Sein letztes Rennen: Immer weiter, nie stehen bleiben!

letztes rennen_coverPaul Averhoff hat 1956 als Marathonläufer olympisches Gold geholt. Er war eine Legende. Doch jetzt, im Alter, müssen Paul und seine Frau Margot nach vielen glücklichen Jahren von Zuhause ausziehen und ins Altenheim. Ihre Tochter Birgit fliegt als Stewardess um die Welt und kann sich nicht mehr kümmern. So findet sich Paul auf einmal zwischen Singekreis und Bastelstunde wieder – und fühlt sich wie scheintot. Das soll es nun gewesen sein?

Film-Blog.tv meint:
Aus Didi wurde Dieter, Hallervorden ist „erwachsen“ geworden. Der Weg von „Nonstop Nonsens“ zum wirklich guten Charakterdarsteller war lang und: erfolgreich. Denn bei aller Ernsthaftigkeit, die ihm und dem Ensemble das Thema abverlangt – der Schalk kommt immer wieder mal durch und gibt dem Film die Leichtigkeit, die man einer deutschen Produktion kaum zutraut. Dass die letzten fünf Minuten noch mal arg schmalzig werden, sei verziehen: Man kann ja vorher ausschalten…

Paul und Margot Averhoff verbringen den gemeinsamen Lebensabend in ihrem Häuschen mit Garten. Beide sind für ihr Alter sehr rüstig und vor allem selbstständig. Das müssen sie auch sein, denn Tochter Birgit ist als Stewardess ständig auf Achse. Und wenn sie mal in Berlin ist, hat sie mit ihrem chaotischen Privatleben genug zu tun. Immer auf Achse, das ist Gift für Freundschaften und dauerhafte Beziehungen. Margot macht den Haushalt, Paul kümmert sich um den Garten.

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Als dann Margot innerhalb weniger Wochen mehrfach kurzfristig das Bewusstsein verliert und stürzt, ist für Birgit klar: Die Eltern sind im Heim am besten aufgehoben. Schnell ist ein Platz im Seniorenstift gefunden, Margot und Paul ziehen ins Altersheim. Dort verlieren sie nicht nur die gewohnte Umgebung, sondern vor allem die Selbstständigkeit.

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Denn so ein Haus kann nur reibungslos funktionieren, wenn alles straff organisiert ist. Und da haben individuelle Bedürfnisse der Bewohner keinen Platz. Paul, der gestern noch im Garten seine Äpfel geerntet und Margot, die ihr Kompott und Marmelade eingekocht hat, sitzen plötzlich im Halbkreis um Frau Müller mit ihrer Gitarre und singen selten dämliche Liedchen. Dazu wird mit den Armen herumgefuchtelt wie im Kindergarten. Als danach bei der Bastelstunde Kastanienmännchen gebastelt werden, reißt Paul der Geduldsfaden.

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Er holt seine alten Laufschuhe hervor und beginnt im Park seine Runden zu drehen. Anfangs schleppend und jämmerlich, dann immer schneller – fest entschlossen, einmal noch einen Marathon zu laufen. Margot ist alles andere als begeistert, lässt sich aber überreden, ihn wie früher zu trainieren. Doch seine Mitbewohner erklären ihn für verrückt – und der Heimleitung ist Paul ein Dorn im Auge, weil er mit seiner Eigenwilligkeit die zeitlich genau abgestimmten Abläufe durcheinander wirbelt. Dann aber taucht ein altes Foto von Pauls Olympiasieg auf – und seine Mitbewohner erinnern sich an den Helden von einst.

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Als er auch noch ein Rennen gegen den jungen Pfleger Tobias gewinnt, schlägt ihre Zurückhaltung in Begeisterung um, sie feiern mit ihm und feuern ihn an. Und entdecken mit ihm das Gefühl, dass auch für sie das Leben noch nicht ganz vorbei ist.

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Paul zieht sein Training durch – Runde für Runde, Tag für Tag, „immer weiter“, wie er sich geschworen hat. Denn er will seinen Traum verwirklichen, für sich selbst, für Margot, für seine Tochter Birgit, und für all die anderen, denen er es beweisen möchte…

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Das Bild der Blu-ray ist, auch bei Großprojektion mit Beamer auf Leinwand, scharf, kontrastreich und ohne sichtbares Korn. Die Schwarzwerte stimmen, wie es sich für eine moderne Produktion gehört. Der Soundtrack ist manchmal ein wenig arg pathetisch, ein paar Streicher weniger hätten es auch getan. Der Ton kommt sehr räumlich aus dem 5.1-System.

Universum Film GmbH präsentiert „Sein letztes Rennen“ ab 28. März 2014 auf Blu-ray Disc™, DVD und VOD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Universum Film GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

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Originaltitel: Sein letztes Rennen
Land / Jahr: Deutschland / 2013
Genre: Drama
Darsteller: Dieter Hallervorden: Paul Averhoff; Tatja Seibt: Margot Averhoff; Heike Makatsch: Birgit Averhoff; Frederick Lau: Tobias; Katrin Saß: Rita; Otto Mellies: Rudolf; Reinhold Beckmann: Reinhold Beckmann; Katharina Lorenz: Frau Müller; Heinz W. Krückeberg: Fritzchen u. a.
Regie: Kilian Riedhof
Drehbuch: Kilian Riedhof, Marc Blöbaum
Produktion: Boris Schönfelder
Kamera: Judith Kaufmann
Musik: Peter Hinderthür
Schnitt: Melanie Margalith
Kinopremiere: 25. September 2013 in Hamburg

Blu-ray Disc
Laufzeit: ca. 114 Min.
Bildformat: Full HD 16:9 (2,35:1)
Tonformat: DTS-HD 5.1
Sprachen: Deutsch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Extras: Hörfilmfassung, Interviews mit Cast & Crew, Trailer, Teaser, Audiokommentar Kilian Riedhof, Marc Blömbaum, Peter Hinderthür, Audiokommentar Dieter Hallervorden, Kilian Riedhof
FSK: 6

Webseite zum Film: Sein letztes Rennen