Saving Mr. Banks: „Man darf sich das Leben nicht selbst als Strafe auferlegen“

banks_coverTom Hanks und Emma Thompson erwecken die bislang unveröffentlichte Entstehungsgeschichte eines der größten Film-Klassiker aller Zeiten zum Leben. Saving Mr. Banks erzählt auf pointierte Weise von den bewegenden Hintergründen von Mary Poppins und ist selbst ein kleines Juwel der Filmgeschichte. Der erfolgsverwöhnte Walt Disney ist fest entschlossen, sein 20 Jahre altes Versprechen an seine Töchter einzulösen: Er will Mary Poppins auf die große Leinwand bringen. Doch er hat nicht mit der widerspenstigen Autorin des Buches P. L. Travers gerechnet. Disney zieht alle Register, doch für die Autorin ist die Geschichte mehr, als sie zugeben kann. Erst als Disney sich mit seiner eigenen Kindheit auseinandersetzt, wird ihm klar, um was es Travers wirklich geht. Zusammen erschaffen sie dann eines der größten Meisterwerke der Filmgeschichte!

Film-Blog.tv meint:
„Saving Mr. Banks“ zielt, typisch Disney, ohne Umweg über den Kopf direkt ins Herz. Und trifft. Denn die Traumfabrik liefert uns gute zwei Stunden lang Bilder und Musik dazu, die niemanden kalt lassen. Mal dramatisch, mal mit einem deutlichen Augenzwinkern, aber keine Sekunde langweilig inszeniert sich Disney so, wie wir es gewohnt sind: Fast schon zu perfekt um am Happy-End, das unweigerlich kommt, auch nur eine Sekunde zu zweifeln.

Irgendwo in Australien um 1909. Die junge Pamela „Ginty“ Travers liegt auf der Wiese in einem Garten und träumt vor sich hin. Das Kinderglück scheint perfekt. Leider ist das erst mal nicht von Dauer. Denn ihr Vater, Bankangestellter, hat soeben seine Anstellung verloren. Die Familie muss umziehen. In eine heruntergewirtschaftete Ranch in den Outbacks. Dort, in irgendeinem Nest am Ende der Welt, hat der Vater einen neuen Job bekommen.

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Während die Mutter mit der Situation nicht klarkommt, obwohl sie versucht, das beste aus der Situation zu machen – sie ist durch und durch Realistin. Der Vater, ein Träumer, steht dem Mädchen viel näher in seiner Fantasiewelt.

Schnitt. London, Anfang der 60iger Jahre. Der Agent von Pamela „P.L.“ Travers versucht sie zu überreden, endlich die Filmrechte an ihrem bekanntesten Buch „Mary Poppins“ doch endlich an Disney zu verkaufen. Travers ist pleite. Die Tantiemen aus den Buchverkäufen reichen schon lange nicht mehr zum Leben. Das Haus steht vor der Versteigerung. Walt Disney bemüht sich schon seit über 20 Jahre um diese Rechte, weil er die Verfilmung seinen Kindern versprochen hat. Nur mit Mühe kann der Agent P. L. Travers überreden, wenigstens einmal nach Los Angelos zu fliegen um sich das Angebot von Disney einmal anzuhören.

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Schon im Flugzeug zeigt sich Travers von ihrer bissigen Seite. Charmant ist jedenfalls was anderes. Sie terrorisiert die Flugbegleiterinnen und Mitpassagiere mit obskuren Sonderwünschen. In Kalifornien angekommen, gibt man sich seitens Disney die größte Mühe, ihr den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Was eher Trotzreaktionen hervorruft.

Schnitt. Wieder im australischen Outback. Eine unbeschwerte Kindheit, doch der Vater hat wieder enorme Probleme bei seinem Arbeitgeber. Er trinkt heimlich. Die Mutter wird mit der Situation nicht fertig und begeht einen Suizidversuch, den die kleine Tochter in letzter Sekunde verhindern kann.

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Schnitt. Wieder in Hollywood. Mit abstrusen Forderungen stellt Travers die Geduld und Freundlichkeit des Disney-Teams auf eine harte Probe. Im gesamten Film darf die Farbe „Rot“ nicht vorkommen. Kein Musical. Kein Trickfilm. Als sie dann erfährt, dass die tanzenden Pinguine als Trickanimationen eingeblendet werden sollen, reist sie Hals über Kopf ab. Walt Disney steht ohne die Filmrechte da.

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Als er die Hotelrechnung von Travers in die Hände bekommt, stellt er fest, dass das ihr Pseudonym ist. Er forscht nach und findet über den richtigen Namen die Lebensgeschichte von Pamela heraus. Reist umgehend nach London. Ein langes Gespräch bei vielen Tassen Tee folgt.

Dass P. L. Travers der Rechteübertragung letztendlich zugestimmt hat, ist kein Geheimnis. Die Verfilmung von „Mary Poppins“ ist einer der erfolgreichsten Produktionen der Filmgeschichte. Das zu verraten ist sicher kein Spoiler. Obwohl man weiß, wie „Saving Mr. Banks“ ausgeht, lohnt es sich durchaus, sich den Film anzuschauen. Tom Hanks und vor allem Emma Thompson spielen hinreißend, auch Colin Farrell und Ruth Wilson als Eltern der kleinen „Ginty“ liefern sehr gute Darbietungen ab. Beim Dreh in den Disney-Studios hatte das Team ein Heimspiel. Sehenswert sind aber vor allem die Szenen, die im Australien nach der Jahrhundertwende spielen. Sie wurden zwar auch in Kalifornien gedreht, verströmen aber sehr viel authentische Stimmung.

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Über Bild und Ton der Blu-ray muss man keine Worte verlieren. Hier waren Profis am Werk, die nichts dem Zufall überlassen.

Walt Disney präsentiert „Saving Mr. Banks“ seit dem 17.07.2014 auf Blu-ray Disc™, DVD und als VOD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Walt Disney Studios Home Entertainment Germany GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Saving Mr. Banks
Land / Jahr: USA / 2013
Genre: Drama
Darsteller: Emma Thompson: Pamela „P.L.“ Travers, Annie Rose Buckley: die junge Pamela „Ginty“ Travers, Tom Hanks: Walt Disney, Paul Giamatti: Ralph, Colin Farrell: Travers Goff, Jason Schwartzman: Richard Sherman, B.J. Novak: Robert Sherman, Bradley Whitford: Don DaGradi, Melanie Paxson: Dolly, Ruth Wilson: Margaret Goff, Rachel Griffiths: Tante Ellie, Kathy Baker: Tommieu. v. a.
Regie: John Lee Hancock
Drehbuch: Kelly Marcel, Sue Smith
Produktion: Alison Owen, Ian Collie, Philip Steuer
Kamera: John Schwartzman
Schnitt: Mark Livolsi
Musik: Thomas Newman
Copyright: © Disney
FSK: 6

Blu-ray Disc
Laufzeit: ca. 125 Min. + Bonus
Bildformat: 2,40:1 / 16:9
Tonformat: DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch), DTS 5.1 (Italienisch)
Untertitel: Deutsch, Italienisch, Englisch für Hörgeschädigte
Extras: Zusätzliche Szenen zum Film, Die Walt Disney Studios gestern und heute, „Let’s Go Fly A Kite“, Trailer
Webseite zum Film: Saving Mr. Banks