So weit die Füße tragen: Er kam durch

SoWeitDieFuesseTragen_cover „So weit die Füße tragen“ erzählt die Flucht des deutschen Soldaten Clemens Forell aus dem sibirischen Kriegsgefangenenlager Kap Deshnev. Vor dem grandiosen Panorama der sibirischen Landschaft schlägt sich Forell durch die vielen Gefahren der Tundra bis nach Persien durch. Drei Jahre ist er unterwegs. Meist zu Fuß, doch auch auf Eisenbahnwaggons, auf dem Floß und mit LKW. 14.208 Kilometer legt er zurück. Erst an Weihnachten 1952 sieht er seine Familie wieder. Acht Jahre, nachdem er sie für einen schon verlorenen Krieg verlassen musste.

Film-Blog.tv meint:
Wer Bernhard Bettermann nur als smarten Arzt „Dr. Martin Stein“ aus der „Sachsenklinik“ kennt, wird sich erst mal verwundert die Augen reiben. Der Kerl hat ja schauspielerisch richtig was drauf! Es wäre schön, wenn er das öfter zeigen dürfte. „So weit die Füße tragen“ ist ein richtig guter Film, der leider zu unrecht, etwas in Vergessenheit geraten ist.
Angesichts der Strapazen, die Clemens Forell auf sich nehmen musste, um zu seiner Familie zurück zu kommen, ist auch das etwas rührselige Ende zu verzeihen.

Schon 1959 wurde das Buch, das angeblich auf wahren Begebenheiten beruht, für das damals noch junge Fernsehen verfilmt. Es war die erste rein deutsche Serienproduktion und ein richtiger „Straßenfeger“. Erst 2001 wagte sich Hardy Martins an eine Adaption für die Kinoleinwand. Die darf durchaus als gelungen betrachtet werden; „So weit die Füße tragen“ ist auch heute noch sehenswert.

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Clemens Forell, ein junger deutscher Oberleutnant, verlässt 1944 seine schwangere Frau Kathrin und die gemeinsame Tochter um in den Krieg zu zeihen. Ein Jahr später wird er als Kriegsgefangener zu 25 Jahren Zwangsarbeit in einer sibirischen Bleimine verurteilt. Schon der Transport in Güterwaggons ist eine menschenverachtende Qual. Doch im Straflager angekommen, wird es noch schlimmer. Forell beschließt zu fliehen. Der erste Versuch ist erfolglos und kostet ihn fast das Leben. Dank der Mithilfe des deutschen Lagerarztes Dr. Heinz Stauffer gelingt es ihm schließlich.

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Die Flucht führt Forell drei Jahre lang, unter teilweise unmenschlichen Strapazen, durch ganz Sibirien. Der Lagerkommandant, Oberleutnant Kamenev, ist ihm dabei immer wieder dicht auf den Fersen. Er schafft es sogar mehrfach, Forell zu stellen. Doch ihm gelingt es immer wieder zu entkommen. Dabei erfährt er Hilfe von unerwarteter Seite – sibirische Goldsucher, mongolische Nomaden oder ein polnischer Jude, der vor den Nazis fliehen musste und dabei seine ganze Familie verloren hat – Hilfe, die ihm das Überleben und Weiterkommen ermöglicht. Doch sind es auch ausgerechnet die Goldsucher, die ihn zuerst retten und anschließend fast umbringen …

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Obwohl die Neuverfilmung fast zwei Stunden lang ist, kommen mir so manche Teile der Handlung etwas zu kurz. Gerne hätte ich mehr über die Kontakte von Forell zur Bevölkerung gesehen. Auch der letzte Teil der Flucht in Russland, wurde ein wenig zu stiefmütterlich behandelt. Fast kommt es mir so vor, als wenn der Regisseur die Zeit, die im ersten Drittel ein wenig „vertrödelt“ wurde, im letzten Teil hektisch aufgeholt werden sollte. Das ist ein wenig schade. Dennoch ist „So weit die Füße tragen“ in seiner Gesamtheit ein richtig guter, sehenswerter Film. Dazu tragen auch die großartigen Landschaftsaufnahmen, die schon fast Dokumentarcharakter haben, bei.

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Der Kauf der Blu-ray lohnt auch wegen der vielen Extras. So sind vor allem der historische Hintergrund lesens- und der Filmvergleich 1959-2001 sehenswert. Das Bild ist, auch bei Großprojektion mit einem hochwertigen Beamer größtenteils scharf und feinkörnig. Nur vereinzelt, bei Landschaftsszenen, machen sich leichte Unschärfen bemerkbar. Der 5.1-Sourround-Ton ist relativ frontlastig abgemischt, etwas mehr Räumlichkeit wäre hin- und wieder der Atmosphäre zuträglich.

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EuroVideo Medien GmbH präsentiert „So weit die Füße tragen“ ab dem 13. März 2014 auf Blu-ray Disc™, DVD und zum Download.
Das Rezensionsexemplar wurde von EuroVideo Medien GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Originaltitel: So weit die Füße tragen
Land / Jahr: Deutschland / 2001
Genre: Drama
Darsteller: Bernhard Bettermann: Clemens Forell; Michael Mendl: Dr. Heinz Stauffer; Anatoli Kotenjow: Oberleutnant Kamenev; Irina Pantajewa: Irina; Iris Böhm: Kathrin Forell; Hans Peter Hallwachs: Onkel Baudrexel u. a.
Regie: Hardy Martins
Drehbuch: Bernd Schwamm, Bastian Clevé und Hardy Martins nach der Romanvorlage von Josef Martin Bauer
Produktion: Jimmy C. Gerum, Bastian Clevé
Kamera: Pawel Lebeschew
Schnitt: Andreas Marschall
Musik: Eduard Artemjew
FSK: 12

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Blu-ray Disc
Laufzeit: ca. 159 Min. + Bonus
Bildformat: 1,85:1 (16:9) 1080/24p High Definition
Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1
Sprachen: Deutsch
Untertitel:
Extras: Making-of, Deleted Scenes, Storyboard Filmvergleich, Historischer Hintergrund (Text), Rede Franz Ehrenwirth sen., Filmvergleich 1959-2001, Kinotrailer, Audiokommentar des Regisseurs und des Produzenten