Schussfahrt nach San Remo: Noch eine Runde!

schussfahrt_coverLouis de Funès wäre am 31. Juli 100 Jahre alt geworden. Grund genug für uns, in den nächsten Wochen ein paar französische Komödien vorzustellen. Frankreich, 1901: Für das erste große Straßenradrennen von Paris nach San Remo hat der gewiefte Tüftler Duroc ein innovatives Rennrad für seinen Schwager entwickelt. Da er sich jedoch bei der Konstruktion finanziell übernommen hat, sitzt ihm nun der Gerichtsvollzieher Mulot im Nacken. Als sein Schwager kurz vor Rennbeginn zur Konkurrenz wechselt, beschließt Duroc, selbst teilzunehmen. Überraschend geht er bald in Führung – doch Mulot und missgünstige Rivalen sind ihm dicht auf den Fersen. Der Beginn einer wilden Verfolgungsjagd …

Film-Blog.tv meint:
„Schussfahrt nach San Remo“ ist eine herrliche Slapstick-Komödie für die ganze Familie. Der Film wurde aufwendig restauriert, das Bild kann auch bei Großprojektion überzeugen. Besonders erwähnenswert: Die deutsche Fassung liegt nun erstmals ungekürzt vor. Allerdings wurden die zusätzlichen Szenen nicht synchronisiert. Sie erscheinen in der französischen Original-Version mit Untertiteln. Was den Charme des Films keineswegs abträglich ist. Nach heutigen Maßstäben mögen einige Witzchen so antiquiert wirken wie die zwei- und vierrädrigen Vehikel, mit denen sich die Protagonisten 1901 abquälen mussten. Aber Spaß macht die „Schussfahrt nach San Remo“ allemal. Nicht nur Fahrradfans, die endlich den Erfinder des Freilaufs, der Schnellspanner, der Höhenverstellung von Lenker und Sattel sowie der Cantilever-Bremsen kennenlernen. Auch der erste Downhill der Bike-Historie ist noch nach heutigen Maßstäben absolut sehenswert!

Jules Auguste Duroc wähnt sich endlich am Ziel: Sein neues Fahrrad ist seiner Zeit um Jahrzehnte voraus. Und sein Schwager, der Radrennfahrer, wird damit beim Prestigeträchtigen Paris – San Remo des Jahres 1901 teilnehmen. Was heißt teilnehmen? Er wird gewinnen! Und die darauf folgende Serienfertigung viel Geld in die klammen Kassen der Familie Duroc spülen. Was auch dringend nötig ist. Denn die Erfindung hat sämtliche Barmittel aufgezehrt. Obwohl Gattin Delphine mit Näharbeiten sie über Wasser hält: Die Gläubiger wollen nicht mehr länger auf ihr Geld warten. Gerichtsvollzieher Mulot steht vor der Tür.

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Delphine gelingt es mit größter Mühe, den Geldeintreiber so lange aufzuhalten, bis Jules das Wunderrad an den Startplatz des Radrennens bringen kann. Der untreue Schwager hat bei der Konkurrenz angeheuert! Vor ihm die Startlinie, von hinten naht der Gerichtsvollzieher. Jules bleibt gar nichts anderes übrig, als die Flucht nach vorne anzutreten. Obwohl er völlig untrainiert ist, nimmt er am Rennen teil.

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Und, oh Wunder: Er kann seine körperlichen Defizite locker wettmachen. Sein Rad ist so überlegen, dass er dem Feld locker und ohne große Anstrengung davon fährt. Dass er auf der Flucht vor Mulot ist, verleiht ihm zusätzlichen Schwung.

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Allerdings: Die Konkurrenz schläft nicht. Mit allen möglichen, fairen und unfairen Mitteln, versuchen sie unseren tapferen Jules auszuschalten. Doch die Versuche gehen meist nach hinten los. Ebenso die Sabotageakte von Mulot: Ob Nägel auf der Straße oder Schlafmittel in den Erfrischungsgetränken bei der Verpflegungsstation: Jules gelingt es, meist durch Glück und Zufall, die gegen ihn gerichteten Attacken zu seinem Vorteil zu nutzen.

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Schnell ist das Potenzial, das in Jules‘ Fahrrad steckt auch Mulot klar. Er ist bereit, gegen Erlass der Schulden, 51 % einer künftigen Gesellschaft Mulot-Duroc zu übernehmen. Auf Anraten von Delphine geht Jules auf den Deal ein. Fortan betreuen Delphine und Mulot auf dem Tandem den mittlerweile völlig erschöpften Jules.

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Doch dann kommt die „Schussfahrt nach San Remo“ Bergab kann Jules das Feld von hinten aufrollen und alle überholen: Der Freilauf seines Rads und die – von einem Saboteur – durchgezwickten Bremszüge führen zum ersten Downhill der Bike-Gewchichte!

Gemessen am Alter des Films ist die Qualität mehr als akzeptabel. Auch bei Großprojektion ist das Bild scharf, farbenfroh, kontrastreich und einigermaßen feinkörnig. Wir haben schon viel jüngere Scheiben im Player gehabt, die da bei weitem nicht mithalten können. Der Ton – natürlich Mono – ist gut verständlich, hat aber in der deutschen Synchro nicht den Dynamikumfang der Originalversion. Aber das fällt nur bei einem hochwertigen Soundsystem wirklich auf.

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capelight pictures präsentiert „Schussfahrt nach San Remo“ auf Blu-ray Disc™ und DVD.
Das Rezensionsexemplar wurde von capelight pictures zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: Les cracks
Land / Jahr: Frankreich, Italien / 1968
Genre: Komödie
Darsteller: Bourvil: Jules Auguste Duroc, Robert Hirsch: Leon Charles Mulot, Monique Tarbés: Delphine Duroc, Michel de Ré: Marquis de Lion, Anne Jolivet: Jocelyne, Bernard Verley: Leliévre, Gianni Bonagura: Pifarelli, Max Fournel: Osmond, Patrick Préjean: Médard, Francis Lax: Carrel u. a.
Regie: Alex Joffé
Drehbuch: Alex Joffé, Gabriel Arout, Pierre Lévy-Corti
Produktion: Antoinette Albert, Tristam Miall, Jane Scott
Kamera: Jean Bourgoin
Schnitt: Eric Pluet
Musik: Georges Delerue
FSK: 6

Blu-ray Disc
Laufzeit: ca. 100 Min. + Bonus
Bildformat: Full HD 16:9 (2,35:1)
Tonformat: PCM Mono
Sprachen: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Präsentation des Films, Interview mit Patrick Préjean, original Titelsequenz französisch, original Kinotrailer, Wendecover

Webseite zum Film: Schussfahrt nach San Remo