Sleepy Hollow: Kopflos durch die Apokalypse

sleepy_coverDer britische Auswanderer Ichabod Crane stirbt während der Amerikanischen Revolution und wird im 21. Jahrhundert im Staate New York wiedergeboren. Mit ihm erwacht der einst von ihm selbst enthauptete kopflose Reiter, der die Vernichtung der Menschheit plant. Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse beginnt erneut: Gemeinsam mit der resoluten Polizistin Abbie Mills nimmt Crane den Kampf mit dem Reiter der Apokalypse auf, um die jüngst freigelegten dunklen Mächte zu besiegen.

Film-Blog.tv meint:
Nachdem Tim Burton die Washington Irving-Kurzgeschichte schon 1999 als Spielfilm umsetzte, schlägt sich „Sleepy Hollow“ auch als Serie recht erfolgreich. Die Erstausstrahlung der ersten Staffel 2013 erreichte im Produktionsland USA 8,6 Millionen Zuschauer. Die Kritiker äußerten sich ganz überwiegend positiv, und die Serie wurde für eine Reihe von Preisen nominiert. Die Erzählung um den unfreiwilligen Zeitreisenden Ichabod Crane und seine Partnerin Abbie Mills reichert die Basis der Erzählung mit Serienelementen, übernatürlichen Verknüfungen und einem Schuss Buddy-Humor an. Dabei findet die Serie eine gute Balance aus Spannung, Mystery und Humor.

Den Beitrag verfasste unser Autor Peter Schrandt.

Manchmal gibt es aber auch so Tage… Ichabod Crane erlebt einen von ihnen. 1781 tötet er einen gigantischen Gegner im Schwertkampf, indem er dessen Kopf in einem Hieb abschlägt. Er verliert das Bewusstsein, und kurz darauf findet er sich auf einem merkwürdigen Weg wieder, der ungewöhnlich gleichmäßige gelbe Streifen zeigt. Als ihn ein Lkw fast überfährt und danach ein Pkw gefährlich nahe kommt, wissen wir, dass Ichy auf dem Mittelstreifen eines us-amerikanischen Highways der Gegenwart gelandet ist, während der unfreiwillige Zeitreisende die Welt nun erst einmal gar nicht mehr versteht und sich entschließt wegzulaufen. Willkommen in 2013, Ichabod Crane, und willkommen im Sleepy Hollow unserer Gegenwart.

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Viel besser wird es nicht so bald. Ichabod wird von der örtlichen Polizei mit dem Mord an Sheriff August Corbin in Verbindung gebracht und landet als dringend Tatverdächtiger in der Zelle. Als ihm Abby Mills, die Partnerin des getöteten Polizisten, gegenübersteht, versteht er die Welt einmal mehr nicht. Eine Sklavin, die sie als Afroamerikanerin ja sein muss, in Freiheit, und er nicht? Und seit wann tragen Frauen Hosen?

Ichabod erklärt, dass er Spion unter George Washington war – dessen Portrait man ihm auf einer zeitgenössischen Dollarnote präsentiert. Dieser George Washington etwa? Ja, sein Chef wurde inzwischen zu einer Berühmtheit.

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Doch nicht nur Ichabod Crane wurde mehr als zweihundert Jahre in das Jahr 2013 katapultiert. Auch der von ihm auf dem Schlachtfeld niedergestreckte, nun kopflose Reiter ist im Sleepy Hollow der Gegenwart angekommen. Wie Ichabod hatte auch Abby Mills in der Vergangenheit Berührungspunkte mit der Paranormalität dieses Ortes, und gemeinsam machen sich beide auf die Suche nach der Bedrohung, deren Herkunft sich schon bald als mystischer heraustellt als es schon anfangs schien…

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Sleepy Hollow zeichnet gerne mystische Bilder und adaptiert Horrortechniken; etwa dort, wo John Cho vom Koplosen getötet und wiedererweckt wird. Die Kamera entwickelt interessante Ideen, wenn sie mit der Perspektive eines Erschlagenen fällt und 90° gedreht auf dem Boden bleibt. Dabei nimmt sich die Serie nicht zu ernst. Abby hilft Ichabod, sich in der neuen Epoche zurechtzufinden, in die er katapultiert wurde. Dazu bringt sie Haftnotizen auf alltäglichen Gegenständen an. Sie erläutern deren Funktion, beginnend mit „Light on/off“ und machen vor der Kaffeemaschine und der Dusche nicht halt. Situative Komik ist auch dort präsent, wo ein Verkehrsschild „Achtung Reiter“ in Kopfhöhe des darauf stilisierten Reiters abgeschlagen ist.

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Der Handlungsfaden gestaltet sich kurzweilig, ab der zweiten Episode helfen kurze Zusammenfassungen zu Beginn den Anschluss an das bisherige Geschehen zu finden.

„Sleepy Hollow“, basierend auf der Kurzgeschichte „The Legend of Sleepy Hollow“ von Washington Irving, funktioniert gut als Serienformat. Der empfehlenswerte gleichnamige Spielfilm von Regisseur Tim Burton aus 1999 ist für das Verständnis der 2013 gestarteten Serie nicht erforderlich.

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Bild und Ton gehen in Ordnung. Kramer Morgenthau produziert warme Farben und eine passende Stimmung. Der Sound findet eine gute Balance, die Dialoge der englischsprachigen Originalfassung werden leicht verständlich vorgetragen. Im Bonusmaterial finden sich sechs Featurettes, Audiokommentare zu zwei Episoden, sowie „Spaß am Set“ und „Entfallene Szenen“.

Twentieth Century Fox präsentiert „Sleepy Hollow“ ab 11. Juni 2015 auf DVD und als VoD.
Das Rezensionsexemplar wurde von Twentieth Century Fox zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

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Originaltitel: Sleepy Hollow
Land / Jahr: USA / 2013
Genre: Drama, Horror, Action, Serie
Darsteller: Tom Mison, Nicole Beharie, Orlando Jones, Katia Winter, Lyndie Greenwood, John Noble u. a.
Drehbuch: Alex Kurtzman, Roberto Orci, Phillip Iscove, Len Wiseman, basierend auf “The Legend of Sleepy Hollow” by Washington Irving
Romanvorlage: “The Legend of Sleepy Hollow” von Washington Irving
Produzenten: Clayton Townsend, Melissa Blake
Kamera: Kramer Morgenthau
Schnitt: Michael N. Knue, John Refoua
Musik: Robert Lydecker, Brian Tyler
FSK: 16

DVD
Laufzeit: ca. 570 Min.+ Bonus
Bildformat: 16:9 – 1.77:1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Sprachen:Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Audiokommentar zu Episode „Der kopflose Reiter“ von Heather Kadin, Alex Kurtzman, Roberto Orci und Len Wiseman, Willkommen in Sleepy Hollow, Die Geheimnisse von Sleepy Hollow, Entfallene Szenen: Die Akte Corbin, Willkommen im 21. Jahrhundert, Mr. Crane, Der kopflose Reiter, Der Kopf des kopflosen Reiters, Audiokommentar zu Episode „Der Unverzichtbare / Hölle auf Erden“ von Tom Mison, Nicole Beharie, Alex Kurtzman und Mark Goffman, Spaß am Set

Webseite zur Serie: Sleepy Hollow