Schrotten! – Lieber tot als Sklave!

schrotten_coverGewinnspiel_rotMirko Talhammer ist fassungslos, als zwei sonderbare Typen in seinem feinen Hamburger Versicherungsbüro auftauchen und ihn per Kopfnuss daran erinnern, wo er eigentlich herkommt: von einem Schrottplatz in der Provinz. In dieser Welt zählt nicht die große Karriere, hier sind andere Dinge wichtig: das Schrotten, die Familie und ab und zu eine gepflegte Schlägerei. All das hatte Mirko hinter sich gelassen, doch sein Vater macht ihm noch im Tod einen Strich durch die Rechnung und vererbt ihm den heruntergewirtschafteten Schrottplatz – zusammen mit seinem Bruder Letscho.
Der ist immer noch stinksauer, dass Mirko den Clan damals im Stich gelassen hat. Schnell wird den Brüdern allerdings klar, dass die Talhammers nur eine Zukunft haben, wenn sie sich zusammenraufen und den letzten waghalsigen Plan ihres Vaters gemeinsam verwirklichen: einen Zugraub im ganz großen Stil! Der Coup an sich ist schon ein Himmelfahrtskommando, doch dann kriegt auch noch Kercher, der ärgste Konkurrent der Talhammers, Wind von der Sache….

Film-Blog.tv meint:
Schrottplätze. Wer, wie ich, die 70iger und 80iger Jahre noch „richtig“ erlebt hat und auf den so genannten „Autofriedhöfen“ nach Ersatzteilen für’s Mofa, dann Motorrad und schließlich das erste Auto gesucht hat, durfte diese Atmosphäre noch selbst inhalieren. Es war schon ein besonderer Menschenschlag, die Jungs (ein paar Mädels gab’s auch, doch meistens nur als Pin-Up im Bürowagen) vom Schrottplatz. Regisseur Max Zähle, von dem auch das Drehbuch stammt, verbrachte in seiner Jugend ebenfalls viel Zeit auf dem Schrottplatz. Das merkt man dem Film an, der – bis ins Detail stimmig – diese Atmosphäre einfängt. „Heimat ist mehr als ein Ort“. Ja. Dass sein „Familienfilm“ nicht ins Klischee abdriftet und über die gesamten gut 90 Minuten beste Unterhaltung bietet, ist auch dem gut gelaunten Cast zu verdanken. Allen voran Frederic Lau, liefern sie eine tolle Darstellung, die Spaß macht. Obwohl teilweise vorhersehbar, halten einige überraschende Twists und sogar streckenweise der eine oder andere spannende Einfall die Story am Laufen. Obwohl grade der Eisenbahnraub als zentrales Element dermaßen abstrus ist, dass nicht einmal die neunmalklugen physikalischen „Weisheiten“ von Mirko die Logiklöcher auch nur annähernd stopfen können. Aber das muss in einer Komödie dieser Art auch mal durchgehen dürfen …

Mirko Talhammer, Mitte 30, ehrgeizig und von sich überzeugt, geht völlig in seinem Job auf: Er ist Makler in einer Versicherungsagentur und dank einiger windiger Praktiken zum Starverkäufer der Firma aufgestiegen. Doch nun hat er sich verzockt: Sein bislang so erfolgreiches Schneeballsystem droht aufzufliegen. Mirko braucht sehr schnell sehr viel Geld, wenn er nicht alles verlieren will, was er sich aufgebaut hat.

Als wäre das nicht genug, stehen plötzlich auch noch zwei zwielichtige Gestalten in seinem Hamburger Versicherungsbüro: Träumchen und Schmied, zwei Schrotthändler aus Mirkos Heimat in der norddeutschen Provinz. Sie sind gekommen, um den verlorenen Sohn nach Hause zu holen – auf den Schrottplatz seines Vaters Fiete, den Mirko vor 15 Jahren mit dem festen Vorsatz verlassen hat, niemals mehr zurückzukehren.

