich von Weizsäcker, Christian Rubeck: Claus Helberg, Uwe Preuss: General Fischer, Anna Friel: Julie Smith, Benjamin Helstad: Jens-Anton Poulsson, Rolf Kristian Larsen: Einar Skinnarland, Ragnhild Myntevik: Astrid, Mads Sjøgård Pettersen: Fredrik Kayser, Audun Sandem: Knut Haugland, Tobias Santelmann: Joachim Rønneberg, Pip Torrens: John Skinner Wilson, Stein Winge: Axel Aubert, Julia Schacht: Tone Jørgensen, Clara Lien Sune: Lise, Elg Elgesem: Rolf Danielsen, Corey Johnson: General Pritchard, Thomas Wehling: Vernehmungsoffizier, Glenn Andre Kaada: Kristiansen u. a.
Regie: Per-Olav Sørensen
Drehbuch: Petter S. Roselund, Mette M. Bølstad
Produzent: Kari Moen Kristiansen
Kamera: John Christian Rosenlund
Schnitt: Per-Erik Eriksen, Silje Nordseth, Martin Stoltz
Musik: Kristian Eidnes Andersen
FSK: 12

Blu-ray Disc™
Laufzeit: ca. 270 Min. + ca. 16 Min. Bonus
Bildformat: 1,78:1 / 1080p25 / AVC
Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1
Sprachen: Deutsch, Norwegisch
Format: 2x Blu-ray Disc™ 50
Ländercode: B
Extras: Trailershow zu den Themen: „The King’s Choice – Angriff auf Norwegen“ (2:06 min.), „Holodomor – Bittere Ernte“ (1:44 min.), „9. April – Angriff auf Dänemark“ (1:56 min.), „Gottes General – Schlacht um die Freiheit“ (2:19 min.), „The Liberator“ (2:17 min.), „Tage der Freiheit – Schlacht um Mexico“ (1:53 min.), „Battle Ground – Helden im Feuersturm“ (2:37 min.) und „Poldark – 1. Staffel“ (1:31 min.),
4-seitiges Booklet mit Episodenguide, 8-seitiges Faltblatt „Großes Kino, Große Geschichte“

Webseite zur Serie: „Saboteure im Eis – Operation Schweres Wasser“
https://tv.nrk.no/serie/kampen-om-tungtvannet/KMTE40003113/sesong-1/episode-1