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Doch die beiden Schrottis haben „schlagkräftige“ Argumente und so findet sich Mirko mit blutiger Nase auf dem Bock eines Lasters wieder, der ihn unweigerlich in die ungeliebte Heimat zurücktransportiert. Dort erfährt er, dass Fiete gestorben ist und ihm den Schrottplatz hinterlassen hat – zusammen mit seinem jüngeren Bruder Letscho, der immer noch stinksauer ist, dass Mirko die Familie im Stich gelassen hat.

Mirko macht keinen Hehl daraus, dass er nicht gerade davon geträumt hat, den heruntergekommenen und von der Pleite bedrohten Betrieb zu erben. Zumal ihm schnell klar wird, dass sich bei den Talhammers seit seinem Abschied nichts geändert hat; immer noch lebt der verschworene Clan nach Seinen eigenen skurrilen Regeln, stets am Rande der Legalität. Mirko will so schnell wie möglich wieder weg. Doch dann tritt nach Fietes Beerdigung der Recyclingunternehmer Wolfgang Kercher an ihn heran. Der ist schon lange scharf auf den Schrottplatz der Talhammers und macht Mirko ein Kaufangebot, das der in seiner prekären Lage nicht ablehnen kann. Kercher ködert ihn mit einer großzügigen Anzahlung, und Mirko sieht plötzlich die Lösung all seiner Probleme in baren Scheinen vor sich. Nun muss er nur noch seinen Bruder zum Verkauf des Familienbetriebes überreden.

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Doch Letscho will davon nichts wissen: Seine Heimat soll er verscherbeln? Und dann auch noch ausgerechnet an Kercher, den ewigen Erzrivalen der Talhammers? „Lieber tot als Sklave!“, ruft er, endgültig davon überzeugt, dass sein Bruder ein mieser Verräter ist.

Am nächsten Morgen teilt der Familienrat Mirko mit, dass man ihn auszahlen werde. Mirko ist skeptisch: Wie wollen die chronisch abgebrannten Schrottis denn so viel Geld auftreiben? Mirkos Misstrauen wird noch befeuert, als er zufällig seinem alten Kumpel Rambo begegnet, der Andeutungen über eine große Sache macht, an der die Talhammers dran seien, die für Letscho aber eigentlich eine Nummer zu groß sei.

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Weil Mirko auf keinen Fall mit leeren Händen nach Hause fahren will, quartiert er sich erst mal in Fietes altem Büro ein. Dort fallen ihm einige Zeichen auf, die sein Vater in einen Bilderrahmen geschnitzt hat. Mirko, im tiefsten Inneren immer noch ein Schrotti, weiß die Gaunerzinken schnell zu entschlüsseln und findet prompt eine Skizze, die ihm verrät, was seine Sippe plant: einen Zugraub! Die taffe Luzi, die den ganzen Laden zusammenhält, weiht ihn in den genauen Plan ein: Die Talhammers wollen einen Waggon mit 40 Tonnen Kupfer stehlen, direkt von den Schienen – eine wahnwitzige Idee. Mirko ahnt, dass die Sache ohne ihn zum Scheitern verurteilt ist.

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Da Mirko immer mehr unter Druck steht, seine Schulden begleichen zu müssen, beschließt er, zu bleiben und den engagierten, aber überforderten Schrottis bei der Ausführung des größten Eisenbahnraubes zu helfen, den der Norden Deutschlands jemals erlebt hat. Selbst Letscho muss widerwillig einsehen, dass sein großer Bruder einige Fähigkeiten hat, die für den Coup unentbehrlich sind. Im Laufe der Vorbereitungen nähern sich die beiden wieder an und Mirko wird daran erinnert, was Familie eigentlich bedeutet: Loyalität und Vertrauen. Zwei Dinge, die in seinem schnellen, leeren Großstadtleben fehlen. Außerdem stellt er fest, dass er Luzi eigentlich ziemlich gern hat.

Am Tag des Überfalls liegen die Nerven bei allen Zugräubern blank. Und tatsächlich funktioniert nicht alles so reibungslos wie erhofft. Erst im allerletzten Moment gelingt der waghalsige Diebstahl, gegen alle Wahrscheinlichkeit. Die Schrottis feiern siegestrunken, und Mirko fühlt sich endlich wieder als Teil der Familie.

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Doch die Euphorie währt nicht lange: Noch bevor sie das gestohlene Kupfer verschwinden lassen können, taucht Kercher auf dem Schrottplatz auf. Genüsslich legt er den entsetzten Talhammers dar, dass er alles über ihren Raubzug weiß und sie nur unter einer Bedingung nicht an die Polizei verrät: Sie überschreiben ihm den Platz auf der Stelle. Dann zieht er den Beleg hervor, auf dem die Anzahlung für Mirko quittiert ist, und behauptet, Mirko habe seine eigene Sippe gegen Geld verraten. Vergeblich versucht Mirko der Familie klarzumachen, dass Kercher lügt und auf anderen Wegen von dem Zugraub erfahren haben muss. „Du hast zwei Sekunden“, zischt Letscho mühsam beherrscht und jagt seinen gerade erst wiedergefundenen Bruder vom Schrottplatz. Mirko ist verzweifelt. Nach allem, was passiert ist, sieht er sich außer Stande, wieder in sein altes einsames Leben in Hamburg zurückzukehren.

Doch wie kann er seiner Familie nur beweisen, dass er wirklich einer von ihnen ist? Mirko fasst einen Plan, der seines Vaters würdig gewesen wäre. Denn ein Talhammer, der wird nicht geschubst, ein Talhammer der schubst! Mirko kehrt auf den Schrottplatz zurück, in der Hoffnung, den Clan überzeugen zu können, ihm ein letztes Mal zu vertrauen, um mit einem genialen Gaunerstück Kercher endgültig das Handwerk zu legen und die Existenz der Familie zu retten…

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Gewinnspiel
Folgende Fragen gilt es zu beantworten:
1.) Nennt uns den Film über eine sympathische Gaunerei, der Euch am besten gefällt. Schön wäre eine kurze Begründung, warum Euch ausgerechnet dieser Film so gut gefällt.
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Zu gewinnen gibt’s auch was, nämlich

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Dazu habt ihr bis zum 30.11.2016 bis 24.00 Uhr Zeit.

Das Gewinnspiel wird von www.film-blog.tv veranstaltet, die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahre mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland. Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Agenturen sowie von www.film-blog.tv dürfen nicht mitmachen. Gehen mehr richtige Antworten ein, als Preise zur Verfügung stehen, lassen wir das Los entscheiden, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die Teilnehmerdaten werden nur für die Zustellung eines eventuellen Gewinns bis zum Einsendeschluss gespeichert und anschließend vollständig gelöscht. Eine Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen.

Port-au-Prince Pictures GmbH präsentiert „Schrotten!“ ab dem 21. Oktober 2016 im Vertrieb von Lighthouse Home Entertainment auf DVD und als VoD.
Das Rezensionsexemplar und die Verlosungspreise wurden von Port-au-Prince Pictures zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Schrotten!
Land / Jahr: Deutschland / 2016
Genre: Komödie
Darsteller: Mirko Talhammer: Lucas Gregorowicz; Letscho Talhammer: Frederick Lau; Luzi: Anna Bederke; Träumchen: Lars Rudolph; Schmied: Heiko Pinkowski; Kercher: Jan-Gregor Kremp; Seifert: Rainer Bock; Rambo Weiler: Alexander Scheer; Kamelle: Aaron Hilmer; Simona: Sarah-Rebecca Gerstner; Opa: Michael von Rospatt; Lokführer: Michael Lott; Rocco: Henning Peker; Fiete Talhammer: Kalli Struck u.a.
Regie: Max Zähle
Drehbuch: Max Zähle
Prozenten: Andrea Schütte, Dirk Decker
Kamera: Carol Burandt von Kameke
Musik: zimmermitaussicht / Daniel Hoffknecht & Gary Marlowe
Schnitt: Sebastian Thümler

DVD
Laufzeit: ca. 96 Min. + Bonus
Bildformat: Full HD 16:9 (2,35:1)
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, Audiodeskription für Blinde und Sehbehinderte
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Extras: Musikvideo: Kalli Struck „Ich glaub‘ nicht an Wunder“, Kinotrailer, entfallene Szenen, Regiekommentar, Wendecover
FSK: 6

Webseite zum Film: „Schrotten!“